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Kategorie: In 300 Zeichen auf den Punkt kommen

In 300 Zeichen auf den Punkt kommen

Christine Steindorfer leitet von 8.-9. November 2019 das Seminar Public Relations für Kulturbetriebe & -projekte am Institut für Kulturkonzepte. In diesem Seminar erfahren Sie, wie Sie Kommunikationskanäle erfolgreich nutzen und welche Vorarbeit es dafür braucht. Hier ein erster Vorgeschmack von Dozentin Christine Steindorfer:

Wir müssen uns abheben, aus der Masse herausstechen, unser Herz auf der Zunge tragen, unsere Leidenschaft spürbar machen, für unser Anliegen brennen und ein Feuer entfachen. Eine ziemliche Herausforderung, vor allem wenn dafür nur wenige, zum Beispiel 264 Zeichen (so viele sind es bis hierher) zur Verfügung stehen. Da ist kein Platz für kompliziertes Herumgeschwurble (mit Wörtern, die vielleicht nicht jede/r versteht).

Als wäre der knappe Platz nicht der Anforderung genug, sollen uns die Texte rasch aus der Feder heraus- und in Facebook oder Instagram hineinfließen. Doch es ist möglich, aber es braucht dafür richtig gute Vorarbeit.

Wiedererkennbarkeit statt Verdruss

Hier kommt die PR ins Spiel, die im Übrigen weit mehr ist als nur Pressearbeit. Denn zur Öffentlichkeitsarbeit gehört auch, dass man sich genau mit sich selbst auseinandersetzt; idealerweise bevor man groß hinauszuposaunen beginnt. Die Rede ist von der CI, die bei weitem nicht nur für „die Großen“ relevant ist. Jede Kultureinrichtung, jedes Projekt muss erst mal wissen, wofür es steht (Werte), wie es dieses Selbstverständnis ausdrückt (Corporate / Personal Communications) und was es überhaupt sagen möchte (Grundbotschaften). CI ist keine Fleißaufgabe, sondern eine Notwendigkeit, sie ermöglicht Glaubwürdigkeit und Wiedererkennbarkeit. Beides sind hoch gehandelte Güter auch und vor allem in den sozialen Medien.

Verstanden werden und sich vom Mitbewerb abheben

Natürlich, der Prozess um die eigenen Werte, die persönliche Sprache und die Grundbotschaften herauszuarbeiten, dieses Arbeiten an sich selbst braucht Zeit, oft auch mehrere Anläufe. Deswegen scheuen viele davor zurück und beginnen lieber gleich „richtig“ zu arbeiten. Und dann stellen sie irgendwann fest, dass sie in der Masse untergehen, mit anderen verwechselt oder schlichtweg nicht verstanden werden.

Genauso wie man für ein Haus erst einen Plan zeichnet, die Bodenplatte betoniert und nicht planlos hier und dort Mauern hochzieht, sollte man es mit der Kommunikation halten. Denn es lohnt sich.

Und hey, wir wollen doch alle gehört werden!

 

Alle Infos zum Seminar Public Relations für Kulturbetriebe und -projekte

Christine Steindorfer
Foto: RobertSaringer

Christine Steindorfer

Als PR- und Kommunikationsberaterin in der Firma wortart ist ihr das Zusammenspiel von Image und Identität ein besonderes Anliegen. Zwei Jahre lang war sie im Vorstand des Vereins OPEN HOUSE WIEN und hat das Architekturprojekt kommunikativ betreut und erfolgreich positioniert.

Mit „der Kraft des Scheiterns“ beschäftigte sie sich in den letzten Jahren erfolgreich als Autorin mehrerer Bücher. Neben dem Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie auch an der Publizistik zu „Strategien der PR im Kulturbereich“.

Seminar PR
Foto: Willian Iven, unsplash
Kategorie: Gemeinsam hoch hinaus – Das war der Kulturmanagement Tag 2019

Gemeinsam hoch hinaus – Das war der Kulturmanagement Tag 2019

Ein Beitrag von Ulli Koch

Ein jährliches Highlight im Kulturkonzepte-Kalender fand dieses Jahr in den wunderschönen Räumlichkeiten des Markhof – dem Dorf in der Stadt – statt: Der Kulturmanagement Tag 2019. Der Tag bot den Teilnehmenden sowohl Input-Vorträge als auch Workshops, in denen sie sich vertiefend mit Themen des Kulturmanagement und der Kulturvermittlung beschäftigen konnten. Auch die Möglichkeit, sich zu vernetzen und auszutauschen, wurde rege genutzt. Im Zuge des 25. Jubiläums vom Institut für Kulturkonzepte stand das Programm ganz im Zeichen der Karriereplanung und dem Kooperieren im Kulturbereich.

Über Crowdfunding, Sponsoring & Co

Doch beginnen wir mit dem Anfang des Tages und dem Input-Vortrag von Ulrike Spann, Leiterin der Departments Development & Marketing an den Vereinigten Bühnen Wien. Eines von Ulrike Spanns Aufgabenfeldern ist das Sponsoring, nach Manfred Bruhn die Planung, Durchführung und Kontrolle von Aktivitäten, um Gelder von Unternehmen zu erhalten. Mit diesen werden Projekte realisiert und Kommunikations- sowie Marketingziele erreicht. Im Gegenzug dazu erwarten sich SponsorInnen eine Gegenleistung für ihr Engagement. Daher, so Ulrike Spann, muss man sich bereits im Vorfeld überlegen, wie das Unternehmen von dem geleisteten Sponsoring profitiert. Klassische Gegenleistungen sind Logopräsenz sowie Nennung auf Website und Drucksorten. Auch der Kulturbetrieb selbst muss sich im Klaren darüber sein, welche Ziele mit dem Eingehen eines Sponsoringvertrages erreicht werden sollen. „Und es bedarf,“ so Ulrike Spann, „unbedingt einer schriftlichen Vereinbarung, die auch einen klar abgesteckten Zeitraum definiert.“ Tipp: Ein weiterer Benefit für SponsorInnen ist deren positive Wahrnehmung, weshalb es empfehlenswert ist, positive Rückmeldungen an das Unternehmen weiterzugeben. In Abgrenzung zum Sponsoring gab Ulrike Spann auch einen kurzen Einblick in die Themen Fundraising, das neben finanziellen Mitteln auch Sach- und Dienstleistungen umfasst, sowie Crowdfunding, mit dessen Hilfe Projekte realisiert werden können, die nicht von staatlicher Seite gefördert werden.

Ulrike Spann Kulturmanagement Tag 2019
Foto: Itta Francesca

Bevor ein Kulturbetrieb sich dafür entscheidet, durch Sponsoring Gelder lukrieren zu wollen, bedarf es einer Selbstanalyse. Welche PartnerInnen passen zu meinem Kulturbetrieb? Wie gewinne ich sie? Warum ist gerade mein Kulturbetrieb oder -projekt unterstützenswert? Und wie kann das Unternehmen von unserer Zusammenarbeit profitieren? Aus der Beantwortung dieser und weiterer Fragen ergibt sich ein Mission Statement, das den Zweck von Sponsoringmaßnahmen definiert und das notwendige Argumentarium liefert, um überhaupt SponsorInnen zu gewinnen. So ein Argumentarium muss in den Details individuell auf ein Unternehmen zugeschnitten werden, erläutert Ulrike Spann und gibt den Tipp: „Entwickeln Sie gemeinsam mit dem jeweiligen Unternehmen ein Konzept, das dessen Interessen und Ausrichtung entspricht.“ Nicht vergessen werden dürfen zudem der persönliche Kontakt und die Beziehungspflege.

Vom Audience Development zum Community Building

Beziehungspflege ist auch ein gutes Stichwort für Diana Costas Beitrag, der dem Thema Audience Development gewidmet war. Diana Costa, Projektmanagerin und Kulturvermittlerin, stellt gleich zu Beginn klar, dass Audience Development nur dann funktioniert, wenn es vom gesamten Kulturbetrieb getragen wird – schließlich ist es eine Form der Beziehungspflege, die alle Bereiche involviert. Um eine Audience Development-Strategie zu entwickeln, greift man sowohl auf Tools aus der Marktforschung als auch von KulturvermittlerInnen zurück, die den wohl engsten Kontakt zu den BesucherInnen haben und daher auch deren Bedürfnisse gut kennen. Ein vertiefender Einblick kann da zum Beispiel auf Barrieren geworfen werden, die aus physischen, finanziellen, geographischen, kulturellen und/oder sozialen Gründen eine Person an Kulturteilhabe hindern. Besonders die letzten beiden stellen große Hindernisse dar, die nur schwer abzubauen sind. „Daher“, verdeutlicht Diana Costa, „ist es wichtig, Audience Development als Bildungsauftrag zu verstehen.“ Audience Development basiert auf einem gesellschaftspolitischen Hintergrund, der Partizipation an Kunst als Menschenrecht versteht. Die Ergebnisse von Audience Development-Strategien lassen sich daher auch nur schwer in Zahlen messen, denn „es steht die Qualität im Fokus, das Erreichen von Menschen“, so Diana Costa weiter. „Direkte Teilhabe an Kultur hat das größte Potential, lebensverändernd zu wirken.“

Diana Costa Kulturmanagement Tag 2019
Foto: Itta Francesca

Daher lautet das aktuelle Schlagwort nicht mehr nur Audience Development, sondern Community Building. Dies bedeutet zum Beispiel, Personen einzuladen, gemeinsam Kunst zu erschaffen. Im Idealfall treffen dann unterschiedliche Bevölkerungsgruppen aufeinander, deren Diversität sich auch im Kulturbetrieb selbst abbildet und die in Interaktion mit anderen sowie mit Kunst und Kultur treten. Ein Community Projekt hat das Potential, einen Kulturbetrieb von innen heraus zu verändern. „Doch ist auch die Organisation dazu bereit, sich zu verändern?“ stellt Diana Costa als offene Frage in den Raum.

Das Dorf in der Stadt – der Markhof

Ein Raum, der auf Offenheit, Partizipation und Barrienabbau setzt, ist der Markhof, Gastort des Kulturmanagement Tages. Mitgegründet wurde das selbstbezeichnete „Dorf in der Stadt“ von Stefan Leitner-Sidl, der in seinem Input einen Einblick in den Colearning- und Coworking-Space bietet. Im Fokus des Projekts steht auch hier wieder die Beziehungspflege, auch als Networking bekannt. Ein Coworking-Space bietet, so Stefan Leitner-Sidl, ein Netzwerk, bei dem die Einzelperson nicht mehr alleine vor ihrem Computer sitzt, sondern durch ein offenes Raumkonzept und gemeinsame Aktivitäten mit Menschen anderer Fachbereiche in Kontakt kommt. Profitiert wird dabei nicht nur von dem informellen Austausch, vielmehr teilen sich in einem Coworking-Space verschiedene Professionen einen Raum, die sich gegenseitig mit Fachwissen bei den jeweiligen Projekten unterstützen oder diese auch gemeinsam realisieren.

Stefan Leitner-Sidl Markhof Kulturmanagement Tag 2019
Foto: Itta Francesca

Ergänzt wird dieses Konzept durch den Colearning-Space, der einen ganzheitlichen Bildungsansatz verfolgt. Die Kinder und Jugendlichen, die hier lernen, werden in den Coworking-Space integriert und in viele Prozesse eingebunden, beispielsweise auch bei der Buffetbetreuung im Rahmen von Veranstaltungen. Der so quasi automatisch passierende intergenerationelle Austausch trägt auf beiden Seiten zu mehr Verständnis, Empathie und Wertschätzung bei. Damit stellt sich der Markhof in die Tradition von Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfpädagogik, der Bildung und Kultur im Bereich des Sozialen sieht und nicht in staatlicher Verantwortung. Dieser soziale Aspekt wird im Markhof intensiv gelebt, auch durch das Erschaffen und Fördern von neuen Formaten, die den bereits beschriebenen Austausch ins Zentrum setzen.

Workshops, Beratung und nicht zuletzt: Netzwerken!

Der Austausch steht auch bei Susanne Kappeler-Niederwiesers Input-Vortrag im Mittelpunkt, nämlich in Form von Kooperationen. Durch Kooperationen können Kulturbetriebe Synergieeffekte nutzen, die die eigenen Kompetenzen erweitern, neue Möglichkeiten eröffnen, kreative Lösungswege aufzeigen und wieder Menschen zusammenbringen. Wie bei allen Maßnahmen darf aber auch hier wieder die Ressourcenfrage nicht außer Acht gelassen werden. Geht ein Kulturbetrieb eine neue Kooperation ein, bedarf es besonders zu Beginn einer erhöhten Abstimmung, die dann auch in einem Kooperationsvertrag schriftlich festgehalten werden muss. Doch der erhöhte Kommunikationsaufwand zahlt sich in den meisten Fällen aus. Kooperationen erweitern das eigene Netzwerk und tragen einen positiven Marketing- und PR-Effekt in sich, da sich die Aufmerksamkeit für den eigenen Kulturbetrieb erhöht, mehr (potentielle) BesucherInnen erreicht und ihnen eventuell auch kleine Geschenke gemacht werden können, beispielsweise durch vergünstigte Eintrittspreise, Gewinnspiele und dergleichen.

Susanne Kappeler-Niederwieser Kulturmanagement Tag 2019
Foto: Itta Francesca

Ein Geschenk waren auch die Workshops am Nachmittag, die nach den Input-Vorträgen den Raum für vertiefende Auseinandersetzungen eröffneten. Mit dabei war zum Beispiel Daniela Wittinger von Uniport, dem Karriereservice der Universität Wien, in deren Workshop die Teilnehmenden über ihre Karrierevisionen im Kulturbereich sprechen und sich austauschen konnten. Für diejenigen, die sich ihr Berufsleben im Bereich der Kulturvermittlung vorstellen können, hat Sofie Wünsch von der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien den Kulturvermittlungsmethodenkoffer gepackt, während Sabine Kock und Lisa Pointner von Smart Einblick in ihren Berufsalltag zwischen Verträgen, Versicherungs- und Steuerfragen gaben. Karin Wolf thematisierte in ihrem Workshop das Netzwerken und inwiefern dies als Karriere-Boost wirkt, inklusive einiger Tipps, die von den Teilnehmenden beim Ausklang des spannenden Tages gleich angewendet werden konnten. Ulrike Spann bot in einer Q&A-Session einen vertiefenden Einblick in das Thema Kulturfinanzierung und stand eine Stunde lang für Fragen der TeilnehmerInnen zur Verfügung.

Café Markhof Kulturmanagement Tag 2019
Foto: Verena Schmid

Parallel dazu haben viele der Anwesenden die Chance genutzt, sich von Tamara Badr und Birgit Feike-Kneißl individuell zum Seminar– und Lehrgangsangebot vom Institut für Kulturkonzepte beraten zu lassen. Stefan Leitner-Sidl vom Markhof hat außerdem zwei TeilnehmerInnen-Gruppen auf eine Tour durch das „Dorf in der Stadt“ mitgenommen und dabei erklärt, was an diesem Ort täglich geschieht und wie das Zusammenarbeiten auf allen Ebenen funktioniert. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich beim Markhof-Team bedanken, dass wir in diesem Jahr zu Gast sein und die wunderschönen Räumlichkeiten nutzen durften. Ein großes Dankeschön wollen wir auch unseren freien Mitarbeiterinnen für die tolle Unterstützung aussprechen, sowie allen SpeakerInnen und Workshopleiterinnen für ihr Engagement, Itta Ivellio-Vellin und Verena Schmid für die schönen Fotos und unseren Sponsoring-PartnerInnen Hakuma, PONA, Ströck und Riegelfabrik für die Leckereien und Erfrischungen. Last but definitely not least sagen wir DANKE an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kulturmanagement Tags 2019 und freuen uns auf ein Wiedersehen, spätestens beim Kulturmanagement Tag 2020!

Karin Wolf Kulturmanagement Tag 2019
Foto: Itta Francesca

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