Kategorie: 18. März: Lunch Lecture: „So gelingt Ihre Initiativbewerbung“
18. März: Lunch Lecture: „So gelingt Ihre Initiativbewerbung“
Sie durchforsten gerade regelmäßig Stellenanzeigen und fühlen sich in einer passiven Wartesituation, weil kein Job zu Ihren Kompetenzen und Vorstellungen passt? Haben Sie schon mal daran gedacht, sich initiativ zu bewerben? Meistens werden solche Bewerbungen wertgeschätzt und erhalten Aufmerksamkeit, weil sie nicht eine von vielen sind, wie es bei einem ausgeschriebenen Job der Fall ist. Susanne Kappeler-Niederwieser gibt Ihnen dazu ganz praktische Tipps.
Die Lunch Lecture ist eine Online-Veranstaltung via Zoom. Die Teilnahme ist kostenlos, bitte registrieren Sie sich HIER dafür! Der Teilnahmelink wird Ihnen kurz vor der Veranstaltung zugeschickt. (Bitte überprüfen Sie auch Ihren Spam/Junk-Ordner!)
Wir freuen uns auf Sie! Ihr Kulturkonzepte-Team
Christina @ wocintechchat.com M | Unsplash
Christina @ wocintechchat.com M | Unsplash
Kategorie: Theater beginnt dort, wo man nicht mehr zusieht, sondern eintaucht – Absolventin Elisabeth Rössler
Theater beginnt dort, wo man nicht mehr zusieht, sondern eintaucht – Absolventin Elisabeth Rössler
Theater beginnt dort, wo man nicht mehr zusieht, sondern eintaucht – mitten hinein in Geschichten, Räume und Emotionen. NOVA beginnt dort, wo die Grenze zwischen Bühne und Wirklichkeit verschwindet.
Genau aus diesem Verständnis heraus entstand das immersive Theaterprojekt NOVA. Im Zentrum meiner aktuellen beruflichen Tätigkeit steht die Entwicklung und Umsetzung dieses immersiven Theater-Projekts. Als Theater- und Kulturmanagerin begleite ich NOVA an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, Organisation und konzeptioneller Arbeit. Parallel dazu bin ich seit über zehn Jahren Inhaberin der FOSBURY KG, mit der wir hybride Erlebnisinszenierungen realisieren, sowie Lehrgangsleiterin der ESB Academy im Bereich Eventmanagement.
Elisabeth Rössler, Foto: Carina Antl
Die Entscheidung für die Weiterbildung am Institut für Kulturkonzepte stand in direktem Zusammenhang mit der Gründung und Entwicklung von NOVA. Das Theaterprojekt sollte von Beginn an fundiert, professionell und nachhaltig aufgesetzt werden. Ziel war es, das immersive Theater nicht nur künstlerisch, sondern auch strukturell und organisatorisch auf stabile Beine zu stellen und dabei möglichst viele Perspektiven aus der Kulturpraxis einzubeziehen.
In den Lehrgängen Kulturmanagement und Kulturvermittlung, die ich beide 2025 abgeschlossen habe, konnte ich mir ein vertieftes Verständnis für die Funktionsweise der Kulturbranche aneignen. Besonders wertvoll war es, bestehende Erfahrungen aus rund 20 Jahren ehrenamtlicher Theaterarbeit zu reflektieren und diese in einen professionellen Kontext zu überführen. Die Auseinandersetzung mit Förderstrukturen, Produktionsbedingungen und strategischer Entwicklung war ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses. Ebenso wichtig war der intensive Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Aufbau von neuen Freunden und Freundinnen in der Kultur, der sich bis heute als große Bereicherung erweist.
NOVA-Gruppe, Foto: Carina Antl
Die Arbeit an NOVA verdeutlicht, welche Kompetenzen im Kulturbereich besonders gefragt sind: die Fähigkeit, emotionale Erlebnisse, gesellschaftlich relevante Themen und immersive Geschichten zu gestalten, ebenso wie solides Projektmanagement, organisatorisches Denken und strategische Planung. Entscheidend ist zudem, von Beginn an Menschen und Institutionen einzubinden, die an die Vision glauben und das Projekt mittragen.
Mein Abschlussprojekt widmete sich konsequent dem immersiven Theater NOVA und begleitete dessen Entwicklung über die gesamte Lehrgangszeit hinweg. Im April 2026 geht NOVA im Schloss Tribuswinkel in Traiskirchen (Bezirk Mödling) mit der ersten Produktion „DIE IRDISCHEN“ an den Start.
Auch der Blick in meine Zukunft ist eng mit NOVA verbunden. Für 2026 ist bereits eine weitere immersive Produktion in Planung, die erneut Themen mit persönlicher und gesellschaftlicher Relevanz aufgreift und Raum für intensive Gänsehautmomente schafft.
Wir haben unsere Lehrgangs-Absolvent:innen gefragt, was sie jetzt denn eigentlich machen?
Unsere Absolventin Sofie Wünsch gibt uns einen kleinen Einblick:
Foto: Natalie Paloma
Hi! Sofie Wünsch hier. Gemeinsam mit Sophie Führer hoste ich seit 2022 den Podcast „kunstgeschichten abc“ mit Hintergrundg’schichteln aus der Welt des Museums und der Kunst. Letztes Jahr haben wir, aufbauend darauf, unseren Kulturverein „kunstgeschichten manufaktur“ gegründet und im Oktober unsere Website gelauncht. Shit, das war aufregend!
Ich bin schon lange in der (institutionellen) Kunst- und Kulturvermittlung tätig und habe ehrlich die größte Freude daran, Räume zu öffnen. Erfolgreiche Vermittlungsarbeit bedeutet für mich genau das: einen Ort für Resonanz zu schaffen, in dem Autonomie und Selbstwirksamkeit möglich sind. Dann findet „Lernen“ nämlich in alle Richtungen statt (wichtig!). Zusätzlich wird gegen veraltete Machtstrukturen gearbeitet, die in vielen Institutionen nach wie vor gelebt werden.
Mit der kunstgeschichten manufaktur etablieren wir unsere Arbeit nun auch in der freien Szene. Wir erforschen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsvisionen. Und wollen vor allem unsere Neugierde ausleben. Wir lieben es, Fragen zu stellen. Was ist ein Museum? Was kann das – und was kann es nicht? Und: Was davon hat eigentlich mit mir, dir und uns zu tun? Ich meine: alles – und denke dabei auch ein bisschen an Joseph Beuys und seinen erweiterten Kunstbegriff.
Mit der Gründung eines Kulturvereins hat sich unsere Palette an Angeboten rasch vergrößert: Es gibt, neben dem Podcast, nun auch einen Newsletter, aber auch „analoge“ Formate: Am 16. Jänner fand zum Beispiel unsere erste Exkursion im Kunsthistorischen Museum statt, im Februar folgt ein Impulsvortrag im Rahmen des 7. Internationalen Symposium Kulturvermittlung in St. Pölten. Da sprechen wir über Selbstermächtigung junger Museumsbesucher:innen und darüber, was sich institutionelle Vermittlungsarbeit von ihnen (und der guten alten Popkultur) abschauen kann.
Kurz darauf, nämlich am 27. Februar, laden wir dich herzlich zu unserem ersten Workshop ein! Da wird sich alles um die Technik der Collage drehen. Wir widmen uns der dadaistischen Künstlerin Hannah Höch und ihren Arbeiten, um danach gemeinsam frei mit Farbe und Form zu assoziieren und selbst zur Schere zu greifen. Meld‘ dich an und werde Teil der kunstgeschichten manufaktur – wir freuen uns auf dich!
Wenn du uns ganz nah begleiten willst, dann besuch‘ uns auf Instagram, da sind wir sehr aktiv. Kunstgeschichte und Kunstvermittlung dürfen und sollen nämlich auch Spaß machen.
Und wenn wir schon bei „Spaß“ sind: Freude – und auch ein bisschen Dreistheit – helfen ungemein, wenn man unabhängige und feministische Kulturarbeit betreiben möchte. Das habe ich vor allem im Lehrgang Kulturmanagement bestätigt bekommen, insbesondere durch den Austausch mit bewundernswerten Gleichgesinnten.
Du möchtest Kultur nicht nur erleben, sondern verwirklichen? Du hast Freude daran, kreative Prozesse zu strukturieren, Projekte zu koordinieren und Kulturvorhaben Wirklichkeit werden zu lassen? Dann ist das Berufsfeld Kulturmanagement genau das Richtige für dich!
Kulturmanagement macht Kultur möglich
Kulturmanager:innen verwirklichen Ideen an der Schnittstelle zu Kunst und Kultur. Hinter jeder Ausstellung, jedem Festival, jeder Theaterproduktion und jedem Kulturprojekt stehen Menschen, die planen, organisieren, finanzieren und koordinieren. Kulturmanager:innen sorgen dafür, dass Ideen Gestalt annehmen – von der Konzeptentwicklung über die Budgetplanung bis zur Öffentlichkeitsarbeit. Sie verbinden Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft, schaffen Strukturen für kreative Prozesse und ermöglichen so, dass kulturelle Visionen realisiert werden können.
Erfolgreiches Kulturmanagement sorgt für einen reibungslosen Ablauf
… und verlangt organisatorisches Geschick, strategisches Denken und kommunikative Stärke. Erfolgreiche Kulturmanager:innen …
entwickeln Konzepte und erstellen sinnvolle Projektstrukturpläne,
kennen Fördermöglichkeiten und erstellen geeignete Finanzierungs-Mixe,
kommunizieren wirkungsvoll mit Partner:innen, Sponsor:innen und der Öffentlichkeit
und behalten den Überblick zwischen kreativen Ideen und wirtschaftlicher Realität.
Kultureinrichtungen und freie Initiativen suchen Kulturmanager:innen, die mit Know-how, Kreativität und Leidenschaft Kulturprojekte auf den Weg bringen.
Einstieg in ein vielseitiges Berufsfeld
Wenn du Kulturprojekte verwirklichen möchtest, bietet dir der Bereich Kulturmanagement vielfältige Möglichkeiten!
Im Lehrgang Kulturmanagement erwirbst du praxisnahes Wissen für deinen Berufseinstieg: Du lernst von erfahrenen Expert:innen, entwickelst dein eigenes Projekt, erhältst wertvolles Feedback und profitierst vom Austausch mit Kolleg:innen. Durch deine Auswahl aus unserem breitgefächerten Seminarangebot zu den Themen Projektmanagement, Finanzierung, Kommunikation und Teamwork setzt du deinen Schwerpunkt selbst – im Mittelpunkt steht immer deine eigene Projektidee.
Kategorie: Franz Stefan Kohl – neue Kunstwerke im Institut für Kulturkonzepte
Franz Stefan Kohl – neue Kunstwerke im Institut für Kulturkonzepte
Unser Büro ist jetzt noch schöner – und das verdanken wir den eindrucksvollen Arbeiten des Künstlers Franz Stefan Kohl! Wir freuen uns riesig, dass wir die Werke in unseren Räumen im Institut für Kulturkonzepte präsentieren dürfen!
Franz Stefan Kohl
Schnelle Linien und Farbflächen
Der österreichische Künstler Franz Stefan Kohl lebt und arbeitet in Wien und im Burgenland und schafft mit Zufall und Ordnung beeindruckende Werke.
Schon als Kind darf er sich in der Werkstatt seines Onkels handwerklich ausprobieren. Als Erwachsener gilt seine Leidenschaft zunächst der Musik, bevor er sich ab 2001 seinen künstlerischen Arbeiten widmet, für die das Handwerk eine wichtige Rolle spielt: Franz Stefan Kohl verwendet als Untergrund für seine Malerei auf Holz geleimte Leinen- und Baumwollstoffe, seine Werke rahmt er in dafür selbst gefertigten Holz- oder Metallrahmen.
Die intensive Beschäftigung mit Musik beeinflusst seine Kompositionen: Durch Zufall und Ordnung entstehen geometrische Formen, eine ausgewogene Balance zwischen Struktur und Bewegung.
Franz Stefan Kohl – Centering The Shapes #4
Fragile Formen und zufällige Muster
Die bei uns ausgestellten Arbeiten stammen aus verschiedenen Serien, die auf unterschiedlichen Konzepten basieren:
Logo Series #5 Groep De Bondt – Construction Company 1968. Rob Buytaert. BE Acryl auf Leinwand; Konzeptrahmen, 2022
„Grafische Zeichen und geometrische Formen die Inhalte oder Botschaften transportieren, stehen im Fokus dieser Serie. Es sind Werbelogos aus den Jahren 1967 bis 1971 die in den originalen Proportionen ausgeführt werden und durch meine Interpretation in einen künstlerischen Kontext gelangen. Mein Ziel ist es, diese Logos – abseits ihrer ursprünglichen Werbebotschaft, wieder als neutrale, geometrische Formen in Erscheinung treten zu lassen.“
„Bei diesem Zyklus kam eine mittels Zufallsoperationen erzielte Arbeitsanweisung zur Anwendung. Betroffen von dieser Anweisung sind jene Bildelemente, die vordergründig als farbige Musterstrukturen erscheinen. Der durchgängig im Bildhintergrund verlaufende Raster dient der optischen Verankerung und die kleinen Quadrate an den Schnittpunkten der Linien erzeugen leichte Augenirritationen und verbildlichen den ebenso intendierten, seriellen Bildaufbau – Zufall und Planung im Zusammenspiel.“
Fast Lines And Color Fields #3 – Hommage an Brice Marden Acryl auf Leinwand, 2-teilig, Konzeptrahmen, 2025
Fast Lines And Color Fields #2 Acryl auf Leinwand, 4-teilig, 2025
Franz Stefan Kohl – Fast Lines And Color Fields #2
„Diese neu entstandene Werkserie umfasst drei unterschiedliche Bild-Konfigurationen: Fast Lines and Color Fields – Fast Lines and Material Fields – Fast Lines and Open Fields. Mit Fast Lines bezeichne ich die mit einem Farbroller aufgebrachten Linien. Im Unterschied zu meiner üblichen Pinselmaltechnik geschieht dies schnell und mit bewusst herbeigeführten „Ungenauigkeiten“. Bei den Color Fields treten diese Linien in einen Dialog mit Farbfeldern, bei den Material Fields stehen unterschiedliche Materialoberflächen den Linien zur Seite und bei den Open Fields tritt ein „offenes“ Bildträgerformat als korrespondierende Fläche auf.“
„Im Zentrum dieser Werkserie stehen figurative Formen die durch Lineaturen, Farbflächen und Schraffuren in Szene gesetzt werden. Die rohe Leinwand bildet sowohl den umgebenden Bildraum als auch die Zwischenräume innerhalb der Figuration ab. So wirken diese fragil, durchlässig und schwebend.“
Franz Stefan Kohl – Centering The Shapes #4
Es ist eine große Freude, zwischen diesen Werken zu arbeiten. Wir möchten uns ganz herzlich bei Franz Stefan Kohl dafür bedanken, dass wir seine tollen Arbeiten in unseren Räumen zeigen dürfen!
Du möchtest Kultur nicht nur erleben, sondern mitgestalten? Du kommunizierst gern mit Menschen, fühlst dich in und mit Gruppen wohl und es fällt dir leicht, anderen Inhalte und Themen nahe zu bringen? Genau das bietet dir das Berufsfeld Kulturvermittlung!
Kulturvermittlung macht Kultur lebendig
Ob Workshops für Jugendliche, Führungen im Museum, digitale Ausstellungen oder Podcast-Formate – Kulturvermittler:innen schaffen neue Zugänge, machen Inhalte lebendig und ermöglichen Begegnungen. Sie gestalten vielfältige Formate für unterschiedliche Zielgruppen und bauen so eine Brücke zwischen Kulturinstitutionen und Besucher:innen.
Gute Kulturvermittlung ist kein Zufall
… sie braucht Know-how, Methoden und Kreativität. Erfolgreiche Kulturvermittler:innen
… kommunizieren wirkungsvoll mit unterschiedlichen Zielgruppen,
verfügen über ein abwechslungsreiches Repertoire an Vermittlungsformaten und -methoden
und planen und realisieren ihre Vermittlungsprojekte professionell.
Kulturbetriebe suchen Kulturvermittler:innen, die spannende Inhalte zugänglich aufbereiten können und Menschen mit interessanten Formaten erreichen.
Einstieg in ein spannendes Berufsfeld
Wenn du deine Begeisterung für Kultur mit anderen teilen möchtest, ist Kulturvermittlung genau das richtige Berufsfeld für dich!
Im Lehrgang Kulturvermittlung erlangst du die notwendigen Werkzeuge: Du erhältst spannende Inputs von Expert:innen aus der Praxis, entwickelst ein eigenes Vermittlungsprojekt, bekommst wertvolles Feedback und tauscht dich mit Gleichgesinnten aus. In den Seminaren lernst du verschiedene Methoden, Ansätze und Vermittlungsformate kennen und erhältst Einblicke in die Berufspraxis.
Hallo, liebe Kulturkonzepte-Bubble! Mein Name ist Markus Zauner. Ich bin Absolvent des Lehrgangs „Kulturmanagement“ und Initiator des m:pathyFilmfestivals – ein Kulturformat, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Filmen mit Bezügen zum Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen eine öffentlichkeitswirksame Bühne zu geben und Menschen durch das Medium „Film“ näher zusammenzubringen.
Das m:pathy-Format wurde während des Lehrgangs konzipiert und konnte im Februar 2025 mit einem ersten Screening und Podiumsgespräch im Wiener Admiral Kino seine Premiere feiern. Seither haben wir bereits drei Screenings im Rahmen einer ersten Filmreihe umgesetzt. Ob wir die Eventserie künftig in ein klassisches, mehrtägiges Festival weiterentwickeln, steht aktuell noch in den Sternen. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich dank der inhaltlichen und persönlichen Unterstützung am Institut den Mut gefunden habe, den Sprung ins kalte Wasser der selbstorganisierten Kulturarbeit wirklich zu wagen!
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr uns bei einer der nächsten Vorführungen besucht und euch selbst ein Bild vom m:pathy Filmfestival macht. Die nächsten Screenings finden am 14.10. („Playground“, BE 2021) und am 11.12. („Zu ebener Erde“, AT 2018) im Admiral Kino statt. Die neuesten Informationen findet ihr immer auf unseren Social Media-Accounts (Instagram oder Facebook) und unter www.mpathy.at.
Wo arbeitest du aktuell und was gefällt dir an deinem Job besonders gut?
Ich bin nach wie vor selbständig tätig, einerseits als Journalistin, andererseits als Autorin, Dramaturgin, Regisseurin und auch Darstellerin bei Theaterprojekten. Pro Jahr setze ich ein bis zwei Projekte mit meiner Theatergruppe KONTER um. Die Gründung des dahinterstehenden Vereins gemeinsam mit meinem Mann Franz Schiefer sowie die Planung des ersten Projekts waren mein Schwerpunktthema, als ich den Lehrgang Kulturmanagement absolviert habe.
An welchem Projekt arbeitest du gerade und warum begeistert es dich?
„Frühlingsgefühle im Herbst“: Ein Theaterabend, den ich selbst zusammenstelle bzw. selbst schreibe. Dafür verknüpfe ich bestehende Stücke von Karl Valentin und Liesl Karlstadt mit Szenen aus ihrem Leben und mit selbst geschriebenen Sequenzen. Dabei begeistert mich die Möglichkeit, ersten Themen wie z.B. das Älterwerden so zu „verpacken“, dass man darüber schmunzeln kann – auch über Aspekte, über die man im Alltag vermutlich eher seufzen würde… Die Aufführungen sind am 6. sowie 13.-16. November 2025 im HOB i RAUM in Bad Vöslau sowie in der Kulturszene Kottingbrunn. Mehr Infos auf www.konter.at
Was hast du aus dem Lehrgang Kulturmanagement mitgenommen, das dir heute besonders hilft?
Den künstlerischen Prozess erlebe ich immer als sehr emotional – man brennt für eine Idee, ein Thema etc. Das halte ich auch für wichtig, dass hier diese Emotionalität Platz hat. Aber der nächste Schritt ist für mich dann ein sachliches Analysieren des Projekts: Wie kann ich es finanzieren und bewerben? Und wie kann mir meine emotionale Begeisterung bei der Umsetzung von Finanzierung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit helfen?
Was war dein persönlicher Aha-Moment in der Kulturarbeit?
Im Team geht es leichter! D.h. jedes Projekt wird dann ein Stück weit konkreter und geht mir auch leichter von der Hand, wenn ich entschieden habe, mit wem ich es machen möchte. Und ich kann darauf vertrauen, dass ich diese Menschen finden werde.
Welchen Tipp würdest du neuen Lehrgangsteilnehmer:innen mit auf den Weg geben?
Wenn man eigene künstlerische Projekte umsetzen will, findet man sich oft in einer Doppelfunktion als kreativer Kopf und sachliche:r Projektleiter:in wieder. Überleg dir, ob du diese Doppelfunktion willst oder ob du dir für eine der beiden Positionen Unterstützung holen möchtest. Wenn du beides übernimmst: Wie kann dir das gelingen, ohne das es dir zu viel wird? Wer kann dich in welchen Aspekten unterstützen? Du musst nicht alles alleine machen!
Mwita hat die Co-Regie geführt und ist auch der Protagonist der Dokumentation, die seit Mai 2025 österreichweit im Kino läuft.
AUSTROSCHWARZ begleitet den Musiker Mwita Mataro auf einer filmischen Reise durch seine Heimat Österreich. In einer einzigartigen Verbindung aus Essay und spielerischer Animation erzählt er vom Schwarz-Sein in Österreich, von Identität, Zusammenhalt und Kunst als Aktivismus.
Mwita Mataro ist außerdem Sänger der Indie-Rockband „At Pavillon“ und macht mit seinem Soloprojekt Austro-Pop, mit dem er das Miteinander in Österreich stärken möchte. Seine aktuelle Single heißt „Austrodrama„.
Mwita hat 2017 den Lehrgang Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte abgeschlossen. Bis heute ist er begeistert von dem interessanten Austausch mit anderen Teilnehmer:innen und „Gate-Keeper:innen“ und den wertvollen Kontakten, die er im Lehrgang knüpfen konnte. Für aktuelle und zukünftige Teilnehmer:innen und Kulturschaffende hat Mwita einen wichtigen Tipp: „Schauts auf euch und eure Ressourcen! Macht nicht alles gleichzeitig, sondern konzentriert euch vielleicht lieber auf ein Projekt. Und überlegt euch: Was sind eure Stärken und Schwächen – und wer kann im Projekt die eigenen Schwächen kompensieren?“
Wir freuen uns, dass wir Mwita bei seinen spannenden Projekten begleiten durften und sind gespannt auf seine nächsten Ideen!
Kategorie: Der Literatur Raum geben – Absolvent Elmar Lenhart
Der Literatur Raum geben – Absolvent Elmar Lenhart
Mein Name ist Elmar Lenhart und ich arbeite seit 2011 am Robert-Musil-Institut der Universität Klagenfurt. Dort kümmere ich mich um das Kärntner Literaturarchiv. Das ist ein Arbeitsbereich, der zu gleichen Teilen literaturwissenschaftliche, archivarische und museale Skills fordert.
Ich bin schon als Student in Graz am Franz-Nabl-Institut mit derlei Dingen in Berührung gekommen. Dazwischen war ich acht Jahre lang in Japan, auch an Universitäten. Diese Zeit war vermutlich prägender als alles davor und danach. Jetzt bin ich wieder dort, wo ich war, aber in meiner Studienzeit steckten viele Literaturarchive noch in den Kinderschuhen und man beschäftigte sich vorwiegend mit der Frage, wie man die Papierhaufen clever ordnen könnte. Heute, wo man das weiß und mittels Online-Katalogen Wissenschaftler:innen mit Daten und Fakten bedienen kann, sind die Fragen andere: Das Archiv als öffentliche, geförderte Gedächtnisinstitution hat die Verpflichtung aktiv am öffentlichen Diskurs teilzunehmen. Es sind nun also auch Fertigkeiten in Vermittlung und Management gefragt. Das sind manchmal blinde Flecken an Universitätsinstituten.
Eine Freundin in Wien, selbst Kulturmanagerin, hat mir das Institut für Kulturkonzepte empfohlen, als ich sie um Weiterbildungs-Tipps fragte. Zuerst habe ich 2019 den Lehrgang Kulturvermittlung besucht, letztes Jahr folgte dann der Lehrgang Kulturmanagement. Der Gedanke, dass Kuratierung und Vermittlung schon in der Konzeption einer Ausstellung eine Symbiose eingehen sollten, liegt beiden Abschlussprojekten zugrunde. Aktuell geht es um „Streichungen“. Als Titel klingt das erstmal nach etwas Negativem. Analysen von literarischen Manuskripten zeigen aber, dass es sich im Gegenteil dabei um etwas sehr Produktives handelt, so etwas wie eine Erweiterung und „Weich-Machung“: „Was steht da … und was steht da noch?“ Vor allem eröffnen Manuskriptblätter mit einer großen Anzahl an Streichungen einen neuen Blick auf Literatur, sie zeigen den/die Autor:in bei der Arbeit. Sie zeigen kein Defizit, sondern werten die Arbeit des Schreibens auf, sie vermitteln Schreibenden wie Schüler:innen damit Wege zum Text, der von Veränderung und Reflexion geprägt ist.
Foto: Manuskript Werner Koflers aus dem Kärntner Literaturarchiv, (Sig 11/W8/3)
Diese Ausstellung wird im Februar 2026 an der Universität Klagenfurt stattfinden. Die Vorbereitungen sind im Gange und dank der gelernten Methoden erwarte ich eine strukturierte und smooth organisierte Arbeit. Das ist es auch, was ich neben den zahlreichen Anregungen der Vortragenden und Kolleg:innen am Institut für Kulturkonzepte mitgenommen habe: Wissen, was man wann tut, warum man es tut und es dann auch tatsächlich tun, damit lässt sich nicht nur jedes Projekt umsetzen, es macht auch Freude!
Dem Institut für Kulturkonzepte rate ich, so weiterzumachen wie bisher, denn Kulturarbeit braucht Fertigkeiten und wird in Zeiten, wie wir sie erwarten müssen, immer wichtiger werden!