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Kategorie: Content Marketing: Von Strategien und Geschäftsmodellen

Content Marketing: Von Strategien und Geschäftsmodellen

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Foto: Mike Tinnion (unsplash)

Autor: Christian Henner-Fehr (Kulturberater und Betreiber des Kulturmanagement Blog)

Wenn Sie ein Puccini-Fan sind, könnten Sie in diesen Tagen in die norwegische Hauptstadt Oslo reisen und sich dort dessen Oper Tosca in einer Inszenierung des spanischen Regisseurs Calixto Bieito anschauen. Vermutlich ist Ihnen der Weg dorthin zu weit. Früher war das Thema damit erledigt. Heute haben Sie die Chance, diese Produktion am eigenen (Computer)-Bildschirm zu sehen. Auf „The Opera Platform“ haben sich 15 namhafte europäische Opernhäuser zusammengetan und bieten dort mit Unterstützung der Europäischen Union und in Kooperation mit dem Fernsehsender ARTE Livestreams und Aufzeichnungen ausgewählter Opernproduktionen an.

Möglich macht das die Digitalisierung, die uns alle, die wir im Kunst- und Kulturbereich beschäftigt sind, mehr oder weniger betrifft, uns aber auch neue Chancen eröffnet. Digitale Prozesse beeinflussen unsere Arbeit immer stärker und führen dazu, dass sich Strukturen, Prozesse und in weiter Folge auch die Strategien verändern. Mit den Auswirkungen auf das Marketing von Kultureinrichtungen, aber auch von Künstlerinnen und Künstlern werden sich meine Blogbeiträge beschäftigen, die ab sofort monatlich hier im Blog des Instituts für Kulturkonzepte erscheinen.

Marketing: Vom Kostenfaktor zum Profitcenter

Das Beispiel der Opernplattform habe ich bewusst gewählt, denn sie ist mir bei der Lektüre des vor wenigen Wochen erschienenen Buches „Killing Marketing“ von Joe Pulizzi und Robert Rose eingefallen. Die Autoren skizzieren darin die Entwicklung des Content Marketing und fordern, Marketing nicht mehr als Kostenfaktor zu sehen, sondern als eigenständiges Geschäftsmodell, das zu Einnahmen führt.

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Interessant ist die Entwicklung und damit die Bedeutung von Content, die sie hier beschreiben. Kam er früher vor allem dann zum Einsatz, wenn es galt Kunden zu binden, etwa mit Kundenmagazinen, und sie für ihre Loyalität zu belohnen, wurde Content mehr und mehr als Marketinginstrument eingesetzt. Aber die Zeiten, wo man schnell mal Inhalte produziert und damit die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sind auch schon wieder vorbei. Für die beiden Autoren folgt darauf der entscheidende Sprung, nämlich die Inhalte nicht nur für die Bewerbung der Kernprodukte zu verwenden, sondern daraus ein eigenständiges und gewinnbringendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Als Beispiel führen Pulizzi/Rose unter anderem den dänischen Spielwarenhersteller Lego an, der mit seinen Filmen mittlerweile richtig viel Geld verdient und große Pläne für die Zukunft wälzt. Aber natürlich kommen die Lego-Movies auch dem Kerngeschäft zugute.

„The delivery of amazingly helpful content keeps customers longer, keeps them buying more, and even helps new customers close faster. The engagement in the content reveals deep insight about customer behavior and leads to the development of new products and services. All that, and the marketing pays for itself and even generates a profit for the business,“ (S.10; Pulizzi/Rose: Killing Marketing)

heißt es in dem Buch. Um dieses Modell umsetzen zu können, braucht es gute Inhalte. Niemand hat mehr von diesen guten Inhalten zur Verfügung als der Kunst- und Kulturbereich. Was ihm in der Vergangenheit gefehlt hat, waren Ideen und Konzepte, um damit auch Geld zu verdienen (ok, oft ist das auch gar nicht gewollt). Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum mir die Opernplattform bei diesem Thema eingefallen ist. Hochwertiger Content, attraktiv aufbereitet, das ist eine gute Ausgangsbasis, um sich Gedanken darüber zu machen, ob und wenn ja, in welcher Form sich die Inhalte dieser Plattform monetarisieren lassen.

Ein anderes Beispiel fällt mir auch noch ein: Ausstellungskataloge. Ich habe mir früher jede Menge Ausstellungskataloge gekauft, auch die von Ausstellungen, die ich gar nicht besucht habe. Aber die Inhalte waren einfach hochwertig.

Für jedes Ziel den richtigen Content-Typ

Aber bevor Sie jetzt damit beginnen, sich Gedanken darüber zu machen, wie Sie Ihren Content gewinnbringend nutzen können, fangen wir doch erst einmal eine Stufe darunter an und beschäftigen uns mit dem Thema Content Marketing. Dieser Ansatz verdankt seinen Aufschwung unter anderem unserem Misstrauen gegenüber Werbung. Gute Inhalte statt marktschreierischen Versprechen könnte man sagen. Wer sich damit nicht zufrieden gibt, diese Definition im Blog von Take Off PR gefällt mir ganz gut:

„Content Marketing ist ein Sammelbegriff für Marketingformate, welche Inhalte erzeugen und diese verbreiten um Personen anzusprechen, Vertrauen aufzubauen und die Meinung und das Verhalten dieser Personen zu beeinflussen. Guter Content löst die Probleme von Nutzern und unterstützt die Businessziele. Er ist gut geschrieben und organisiert und die Leute wollen mehr davon. Nicht das Unternehmen und sein Portfolio stehen im Mittelpunkt, sondern gute Storys die dem Leser nützen und ihn unterhalten.“

Und wie fängt man da nun am besten an? Viele beginnen damit Inhalte zu produzieren, ohne einen Plan zu haben. Ein möglicher Einstieg kann mit Hilfe des Hero-Hub-Hygiene-Modells. Hinter jedem der drei Begriffe verbergen sich bestimmte Content-Ansätze.

  • Hygiene-Content: Darunter verstehen wir Inhalte, die eine große Relevanz besitzen (weil sie z.B. wichtige Fragen beantworten) und das über einen längeren Zeitraum hinweg. Vielleicht kennen Sie auch den Begriff Evergreen-Content
  • Hub-Content: Dabei handelt es sich um Content, der in die Tiefe geht und sich mit speziellen Themen beschäftigt. Viele setzen dabei auf Artikel- oder Videoserien, damit die UserInnen auch immer wieder auf die Seite, das Blog oder den Videokanal zurückkehren.
  • Hero-Content: Der Name lässt schon vermuten, dass es sich hierbei um qualitativ hochwertige Inhalte handelt, deren Produktion nicht nur zeitaufwendig, sondern auch meist sehr teuer ist. Idealerweise bekommt dieser Content große Aufmerksamkeit und verbreitet sich viral über die sozialen Netzwerke.

Auf dem Comwrap-Blog finden Sie einen Artikel, der versucht, diese drei Content-Typen mit der Buyer (oder auch Customer) Journey zu verbinden. Der Ansatz ist grundsätzlich nicht falsch, aber er unterschlägt die möglichen Ziele des Content Marketing. Deshalb gefällt mir das von Mark Schaefer entwickelte Modell, das er in seinem Blogbeitrag „An indispensable guide to 12 possible content marketing strategies“ vorstellt, sehr viel besser. Darin matcht er vier verschiedene Ziele des Content Marketing (Suchmaschinenoptimierung, Customer Service, Thought Leadership, Awareness) mit den drei Content-Typen und zeigt in einer Grafik, welche Art von Content für welche Ziele gut oder schlecht geeignet ist.

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Quelle: Schaefer Marketing Solutions (bit.ly/2z0iw1f)

Ausgehend von Ihren Zielen produzieren Sie nun die dafür jeweils geeigneten Content-Typen. Damit aber nicht genug. Nun sollten Sie sich noch die Customer Journey Ihrer Persona anschauen und sich überlegen, welcher Content-Typ für welche Phase passt. Dieses Thema werde ich dann im nächsten Beitrag noch einmal aufgreifen.

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Foto: Karola Riegler

Christian Henner-Fehr lebt und arbeitet als Kulturberater in Wien, organisiert das stARTcamp in Wien und betreibt das Kulturmanagement Blog. Er beschäftigt sich mit den Themen Projektmanagement, Kulturfinanzierung und der digitalen Transformation von Kultureinrichtungen. Am Institut für Kulturkonzepte ist er seit vielen Jahren Dozent für die Seminare Projektplanung, Marketing im Social Web und Content Marketing.

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Foto: Karola Riegler
Kategorie: Die digitale Welt – mein Zuhause. Absolventin Nicole Eichinger

Die digitale Welt – mein Zuhause. Absolventin Nicole Eichinger

 

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Foto: Mario Kiesenhofer

Meine Reise in die digitale Welt begann mit dem Studium Informations- und Wissensmanagement an der Fachhochschule Eisenstadt. Meine Ausbildung war breit gefächert – von Management-Theorien über Strategien zur Informationsverarbeitung und -vermittlung bis hin zu Datenbanken, Programmiersprachen und eCommerce.

Noch während meines Studiums absolvierte ich ein Praktikum im Online Gaming Business, das direkt in eine fixe Anstellung überging. Zu Beginn war ich als Content Managerin für die Konzeption und Inhalte diverser Gaming-Plattformen sowie Newsletter zuständig. Ich spezialisierte mich mehr und mehr auf Customer Relationship Management und entwickelte Newsletter-Kampagnen für internationale Gaming-Plattformen. Wenig später tauchte ich in einen neuen Verantwortungsbereich – operatives Compliance Management – ein.

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© Albertina, Wien (Foto: Rupert Steiner)

Nach zehn Jahren war es Zeit für eine Veränderung. Mein Plan war es, mein Interesse für die bildende Kunst mit meinem Beruf und meinen digitalen Fähigkeiten zu kombinieren. Mithilfe des Zertifikatslehrgangs Kulturmanagement konnte ich mein Wissen in den Bereichen Marketing und Projektmanagement mit Fokus auf den Kulturbetrieb vertiefen sowie meine Soft Skills erweitern.

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© Albertina, Wien (Foto: Harald Eisenberger)

Seit Jänner 2016 bin ich im Kulturbereich agekommen: Als Teil des Marketing-Teams der Albertina bin ich für Digital Media Management zuständig. Mein Aufgabengebiet umfasst das Projekt- und Content Management der Website sowie die Planung und Durchführung von Newsletter-Kampagnen. In meinem Job ist Organisationstalent und genaues Arbeiten gefragt. Die Inhalte der Website müssen laufend am aktuellen Stand sein und ein stetiger Austausch mit allen Abteilungen des Hauses ist unerlässlich. Mithilfe eines Content Management Systems füge ich Texte und Bilder zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Dies ist gleichzeitig auch die Aufgabe, die mir am meisten Spaß macht. Ich überlege mir Inhalte, deren Positionierung auf der Website bzw. im Newsletter und wähle Fotos aus, die den Text gut ergänzen.

Zudem arbeite ich sehr eng mit unserem Social Media Team zusammen, um den Online-BesucherInnen ein interessantes, inspirierendes und zum Besuch der Albertina animierendes digitales Angebot zu bieten. Aktuell leite ich ein Projekt für den Relaunch der Website, der das digitale Erlebnis auf ein spannendes, neues Level führen wird.

© Ivana Novoselac
Foto: Ivana Novoselac
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Foto: Mario Kiesenhofer
Kategorie: Drei Jahre Vorbereitung. Ein Besuch in der aktuellen Ausstellung der Schallaburg

Drei Jahre Vorbereitung. Ein Besuch in der aktuellen Ausstellung der Schallaburg

Ausstellung Islam
Foto: Martina Siebenhandl

Ein Beitrag von Ulli Koch

Islam. Ein relativ diffuser Begriff, den wir alle gut zu kennen meinen, der aber in seiner Vielschichtigkeit nur wenigen bekannt ist. Der Begriff Islam ist, wie der Begriff Christentum, ein Sammelbegriff für verschiedene Religionsgruppierungen, die an einen gemeinsamen Gott glauben. Die genauen Hintergründe darzustellen und ein differenziertes Bild des Islam zu zeichnen, hat sich die Schallaburg in ihrer diesjährigen Ausstellung zum Ziel gesetzt. Katharina Fischer und Ulli Koch haben die Ausstellung besucht.

„Die Vorbereitungen beginnen bereits drei Jahre vor der Ausstellung,“ erklärt Klaus Kerstinger, Pressesprecher der Schallaburg, und ergänzt, dass „die BesucherInnen für das nächste Thema abstimmen können.“ Und tatsächlich: Im Anschluss an die BesucherInnenbefragung können wir aus einer Liste jenes Thema auswählen, das wir gerne in der nächsten Ausstellung sehen würden. So war es auch bei der Ausstellung zum Islam und zeigt noch einmal deutlich, dass dieses Thema in der westlichen Gesellschaft gerade äußerst präsent und daher auch eine Auseinandersetzung damit dringend notwendig ist.

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Schubladendenken © tuffix

So komplex die Aufgabe, so gut wurde sie auch von den KuratorInnen und KultuvermittlerInnen umgesetzt. Thematisch ist die Ausstellung in sieben Bereiche unterteilt: besprochen, bewohnt, beseelt, begrenzt, bekleidet, bedroht, berufen, beliebt. Dies ist nicht nur eine nette Alliteration, sondern auch eine geschickte Vorgehensweise, um einen roten Faden durch die Ausstellung zu spinnen und möglichst alle Bereiche des komplexen Themas Islams zu beleuchten. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt jedem der einzelnen Bereiche ausreichend Raum zu geben, um ein so differenziertes Bild wie möglich zu zeichnen.

Unterstützt und befördert wird dies durch Ausstellungsführungen. Pressesprecher Klaus Kerstinger erläutert während der Fahrt von Melk zur Schallaburg, dass an der Konzeption der Ausstellung Menschen aus der islamischen Community beteiligt waren sowie Fachvorträge und Workshops abgehalten wurden. Die intensive Vorbereitungsphase der KulturvermittlerInnen begann ein halbes Jahr vor Ausstellungsbeginn. Der dadurch erlangte ExpertInnenstatus ermöglicht den KulturvermittlerInnen flexibel auf verschiedene Zielgruppen, Altersklassen und Gruppenzusammenstellungen zu agieren. In unserer Gruppe sind zwei verschiedene Generationen aufeinandergetroffen, die beide unterschiedliche Bilder des Islam sowie damit verbundener Vorurteile und Stereotypen mitbrachten. Andrea Hiller, die uns durch die Ausstellung begleitete, hat auf jede Frage oder Unsicherheit sehr kompetent und flexibel reagieren können. Obwohl die Zeit äußerst eng getaktet war, regte sie zu Diskussionen an und griff einzelne Stereotype heraus, um sie differenziert zu betrachten. Da solch intensive Auseinandersetzungen mit einem Thema prinzipiell sehr zu begrüßen sind, wäre es schön, für zukünftige Führungen mehr Zeit anzuberaumen und so auch die Wissensweitergabe und mehrdimensionale Denk- und Herangehensweise für die BesucherInnen noch weiter zu erhöhen.

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Bücherregen, Foto: Ulli Koch

Die Ausstellung selbst ist detailgenau, jedoch auch sehr niederschwellig konzipiert. Neben historischen Hintergrundinformationen und grundlegenden Fakten zu Religion und Religionsausübung, stehen Lebensrealitäten im Zentrum. Durch diese Personalisierung wird der abstrakte Begriff Islam noch greifbarer und kann das gesellschaftspolitische Ziel der Ausstellung greifbarer machen. Denn um was es doch eigentlich geht sind Menschen, die eine Religion ausüben, die von einem gewissen Personenkreis missbräuchlich verwendet wird, um eigene Machtinteressen zu festigen. Besonders wird dies anhand jenes Raumes deutlich, bei dem die BesucherInnen Wohnungstüren öffnen können, hinter denen Menschen und ihre persönlichen Lebensgeschichten gezeigt werden. Dieser Raum setzt an Vorurteilen an, die meist auf äußerliche Wahrnehmungen zurückgehen, und beispielsweise Menschen, die einen Hijab tragen, in eine Schublade zu packen versuchen. Auch die negative Verwendung oder besser gesagt Aneignung des Wortes Islam wird aufgegriffen sowie in Ansätzen dessen Auswirkung auf die Bevölkerung einzelner Länder. So werden Feld- und Notbetten ausgestellt, die in einem Flüchtlingslager verwendet wurden, sowie erfolgt durch eine Zusammenstellung ausgewählter Medien, wie Spiegel oder Profil, eine Reflexion des sogenannten Feindbildes Islam, das durch überwiegend negativ konnotierte Berichterstattungen in westlichen Medien hervorgerufen wird.

Die Einbeziehung der muslimischen Community wird besonders auf der Textebene sichtbar. Zum Beispiel an den Kommentaren, die von ExpertInnen der islamischen Community zu den einzelnen Texten abgegeben wurden. Diese verdeutlichen die Vielschichtigkeit eines Themas sowie die verschiedenen Perspektiven, die Menschen einnehmen können, um sich einem Themenkomplex anzunähern. Die erklärenden Texttafeln erhalten neben deutsch- und englischsprachigen Texten auch Übersetzungen in das Türkische und Arabische – wobei es wünschenswert wäre nicht nur bei dieser Ausstellung dieser Übersetzungspolitik zu folgen, sondern auch bei den Nachfolgenden, um der sprachlichen Realität und Dynamik im westlichen Kulturkreis nahe zu kommen. Fraglich ist nur, warum die oben beschriebenen Kommentare gar nicht übersetzt wurden.

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Dudu Kücükgöl, Foto: Ulli Koch

Durch den reflektierten Umgang mit dem Thema, die Einbeziehung der muslimischen Community und die kompetente Kulturvermittlung wird die Schallaburg ihrem Ziel, ein möglichst differenziertes Bild des Islam zu zeichnen, sehr gerecht. Der niederschwellige Zugang ermöglicht diversen BesucherInnengruppen in das Thema einzusteigen oder bereits bestehendes Wissen zu erweitern. Erfrischend sind die immer wieder vorkommenden Comics der deutsch-tunesischen Comiczeichnerin Soufeina Hamed, aka tuffix. Es ist jedoch ein recht glatter Zugang, den das Schallaburg-Team gewählt hat, der die Widersprüchlichkeiten, besonders bezogen auf die missbräuchliche Aneignung des Islam für terroristisch-machtpolitische Anliegen, nur mit Samthandschuhen angreift. In Summe handelt es sich aber um eine sehr gelungene Ausstellung mit spannenden Herangehensweisen in der Kulturvermittlung.

Die Ausstellung ist noch bis 5. November 2017 in der Schallaburg zu sehen.

Der Besuch auf der Schallaburg konnte mit freundlicher Unterstützung dieser, insbesondere durch Klaus Kerstinger, erfolgen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt des Textes.

Link zum Video „Stimmen zur Ausstellung ISLAM“ auf der Schallaburg

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Foto: Martina Siebenhandl
Kategorie: DIE GRENZGÄNGERIN: Absolventin Agnes Parfy

DIE GRENZGÄNGERIN: Absolventin Agnes Parfy

Oder: die Quereinsteigerin – zumindest, was den Kulturbereich betrifft.

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Agnes Parfy

„DIE GRENZGÄNGERIN“ ist auch der Name meines Kulturvereines, den ich vor 3 Jahren gegründet habe, unmittelbar nach Abschluss des Zertifikatskurses „Kulturmanagement“ am Institut für Kulturkonzepte.

Derzeit übe ich meinen „Grenzgang“ zwischen drei Bereichen. Um es verständlicher zu machen, muss ich kurz ausholen und meinen Werdegang näher beschreiben.

In meiner ursprünglichen Ausbildung habe ich im HTL-Kolleg das Tischlerhandwerk gelernt und das 1 x 1 des Innenausbaus. Es folgten Praxisjahre in zwei renommierten Innenarchitekturbüros in Wien. Damals interessierte mich zusätzlich das Thema Werbung und ich absolvierte im Abendstudium den Hochschullehrgang an der WU Wien „Werbung und Verkauf“. Das führte mich zu meiner weiteren Tätigkeit in der Büromöbelbranche. Dort sammelte ich in 20 Jahren viel Erfahrung: ich leitete Projekte, Schauräume und den Gebietsverkauf, beriet ArchitektInnen und arbeitete im klassischen Vertrieb mit.

Aufgrund der damals kritischen wirtschaftlichen Situation in der Branche habe ich mir Alternativszenarien überlegt und bin auf das Thema Kulturmanagement gestoßen. Im Rahmen einer Bildungsteilzeit habe ich mich dann intensiver diesem Bereich gewidmet.

Dem Thema „Möbel, Design und Architektur“ bin ich insofern treu geblieben, indem ich mit zwei ehemaligen Kollegen eine Möbelagentur (design4architects) betreibe.

Im Juni 2014 konnte ich den Zertifikatskurs „Kulturmanagement“ mit meinem neu entwickelten Veranstaltungsformat „ARCHITEKTUR HÖREN“ abschließen:

„ARCHITEKTUR HÖREN“ steht für ein einzigartiges Erleben von Musik und Architektur.

Ausgewählte Musikgruppen an ungewöhnlichen einzigartigen Orten.

Um diese Veranstaltungen durchzuführen habe ich mit einer befreundeten Architektin den Verein „Die Grenzgängerin“ gegründet.

Zuletzt bespielten wir die Kuffner Sternwarte bei sternenklarem Himmel.

Ein kurzer Vortrags- oder Dialogteil zum jeweiligen Ort, dann die darauf abgestimmten Musikstücke und zum Ausklang Brot und Wein; diese drei Teile strukturieren das Format.

Auf unserer Website bzw. unserer Facebook-Seite ist über alle Veranstaltungen nachzulesen.

Dieses Projekt ist sozusagen mein Herzensprojekt. Ich befolge keine strengen Abfolgen, mein Qualitätsanspruch ist hoch. Lieber eine längere Pause als eine „lauwarme“ Inszenierung. Die Recherche nach geeigneten spannenden Orten ist an sich schon ein Erlebnis, die Umsetzung dann erst recht! Einen architektonisch spannenden Ort zu finden und dann mit der Musik zu koordinieren ist auch terminlich eine besondere Herausforderung.

„start anywhere, continue anywhere.“

Immer wieder erinnere ich mich an diese Aussage von Leonie Hodkevich, die beim Seminar Kultursponsoring im Rahmen des Zertifkatslehrgangs unterrichtet hat. Damals habe ich zum ersten Mal meine Idee von „Architektur hören“ vorgestellt und hatte noch große Zweifel bezüglich Veranstaltungsgesetzen und behördlichen Barrieren. Dieses kurze Statement hat mich völlig eingenommen – im positiven Sinn – und begleitet mich seit damals. Es ist sozusagen meine Maxime geworden.

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Foto: Esterhazy, Roland Wimmer

Zu Jahresbeginn 2017 ist dann noch ein Halbtagsengagement bei den Esterhazy Kulturbetrieben in Eisenstadt dazugekommen: der Aufbau und die Betreuung eines Freundeskreises. Dort hat man mir die Geschäftsführung anvertraut.

Der Verein nennt sich „Freunde Schlossquartier Eisenstadt“ und fördert Kunst-Kultur-Kulinarik. Ein sehr breiter Mix, der viele ansprechen soll, sowohl regional rund um Eisenstadt als auch bis in den Wiener Raum. Wir konzipieren bereits das Programm für 2018 und auch hier macht mir das Gestalten und Neu-Entwickeln großen Spaß.

Durch dieses Engagement sind im Moment meine „Architektur Hören“-Aktivitäten etwas zurückgeschraubt, aber aufgeben werde ich das Herzensprojekt auf gar keinen Fall.

Alle Links auf einen Blick:

www.design4architects.com

www.architektur-hoeren.at

www.schlossquartiereisenstadt.at

Falls mich jemand direkt kontaktieren möchte:

grenzgaengerin.ap@gmail.com oder a.parfy@esterhazy.at

 

„start anywhere – continue anywhere“!

DAS wünsche ich auch Euch allen bei Euren Projekten.

Herzliche Grüße,

Agnes Parfy

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Kategorie: Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil III „NAKED LUNCH“

Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil III „NAKED LUNCH“

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Heuer haben wir bereits zum zweiten Mal ein Fotokunstprojekt in Kooperation mit der Graphischen Wien gefunden. Letztes Jahr haben wir auf unserem Seminarprogramm das Projekt „BEFORE FINE ART | VOR BILDENDE KUNST“ präsentiert. Die Interviewreihe mit den drei Fotografen zu diesem Projekt findet ihr auch hier auf unserem Blog.

Wir freuen uns jedes Jahr, so professionelle Projekte und sympathische Studierende im Rahmen des Fotowettbewerbs auf der Graphischen kennenlernen zu dürfen. Aktuell erreichen die Fotos des SiegerInnen-Teams auf 6.000 Exemplaren unseres Seminarprogramms den gesamten deutschsprachigen Raum. Zu gewinnen gab es übrigens auch Freiplätze in unseren Seminaren – in der Sommerakademie für Kulturmanagement holt sich das vierköpfige Projektteam heuer Skills und Know-how für den Jobeinstieg im Kulturbereich.

Hier stellen wir euch eine dritte Fotoserie aus dem Fotobuch „UNTERTITEL“ vor:

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

SERIE #3 „MARIO ROM & NAKED LUNCH“

Was war euch bei der fotografischen Umsetzung der Geschichten eurer ProtagonistInnen wichtig?

Generell haben wir bei der Umsetzung zwischen der Portraitfotografie und den inszenierten Filmplakaten unterschieden. Im Fall der inszenierten Fotos haben wir uns darum bemüht, uns in der Bildsprache an dem jeweiligen Film zu orientieren. Ein wichtiger Punkt war, die originalen Filmplakate nicht etwa nachzustellen, sondern ein individuelles Filmplakat zu schaffen.

Inspirationsquellen waren die Filme selbst, aber auch die Gespräche mit unseren ProtagonistInnen. An uns war es, herauszufinden, welche Filmszene jeweils für unsere ProtagonistInnen von besonderer Bedeutung ist und mit welcher Filmfigur sie sich vor allem identifizieren können.

Um aber auch einen Einblick in das „wahre“ Leben der ProtagonistInnen zu geben, war es uns wichtig, neben den inszenierten Filmplakaten auch natürliche Portraits von ihnen zu produzieren.

Dafür haben wir sie an für sie bedeutenden Orten in Wien fotografiert, mit dem Ziel, den BetrachterInnen die jeweilige Persönlichkeit etwas näher zu bringen.

 

Fragen zu Serie „Mario & Naked Lunch“

David Cronenbergs Verfilmung ist – genauso wie die gleichnamige Romanvorlage von William S. Burroughs – voller skurriler Figuren und Ereignisse. Was fasziniert euren Protagonisten Mario besonders daran?

Am besten gefallen Mario die Musik und die gesamte Stimmung des Films. Besonders beeindruckend findet er die Verschmelzung von Realität und Halluzination. An der Musik fasziniert ihn, wie die dunklen Orchesterakkorde in Kombination mit dem schrägen Saxophon diese düstere Stimmung erzeugt.

Der Film ist auch bekannt für seine stimmungserzeugende Jazzmusik. Was denkt Mario darüber, der selbst in einem Jazztrio als Trompeter spielt?

Mario hat eine Zeit lang fast ausschließlich Musik vom Saxophonisten Ornette Coleman gehört, der gemeinsam mit Howard Shore die Musik zum Film geschrieben hat. Dadurch ist er überhaupt auf den Film gestoßen. Das war zufällig zur selben Zeit, als er zusammen mit Lukas Kranzlbinder und Herbert Pirker eine eigene Band gründete. Der Film wurde für die drei Musiker zur „größten Inspirationsquelle“. Ihre eigene Musik ist voll von Einflüssen und Elementen des Films. Bestimmte Songs haben die Musiker nach Figuren aus „Naked Lunch“ benannt und sie auf ihre Art und Weise musikalisch interpretiert. Auch ihr Bandname „Mario Roms Interzone“ bezieht sich auf die „Interzone“ aus dem Film.

 

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Auf dem Plakat, das ihr reinszeniert habt, steht „Nothing is true – everything is permitted“ – Was steckt hinter dem Zitat?

Für die Band ist dieser Ausspruch eine Art Motto geworden, denn er gibt sehr gut ihr Musikverständnis wieder. Für Mario und seine Bandkollegen gibt es nicht die eine wahre Musikrichtung, sondern für sie ist sozusagen alles erlaubt. Ein Musikstück von ihnen heißt „Nothing is True“, ein anderes „Everything is Permitted“ – so haben sie auch ihre ersten beiden Alben benannt.

 

Bei dieser Fotoserie sind die Gestaltung und der Einsatz von Licht sehr auffallend. Was habt ihr euch da überlegt und wo habt ihr das Shooting gemacht?

Das Shooting fand im Porgy & Bess statt. Ein Jazzclub, in dem Mario mit seiner Band „Mario Roms Interzone“ schon einige Auftritte hatte. Die Räumlichkeiten und die vorherrschende Lichtstimmung passen in unseren Augen perfekt zum Ambiente des Cronenberg-Films.

Auch das Team vom Porgy & Bess war sehr hilfsbereit und hat uns ein paar Stunden vor einem Konzert zum Fotografieren hereingelassen.

Das ganze Interview mit Mario Rom könnt ihr euch hier anhören.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich

Das Projekt war eure Diplomarbeit auf der Graphischen, die ihr alle im Herbst abgeschlossen habt. Wie geht es nun bei euch weiter?

Lea studiert momentan an der „Friedl Kubelka Schule für künstlerische Fotografie“ und ab Herbst 2017 wird sie auf der Universität für angewandte Kunst die Klasse für angewandte Fotografie und zeitbasierende Medien besuchen.

Noch während des Diploms an der Graphischen hat Viktoria als Praktikantin bei der Werbeagentur DDB Wien gearbeitet. Zurzeit macht sie ein weiteres Praktikum bei der Wiener Grafikagentur EN GARDE. Ab Herbst könnte es Viktoria für die Meisterklasse wieder zurück an die Graphische ziehen.

Sophia studiert Kunstgeschichte an der Universität Wien und verwirklicht ihre eigenen künstlerischen Projekte.

Patrick arbeitet seit seinem Abschluss an der Graphischen im Fotografie- und Filmbereich.

 

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich
Kategorie: Be a social butterfly! Absolventin Ana Berlin

Be a social butterfly! Absolventin Ana Berlin

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Foto: Doris Erben

Als Ergebnis eines Prozesses mit vielen, wichtigen beruflichen Stationen, gründete ich vor rund sechs Jahren meine Agentur A B C. Gemeinsam mit meinem Team erledige ich seitdem die PR und Kommunikation für Architekten, Designer, Kunst- und Kulturinstitutionen.

Zwei Aspekte kommen mir dabei besonders entgegen: PR ist immer eine sensible Angelegenheit, Operieren am offenen Herzen, Chefinnensache – was an die Presse kommuniziert wird und „in der Zeitung“ steht, hat Bedeutung. Das Zweite, das mich nach wie vor begeistert, ist das Unternehmerische. Mein Team zu motivieren, unser Tun immer wieder neu auszurichten. Viele unserer Kunden begleiten wir über Jahre, neue kommen hinzu. Kommunikation ist heutzutage schnelllebig, im Wandel und für alle Vorhaben eine unumgängliche Notwendigkeit. Wir finden das wunderbar.

Ich studierte à la base Theater-, Film und Medienwissenschaften, sowie Politikwissenschaften in Wien und Paris. Kürzere berufliche Etappen wie eine Dramaturgie-Assistenz am Burgtheater, damals mit Ober-Dramaturg Hermann Beil oder im MAK Museum Angewandter Kunst mit und unter Peter Noever, waren ebenso prägend, wie frühe Förderer. Amer Abbas und sein Kunstbuero zähle ich hier ebenso dazu, wie den Galeristen Hubert Winter, der mir seine Galerieräume im ersten Bezirk für kuratorische Experimente für zwei Jahre zur Verfügung stellte.

Ein zweites Mal führte mich mein Weg nach Frankreich, als ich im Auftrag des ÖAD als Lektorin an der Universite Paris IV – Sorbonne unterrichtete. Sporadisch schrieb ich für das Online-Magazin artmagazine.cc, manchmal auch für Der Standard u.a.

Der Zertifikatskurs Kunst- und Kulturvermittlung von Andrea Zsutty am Institut für Kulturkonzepte war dann mein sanfter „Wiedereinstieg“ nach 6 Jahren Ausland. Der Kurs gab mir in vielerlei Hinsicht Ansporn und Motivation. Neben dem eigentlichen Lehrinhalt hatten dabei insbesondere die Möglichkeit zur Selbst-Reflexion, die Gruppendynamik und das „sich-Ausprobieren-können“ eine Qualität. Der Kurs gab mir Zeit, mich zu sammeln, zu überlegen, um dann „zum Sprung“ anzusetzen.

Fachgebiete zu vertiefen, Neues zu probieren, sich Weiterzubilden und neue Wege zu gehen, scheint mir die erfrischende Konstante in unser aller Tun. Die Angebote von Kulturkonzepte sind immer wieder eine sinnvolle Ergänzung und Entwicklung des eigenen Potentials. Für uns als Agentur wünsche ich mir in den nächsten Jahren noch mehr Internationalität und mutige Klientinnen!

Mehr zu unserer Arbeit erfährt man hier: anaberlin.com und for a daily dose @abc_vienna

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Foto: Doris Erben
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Foto: Doris Erben
Kategorie: Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil II „A CLOCKWORK ORANGE“

Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil II „A CLOCKWORK ORANGE“

A Clockwork Orange - UNTERTITEL
Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Im ersten Teil der Interviewreihe zu unserem aktuellen Fotokunstprojekt konntet ihr lesen, welche Intention hinter dem Fotobuch „UNTERTITEL“ steckt. Wir haben euch die Fotoserie „ERWIN UHRMANN & ROCKY“ vorgestellt und erfahren, warum sich dieser Film wie ein Leitmotiv durch das Leben des Protagonisten zieht.

In zweiten Teil stellen wir euch jemanden vor, auf den Stanley Kubricks „A Clockwork Orange“ einen starken Eindruck gemacht hat. Einleitend dazu noch zwei allgemeine Fragen über das Projekt ans Team:

Wie habt ihr die Personen für das Projekt gefunden und ausgewählt? Was waren Herausforderungen?

Wir haben Flyer verteilt, Emails verschickt und Aussendungen über soziale Netzwerke getätigt. Außerdem haben wir versucht, durch Mundpropaganda im Freundes- und Bekanntenkreis fündig zu werden. Es war uns ein Anliegen, dass unser Buch tiefgehende Geschichten von Personen beinhaltet, die unterschiedlich alt sind und verschiedenen sozialen Schichten angehören. Eine besondere Schwierigkeit lag tatsächlich darin, Frauen dafür ausfindig zu machen, die bei dem Projekt mitmachen wollen.

Für dieses Projekt habt ihr mit dem Filmmuseum Wien kooperiert – wie hat diese Zusammenarbeit ausgesehen?

Es ist generell so, dass man für ein Diplomprojekt an der Graphischen einen externen Partner hinzuziehen muss. Wir haben uns damals an das Filmmuseum Wien gewandt. Stefan Huber (Vermittlung und Forschung im Filmmuseum) war dabei unsere Kontaktperson. Mit ihm hatten wir das große Glück, dass wir sehr frei arbeiten und das Buch nach unseren Vorstellungen gestalten konnten. Er war mit großem Engagement dabei und stand uns unterstützend zur Seite.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

SERIE #2 „VICTORIA NIKOLAEVSKAJA & A CLOCKWORK ORANGE“

 Der Film „A Clockwork Orange“ ist nicht leicht zu verdauen – wann hat eure Protagonistin ihn zum ersten Mal gesehen und was waren ihre Eindrücke?

Das erste Mal hat Victoria den Film mit fünfzehn Jahren gesehen, ihn aber nicht wirklich verstanden. Deswegen hat sie ihn gleich am nächsten Tag noch einmal angeschaut, und das war für sie dann eine richtige Offenbarung – hinsichtlich dessen, wie sie Filme seitdem wahrnimmt, versteht und interpretiert.

Was denkt sie über die Hauptfigur Alexander DeLarge und welchen Einfluss hatte seine Darstellung auf sie? Verbindet sie etwas miteinander?

Mit „A Clockwork Orange“ hat sich Victorias Sicht auf die Schauspielkunst stark geändert, was ihr bei ihrer eigenen Schauspielentwicklung sehr geholfen hat. Besonders bewundert sie die Leistung des Schauspielers Malcolm McDowell, der Alex spielt.

Mit der Gewalttätigkeit und den vielen Exzessen von Alex DeLarge konnte sich Victoria überhaupt nicht identifizieren. Im Film wird die Hauptfigur zu einem Umdenken gezwungen und gegen ihren Willen therapiert. Victoria fühlte sich mit Alex in genau jener Situation eng verbunden, in der er diesen Bruch durchmacht. Eine vergleichbare Phase hat auch sie schon in ihrem Leben durchgemacht.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Auch in dieser Fotoserie habt ihr einen prominenten Ort in Wien gewählt – welchen Bezug hat Victoria zur Hauptbücherei?

Einer von Victorias Lieblingsorten in Wien ist die Stiege von der Hauptbücherei. Ein Ort, an dem sie schon sehr viel Zeit verbracht hat und kreativ arbeiten konnte.

Mit 15 Jahren litt sie an starken Schlafstörungen und hat jede Nacht, bis es hell wurde, Filme angeschaut. Morgens ist sie dann immer spazieren gegangen, hat sich auf die Stiegen gesetzt und Texte geschrieben, gedichtet oder gezeichnet.

 

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Der Schnee und die Farbe Weiß sind in dieser Serie sehr prominent – gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Schön war, dass wir bei unserem Projekt zu jeder Jahreszeit fotografieren konnten. Im Winter fand das Shooting von Victoria statt. Der Schnee passte gut zu der sehr präsenten Farbe Weiß im Film, die immer wieder auftaucht, wie zum Beispiel in der Milchbar oder auch in den Outfits der Drooges.

Das ganze Interview mit Victoria Nikolaevskaja könnt ihr euch hier anhören.

Die Präsentation der Fotoserie UNTERTITEL ist Ergebnis einer Kooperation des Instituts für Kulturkonzepte mit der Graphischen Wien. Im Rahmen des Fotowettbewerbs hat das SiegerInnenteam Freiplätze bei der Sommerakademie für Kulturmanagement gewonnen.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich
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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich
Kategorie: Linear war gestern. KulturmanagerInnen und ihr persönlicher Werdegang.

Linear war gestern. KulturmanagerInnen und ihr persönlicher Werdegang.

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Ein Beitrag von Ulli Koch

Einer der hartnäckigsten Mythen der westlichen Gesellschaft ist jene vom linearen Lebenslauf, der Menschen von ihrer Volksschulzeit bis hin zur Pensionierung begleitet. Und auch wenn zaghafte Versuche der Dekonstruktion inzwischen die Runde machen oder sich die Beispiele von erfolgreichen UniabbrecherInnen häufen, so ganz zum Verschwinden wurde dieser Mythos ja noch nicht gebracht. Deswegen bitte weiter dekonstruieren, unter anderem durch das Gespräch mit Menschen, die mit gar-nicht-linearen Lebensläufen Karriere machen.

Ein sehr qualifizierter Gesprächspartner dieser Art ist Eugene Quinn. Üblicherweise würde nun hier die Berufsbezeichnung folgen, jedoch stellt es sich als relativ schwer heraus eine geeignete Berufsbezeichnung zu finden. Ich nenne ihn mal umsetzender Querdenker. Sein Job? Aus einer Idee ein erfolgreiches Konzept zu entwickeln und die noch erfolgreichere Umsetzung dieses Konzepts voranzutreiben. Zum Beispiel Vienna Coffeehouse Conversations, bei der lokal wohnende Menschen auf TouristInnen und andere Wien-BesucherInnen treffen, um sich zu unterhalten. Oder Vienna Ugly – eine geführte Tour durch Wien bei der die hässlichsten Orte dieser vielschichtigen Stadt bestaunt werden können. Beides und noch einige Sachen mehr sind auf der Website von space and place – dem Verein hinter all den Angeboten – zu finden.

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Eugene Quinn von space and place (hier in Magdas Hotel)

Die Suche nach nicht-linearen Lebensläufen mit Karriere kann aber auch bei Johannes Piller-Giroud enden, dem Geschäftsführer der Grellen Forelle in Wien. Seine Strategie? Kommunikation, Abstimmung, Neugierde und den Mut ungewöhnliche Ideen umzusetzen. Die ersten beiden Punkte betreffen das Team der Grellen Forelle an sich, schließlich ist es ja doch eine Herausforderung ein Team abzustimmen, das – verkürzt gesagt – zu zwei verschiedenen Tageszeiten arbeitet. Umso wichtiger ist es, dass Buchhaltung und Barpersonal wissen, was die_der jeweilige andere eigentlich so macht. Und dann wäre noch die Idee mal ein Insektenessen zu veranstalten. Oder ein Flohmarkt im Technoclub, um mal nur zwei Beispiele zu nennen. Möglichst viel anschauen und ausprobieren lautet demnach auch das Credo.

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Johannes Piller-Giroud in der Grellen Forelle

Wer es dann doch lieber eine Spur linearer möchte, der ist bei Vanessa Joan Müller von der Kunsthalle Wien sehr gut aufgehoben, die Dramaturgin des Hauses. Dramaturgie und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst? Was zunächst leicht verwirrend erscheint, macht in der Praxis mehr als Sinn. Als Dramaturgin nimmt Vanessa Joan Müller die zentrale Schnittstellenposition ein und kommuniziert mit den Marketing- und Presseverantwortlichen genauso wie mit den KuratorInnen, dem Vermittlungsteam und der Direktion. Sie spannt den roten Faden über die einzelnen Ausstellungen hinweg, fördert den Austausch der einzelnen Abteilungen miteinander, behält den Überblick und greift auch korrigierend ein, wenn es notwendig ist, zum Beispiel wenn die Präsenz von weißen, europäischen Künstlern überwiegt. Die Stelle der Dramaturgin gibt es übrigens noch nicht sehr lange, wurde quasi mit der neuen Direktion ganz neu geschaffen und ist damit einzigartig in der österreichischen Museums- und Ausstellungslandschaft.

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Vanessa Joan Müller (links) in der Kunsthalle Wien

Was alle drei Beispiele miteinander verbindet ist ihre Liebe zu Kunst und Kultur, die sie auf unterschiedliche Art und Weise ausleben, ihre Leidenschaft, eine Spur Ehrgeiz und ihre große Neugierde. Alle drei möchten Menschen bewegen, ihnen neue Erfahrungen schenken und an ihrer Leidenschaft teilhaben lassen.

Sie brennen ebenfalls für Kunst und Kultur, wollen einen bunten Lebenslauf und spannende Menschen aus der Szene kennenlernen? Sie studieren aktuell oder haben vor kurzem die Uni oder eine andere Ausbildung abgeschlossen? Dann sind Sie bei der Sommerakademie des Instituts für Kulturkonzepte richtig. Neben praxisnahen inhaltlichen Inputs in Seminaren haben Sie die Möglichkeit in Exkursionen zu drei Wiener Kulturbetrieben KulturmanagerInnen kennenzulernen, sie zu ihrem Werdegang und Berufsprofil zu befragen sowie im Austausch mit ihnen Ihr persönliches Berufsbild zu konkretisieren. Die nächste Gelegenheit haben Sie in der Woche vom 17. bis 21. Juli 2017, bei der Sie unter dem Titel „Jungle Fever“ mehr zu Projektorganisation und Finanzierung erfahren sowie Einblick in das MAK, das Vienna Shorts Festival als auch Waves Vienna erhalten.

Im September geht die Sommerakademie weiter mit den Wochen „Wag The Dog – Public Relations und Texten“ (11.-15.9.) und „Monkey Business – Kultur- und Onlinemarketing“ (25.-29.9.). Es sind noch wenige Plätze frei!

Hier sind ein paar Impressionen der ersten Sommerakademie-Woche „Modern Times„:

Fotos von Laura Hörzelberger & Ulli Koch

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Kategorie: Formschöne Säcke – Absolventin Verena Faißt

Formschöne Säcke – Absolventin Verena Faißt

Foto: Claudia Rohrauer
Verena Faißt (Foto: Claudia Rohrauer)

Foto: Claudia Rohrauer

Eine möglicherweise leider schon tote Katze im praktischen, formschönen Sack verkauft sich besser als ein unbändiger wilder Kater.

Wenn mich jemand fragt, was ich künstlerisch oder beruflich mache, fällt mir die Antwort aus ungefähr genau diesem Grund nicht leicht: Ich stecke so ungern freie Sachen in einen Sack (egal wie hübsch er ist).

Unter anderem deswegen nahm ich 2014/2015 am Lehrgang für Kulturmanagement des Instituts für Kulturkonzepte teil. Dabei habe ich zum Beispiel gelernt, dass ein Elevator Pitch nur ab und zu was mit elektronischer Musik zu tun hat und dass man sich vor adretten Säcken nur manchmal fürchten muss.

Also hier ein neuer Versuch:

Ich bin Filmemacherin, Photographin, Bühnenbaumeisterin für den unsichtbaren weißen Elefanten, Expertin für noch nicht erfundene Sprachen, Gestängekonstrukteurin für Sauerstoffzelte hinter dem Mond und Klangmeisterin für Unerhörtes. Ich arbeite innerhalb, außerhalb und an den Grenzen pädagogischer Kontexte.

Zum Beispiel als Workshopdesignerin und Workshopleiterin im Trickfilmstudio des ZOOM Kindermuseum. Dort produzieren wir Trickfilme mit Schulklassen und zufälligen Wochenend-Filmteams aus EinzelbesucherInnen.

Webplakat Mamihlapinatapai: Verena Faißt
Webplakat Mamihlapinatapai: Verena Faißt

Oder gemeinsam mit dem großartigen Musiker Oliver Stotz. Wir realisieren Sound- und Videoprojekte mit Schulklassen. Zuletzt präsentiert haben wir “MAMIHLAPINATAPAI” im Votivkino am 8.6.2017. Der experimentelle Kurzfilm entstand in Kollaboration mit 14 SchülerInnen des BRG19 in der Krottenbachstraße. Der Titel bedeutet so viel wie „das Austauschen eines Blickes zwischen zwei Personen, von denen jeder wünschte, der andere würde etwas initiieren, was beide begehren, aber keiner bereit ist, zu tun“.

Stories und Inhalte gebe ich allerdings niemals vor. Sie entstehen vielmehr im gemeinsamen Arbeiten mit den Jugendlichen und stellen Themen dar, die der gemeinsame kreative Prozess an die Oberfläche spült.

Meine künstlerische Praxis ist es also vor allem, derartige Prozesse zu ermöglichen und zu begleiten. Ich versuche, die Jugendlichen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ideen und Bilder zu entwickeln, miteinander auszuhandeln und möglichst gut umzusetzen.

Künstlerischer Anspruch im Sinne von ergebnisoffenen Prozessen, inspirierten/inspirierenden Produkten und pädagogischer Anspruch im Sinne einer positiven Persönlichkeitsentwicklung aller Beteiligten (inklusive meiner selbst) widersprechen sich dabei selbstverständlich nicht.

Die vielfältigen Werke, die in wechselnden Kollektiven entstehen, spiegeln naturgemäß immer die Konstellation aus Menschen, Zeit und Räumen wieder.

Diesen spannenden Ergebnissen eine Bühne zu geben und sie diskutieren und wirken lassen zu können ist mir ein zentrales Anliegen. Dem versuche ich zum Beispiel im Rahmen öffentlicher Screenings im Kino, in Radiofeatures oder Ausstellungen gerecht zu werden. Teil dieser Bühne ist natürlich auch mein Webauftritt: verenafaisst.com

Falls Sie nicht allzu enttäuscht sind, dort keine Katzenvideos zu finden und sich dennoch ein wie auch immer geartetes Interesse ergibt, freue ich mich jederzeit über eine Kontaktaufnahme!

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Verena Faißt Foto: Claudia Rohrauer
Kategorie: Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil I „ROCKY“

Lea Sonderegger & Patrick Rieser – Fotokunstprojekt 2017/18 – Teil I „ROCKY“

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Dieses Mal haben wir für das alljährliche Fotokunst-Projekt auf unserem Seminarprogramm der Zertifikatslehrgänge Kulturmanagement & Kulturvermittlung ein Gewinnspiel ausgerufen. In Kooperation mit der Graphischen Wien haben wir Diplomprojekte ausgewählt, die von Studierenden aus den dortigen Kollegklassen produziert worden sind. Die eingereichten Projekte waren qualitativ sehr hochwertig und vielfältig – damit wir uns für ein Siegerprojekt entscheiden konnten, haben wir uns Unterstützung geholt: Die Jury hat sich zusammengesetzt aus Larissa Cerny (Grafikern), Živa Vavpotič (Freiberufliche Kuratorin und Kulturarbeiterin), Corinna Eigner (Kommunikation bei Kulturkonzepte) und Bettina Letz in unparteiischer und beratender Funktion (Lehrerin für Fotografie an der Graphischen).

Das Team des Projekts „UNTERTITEL – Reinszenierungen von Filmen“ hat die Jury letztlich überzeugt – in den Fotoserien spiegeln sich subtil die unterschiedlichen Sparten von Kunst und Kultur wider und zeigen die ProtagonistInnen an „magischen“ Orten Wiens. Die FotografInnen schaffen es außerdem, mit diesem Fotobuch die essentielle Bedeutung von Kunst und Kultur auf den einzelnen Menschen zu verdeutlichen. Die zentrale Frage „wozu braucht die Gesellschaft Kunst und Kultur“ beantworten sie in ihrer Arbeit sehr zugänglich. Wir freuen uns, als Aus- und Weiterbildungsinstitut für Kulturmanagement und Kulturvermittlung, diese Kernaussage weitervermitteln zu dürfen!

Hier präsentieren wir euch die Interviewreihe mit dem Projektteam, bestehend aus Lea Sonderegger, Patrick Rieser, Viktoria Satovich und Sophia Mara Egger-Karlegger, wo wir in drei Teilen jeweils eine Fotoserie des Projektes „UNTERTITEL“ unter die Lupe nehmen:

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Was steckt hinter dem Projekt „UNTERTITEL“?

Bei „UNTERTITEL“ handelt es sich um ein Fotobuch mit Interviews, in dem wir der Frage nachgehen, wie stark Filme auf einzelne Menschen wirken können.

Im Zuge des Projekts haben wir uns auf die Suche gemacht, diese Menschen zu finden und vorzustellen, um auf ein wenig beachtetes Phänomen aufmerksam zu machen. Sechs Personen, die von bestimmten Filmen besonders geprägt wurden, haben wir interviewt, porträtiert und in einem fiktiven Filmplakat fotografisch inszeniert. Alle sechs Geschichten zeigen, wie unterschiedlich ein Film das Leben von Menschen beeinflussen kann.

Im Buch finden sich zu den einzelnen Personen kurze einleitende Texte und auch immer wieder kurze Passagen aus den Original-Interviews. Auf der Webseite zum Projekt findet ihr die Audioversion der vollständigen Interviews.

Wie setzt sich euer Projektteam zusammen? Was waren eure jeweiligen Aufgaben?

Die Idee für das Projekt kam von Lea Sonderegger und Patrick Rieser. Sie beide waren auch für den fotografischen Part des Projektes zuständig und haben Kontakt zu den ProtagonistInnen der Fotoserien aufgenommen. Weitere Aufgaben waren die Recherche der jeweils favorisierten Filme, Ideen-Entwicklung, Suche und Besichtigung entsprechender Locations und Organisation von Requisiten, Licht etc..

In den Arbeitsbereich von Sophia Egger-Karlegger sind drei verschiedene Aufgaben gefallen. Sie hat für jeden Film eine analoge Collage erstellt, die als Einführung des jeweiligen Protagonisten im Buch zu sehen ist. Sie hat die Interviews aufgenommen, geschnitten und transkribiert und sie für unsere Website eingerichtet.

Für das Gestalten, das Konzipieren und Layoutieren des Fotobuches, war Viktoria Satovich zuständig. Sie hat außerdem die fiktiven Filmplakate entworfen.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Herausgekommen sind ein sehr gelungenes Fotobuch und eine Website zu den Interviews. Was plant ihr noch?

Wir können uns sehr gut vorstellen, dieses Projekt einmal weiter zu führen, das fänden wir sehr schön. Dazu bräuchte es allerdings einen Sponsor, denn so ein Buchprojekt ist mit Kosten verbunden, und bislang besitzt nicht einmal jeder von uns ein eigenes Exemplar. Also der nächste große Schritt ist auf jeden Fall die Sponsorensuche.

SERIE #1 „ERWIN UHRMANN & ROCKY“

Was verbindet euren Protagonisten Erwin mit dem „Underdog“ Rocky? Was bedeutet ihm das Filmzitat „No Pain?“

Erwin sieht nicht nur den Kämpfer in Rocky, sondern kann sich auch mit seiner introvertierten und fürsorglichen Art identifizieren. Der Film hat damals den Kampfgeist in dem Schüler Erwin erweckt und hat ihm so durch seine Schulzeit und andere schwierige Lebenssituationen geholfen. Wie der Trainer zu Rocky, sagt Erwin auch heute noch in ausweglos erscheinenden Momenten gerne zu sich selbst: „No Pain!“.

LiebhaberInnen der Wiener Programmkinos erkennen den Ort des Shootings sofort – das Gartenbaukino. Wieso habt ihr diesen Ort ausgewählt? War es schwierig, den großen Kinosaal für euch alleine zu bekommen? Wie habt ihr das gemacht?

Erwin selbst ist ein Cineast – daher war es für uns klar, dass wir ihn auch in einem Kino fotografieren werden. Generell war es uns wichtig, die Portraits an Orten zu machen, zu denen die jeweiligen Personen einen persönlichen Bezug haben. Beim Gartenbaukino handelt es sich um eines von Erwins Lieblingskinos, damit war die Entscheidung gefallen. Zudem haben uns das besondere Flair und die schöne Ausstattung des Gartenbaukinos auf Anhieb gefallen.

Wir haben um eine Fotoerlaubnis angefragt und hatten Glück. Unsere Kontaktperson war sehr begeistert von unserem Projekt und gerne bereit, uns zu unterstützen.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser

Wohin hat es Erwin letztendlich verschlagen? Hat er sich für Boxkurse angemeldet? 

Obwohl Boxen im Film eine tragende Rolle spielt, war dieser Sport für Erwin eher nebensächlich. Er empfindet ihn eher als Metapher für das „Sich-Durchkämpfen“ im Leben – dafür, dass man immer wieder aufsteht und nicht so schnell aufgibt. Dieser Film gibt ihm bis heute Hoffnung und Zuversicht.

 

Das ganze Interview mit Erwin Uhrmann könnt ihr euch hier anhören.

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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich
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Foto: Lea Sonderegger & Patrick Rieser, Plakat: Viktoria Satovich

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