Kategorie: Der richtige Umgang mit Excel – 3 zeitsparende Tipps von Markus Enzinger
Der richtige Umgang mit Excel – 3 zeitsparende Tipps von Markus Enzinger
Foto: Rawpixel | Unsplash
Markus Enzinger arbeitet als kaufmännischer Leiter im zweitgrößten Museum Österreichs, dem Universalmuseum Joanneum in Graz. Mit MS Excel hat er fast täglich zu tun, vor allem wenn es darum geht, Auswertungen übersichtlich zu gestalten. Der ausgebildete Betriebswirt und Kunsthistoriker leitet vom 23.-24. Mai 2018 das Seminar „Excel für Kulturbetriebe“ am Institut für Kulturkonzepte. Hier verrät er uns grundlegende Tipps für den Einsatz dieses Programmes.
Der richtige Umgang mit Excel kann viel Freude bereiten und Zeit sparen! Hier sind 3 wertvolle Tipps von Markus Enzinger:
1. Mit einer Kontrollsumme auf Nummer sicher gehen
Bevor Sie eine Kalkulation abschließen, versuchen Sie immer eine Kontrollsumme zu bilden, um Formelfehler rechtzeitig aufzuspüren. Stellen Sie Einnahmen immer mit positivem Vorzeichen und Ausgaben mit negativem Vorzeichen dar. Dadurch können Sie Einnahmen und Ausgaben einfach summieren und brauchen sich über die richtige Formel keine Gedanken mehr zu machen.
2. Excel-Auswertungen dürfen auch schön sein
Formatieren Sie Ihre Auswertungen so, dass Sie selber und andere diese gerne anschauen. Nutzen Sie die Funktion „Bedingte Formatierung“, um im Soll-Ist-Vergleich positive und negative Abweichungen farblich hervorzuheben.
3. Bei Grafiken ist weniger mehr
Fokussieren Sie sich bei grafischen Auswertungen auf das Wesentliche. Lassen Sie allen Schnickschnack weg, der nicht notwendig ist, z. B. Hilfslinien, Achsenbeschriftungen und Legenden. Vermeiden Sie 3D-Grafiken, da diese immer Verzerrungen mit sich bringen. Geben Sie jeder Grafik eine Überschrift, die klar verdeutlicht, worum es geht und was angezeigt wird.
hat Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte studiert. Seit dem Jahr 2003 arbeitet er als Controlling-Leiter und Prokurist beim Universalmuseum Joanneum in Graz, dem zweitgrößten Museum Österreichs. Daneben unterrichtet er an der Universität Graz und der Fachhochschule der Wirtschaft CAMPUS 02 zu den Themen Controlling, Planung und Budgetierung.
Kategorie: Ein vielfältiges Leben mit Musik – Absolvent Markus Baumann
Ein vielfältiges Leben mit Musik – Absolvent Markus Baumann
Foto: Jeschofnig/Wien
Regelmäßig stellen wir auf unserem Blog Absolventinnen und Absolventen unserer Zertifikatslehrgänge vor. Erfahren Sie hier mehr zu ihren beruflichen Stationen, ihrem Joballtag und ihren aktuellen Projekten. Diesmal erzählt Absolvent Markus Baumann, wie er als Direktor der Regionalmusikschule Amstetten ein Musikfestival organisiert, das im Sommer 2018 erstmals stattfinden wird.
Man sagt mir nach, dass ich bereits als dreijähriger Knirps im Duett mit meiner Cousine rein singen konnte. Seither hat mich die Musik nicht mehr losgelassen.
Vor einem Jahr wurde ich einstimmig zum Direktor der Regionalmusikschule Amstetten bestellt und leite diese Schule künstlerisch, pädagogisch und organisatorisch. Bei uns arbeiten 34 hochqualifizierte und erfahrene MusiklehrerInnen mit über 760 Schülerinnen und Schülern.
In Tirol aufgewachsen, hat es mich nach meiner Gymnasialzeit mit Musikschule nach Wien verschlagen. Der Grund dafür war, dass ich Konzertfach Violine u.a. beim Jahrhundertgeiger Wolfgang Schneiderhan an der Musikuniversität Wien studieren durfte. Damals war es mein Ziel, Orchestermusiker zu werden. Bald entdeckte ich aber ein breiteres Spektrum meiner Interessen. So begann ich, Violine auch pädagogisch und Musikwissenschaft sowie Europäische Ethnologie zu studieren. Während des Studiums ergab sich die Gelegenheit, Violine an der Musikschule Amstetten zu unterrichten und das Schulorchester zu leiten. Von Studienbeginn an bis heute habe ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln können: als Geiger, Lehrer, Orchesterleiter und Komponist.
Foto: Vadim Desjatkin. Beim Landeswettbewerb „prima la musica“ im Festspielhaus St. Pölten erreichten 2018 meine Violinschülerinnen, die Schwestern Elisabeth (links) und Anna Desjatkin (rechts) einen 1. Preis.
An der Amstettner Musikschule habe ich auch begonnen, die Vorspielabende meiner Violinklasse und einzelne Konzerte der Stadtgemeinde eigenständig zu organisieren. Vor drei Jahren hat mein Vorgänger sein Vorhaben angekündigt, in den Ruhestand zu gehen. Gute Teamwork-Erfahrungen und die Herausforderung, eine Musikschule zu fördern und zu leiten bewegten mich dazu, am Zertifikatslehrgang Kulturmanagement des Instituts für Kulturkonzepte in Wien teilzunehmen.
Die Ausbildung am Institut habe ich sehr genossen: spannende Seminare, hochkompetente DozentInnen, exzellentes Coaching. Ich konnte viele Impulse für Musikschulleitung mitnehmen – auch meine Stärken und Schwächen betreffend. Sehr bereichernd fand ich auch den unterschiedlichen Hintergrund der TeilnehmerInnen, eine Mischung aus Fotografie, Malerei, Musik, Tanz und Management.
Meine Abschlussarbeit im Lehrgang habe ich aufgrund des neuen Jobs als Leiter ein Jahr verschoben. Das Event „Sommer-Musikakademie Amstetten 2018“ findet vom 09. bis 14. Juli statt. Hierbei handelt es sich um speziell auf die Region Amstetten abgestimmte Musikkurse – verbunden mit einem Konzert.
Die Tätigkeit als Leiter finde ich sehr abwechslungsreich. Es freut mich sehr, meine MitarbeiterInnen zu coachen, in der Amstettner Bevölkerung Verständnis für den Wert kultureller Arbeit zu wecken – und natürlich, weiterhin musikalisch und pädagogisch tätig zu sein!
Mein Beruf ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Gefragt sind: Visionen, viel Energie, Konsequenz sowie die Fähigkeit, auch „abschalten“ zu können.
Kategorie: „So spricht eine Königin!“ – 3 royale Tricks für ein starkes Auftreten von Hans Ruchti
„So spricht eine Königin!“ – 3 royale Tricks für ein starkes Auftreten von Hans Ruchti
Foto: Cristina Gottardi | Unsplash
Hans Ruchti ist Schauspieler und Synchronsprecher sowie Stimm- und Sprechtrainer in Zürich. Vom 25.-26. April 2018 gastiert er am Institut für Kulturkonzepte mit seinem Seminar „The Queen’s Speech – So spricht eine Königin“ in Wien. Für diesen Beitrag haben wir ihm schon vorab 3 Tricks für ein starkes Auftreten bei Vorträgen oder in Meetings entlockt – die sich vor allem an Frauen richten.
Das Seminar „The Queen’s Speech“ hast du speziell für Frauen entwickelt. Warum? Und was haben Stimm- und Sprechtraining mit der Königin zu tun?
Oft kommt mir zu Ohren, dass Frauen in Meetings oder bei Präsentationen tendenziell leise und zurückhaltend sprechen. Das beobachte ich auch selbst häufig. Ich bin der Meinung, dass Frauen vermehrt, vor allem im Hinblick auf die aktuelle #metoo-Debatte, ihre Stimme erheben müssen.
Zu meinem Seminartitel haben mich zwei Dinge inspiriert: Einerseits tatsächlich der Film „The King’s Speech“ und andererseits das Stück „Das Glas Wasser“ am Schauspielhaus Zürich. Darin geht es um eine Königin, die nicht befehlen kann. Am Ende des Stücks hat sie es aber geschafft, auf eine gute Weise – authentisch und klar – Befehle zu erteilen.
Hier sind 3 Tricks, mit denen Sie Ihre innere Königin wecken und bei Vorträgen & Besprechungen glänzen:
Körperbewusstsein & Haltung
Eine Königin (und alle anderen, die gehört und verstanden werden wollen) steht niemals wie ein Nussbeugerl in der Gegend, sondern aufgerichtet! Es ist also Zeit für die Krone. Diese sollte nicht zu schwer und nicht zu leicht sein. Befindet sich die Krone umständlicherweise derzeit in der Schatzkammer, so eignet sich auch ein Reclam-Heft (vorzugsweise „Das Glas Wasser“ von Eugene Scribe), ein Jongliersackerl oder ein Glasuntersetzer aus Karton. Nachdem die Krone (durch die Hofdame) aufgesetzt wurde, nimmt die Königin das feine Gewicht auf dem royalen Haupt wahr und reckt sich ihm entgegen, indem sie Nacken und Wirbelsäule aufrichtet. Dabei achtet sie darauf, dass die Füße etwa hüftbreit auseinander sind und Fußsohlen einen guten Bodenkontakt haben. Des Weiteren sind die Knie nicht durchgestreckt, sondern locker (leicht angewinkelt) genauso wie die royale Hüfte locker und beweglich ist. Schließlich sind Schultern und Arme schwer und hängen am Körper. Nun kann die Königin ein paar Schritte im Raum gehen im barocken Kleid, in vollem Ornat oder nur mit der Vorstellung dessen. Eine Königin richtet den Blick stets geradeaus ohne etwas zu fixieren.
Atmung
Eine Königin ist niemals hochatmig, sondern atmet in den Bauch. Nachdem die Handschuhe (durch die Hofdame) ausgezogen wurden, reibt die Königin im Stehen oder Liegen die königlichen Hände schnell aneinander bis sie angenehm warm sind. Nun legt sie sie auf den Bauch und genießt einmal nur die wohlige Wärme der Hände dort. Dann nimmt sie die Wölbung und Senkung unter ihren Händen wahr und lässt diese zu. Möglicherweise lockert an dieser Stelle die Hofdame die königliche Korsage und es löst sich gar ein Seufzer. „Es“ atmet die Königin nun in den Bauch. Sie braucht den Atem nur zu entlassen; er kehrt nach einer Pause ganz von selber wieder.
Stimme, Artikulation & Intention
Eine Königin spricht niemals leise und unbestimmt, sondern befiehlt! Die Königin reibt sich im Stehen noch einmal die königlichen Hände schnell aneinander bis sie wieder angenehm warm sind (energetisierend). Diesmal legt sie sie aber auf das Gesicht. Dabei achtet sie darauf, dass der Kiefer gelöst ist, der Mund also im besten Fall leicht geöffnet. Nun fängt sie an, mit den Fingerspitzen das ganze Gesicht abzuklopfen, gleich einem angenehm tropisch warmen Regen. Sie streicht die Kiefermuskulatur nach unten (der königliche Kiefer geht dabei leicht mit) und massiert mit den beiden Daumen den Zungengrund. Darauf wechselt sie (sehr zur Verwirrung der Hofdame) ein paarmal zwischen Kussmund und breitestem Lächeln (mit geschlossenen Lippen) hin und her. Dann lässt sie die Lippen flattern und die Stimme von unten nach oben und umgekehrt klingen. Schließlich gibt sie ein paar Befehle indem sie auf einzelne Untertanen zeigt und dann bspw. befiehlt: „Raus!“ „Komm!“ „Nein!“ „Doch!“ „Geh!“ Dabei achtet sie auf höchsten Genuss und Freude.
Hans, was macht dir an deiner Arbeit als Stimm- und Sprechtrainer am meisten Spaß?
Dass man die Arbeit an Atmung, Stimme und Sprechen nicht begreifen kann, sondern erleben muss. Tipps zum besseren Sprechen und Auftreten kann man in einem Satz schreiben, sodass es in der Theorie verstanden wird. Das Interessante an der Atem-, Stimm- und Sprecharbeit aber ist, dass man den Kopf dabei „an der Garderobe abgibt“ und einfach ins Tun kommt. Meine Arbeit beinhaltet sehr viele spielerische Elemente und man muss sich trauen, sich zum Affen zu machen – was mir selbst sehr viel Spaß macht. Am meisten beeindrucken mich die unmittelbaren Resultate bei meinen TeilnehmerInnen. Regelmäßig bin ich beeindruckt und gerührt, wenn sie mir erzählen, dass sie nach dem Training tolle Projekte bewilligt bekommen haben oder sich nun trauen, ihre Stimme zu erheben.
Worauf können sich deine Seminarteilnehmerinnen im April freuen?
Auf eine sehr schöne Atmosphäre, in der „frau“ sich selbst gut ausprobieren kann. Die Teilnehmerinnen nehmen die Seminare spielerisch mit und haben schnell Resultate, die sie gleich anwenden können. Das Seminar macht einfach Spaß!
Zwanzig Jahre Berufserfahrung als Schauspieler und Sprecher in der Schweiz und im deutschsprachigen Ausland sowie ein akademischer Fachausweis als geprüfter Stimm- und Sprechtrainer in atemrhythmisch angepasster Phonation AAP® sowie der eidgenössische Fachausweis als Ausbilder zeichnen Hans Ruchti aus. Zu seinen Referenzen gehören unter anderem die Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach SHLR, das Präsidialdepartement der Stadt Zürich, die Hochschule Luzern Design und Kunst sowie das mumok und der Erste Financial Life Park (FLiP) in Wien. Er spielt immer wieder gerne den Lockvogel bei „Verstehen Sie Spaß?“. www.hansimnetz.ch
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Kategorie: „Man muss Menschen mögen“ – 3 Tipps für besseres Kommunizieren von Karin Wolf
„Man muss Menschen mögen“ – 3 Tipps für besseres Kommunizieren von Karin Wolf
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Karin Wolf ist die Gründerin und Direktorin des Instituts für Kulturkonzepte und entwickelt Seminare für Kulturbetriebe. Vom 21.-22. März 2018 leitet sie ein Kommunikationstraining für Führungskräfte. Hier verrät sie uns ihre Highlights professioneller Gesprächsführung.
In meinen Augen ist Kulturmanagement ein „4-M Job“: „Man muss Menschen mögen“ – und ständig mit ihnen kommunizieren. Begegnen Sie Ihrem Gegenüber daher immer mit wertschätzender Haltung und reflektieren Sie regelmäßig Ihr eigenes Tun. Aus Erfahrung weiß ich, dass die persönliche Weiterentwicklung auch zu einer besseren Kommunikation führt. Hier sind meine 3 Highlights professioneller Gesprächsführung:
„Mund zu, Ohren auf!“: mit Konflikten umgehen lernen
Hier ist Selbstdisziplin gefragt: Hören Sie schwierigen GesprächspartnerInnen aktiv zu!
Lassen Sie sie ausreden und rechtfertigen Sie sich nicht. Fragen Sie bei Unklarheiten nach und wiederholen Sie das Gehörte mit eigenen Worten.
„Wappnen Sie sich für Kritik“: auf Projektpräsentationen vorbereiten
Haben Sie auf diese 3 Fragen immer souveräne Antworten und Argumente parat:
„Das Projekt ist so nicht finanzierbar – viel zu teuer!“
„Haben Sie überhaupt genug Erfahrung für so ein Projekt?“
„Es gibt keinen Bedarf für dieses Projekt.“
„Die Uhr tickt“: im Meeting immer auf die Zeit schauen
Legen Sie zu Beginn jeder Besprechung einen genauen Zeitrahmen fest. So fokussieren Sie sich leicht auf das Wesentliche.
Mich interessiert, wie Sie über Kommunikation im Berufsalltag denken. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie täglich? Welche Lösungen haben Sie gefunden?
Ich freue mich auf Ihre Antworten!
Sie finden diese Tipps hilfreich und möchten weitere Tipps und Methoden kennenlernen? In meinem Seminar „Sie geben den Ton an – Effektiv und zielorientiert kommunizieren“ stelle ich Ihnen wichtige Grundlagen vor. In Übungen wenden wir unterschiedliche Methoden an, die Sie in Ihrem Arbeitsalltag sofort anwenden können. Melden Sie sich rasch für das Seminar an – es sind nur noch wenige Plätze frei!
Wenn Sie mehr zu unserem Seminarprogramm wissen möchten, schreiben Sie uns oder rufen uns an unter. 0043 1 58 53 999.
Karin Wolf unterstützt Teams und Einzelpersonen dabei, besser zu verhandeln, Besprechungen ergebnisorientierter zu führen und schwierige Gespräche zu einem positiven Ergebnis zu bringen. Dabei ist es ihr Anliegen, die unterschiedlichen Methoden an die besonderen Bedingungen des Kultursektors anzupassen und individuelle Lösungen zu entwickeln.
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Kategorie: „Überzeugt mich!“ – Der Kulturmanagement Tag 2018
„Überzeugt mich!“ – Der Kulturmanagement Tag 2018
Foto: Martina Brunner
Ein Beitrag von Ulli Koch
Am Anfang jedes Kulturprojekts steht eine Idee, die in ein überzeugendes Konzept verwandelt werden will. Warum ein Konzept so wichtig ist? Nun, zunächst hilft es, sich selbst darüber klar zu werden, was hier überhaupt realisiert werden will – schließlich soll es andere überzeugen an diesem Projekt zu partizipieren, sei es als BesucherIn oder Förderstelle. Überzeugend hat auch die Bewerbung zu sein, die den Einstieg in den Kulturbetrieb bedeutet.
Foto: Martina Brunner
Das PR-Konzept
Überzeugen lautet also die Maxime und dies gelingt unter anderem durch ein gelungenes, durchdachtes PR-Konzept. „Planung ist alles!“ ist der erste und wichtigste Tipp, den Christine Steindorfer, Lehrende am Institut für Kulturkonzepte und selbstständige PR-Beraterin in der Firma wortart, den Anwesenden mit auf den Weg gibt. So lautet auch der erste Schritt: sich der aktuellen Problemstellung (z.B. potentielle BesucherInnen auf eine Ausstellung aufmerksam zu machen) bewusst zu werden und eine Ist-Analyse durchzuführen. Dabei stehen vor allem die Fragen nach den vorhandenen Ressourcen im Mittelpunkt, die auf personeller, finanzieller, zeitlicher und organisatorischer Ebene analysiert werden. Ein weiterer Tipp: Die Ist-Analyse verschriftlichen, denn so kann ich später darauf zurückgreifen, sie immer wieder zur Hand nehmen und den Überblick behalten.
Ausschnitt aus Christine Steindorfers Vortragsfolien
Ist diese Analyse getan, gilt es sich mit den Dialoggruppen näher zu beschäftigen: Mit wem trete ich in Kontakt? Mit wem muss ich was kommunizieren? Wer ist für mich wichtig? Dabei hilft es sehr, sich dieser Dialoggruppe ganz genau bewusst zu werden, also zu überlegen welche Gruppen die meisten Anknüpfungspunkte zu meinem Projekt haben und warum genau diese an meinem Projekt interessiert sind. Ist dies getan, werden bereits die Kommunikationsziele definiert, die so konkret wie möglich formuliert werden sollten. Nach all diesen Schritten, kann ich nun eine Strategie entwerfen, die mein leitender Faden durch das Projekt wird. Darauf aufbauend werden die Maßnahmen definiert sowie eine Zeit- und Kostenplanung durchgeführt. Die notwendigen Maßnahmen können z.B. der Druck eines Flyers, Gestaltung einer Website, Organisation einer Pressekonferenz, Social Media Accounts und dergleichen sein. Dazu zählt auch, dass ich mir bewusst bin, welche Vorlaufzeit die einzelnen Schritte haben, denn jede Förderstelle hat eine Deadline und jeder Druckauftrag braucht eine gewisse Zeit. Schließlich können die einzelnen Maßnahmen entlang der Strategie in die Tat umgesetzt und nach erfolgreichem Projektabschluss evaluiert werden. Der letzte Tipp, den Christine Steindorfer den Anwesenden mit auf den Weg gibt, ist die Berücksichtigung der internen PR. „Egal wie klein mein Team ist – es ist essentiell, dass alle in die gleiche Richtung gehen und der gleichen Vision folgen.“
Foto: Martina Brunner
Die Kulturvermittlung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kulturvermittlung, in die Andrea Zsutty, Leiterin der Kulturvermittlung des Bank Austria Kunstforums sowie Leiterin des Lehrgangs Kulturvermittlung am Institut für Kulturkonzepte, einen Einblick gibt. Zu den Aufgaben der Kulturvermittlung zählt die Entwicklung und Konzeption von Vermittlungsprogrammen sowie deren Planung und Budgetierung und schließlich die Koordination und Durchführung. Die Vermittlung selbst erfolgt auf drei Ebenen: Zunächst die personale Vermittlung, bei der Menschen zusammenkommen und z.B. bei einem Workshop ins Gespräch kommen. Bei der medialen Vermittlung, die sowohl analog als auch digital erfolgt, werden begleitende Medien entwickelt. Dies reicht von der Erstellung von Begleitmaterial bis hin zur Entwicklung von Audio- oder Multimedia-Guides. Die dritte Ebene umfasst die räumliche Vermittlung, bei der BesucherInnen-Räume kuratiert und gestaltet werden. Mit den BesucherInnen treten KulturvermittlerInnen auf unterschiedliche Weise in Kontakt. Die wohl bekannteste Form ist die rezeptive, die sich durch Katalog- und Wandtexte, Vorträge und Führungen auszeichnen kann. Bei der interaktiven Form steht der Dialog im Vordergrund, also beispielsweise das Abhalten von Workshops. Die BesucherInnen besser einbinden kann man mit der partizipativen Form. Dabei interagieren alle Beteiligten gleichberechtigt und die VermittlerInnen laden die BesucherInnen zur tatsächlichen Teilhabe ein. Bei der kollaborativen Form besteht die größte BesucherInneneinbindung. Hier fungieren die BesucherInnen tatsächlich als PartnerInnen, mit denen gemeinsam ein Projekt realisiert wird. Ein Beispiel dafür sind Projekte mit AnrainerInnen in einem Stadtgebiet.
Foto: Martina Brunner
Die Kulturfinanzierung
Ohne Finanzierung kein Projekt – doch die notwendige Finanzierung aufzustellen, kann schwierig sein. Georg Steker, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer der MUSIKTHEATERTAGE WIEN und Dozent am Institut für Kulturkonzepte, gibt wertvolle Tipps. Für eine gelungene Finanzierung zählen weniger die künstlerischen Inhalte als die Rahmenbedingungen, innerhalb derer ein Projekt realisiert wird. Wichtig dabei ist, realistisch zu sein, also auch realistisch einzuplanen, wie viel und was in ein Projekt investiert werden kann. Auch hier ist Planung das oberste Gebot, unter anderem um die Deadlines der einzelnen Förderstellen im Blick zu behalten. Um sich einen Überblick über die einzelnen Kosten zu verschaffen ist es hilfreich, einen Projektstrukturplan zu entwickeln. Auch hier wieder der Tipp ehrlich und realistisch zu kalkulieren und eher den höheren Wert bei einzelnen Positionen anzugeben. Ein finanzieller Puffer hat schon so manches Projekt gerettet. Anschließend gilt es die richtigen Förderstellen auszuwählen. Wen interessiert mein Projekt? Und warum ist es genau für diese Förderstelle interessant? Hilfreich ist zudem ein genaues Studium der Förderkriterien sowie der einzelnen (Jahres-)Schwerpunkte, die sich eine Förderstelle gesetzt hat. Da jede Förderstelle mit sehr vielen Einreichungen konfrontiert wird, ist es wichtig, das eigene Projekte gleich zu Beginn des Ansuchens kurz, prägnant und knackig zu präsentieren. Und der letzte Tipp von Georg Steker: Einen persönlichen Termin ausmachen, denn dies hilft bei der Einschätzung, ob dies die richtige Förderstelle ist, sowie um zu erfahren, warum manche Projekte dann doch scheitern.
Foto: Martina Brunner
Der Bewerbungsprozess
Den Abschluss des Kulturmanagement Tags 2018 bildet eine Podiumsdiskussion, moderiert von Karin Wolf, Direktorin des Instituts für Kulturkonzepte. Am Podium haben Verena Kaspar-Eisert, Kuratorin im Kunst Haus Wien, sowie Julia Flunger-Schulz, Geschäftsführerin der Kunstmeile Krems, Platz genommen. Beide sind erfolgreiche Kulturmanagerinnen und sind außerdem für das Einstellen neuen Personals in ihrem Betrieb mitverantwortlich. Als sich die beiden vorstellen zeigt sich, dass sie keinen linearen Lebenslauf ausweisen, sondern sehr vielfältige berufliche Stationen erlebt haben. So meint auch Verena Kaspar-Eisert, dass es wichtig ist, sich über verschiedene Jobs selbst kennenzulernen, um herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen, was Leidenschaft hervorruft und was einer Person liegt. Julia Flunger-Schulz ergänzt, dass es wichtig ist, beim Lebenslauf ehrlich zu sein und auf den Punkt zu kommen. Kurz und prägnant die aktuellsten Stationen herauszustreichen und dabei klar zu machen, warum ich für einen Job qualifiziert bin, ist hilfreich und führt zum Erfolg.
Der Kulturmanagement Tag fand am 14. Februar 2018 bereits zum zwölften Mal statt und wird auch 2019 wieder vom Institut für Kulturkonzepte organisiert.
Ein herzliches Dankeschön an unser Publikum, an alle Vortragenden und Gäste, ans Kulturkonzepte-Team sowie an Martina Brunner für die tollen Fotos:
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Foto: Martina Brunner
Kategorie: Das Leben findet immer (s)einen Weg… – Absolventin Susanne Mayrhofer
Das Leben findet immer (s)einen Weg… – Absolventin Susanne Mayrhofer
Bereits als 7-Jährige hatte ich eine kleine Schachtel zuhause im Regal stehen, befüllt mit gesammelten Steinen, die ich immer wieder, unter dem Binokular meines Bruders, auf deren Kristallinhalte inspizierte.
Auch ein Besuch im damaligen Kindersaal des Naturhistorischen Museums in Wien, in dem man, auf einer Art großer Baumhauskonstruktion, durch Mikroskope und Binokulare auf diverse Präparate blicken durfte, blieb mir in prägender Erinnerung.
Im Alter von 12 Jahren wusste ich schließlich genau, dass die Naturwissenschaften auf meinem weiteren Lebensweg eine sehr große Rolle einnehmen würden. Es waren die vergangenen Erdzeitalter, die mich im Biologieunterricht besonders faszinierten.
Auch wenn sich meine Aufmerksamkeit nach der Matura zunächst verstärkt auf die Welt des Radio- und Fernsehjournalismus konzentrierte, zog es mein Herz am Ende doch zurück zum Studium der fossilen Lebewesen.
Da man im Leben aber bekanntlich nichts umsonst macht, konnte ich beide Ausbildungswege bereits miteinander verknüpfen. Mit einer Radiosendung „Natürlich Wissenschaft – Wissenschaft verständlich gemacht“ die in den Jahren 2014-2016 auf Campus und City Radio St. Pölten ausgestrahlt wurde, versuchte ich der breiten Öffentlichkeit die interessanten Facetten diverser naturwissenschaftlicher Fachrichtungen näher zu bringen. Diese Sendungen können, nach wie vor, auf der Facebook-Seite zur Sendung heruntergeladen und nachgehört werden.
In der Zeit meines Diplomstudiums der Paläontologie bekam ich die Möglichkeit, in der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien (NHMW), zunächst über Werkverträge, und später über eine geringfügige Beschäftigung, bei Sammlungs-, Ordnungs- und Grabungstätigkeiten mitzuarbeiten. Innerhalb eines 4-jährigen Forschungsprojektes derselben Abteilung, konnte ich schließlich auch meine Dissertation ablegen.
Naturhistorisches Museum Wien, Foto: : Kurt Kracher NHM-Wien
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort…
Im Zuge einer zum richtigen Zeitpunkt frei gewordenen Karenzvertretungsstelle (2013-14) in der Abteilung Ausstellung und Bildung des NHM-Wiens, hatte ich Gelegenheit den Bereich der Wissensvermittlung besser kennen zu lernen. Meine Aufgaben umfassten in erster Linie die organisatorische Abwicklung des laufenden Vermittlungsprogrammes, sowie die Einteilung des Führungspersonals. Hin- und wieder durfte ich auch selbst interessierte MuseumsbesucherInnen zu Themengebieten meines Fachgebiets durch die Schausammlung führen.
Es ist die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Themen mit Motivation und Begeisterung leicht verständlich an Kinder und auch Erwachsene weiterzugeben, die mir an dieser Tätigkeit besondere Freude bereitet.
Daher war es mir wichtig, meine Kompetenzen in diesem Bereich zu erweitern, um zukünftig auch aktiv an der Konzepterstellung von Vermittlungsprogrammen mitarbeiten zu dürfen. Das war der Grund, weshalb ich mich für die Teilnahme an den Zertifikatslehrgängen Kulturvermittlung und Kulturmanagement entschieden habe.
Die angebotenen Seminare stellten eine hervorragende Möglichkeit für mich dar, in relativ überschaubarer Zeit, ein gebündeltes und vor allem praxisnahes Wissen im Bereich Kulturvermittlung und Kulturmanagement zu erlangen. Während beispielsweise die Seminare „Grundlagen der Kulturvermittlung“ und „Strukturen des Kulturbetriebs“ eine breite Basis in den jeweiligen Bereichen liefern, war das Seminar „Digitale Kunst- und Kulturvermittlung“ oder „Optimales Texten“ konkret für meine Abschlussarbeit „Digitale Minerale – Konzept zu einer Digitalen Ausstellung„ von großer Bedeutung. Aber auch Soft-Skills, wie „Professionelle Gesprächsführung“ und „Umgang mit Konflikten“, haben mir bereits das eine oder andere berufliche Gespräch wesentlich erleichtert.
Eine besondere Motivation für meine Arbeit ist es, vor allem Kinder und Jugendliche für naturwissenschaftliche Themen zu begeistern, um so eventuell den einen oder anderen Impuls für naturwissenschaftliche Werdegänge zu setzen.
Susanne Mayrhofer in Aşağiyaylabel (Anatolien) 2012
Michael Loebenstein war am 25. Jänner 2018 zu Gast beim Round Table Personalentwicklung – einer Veranstaltungsreihe des Instituts für Kulturkonzepte. Dabei tauschen sich regelmäßig GeschäftsführerInnen und Personalverantwortliche aus Kulturbetrieben aus und setzen sich mit Entwicklungen im Feld auseinander.
Seit November 2017 ist Michael Loebenstein neuer Direktor des österreichischen Filmmuseums. Davor leitete er sechs Jahre lang das National Film and Sound Archive of Australia (NFSA). Beim Round Table haben wir mit ihm darüber gesprochen, welche Herausforderungen er in Australien bewältigen musste und welche Maßnahmen er in puncto Personalentwicklung in einer Institution mit 220 MitarbeiterInnen gesetzt hat. 3 Fragen, die wir ihm gestellt haben, möchten wir gerne mit Ihnen teilen:
Wie sehen Sie den österreichischen Kultursektor aus der Distanz von sechs Jahren in Australien?
Positiv – was jetzt nach „rosaroter Brille“ klingt, ich weiß! Was ich meine ist natürlich nicht die Realität, dass viele Bereiche von Kunst und Kultur unterdotiert und leider strukturschwach dastehen, sondern die generelle Bedeutung, die zumindest hier in Wien Kultur genießt. Auch wenn wir selbst unseren öffentlichen Diskurs bisweilen provinziell finden, werden Kulturschaffende und KünstlerInnen selbstverständlich zu gesellschaftlichen Prozessen befragt und gibt es ein Verständnis, dass Kunst Bedeutung hat: für die Gesellschaft, in der Bildung, auch für die Wirtschaft und die nationale Identität.
Beim Round Table haben Sie gesagt, dass das Filmmuseum für Sie ein „sicherer Ort für gefährliches Denken“ ist – was meinen Sie damit?
Die Auseinandersetzung mit unserem kulturellen Erbe, mit künstlerischen, wie ganz banalen „Überbleibseln“ der Alltagskultur, kann Sprengkraft haben: Sie erlaubt die Hinterfragung des gesellschaftlichen Konsenses, „kompliziert“ die Dinge. Das ist gerade in Zeiten von „Fake News“, gewollter und zugespitzter Vereinfachung, ganz wichtig. Mit „gefährlichen Ideen“ meine ich – zugespitzt – die Möglichkeit, offene Fragen zu stellen, Wagnisse einzugehen, intellektuell wie künstlerisch. „Sicher“ heißt hier: befreit vom Druck kommerzieller Verwertungslogiken, Zonen für Neugierde und die Begegnung mit Fremden zu schaffen. Aber auch im Sinne eines Ortes, wo sich Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, Orientierung oder Überzeugung respektiert fühlen können. Diese „freien Zonen“ gibt es immer weniger: Das ist beispielsweise ein Grund, warum Bibliotheken in zunehmend privatisierten und reglementierten westlichen Großstädten eine Renaissance feiern.
Was tun Sie konkret, um die Personalentwicklung im Filmmuseum zu fördern?
Zuerst: Gespräche mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Große Unternehmungen wie ein neues Mission Statement, aber auch eine Sammlungspolitik als partizipatives Projekt angehen. Mobilität innerhalb des Museums fördern, und interne wie auch öffentliche Präsentationen von spezifischen Arbeitsbereichen anregen. Aber auch extern – es gibt viele Weiterbildungs- und Praxismöglichkeiten im Austausch mit anderen Memory-Institutionen im Film-, wie auch anderen Kulturbereichen. Das sind nur ein paar Punkte.
Sie möchten sich und Ihre MitarbeiterInnen weiterbilden? Im Jahresprogramm „Der neue Kulturbetrieb 2018“ bietet das Institut für Kulturkonzepte praxisnahe Seminare und Inhouse-Trainings an, die speziell für die Anforderungen in Kulturbetrieben entwickelt sind. Informieren Sie sich auf unserer Website und treten Sie mit uns in Kontakt!
Impressionen vom Round Table Personalentwicklung am 25. Jänner 2018. Auf diesem Wege bedanken wir uns noch einmal herzlich bei Sabine Reiter und ihrem Team vom mica – music austria für die nette Gastfreundschaft!
Kategorie: Business as usual? Das Kulturmanagement Forum 2017
Business as usual? Das Kulturmanagement Forum 2017
Foto: Corinna Eigner
„Einmal im Jahr gönnt sich das Institut für Kulturkonzepte das Kulturmanagement-Forum“, sagt Karin Wolf, Direktorin des Instituts, gleich zu Beginn des Forums, schließlich ermöglicht es allen Anwesenden über aktuelle Themen des Kulturbetriebs zu sprechen, sich auszutauschen und Netzwerke zu pflegen.
Eines der brennenden Themen unserer Zeit ist die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundene Geschwindigkeit, in der sich Neuerungen einstellen. Für Ruth Goubran, Sponsoring-Verantwortliche bei der Erste Bank Group AG, bedeutet dies sich ständig weiterzuentwickeln und die Bereitschaft jeden Tag aufs Neue zu lernen. „Es geht um die Gestaltung des Wandels“, erklärt Goubran und meint damit, dass Kulturbetriebe Änderungen und Neuerungen aktiv mitgestalten sollen. Das passiert auch auf sprachlicher Ebene. Durch – mehr oder weniger – neue Apps wie Snapchat und Instagram, die beide visuell ausgerichtet sind, verändert sich das Kommunikationsverhalten zunehmend. Ein Kulturbetrieb muss auf diese Änderungen adäquat eingehen und prüfen, wie Inhalte nun anders transportiert werden können. Zugleich, warnt Goubran, darf der Dialog mit dem Publikum jedoch nicht banalisiert werden. Es bedarf demnach weiterhin einer anspruchsvollen Kommunikation, die den Austausch zulässt und Räume eröffnet, innerhalb derer nachgedacht werden kann.
Ruth Goubran, Foto: Corinna Eigner
Caren Ohrhallinger, vom Architekturbüro nonconform, hat sich gemeinsam mit ihren KollegInnen genau dies zum Ziel gesetzt: Räume eröffnen, Austausch zulassen, Diskutieren erwünscht. Ein wesentlicher Aspekt hinter jeder planerischen Entscheidung ist der Dialog mit jenen Menschen, die es vor Ort betrifft. Durch die partizipative Herangehensweise haben BürgerInnen die Möglichkeit ihren Gedanken und Emotionen zu einem Bauprojekt Raum zu geben und sich sowohl persönlich als auch anonym zu äußern.
Caren Ohrhallinger, Foto: Corinna Eigner
Während bei dem Beispiel von nonconform die persönliche Beschäftigung auf Augenhöhe eine Rolle spielt, agiert ein Teil der Agentur art:phalanx auf einer rein virtuellen Ebene. So macht Clemens Kopetzky deutlich, wie wichtig es als Kulturbetrieb ist, auf das aktuelle Kommunikationsverhalten einzugehen. Kulturbetriebe werden zunehmend mit einer Generation konfrontiert, die damit aufgewachsen ist, mit Dingen interagieren zu können, indem sie sich über digitale Medien austauschen und mit Hilfe von Augmented Reality die Grenze zwischen digital und analog verflüssigt wird. Ein Beispiel, um auf diese neue Interaktionsweise einzugehen, ist die Musikplattform fidelio. Hier gibt es klassische Musik ausschließlich als Streamingangebot. Der Mehrwert? Häuser, wie die Staatsoper, haben die Möglichkeit ihr Angebot ansprechend zu platzieren. UserInnen haben die Möglichkeit mittels modernster Technik und intuitiven Vorgehen genau jenes Angebot zu finden, das sie suchen.
Ein weiteres erfolgreiches Beispiel ist die digitale Kulturvermittlung von Gemälden, konkret jenes des Kunsthistorischen Museums Wien, das 100 Meisterwerke virtuell zugänglich macht. Das Besondere daran ist das dahinterliegende Storytelling, das die Geschichten, die hinter dem einzelnen Werk stehen, für UserInnen zugänglich und begreifbar macht. „Es eröffnet sich dadurch ein großes Spektrum an Möglichkeiten“, verdeutlicht Kopetzky und nennt beispielsweise den niederschwelligen Zugang, den erweiterten Erfahrungsraum und das Potential für kleinere Institutionen, die zum Beispiel relativ kostengünstig auf ihre aktuelle Ausstellung verweisen können.
Clemens Kopetzky, Foto: Corinna Eigner
An diese Überlegungen schließt Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des MAK an. Er und sein Team setzen bei der Kunstvermittlung auf eine ganzheitliche Kommunikation, die verschiedene Kanäle bespielt und damit auch verschiedene Generationen zusammenbringt. So versucht das MAK sowohl in analogen Workshops Menschen zur Diskussion anzuregen, als auch durch den Einsatz von Virtual Reality ein jüngeres Publikum zu erreichen.
Christoph Thun-Hohenstein, Foto: Corinna Eigner
All die genannten Best Practice Beispiel verdeutlichen, dass auch im Kulturbetrieb die zwischenmenschliche Kommunikation weiterhin den höchsten Stellenwert einnimmt. Ergänzt werden muss dies jedoch mit der Einbindung digitaler Möglichkeiten, die neue Räume eröffnen und den Austausch mit vor allem jüngeren Zielgruppen fördern und fordern.
Das Kulturmanagement Forum wird jedes Jahr vom Institut für Kulturkonzepte veranstaltet und fand 2017 am 22. November statt.
Fotos: Corinna Eigner
Hier das Video zum Kulturmanagement Forum 2017!
Kategorie: „Aus den eigenen Fähigkeiten die Berufswelt bauen“ – Absolvent Alexander Moore
„Aus den eigenen Fähigkeiten die Berufswelt bauen“ – Absolvent Alexander Moore
Foto: Roland Renner
Wichtiger, als die Dinge richtig zu machen, ist es, die richtigen Dinge zu machen.
Peter Drucker
Die Kultur ist mein Zuhause. Seit fast 20 Jahren bewege ich mich in diesem Berufsfeld, wobei ich den Fokus überwiegend auf Musikveranstalter (Konzerthäuser, Orchester, Opernhäuser etc.) gelegt habe. Ich habe gemeinsam mit einem Partner die Agentur MusiConsulting gegründet, ein Netzwerk für Musikredaktion, Medien, Layout und Dramaturgie.
Begonnen hat alles 1998, als ich parallel zum Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien meinen beruflichen Weg begann: Ich durfte in der Start-Mannschaft von Radio Klassik Stephansdom mitarbeiten und moderierte dort die erste je ausgestrahlte Sendung. Nach drei Jahren ging ich nach Graz als Pressesprecher des Opernhauses und des Kinder- und Jugendtheaters „Next Liberty“. In diese Zeit fiel auch das Jahr 2003, in dem Graz den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ trug – ein aufregendes und sehr spannendes Jahr! Danach schloss ich mein Studium an der Musikuniversität erfolgreich ab und konnte dank eines Stipendiums aus dem Bundeskanzleramt einige Monate in Derry (Nordirland) am dortigen Playhouse mitarbeiten. Ich inszenierte erstmalig ein Theaterstück und lernte einen neuen Betrieb in einem anderen Land von allen Seiten kennen.
Nach der Rückkehr nach Österreich arbeitete ich am Brucknerhaus Linz im Betriebsbüro, wo ich u.a. mehrere Programmreihen betreute und die Produktion der Linzer Klangwolke 2007 leitete. Im Dezember 2007 begann ich, für das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und das Grafenegg Festival zu arbeiten. Als Dramaturg und Redakteur schrieb ich sehr viele Programmtexte, gestaltete Kundenmagazine und Jahresbroschüren und hielt rund 130 Einführungsvorträge in Wien, St. Pölten und Grafenegg.
Nach sieben Jahren erhielt ich Ende 2014 die großartige Chance, die Jeunesse Österreich als Generalsekretär zu leiten. Mein erstes eigenes Programm für die Saison 2016/17 konnte ich im Frühjahr 2016 präsentieren und blieb bis September 2017 in der Funktion des Generalsekretärs. Ich war ich auch im internationalen Netzwerk der Jeunesses Musicales International aktiv und zuletzt Vorsitzender des Classical Committee, einer Arbeitsgruppe mit TeilnehmerInnen aus zahlreichen europäischen Mitgliedsländern.
Seit Oktober 2017 gibt es MusiConsulting, unsere Agentur für Musikredaktion, Medien, Layout und Dramaturgie: Wir betreuen Konzert- und Kulturveranstalter, gestalten und organisieren ihren öffentlichen Auftritt für das Publikum, insbesondere Broschüren, Programmhefte, Websites, Übersetzungen und Programmrecherchen. Dabei unterstützen oder ergänzen wir bestehende Teams aus den Bereichen Presse, Marketing, Dramaturgie und Grafik.
Foto: Klaus Fritsch
Vor dem Zertifikatskurs am Institut für Kulturkonzepte hatte ich noch sehr wenig Überblick über die verschiedenen Kulturfelder und die Vielzahl an Fertigkeiten, die man im Alltag sehr gut brauchen kann. Der Hausverstand hat immer viel gelöst, aber eine solide Grundlage ist mindestens genauso wichtig. Darum waren Weiterbildungen immer ein wichtiges und berufsbegleitendes Thema – in Form von Seminaren, Workshops und Themen-Wochenenden.
An meinem jetzigen Beruf schätze ich besonders das selbst geschaffene Profil und die Eigenständigkeit. Ich darf alle meine Talente auf den Tisch legen und daraus meine Berufswelt schaffen, es ist dann sehr spannend zu sehen, was auf einen zukommt. Es kommt in unserer Branche auf mehrere Faktoren an: Liebe zur Musik, eine Leidenschaft für das Schreiben und gute Texte – Genauigkeit und Pünktlichkeit sind ebenso wichtig wie eine zuverlässige Kommunikation mit den KundInnen und im Allgemeinen der Überblick, den man nie aus den Augen verlieren darf.
Für die Tonkünstler halte ich am 24. März 2018 mein nächstes Einführungsgespräch im Wiener Musikverein: BERNSTEIN: FANCY FREE
Und am Ostersonntag darf ich das Konzert des European Union Youth Orchestra in Grafenegg vorstellen: Osterkonzert 2018
Foto: Roland Renner
Kategorie: Birgit Mandel – Diversity or uniformation in cultural management due to Globalization?
Birgit Mandel – Diversity or uniformation in cultural management due to Globalization?
Foto: Timon Studler
Results of an empirical research among cultural managers worldwide regarding their working conditions, missions, challenges
An article by Birgit Mandel
From a Western perspective, it seems that cultural management has been well established as a profession and as an academic discipline, too, with a high number of research and publications existing and a profound body of knowledge and strategies that seem to be similar all over the world. Moreover, due to an increasing amount of cultural cooperation beyond borders, working practises in arts and cultural management seem to become universal.
Cultural managers work in international art festivals, global companies of the creative industries, or international tourism. They are involved in cultural diplomacy and cultural development cooperation and, in times of an increasing worldwide migration, cultural managers are engaged in moderating “intercultural” change management processes in their own countries.
Is cultural management getting harmonized due to cultural globalization? Or are concepts and practices of cultural management more influenced by the specific national or regional conditions? Are there differences between the Western world and other world regions?
How do cultural managers from different world regions describe their working conditions and missions, also in terms of cultural policy, and which differences can be observed?
What are the main challenges of international cultural cooperation, which competencies are needed for working in international and intercultural contexts, and which training concepts in international cultural management proved to be successful?
These were the main research questions of an exploratory empirical survey, conducted by the author, with the support of students from the Hildesheim University program cultural management and in cooperation with the Goethe Institut and the European Cultural Foundation Amsterdam/Mit Ost Berlin. Interviews were conducted with 35 experts; 750 respondents from all together 110 countries completed an online survey. In addition, an in-depth analysis of two international arts/cultural management trainings programs: the “MOOC Managing the Arts” by Goethe Institut and the “Tandem” Program by European Cultural Foundation Amsterdam/MitOst e.V. Berlin were done.
Foto: Cuttersnap
Very different working conditions but similar values
The results of the study reveal that cultural managers worldwide neither observe nor desire universalization in the sense of homogenization either in cultural life or in cultural management approaches. According to them, managing arts and culture always demands a differentiated adjustment to local needs and conditions.
Working conditions for cultural managers differ tremendously, ranging from a well-funded public arts sector with many governmentally funded institutions like in Germany, to a cultural life organised and executed by volunteers and the civil society mostly where cultural operators often act as artists, political activists and managers at the same time.
The findings stress moreover the importance of the personality of the manager as well as the institutional and the local conditions for the practices of arts/cultural management over and above the influences of cultural globalization.
Diversity in management practices e.g. in terms of time management, flexibility grades, but also in terms of artistic judgements and prioritising goals, is rather seen as enriching national and regional cultural concepts as well as collaborations across national boundaries.
At the same time, results show that cultural operators worldwide seem to share certain work missions and values, which might be explained by the concept of “cosmopolitanism” as well as by the specific character of the artistic and cultural field.
The majority of the respondents, for example, chose for their self-understanding as cultural manager most often the role models of “cultural educator” and “agent of social change”, – roles, where cultural managers take over societal responsibility instead of only managing an arts institution efficiently.
Besides the widespread similarities in the opinions of the respondents a closer look revealed some significant regional differences: Respondents from developing and emerging countries identify themselves even more often with the roles “agent of social change“ and “artist“; they stress more often the importance of the following aims of cultural policy in their countries: “promoting social integration”, “building and stabilizing democracy”, “fostering national identity” and “fostering religious values”; and they name “building and strengthening a democratic society” more often as a central goal for arts/cultural managers in the future. They more often assess as important influence factors on the style, in which arts/cultural management is practiced, the individual educational background of the manager. They more often mention as challenges and difficulties applying to their international work: visa restrictions, hierarchies among partners, prejudices, ready-made concepts ignoring specific national/local contexts.
Arts/Cultural management is changing through internationalization – all experts acknowledge this. New modes of thinking and proceeding, new instruments and tools get woven into national concepts. The political dimension of arts/cultural management increases, as communication through art and culture between countries gains even more importance in times of war and crises and therefore forces a stronger responsibility of the cultural sector as bridge maker. But according to the experts this does not mean initiating a worldwide harmonization and unification of cultures, neither in the sense of globalization nor hybridization. As responsibility of arts/cultural management they rather suggest empowering diversity, while at the same time looking for some common ground.
Foto: Alexis Brown
International collaboration is experienced as “rapid learning”.
To notice and explicitly discuss differences in behaviour, leadership styles, and in evaluating arts and culture and its role in society and at the same time manage to identify and develop common interests is the main challenge and benefit of international work.
Intercultural competence in arts/cultural management involves learning, accepting, and moreover appreciating that there are different ways of doing things.
Arts/cultural managers with international experience broaden the repertoire of practice in the field, and can – drawing from their international experiences – become “change makers” within their national cultural systems.
The whole results and theoretical background are found in the publication:
Birgit Mandel: Arts/Cultural Management in International Contexts
Results of a Research on the views of arts/cultural managers around the world regarding their profession, working conditions, current challenges, required competencies, and training opportunities. Hildesheim University/Olms Verlag 2017
Birgit Mandel is professor for cultural management and head of MA program Arts Mediation and Cultural Management at the Department for Cultural Policy, University of Hildesheim.
She is founding member and former president of the Association of Cultural Management at universities in Germany, Austria and Switzerland (Fachverband für Kulturmanagement) and Vice president of the German society for cultural policy (Kulturpolitische Gesellschaft).
Birgit Mandel is also scientific board member in the newPostgraduate University Master Programme „European Arts Management for Cultural Leaders and Entrepreneurs“ starting in September 2018 in Graz, Austria. The Master Programme was developed by the Institut für Kulturkonzepte Wien in cooperation with the Karl-Franzens-University in Graz. Find out more about the Programme here: