Wie Zufriedenheit und Produktivität sich gegenseitig aufschaukeln
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Produktivität
Foto: Anete Lūsiņa | Unsplash
Kategorie: Der neue Kulturbetrieb Wie Zufriedenheit und Produktivität sich gegenseitig aufschaukeln – Stella Damm nimmt das Fortschritts-Prinzip unter die Lupe 07.03.2019

Unsere Dozentin Stella Damm weiß am besten, wie man die eigene To-do-Liste so optimiert, dass sie als ideales Arbeitstool funktioniert. Diesem Thema widmet sie sich auch eingehend am 25. April 2019 ihrem Seminar To-do-List-Makeover – Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung. Um sich darauf einzustimmen oder neugierig zu werden, können Sie hier Stella Damms Beitrag zu Produktivität im Arbeitsalltag lesen:

Die Sache mit den To-do-Lists

Haben Sie schon mal nach einem intensiven Tag und gefühlten hundert Häkchen auf Ihrer To-do-Liste trotzdem das Gefühl gehabt, dass an diesem Tag nichts weitergegangen ist?

Produktivität ist schwer zu messen, wenn wir nicht gerade auf die Zahl der hergestellten Werkstücke verweisen können oder auf die Quadratmeter fertig ausgemalter Wand. Also versuchen wir oft, sie in To-do-Listen-Häkchen zu messen, und wundern uns dann, warum das Gefühl von Zufriedenheit ausbleibt.

Viel tun und sehr beschäftigt sein ist aber nicht dasselbe wie produktiv sein, und intuitiv wissen wir das. Das Gefühl, mit der Leistung eines Arbeitstags zufrieden sein zu können, kommt nicht auf, wenn wir zwar viele Dinge getan oder abgehakt haben, die aber nicht wirklich wichtig waren. Oder wenn wir ihren Sinn nicht wirklich sehen können.

Und dann gibt es Tage, da führt eine einzige Sache, die wir erledigt haben, dazu, dass wir hochzufrieden nach Hause gehen. Ganz gleich, was sonst noch passiert ist.

In kleinen (Fort-)Schritten…

Eigenartig? Vielleicht weniger als Sie denken. Teresa Amabile, Arbeitspsychologin an der Harvard Business School und Autorin von „The Progress Principle“, nennt es das Fortschritts-Prinzip: Laut ihren Untersuchungen, in denen tausende Menschen in unterschiedlichsten Jobs für sie eine Art Arbeits-Tagebuch geführt haben, gibt es einen einzigen Grund, der verlässlich bei allen Menschen dazu führt, dass wir zufrieden sind mit unserem Arbeitstag (und mit uns selbst):

Wir sind es dann, wenn wir an diesem Tag Fortschritte gemacht haben bei einer Sache, die uns in unserer Arbeit wichtig ist. Das müssen keine Riesen-Fortschritte sein, und keine Branchen-erschütternden Durchbrüche. Es müssen nur Fortschritte sein, die wir deutlich spüren können, selbst wenn es kleine Schritte sind.

Und es muss in einem Bereich sein, der uns sinnvoll und wichtig erscheint: Wenn Sie also Riesensprünge machen in einer Sache, die Sie eher sinnlos finden, wird sich die Zufriedenheit auch nicht einstellen.

zufrieden = produktiv?

Was Teresa Amabile noch herausgefunden hat, lässt aufhorchen: dieses Gefühl von „Heute hab ich spürbar was weitergebracht in einer wichtigen, sinnvollen Sache“ ist anscheinend auch der verlässlichste Indikator für Ihre allgemeine Zufriedenheit mit Ihrem Job (je häufiger Sie mit diesem Gefühl nach Hause gehen, desto größer ist diese), für Ihre Loyalität zum Arbeitgeber, für Ihre Produktivität und Ihre Leistung.

Es gibt also eine Art Feedback-Schleife, in der sich Zufriedenheit mit der eigenen Leistung und Produktivität in sinnstiftenden Bereichen gegenseitig steigern.

In ihrem Buch beschäftigt sich Amabile in erster Linie damit, wie Vorgesetzte und Unternehmenskulturen dieses Zufriedenheits-Gefühl beeinflussen, und was ein Arbeitsumfeld braucht, um dem Fortschritts-Prinzip Rechnung zu tragen.

Höchste Priorität!

Aber Sie können, wenn Sie wollen, noch heute damit beginnen, dieses Prinzip für sich zu nutzen. Ganz einfach, indem Sie Ihre Vorhaben für den Tag entsprechend planen: Fragen Sie sich, was Sie heute tun können, um in einem Bereich, der Ihnen wichtig ist, ein Stück weiterzukommen. Und stellen Sie diese Sache in Ihrer Prioritätenliste so weit nach oben wie möglich.

Und am besten auch an den Beginn des Tages – meiner Erfahrung nach gehen später die weniger sinnvoll erscheinenden und weniger Fortschrittbringenden Dinge, die auch sein müssen, leichter und rascher von der Hand: Schließlich haben wir dann die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung ja schon in der Tasche, und das macht uns nicht nur fröhlicher, es stimmt uns auch gnädiger gegenüber den weniger attraktiven Stichworten auf unserer To-do-Liste.

 

Sie erkennen sich in diesem Beitrag wieder und möchten für Ihre eigene Arbeit noch mehr Tipps zu Produktivität und Arbeitsplanung? Dann sichern Sie sich gleich einen Platz in Stella Damms Seminar To-do-List-Makeover am 25. April 2019 (eintägig!).

Stella Damm
Foto: Jutta Fischel

Stella Damm kommt ursprünglich aus dem Journalismus und war zwanzig Jahre lang bei Ö1 tätig, unter anderem als Moderatorin und Producerin der Sendereihe „Von Tag zu Tag“. Seit 2013 beschäftigt sie sich hauptberuflich mit dem Thema Selbstbehauptung und hat dazu das Trainingsprogramm „Awake the Tiger Within“ mitentwickelt, das sie als ausgebildete Trainerin für Social Skills begleitet. Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie seit 2005.

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