Absolventin Isabell Fiedler, Kunstmeile Krems - Institut für Kulturkonzepte
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Foto: Kunstvermittlung Kunstmeile Krems
Foto: Kunstvermittlung Kunstmeile Krems
Kategorie: 25 Jahre Kulturkonzepte 2019 Partizipation heißt auch mitentscheiden – Isabell Fiedler, Kunstmeile Krems 18.11.2019

Isabell Fiedler hat 2018 die Leitung der Kunstvermittlung auf der Kunstmeile Krems übernommen. In dieser Funktion betreut sie die Landesgalerie Niederösterreich, die Kunsthalle Krems, das Karikaturmuseum Krems, das Forum Frohner, die Artothek Niederösterreich und AIR – ARTIST IN RESIDENCE Niederösterreich. Am Institut für Kulturkonzepte absolvierte sie 2005 die Sommerakademie und zwei Jahre später den Universitätslehrgang Kultur & Organisation.

Nun beantwortet sie uns 5 Fragen zu ihrem Job und verrät, wie sich die Arbeit von VermittlerInnen durch neue Medien und den immer stärker werdenden Fokus auf Partizipation verändert.

Dein Job in einfachen Worten: Wie hasdu deinen Eltern erklärt, worin deine Arbeit besteht?

Ich unterstütze Menschen jeden Alters, einen persönlichen Zugang zu Kunst und Kultur zu finden. Dafür entwickle ich für die Museen der Kunstmeile Krems mit meinem wunderbaren Team vielfältige Vermittlungsformate wie Führungen, Workshops, Veranstaltungen, Projekte, Drucksorten, Videos und Audioguides.

Welche Aufgaben und Tätigkeiten liebst du dabei besonders?

Mein Aufgabenfeld ist ein sehr breites und abwechslungsreiches: Die Kunstvermittlungsabteilung auf der Kunstmeile Krems betreut sechs Institutionen und umfasst auch das Besucherservice und die Artothek Niederösterreich. Dementsprechend vielfältig sind die Ausstellungen und Projekte, die wir vermitteln und umsetzen. Sehr interessant und bereichernd ist dabei auch die Zusammenarbeit mit Kolleg/innen, Künstler/innen und Projektpartner/innen.

Spannend ist ebenso, sich mit neuen Theorien und Methoden der Kunstvermittlung sowie gesellschaftlichen und medientechnologischen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Wie können wir diese in die eigene Arbeit integrieren?

Welche Veränderungen der letzten 25 Jahre wirken sich auf dich und deinen Arbeitsalltag aus, wie zum Beispiel die Digitalisierung?

Der Stellenwert, der Wirkungsbereich und das Anforderungsprofil der Kunstvermittlung haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Eigene Vermittlungsabteilungen nehmen innerhalb der Institutionen einen zentraleren Stellenwert ein und arbeiten eng mit anderen Abteilungen zusammen. Neben Führungen und Workshop treten partizipative und interdisziplinäre Formate und Projekte zunehmend in den Vordergrund. Die Hinwendung zu unseren Interaktionspartner/innen und die Berücksichtigung ihrer Meinungen und Bedürfnisse werden dabei immer wichtiger.

Ein schönes Bespiel dafür ist das Partizipationsprojekt #MyMuseum, das wir für die Eröffnung der Landesgalerie Niederösterreich im Mai 2019 realisiert haben. Wir haben alle Menschen in Niederösterreich gefragt, was sie von ihrem neuen Museum erwarten. Dafür sind wir mit dem Direktor und Kurator der Landesgalerie durch ganz Niederösterreich getourt. Das finale Highlight des Projektes war eine Ausstellung der Werke der Teilnehmenden im Museum sowie die Präsentation in einem Katalog und einer Online Galerie.

Die Digitalisierung prägt die Kunstvermittlung in Österreich aktuell sehr stark. Einerseits zieht die digitale Kunst in die Museen ein und verlangt nach einer entsprechenden Vermittlung. Andererseits setzt die Vermittlung zunehmend digitale Medien ein, um ihre Interaktionspartner/innen im Museumsraum (onsite & offsite) zu erreichen. Wichtig ist bei all den Entwicklungen, die Objekte der Ausstellung als zentrale Bezugspunkte zu definieren. Digitale Medien sollten nie um ihrer selbst eingesetzt werden.

Das Institut für Kulturkonzepte ist für mich … 

DAS Kompetenzzentrum für Kulturmanagement und Kunstvermittlung. Sehr gerne erinnere ich mich an meine Zeit am Institut zurück.

Was können Kunst und Kultur in deinen Augen in der heutigen Gesellschaft bewirken?

Kunst und Kultur öffnen uns neue Perspektiven auf die Welt und uns selbst. Sie regen zur Auseinandersetzung mit wichtigen Themen an, lösen Diskurse aus, zeigen Möglichkeiten und Vision auf. Zudem verbinden sie Menschen. Gute Kunstvermittlung kann diese Prozesse in Gang setzen und unterstützen.

Ein aktuelles Programm der Kunstmeile Krems ist ABENTEUER MUSEUM! Das Projekt macht das Museum als Ort für neue Begegnungen und Erfahrungen erlebbar. Zusätzlich zum FREIEN EINTRITT ermöglicht es Schulklassen, Kindergartengruppen und Horten aus Niederösterreich die Buchung eines KOSTENFREIEN VERMITTLUNGSFORMATS nach Wahl. Alle Programme stehen in Bezug zu den Lehrplänen sowie aktuellen sozio-kulturellen und medientechnologischen Entwicklungen.

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