
Benedikt Grawe hat am Institut für Kulturkonzepte letztes Jahr die Lehrgänge Kulturmanagement und Kulturvermittlung abgeschlossen.
In diesem Blogbeitrag gibt er uns einen Einblick in seine Laufbahn und seine aktuellen Projekte.
Der Alpbacher Benedikt Grawe hat in Innsbruck und Wien privaten Schauspiel- und Gesangsunterricht erhalten und an der Universität Wien „Theater-, Film- und Medienwissenschaft“ studiert. Er war an verschiedenen Theatern als Schauspieler, Sänger, Dramaturgie- und Regiehospitant sowie Regieassistent tätig – unter anderem am Tiroler und Vorarlberger Landestheater, Musiktheater Vorarlberg und Schubert Theater Wien sowie als Mitglied der Marc Hess Company.
Er hat zwei Solokabaretts geschrieben (The Summoning of Everyman, Delirium Alpinum), den Text für die Musical-Show Die Fünf Moes im Casino Innsbruck und das Volksstück Die Berchtl und der schwarze Fuchs. Das Kinder-Jazz-Theaterstück Der Pilot Herr Fridolin hat er mitkonzipiert, bei dem er seit 2011 mit Juliana Haider und Tiroler Jazz-Größen gemeinsam auf der Bühne steht.
Neben seinen künstlerischen Ambitionen hat Benedikt für das Europäische Forum Alpbach und den Verein LIFE + (Life Ball) gearbeitet und war am Tiroler Landestheater Leiter des Künstlerischen Betriebsbüros sowie von 2020 bis 2023 Chefdisponent des Hauses. Zuletzt war er Dramaturg beim Tiroler Kammerorchester InnStrumenti und Produktionsleiter des Theaterstückes Romeo & Julia bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs. Momentan ist Benedikt Projektmanager bei der Enrique Gasa Valga Dance Company.
Wo arbeitest du aktuell, was ist deine Rolle dort und was gefällt dir an deinem Job besonders gut?
Gerade unterstütze ich die Enrique Gasa Valga Dance Company als Projektmanager organisatorisch. Was mir in solchen Funktionen immer am besten gefällt ist, dass man ein Projekt von der Planungsphase bis zur Realisierung begleitet – und sich dabei nicht von den diversen Hürden bei der Umsetzung entmutigen lassen darf.
An welchem Projekt arbeitest du gerade und warum begeistert es dich?
Privat arbeite ich gerade an der Umsetzung meines Theaterstückes Mander, s‘fahlt weit!. Andreas Hofer, der idolisierte männliche Volksheld im Kampf gegen die Herrschaft des Mannes: Was wäre, wenn Hofer wie damals – nur heute – die männlichen Massen mobilisieren würde und der Feind aber Gewalt an und Hass auf Frauen heißen würde und nicht Bayern und Frankreich? Und wie würden Hofer und seine Vertrauten das angehen?
Das Theaterstück soll vor allem Männer aufklären, aufrütteln und als Anlass gesehen werden, sich zu engagieren. Es muss auf männlicher Seite ein Umdenken stattfinden und eine höhere Bereitschaft zum Aktivismus passieren.
Was hast du aus unserem Lehrgang mitgenommen, das dir heute besonders hilft?
Obwohl ich seit vielen Jahren selbst im Kultursektor tätig bin, werden einem im Tun doch immer wieder blinde Flecken bewusst. Beide Lehrgänge und die verschiedenen Seminare, haben Wissenslücken gefüllt, Wissen wieder aufgefrischt und man kriegt sehr praxisnah vermittelt, wie Kulturprojekte umsetzbar gemacht werden.
Mir hat aber vor allem auch das wohlwollende und konstruktive Miteinander geholfen. Man gibt sich gegenseitig ehrliches Feedback, kann dieses einarbeiten und im besten Fall, wird ein noch besseres Projekt bzw. Produkt daraus. Das hat für mich Zusammenarbeit in einem kreativen Entstehungsprozess total neu definiert.
Was war dein persönlicher Aha-Moment in der Kulturarbeit?
Das wusste ich zwar bereits, wurde mir aber durch die Lehrgänge wieder bewusster gemacht: Es geht nur Miteinander und ohne Ellenbogenmentalität. Beziehungsweise möchte ich so im Kultursektor arbeiten. Man interagiert und kooperiert und dadurch entsteht etwas, dass im Alleingang so nicht entstanden wäre.
Welchen Tipp würdest du neuen Lehrgangsteilnehmer:innen mit auf den Weg geben?
Aktiv einbringen und unbedingt mit den anderen Lehrgangsteilnehmer:innen in Austausch treten. Es geben einem nämlich nicht nur die Dozent:innen wichtige Impulse, sondern auch die Teilnehmer:innen, die alle unterschiedlichste berufliche Hintergründe haben.
Danke Benedikt für diesen spannenden Einblick!
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