Business as usual? Das Kulturmanagement Forum 2017 - Institut für Kulturkonzepte
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Hier das Video zum Kulturmanagement Forum 2017!
Kategorie: Der neue Kulturbetrieb Business as usual? Das Kulturmanagement Forum 2017 24.01.2018
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Foto: Corinna Eigner

„Einmal im Jahr gönnt sich das Institut für Kulturkonzepte das Kulturmanagement-Forum“, sagt Karin Wolf, Direktorin des Instituts, gleich zu Beginn des Forums, schließlich ermöglicht es allen Anwesenden über aktuelle Themen des Kulturbetriebs zu sprechen, sich auszutauschen und Netzwerke zu pflegen.

Eines der brennenden Themen unserer Zeit ist die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundene Geschwindigkeit, in der sich Neuerungen einstellen. Für Ruth Goubran, Sponsoring-Verantwortliche bei der Erste Bank Group AG, bedeutet dies sich ständig weiterzuentwickeln und die Bereitschaft jeden Tag aufs Neue zu lernen. „Es geht um die Gestaltung des Wandels“, erklärt Goubran und meint damit, dass Kulturbetriebe Änderungen und Neuerungen aktiv mitgestalten sollen. Das passiert auch auf sprachlicher Ebene. Durch – mehr oder weniger – neue Apps wie Snapchat und Instagram, die beide visuell ausgerichtet sind, verändert sich das Kommunikationsverhalten zunehmend. Ein Kulturbetrieb muss auf diese Änderungen adäquat eingehen und prüfen, wie Inhalte nun anders transportiert werden können. Zugleich, warnt Goubran, darf der Dialog mit dem Publikum jedoch nicht banalisiert werden. Es bedarf demnach weiterhin einer anspruchsvollen Kommunikation, die den Austausch zulässt und Räume eröffnet, innerhalb derer nachgedacht werden kann.

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Ruth Goubran, Foto: Corinna Eigner

Caren Ohrhallinger, vom Architekturbüro nonconform, hat sich gemeinsam mit ihren KollegInnen genau dies zum Ziel gesetzt: Räume eröffnen, Austausch zulassen, Diskutieren erwünscht. Ein wesentlicher Aspekt hinter jeder planerischen Entscheidung ist der Dialog mit jenen Menschen, die es vor Ort betrifft. Durch die partizipative Herangehensweise haben BürgerInnen die Möglichkeit ihren Gedanken und Emotionen zu einem Bauprojekt Raum zu geben und sich sowohl persönlich als auch anonym zu äußern.

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Caren Ohrhallinger, Foto: Corinna Eigner

Während bei dem Beispiel von nonconform die persönliche Beschäftigung auf Augenhöhe eine Rolle spielt, agiert ein Teil der Agentur art:phalanx auf einer rein virtuellen Ebene. So macht Clemens Kopetzky deutlich, wie wichtig es als Kulturbetrieb ist, auf das aktuelle Kommunikationsverhalten einzugehen. Kulturbetriebe werden zunehmend mit einer Generation konfrontiert, die damit aufgewachsen ist, mit Dingen interagieren zu können, indem sie sich über digitale Medien austauschen und mit Hilfe von Augmented Reality die Grenze zwischen digital und analog verflüssigt wird. Ein Beispiel, um auf diese neue Interaktionsweise einzugehen, ist die Musikplattform fidelio. Hier gibt es klassische Musik ausschließlich als Streamingangebot. Der Mehrwert? Häuser, wie die Staatsoper, haben die Möglichkeit ihr Angebot ansprechend zu platzieren. UserInnen haben die Möglichkeit mittels modernster Technik und intuitiven Vorgehen genau jenes Angebot zu finden, das sie suchen.

Ein weiteres erfolgreiches Beispiel ist die digitale Kulturvermittlung von Gemälden, konkret jenes des Kunsthistorischen Museums Wien, das 100 Meisterwerke virtuell zugänglich macht. Das Besondere daran ist das dahinterliegende Storytelling, das die Geschichten, die hinter dem einzelnen Werk stehen, für UserInnen zugänglich und begreifbar macht. „Es eröffnet sich dadurch ein großes Spektrum an Möglichkeiten“, verdeutlicht Kopetzky und nennt beispielsweise den niederschwelligen Zugang, den erweiterten Erfahrungsraum und das Potential für kleinere Institutionen, die zum Beispiel relativ kostengünstig auf ihre aktuelle Ausstellung verweisen können.

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Clemens Kopetzky, Foto: Corinna Eigner

An diese Überlegungen schließt Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des MAK an. Er und sein Team setzen bei der Kunstvermittlung auf eine ganzheitliche Kommunikation, die verschiedene Kanäle bespielt und damit auch verschiedene Generationen zusammenbringt. So versucht das MAK sowohl in analogen Workshops Menschen zur Diskussion anzuregen, als auch durch den Einsatz von Virtual Reality ein jüngeres Publikum zu erreichen.

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Christoph Thun-Hohenstein, Foto: Corinna Eigner

All die genannten Best Practice Beispiel verdeutlichen, dass auch im Kulturbetrieb die zwischenmenschliche Kommunikation weiterhin den höchsten Stellenwert einnimmt. Ergänzt werden muss dies jedoch mit der Einbindung digitaler Möglichkeiten, die neue Räume eröffnen und den Austausch mit vor allem jüngeren Zielgruppen fördern und fordern.

Kulturmanagement Forum 2017
Hier das Video zum Kulturmanagement Forum 2017!

Alle Infos zu den im Video angesprochenen Seminaren für Kulturbetriebe finden Sie hier.

Das Kulturmanagement Forum wird jedes Jahr vom Institut für Kulturkonzepte veranstaltet und fand 2017 am 22. November statt.

 

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