Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein! - Absolventin Monika Wagner
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Monika Wagner
Foto: Nick Mangafas
Kategorie: 25 Jahre Kulturkonzepte 2019 Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein! – Monika Wagner, Hunger auf Kunst und Kultur 18.02.2019

Das Interview mit Monika Wagner führte Itta Francesca Ivellio-Vellin.

Unser 25-jähriges Jubiläum nehmen wir zum Anlass, unsere AbsolventInnen-Blogreihe neu zu gestalten. In diesem Jahr stellen wir Menschen, die unsere Kurse und Lehrgänge besucht haben, 5 Fragen im persönlichen Interview. Dabei wollen wir herausfinden, wohin sie ihr Karriereweg geführt hat und was sie mit dem Institut für Kulturkonzepte verbindet.

Unser erstes Interview haben wir mit Monika Wagner, Geschäftsführerin von Hunger auf Kunst und Kultur geführt. 2009 hat sie den Zertifikatslehrgang Kulturvermittlung am Institut absolviert. Seitdem ist sie uns nicht nur als Absolventin verbunden – Monika Wagner sitzt mit ihrem Büro ebenfalls in der Gumpendorfer Straße 9 und ist seit vielen Jahren unverzichtbarer Teil unserer Bürogemeinschaft!

Monika, dein Job in einfachen Worten: Wie hast du deinen Eltern erklärt, welche Aufgaben du bei Hunger auf Kunst und Kultur hast?

Meine Arbeit besteht darin, Menschen darin zu unterstützen, gratis Angebote im Bereich von Kunst und Kultur anzunehmen, wahrzunehmen.

Was liebst du dabei besonders?

Die Kommunikation mit vielen verschiedenen Menschen!

Welche Tätigkeit machst du heute ganz anders als vor 25 Jahren?

Kritik nehme ich gelassener. Teilweise habe ich mit Leuten am Telefon zu tun, die sich aufregen oder bei mir beschweren wollen. Mit einer längeren Berufserfahrung geht man da eher darüber hinweg und nimmt das nicht mehr so persönlich. Sonst denkt man sich ja oft: Okay, hab ich da jetzt was falsch gemacht? Das bringt schon die langjährige Berufserfahrung: Man lässt Dinge einfach mehr an sich abprallen und ich denke, dass das auch gut und wichtig ist.

Das Institut für Kulturkonzepte ist für mich…

…ein wunderbarer Kooperationspartner! Ich sitze ja auch hier im Büro! Außerdem war Karin Wolf auch bei uns im Vorstand von Hunger auf Kunst und Kultur. Also, ich kenne Karin eigentlich seit der Gründung des Instituts. Denn, als es das Büro hier in der Gumpendorfer Straße noch nicht gab, hat sie mit ein paar anderen Leuten begonnen, Seminare anzubieten. Ich habe damals nach der Uni ein Seminar bei ihr gebucht – Pressearbeit und Public Relations. Da haben wir uns kennengelernt und über verschiedene Kontakte sind wir eigentlich immer in Verbindung geblieben.

Ich habe außerdem 2008/2009 den Zertifikatslehrgang für Kulturvermittlung gemacht. Das war schon sehr wichtig, weil wir gerade zu dem Zeitpunkt bei Hunger auf Kunst und Kultur eine Vermittlungsschiene aufgebaut haben, das Kultur-Transfair. Durch diesen Lehrgang habe ich einerseits Kontakte zu Einrichtungen geknüpft, und VermittlerInnen kennengelernt. Andererseits habe ich mir die Expertise geholt, um letztlich selbst so eine Projektschiene aufzubauen.

Hunger auf Kunst und Kultur
Monika Wagner, ihr Team und UnterstützerInnen auf der 15-Jahr-Feier von Hunger auf Kunst und Kultur 2018 im Volkskundemuseum Wien.

Hunger auf Kunst und Kultur, also den Kulturpass, der sozial benachteiligten Menschen kostenlosen Eintritt in diverse Kultureinrichtungen ermöglicht, hat 2018 sein 15-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Idee, immer wieder Projekte zu entwickeln, kam daher, dass der Kulturpass allein oft nicht reicht. Es gibt Menschen, die haben zwar wenig Geld, aber nur weil das Angebot nichts kostet, gehen sie trotzdem nicht ins Museum. Da braucht es einfach mehr Vermittlung und Projektarbeit, um diese Menschen überhaupt für Kunst und Kultur zu gewinnen, beziehungsweise ihre Ängste und andere Barrieren abzubauen.

Der Wurlitzer, das Programmheft in leichter Sprache, ist zum Beispiel aus so einem Vermittlungsprojekt entstanden. Einige Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung meinten nämlich, sie verstehen oft nicht, was sie sich überhaupt anschauen könnten. In den Texten von Kulturinstitutionen ist nämlich oft jedes dritte Wort ein Fremdwort. Und diese Menschen haben definitiv gesagt, dass sie diese Texte nicht verstehen. Da ist natürlich die Lust, sich etwas anzuschauen, nicht sehr groß. Das muss dann natürlich auch immer von SozialarbeiterInnen begleitet oder vorbereitet sein. Deswegen haben wir so verschiedene Projekte entwickelt, weil es eben Menschen gibt, wo der Pass allein nicht reicht. Hier braucht es einfach mehr Unterstützung.

Da war der Lehrgang natürlich sehr hilfreich. Es war auch zu der Zeit, als Karin in unserem Vorstand war und sie war auch an der Ausarbeitung dieses Konzepts beteiligt.

Warum sind Kunst und Kultur aus deiner ganz persönlichen Sicht lebensnotwendig?

Wir sagen immer gerne „Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein“, das ist die Überphilosophie von Hunger auf Kunst und Kultur. Kunst und Kultur ist insofern wichtig, weil es einfach den Horizont von Menschen sehr erweitern kann und zum Nachdenken anregt. Es bietet die Möglichkeit, über gewisse Themen zu reflektieren, sich Gedanken zu machen, ein bisschen Input von außen zu bekommen. Daher glaube ich, dass Kunst und Kultur durchaus sehr sehr wichtig sind. Und letztendlich zum Leben oder Überleben in einer Gesellschaft tatsächlich lebensnotwendig.

 

Der Kulturkonzepte-Lesetipp an dieser Stelle: Das Jubiläumsbuch von Monika Wagner und Stefanie Panzenböck Von der Würde der Wellen und den Grenzen des Gugelhupf. Geschichten von und über Menschen, für die sich durch den Kulturpass wieder eine Türe zu Kunst und Kultur und zum Leben geöffnet hat.

Lesen Sie hier alle Sonderartikel zu 25 Jahre Kulturkonzepte!

Hier geht’s zu allen AbsolventInnen-Porträts.

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