Produktiv im Homeoffice? - Institut für Kulturkonzepte
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Foto: Duncan Kyhl | Unsplash
Foto: Duncan Kyhl | Unsplash
Kategorie: Allgemein Produktiv im Homeoffice? 29.04.2020

3 Empfehlungen von Stella Damm

Viele Menschen stehen jetzt vor der Herausforderung, ihre Arbeit und sich selbst im Homeoffice neu zu organisieren. Dabei muss jeder und jede einen Weg finden, die individuell ganz unterschiedlichen Hürden zu überwinden. Den einen fehlt der direkte und persönliche Austausch mit KollegInnen, die anderen teilen sich den Küchentisch mit Partner und schulpflichtigen Kindern und die dritten fragen sich, wie sie abgesagte Projekte und Aufträge ersetzen können.

Wir haben mit Stella Damm gesprochen und sie um ihre Empfehlungen gebeten. Wer praktische und konkrete Impulse für die eigene Situation erhalten möchte, dem sei das Online-Seminar To-Do-List Makeover – Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung am 13. und 14. Mai ans Herz gelegt.

Warum fällt die Selbstorganisation gerade jetzt vielen so schwer?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich gerade niemand in einem ressourcenreichen Zustand. Das Leben mit der Pandemie legt über alle die gleichen Stressoren, unabhängig von der persönlichen Situation. Wir alle müssen die ganze Zeit viel adaptive Energie aufwenden, d.h. wir müssen uns ständig neu ausrichten und neue Informationen verarbeiten. Wir treffen täglich neue Entscheidungen, von denen wir aber gar nicht wissen, wie lange sie gültig sein können. Um es salopp zu sagen: Wir sind alle etwas durch den Wind. Das führt auch zu einem intensiven Lernprozess, denn wir müssen uns gerade daran gewöhnen, im Rahmen dieser Unsicherheiten zu navigieren. Das bedeutet eine automatische Kompetenzerweiterung im Alltag und auch im Arbeitsleben.

Die neue Arbeitssituation mit Kurzarbeit und Homeoffice erfordert neue Kompetenzen im Bereich der Online-Zusammenarbeit. Dabei spielt es eine große Rolle, wie die Situation zu Hause ist und auch welche Art von Konzentration und Kommunikationsfluss die aktuelle Aufgabe und der gesamte Job brauchen. Um ein ganz konkretes Beispiel zu geben: die Mitarbeiterin in der Marketing-Abteilung eines Theaters ist es gewöhnt, mit mehreren Menschen in einem Büro zu sitzen und im Team zu arbeiten. Im Homeoffice ist sie alleine und es geht ihr vor allem der informelle Informationsfluss ab – die Bemerkung nebenbei, das Reagieren auf ein Telefonat der Kollegin, das Gespräch in der Küche. Vielleicht empfindet sie es dafür als positiv, dass sie bei ihren Kernaufgaben produktiver ist, weil sie in ihrem Denkfluss und ihrer Kreativität weniger unterbrochen wird. Tendenziell geht es aber insgesamt in Richtung Vereinsamung, weil einfach das ganz normale Fließen der Kommunikation fehlt.

Was sollte man bei der Teamarbeit jetzt vor allem beachten?

Wenn alle im Homeoffice sitzen, ist es umso wichtiger, sich über ganz banale Dinge abzusprechen: Wer ist wann erreichbar, wieviel Präsenz wird erwartet. Wenn mein Chef zeitig in der Früh aktiv ist, bevor die Kinderbetreuung beginnt, muss ich dann auch erreichbar sein? Bevor da unausgesprochen etwas mitschwingt, drüber reden!
Müssen alle im Team kontinuierlich ansprechbar und präsent sein, oder arbeitet jedeR selbstständig auf ein Ergebnis hin?
Es sollte allen bewusst sein, dass Abläufe und Vorgehensweisen, die sich jetzt entwickeln, experimentellen Charakter haben. Das heißt auch, dass jedeR rechtzeitig Rückmeldung gibt, wenn etwas für sie oder ihn so nicht klappt.

Und wie bleiben jene Menschen produktiv, die selbstständig und ohne fixes Team arbeiten?

Selbstständige berichten oft von der ständigen Gefahr des Verzettelns. Menschen neigen generell dazu, zu überschätzen, was in einen Tag hineingeht. Es bleibt also zwangsläufig immer Arbeit liegen und damit erzeugt man sich selbst Unzufriedenheit. Es ist erwiesen, dass ich mehr weiterbringe, wenn ich am Vortag mit meinen Leistungen zufrieden war!
Dazu gibt es bereits einen Blogbeitrag zum „Fortschritts-Prinzip“.
Also muss ich mir gute Rahmenbedingungen schaffen, indem ich den Arbeitstag damit beginne mir zu überlegen, was heute die wichtigsten drei Dinge sind, die ich weiterbringen, fertigstellen oder einfach mal andenken muss. Dazu gehört auch, dass ich lerne einzuschätzen, was ist realistisch?

Kannst du uns 3 Empfehlungen geben?

1. Reduziere den selbstgemachten Druck und erwarte von vorneherein nicht zu viel. Nicht von deiner Familie, nicht von deiner Organisation und auch nicht von dir selbst.

2. Tausche dich mit den KollegInnen und Vorgesetzten immer wieder darüber aus, ob die Kommunikations- und Arbeitsabläufe für alle funktionieren.

3. Übernimm die Verantwortung für deine eigene Motivation. Experimentiere mit der Gestaltung deiner Rahmenbedingungen, sei es der Arbeitsplatz oder die Arbeitszeiten und die Pausengestaltung. Hilfreich sind Stabilität und neue Rituale.

Wie wirst du in deinem Seminar „To-Do-List Makeover“ auf die besonderen Herausforderungen durch Corona eingehen?

Die Grundideen, die ich diesem Seminar normalerweise vermittle, sind auch jetzt zum großen Teil gültig und anwendbar – wir werden dann gemeinsam oder auch in Kleingruppen drüber nachdenken, wie sie sich konkret umsetzen lassen für die unterschiedlichen Homeoffice Situationen.
Und es werden ein paar einfache und wirksame Techniken zur Stressverringerung vorkommen, denn dem Stress entkommt derzeit niemand und genau der hemmt unsere Produktivität und unsere Zufriedenheit.

Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet Stella Damm unter anderem das Seminar To-do-List Makeover -Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung.  Der nächste Termin dieses Seminars ist am 13. und 14. Mai 2020 und findet online statt. Melden Sie sich an, es gibt nur mehr wenige freie Plätze!

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