
Im Lehrgang Kulturmanagement gibt es große Neuigkeiten: Nach zehn spannenden, dynamischen und inspirierenden Jahren als Lehrgangsleiterin übergibt Susanne Kappeler-Niederwieser ihr Amt an Cornelia Lehner!
Wir haben Susanne und Cornelia einige Fragen zu ihrer Leidenschaft für dieses Berufsfeld, ihren Tipps für Teilnehmer:innen und ihren Zukunftsplänen gestellt:
Liebe Susanne, du hast zehn Jahre lang den Lehrgang Kulturmanagement geleitet – was sind deine Highlights?
Susanne Kappeler-Niederwieser: Meine Highlights waren vor allem jene Projekte, die erfolgreich umgesetzt wurden, das hat mich immer besonders gefreut, wenn die Wirksamkeit der Lehrgangs-Inhalte so unmittelbar sichtbar wurde.
Liebe Cornelia, du übernimmst die Leitung des Lehrgangs Kulturmanagement – worauf freust du dich als Lehrgangsleiterin?
Cornelia Lehner: Für mich liegt die spannende Aufgabe darin, Bestehendes zu würdigen, daran anzuknüpfen und gleichzeitig neue Akzente einzubringen. Ich freue mich darauf, den Lehrgang – im Zusammenspiel mit den anderen Dozent:innen des Instituts – als lebendigen Resonanzraum für aktuelle Entwicklungen im Kultursektor weiterzuentwickeln. Und daraus einen konkreten Mehrwert für die Projekte der Teilnehmer:innen zu schaffen.
Wieso Kulturmanagement? Was ist das Spannende an diesem Berufsfeld? Was begeistert dich daran?
Susanne Kappeler-Niederwieser: Kulturmanagement bedeutet Projekt-Steuerung. Gute Kulturmanager:innen haben einen weiten und detaillierten Blick auf die Projekte, insbesondere im Bereich der Produktionsbegleitung, da gibt’s immer wieder was Neues zu lernen. Du hast mit Künstler:innen und vielen anderen interessanten Menschen zu tun, aus unterschiedlichsten Kulturkreisen.
Cornelia Lehner: Der Begriff „Kulturmanagement“ ist eigentlich irreführend. Kultur lässt sich meines Erachtens nicht einfach steuern oder „an der Hand führen“, wie es Management von seinem Wortstamm her meint. Genau darin liegt aber das Spannende: Es geht nicht darum, alles im Griff zu haben, sondern darum, Situationen so zu gestalten, dass etwas entstehen kann. Zum Beispiel Resonanz, Irritation oder neue Perspektiven.
Mich begeistert dieses Arbeiten im Spannungsfeld von Struktur und Offenheit, zwischen Planbarkeit und dem Mut, Unvorhergesehenes zuzulassen. Kultur ist kein Produkt, sondern ein Prozess, ein „work in progress“. Als Kulturmanager:in schafft man Möglichkeitsräume, in denen Menschen Erfahrungen machen können, die etwas in Bewegung setzen. Oft passiert das unsichtbar, im Hintergrund. Aber genau dort entsteht das eigentlich Interessante.
Wie hat sich Kulturmanagement im letzten Jahrzehnt entwickelt? Was sind aktuelle Entwicklungen & Herausforderungen? Wie sieht die Zukunft dieses Berufsfeldes deiner Meinung nach aus?
Susanne Kappeler-Niederwieser: Da hat sich vieles verändert: Mehr Achtsamkeit im Umgang mit den Teammitgliedern, Offenheit für Diversität, Sicherheitsstandards, Nachhaltigkeit, Technik und digitale Technik und KI. Ich habe keine Kristallkugel, und doch denke ich: Die Arbeit wird nicht weniger, sie wird sich verlagern, Projektmanagement-Tools und KI-Assistenten können – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werden – künftig möglicherweise viel Arbeit übernehmen. Die Kontrolle sollte aber immer beim Menschen bleiben.
Cornelia Lehner: In den letzten Jahren hat sich das Verständnis stark verschoben: weg vom klassischen „Management“-Gedanken hin zu einem prozessorientierten Zugang. Kultur wird nicht mehr als etwas gesehen, das man organisiert und verteilt, sondern als etwas, das in Beziehungen, Übergängen und Erfahrungen entsteht. Die zentrale Aufgabe ist, Räume zu schaffen, in denen Resonanz und Selbstwirksamkeit entstehen können, und dabei mit Unsicherheit und Offenheit umzugehen. In Zukunft wird Kulturmanagement noch stärker zu einer Art „Betriebssystem“, das Begegnung und gesellschaftliche Entwicklung ermöglicht, statt Kultur kontrollieren zu wollen.
Was bringt der Lehrgang Kulturmanagement den Teilnehmer:innen? Susanne, was war dir immer wichtig, ihnen mitzugeben? Cornelia, was möchtest du ihnen in Zukunft mitgeben? Warum in dieser herausfordernden Zeit den Lehrgang besuchen?
Susanne Kappeler-Niederwieser: Gute Frage, das ist Vieles, um diese Frage zu beantworten könnte ich einen eigenen Workshop halten… Beginnen wir mit: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Nimm eine positive Haltung ein, entwickle eine wertschätzende Fehlerkultur und handle lösungsorientiert. Frage dich, warum du gerade dieses Projekt planst und umsetzen willst und blicke dabei realistisch auf dein Projekt. Sei Dir über den ideellen und tatsächlichen volkswirtschaftlichen Wert deiner Arbeit bewusst.
Kunst und Kultur finden nicht in einem unpolitischen Umfeld statt, daher ist es sehr wichtig, den Zusammenhang von Kultur & Politik zu erkennen, eine Haltung dazu zu entwickeln. Du brauchst einen guten Überblick über Interessensvertretungen und Serviceeinrichtungen. Bevor Du um Förderungen ansuchst, sollst du recherchieren und die jeweiligen Förderungsrichtlinien lesen.
Insbesondere in Zeiten der Digitalisierung kann ein persönlicher Anruf wesentlich zielführender sein. AI/KI kann viel, aber nicht alles. Sie ersetzt z.B. keine realen, persönlichen Netzwerke.
Und last not least: Nobody is perfect.
Cornelia Lehner: Der Lehrgang soll Teilnehmer:innen befähigen, sich in einem komplexen Feld sicher zu bewegen und es aktiv mitzugestalten. Kulturmanagement verlangt analytische und gestaltende Kompetenzen ebenso wie ein Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen – genau diese Verbindung ist zentral. Mir ist wichtig, das Verständnis für Strukturen zu schärfen und dazu zu ermutigen, Gestaltungsspielräume bewusst zu nutzen.

Cornelia, was sind die nächsten Schritte? Hast du schon Ideen, wie es mit dem Lehrgang weitergeht?
Cornelia Lehner: Die nächsten Schritte sind, den Lehrgang noch klarer auf aktuelle Herausforderungen auszurichten und Themen wie beispielsweise Teilhabe, Diversität, KI sowie sich verändernde Produktions- und Finanzierungslogiken konsequent zu verankern.
Susanne, was möchtest du Cornelia für ihre neue Position mitgeben?
Susanne Kappeler-Niederwieser: Ich bin absolut überzeugt, dass Cornelia bereits alles hat, was sie als meine Nachfolgerin für die Lehrgangsleitung braucht. Neben hervorragender Kenntnis des Kulturbetriebes ausreichend Geduld und Humor.
Susanne, wo zieht es dich jetzt hin? Worauf wirst du dich jetzt fokussieren?
Susanne Kappeler-Niederwieser: Gerade in diesen wirklich herausfordernden Zeiten werde ich meine Aufmerksamkeit noch stärker auf ein gutes Leben lenken – für mich, meine Familie und Freunde und meinen Beagle Peggy.
Beruflich freue ich mich, weiterhin für meine Coaching- und Beratungskund:innen da zu sein. Für das Institut für Kulturkonzepte werde ich auch noch einige Seminare und Workshops, vor allem für das KUG CSC in Graz, halten. Und das eine oder andere Projekt wartet auch noch auf seine Umsetzung.
Cornelia, möchtest du noch etwas zu Susanne sagen oder etwas von ihr erfragen?
Cornelia Lehner: Was ich von Susanne übernehme, ist weit mehr als ein Lehrgang – es ist ein tragfähiges Fundament für viele Ideen, Projekte und berufliche Wege. Dafür empfinde ich große Wertschätzung. Sie versteht ihr Tun immer auch als Arbeit mit Menschen, mit Offenheit und großer Zugewandtheit. Das sind Werte, die Kultur meines Erachtens braucht.
Vielen herzlichen Dank, liebe Susanne, für deinen Einsatz, deine Leidenschaft und die tolle Zusammenarbeit – du warst uns und den Teilnehmer:innen eine Inspiration!
Herzlich Willkommen liebe Cornelia – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!
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