Zur Diskussionsreihe „Kunst und Wert“ laden wir gemeinsam mit dem TAG-Theater ein. Am letzten Donnerstag, den 21. Januar, beschäftigten wir uns mit einem zentralen Thema für den Kulturbereich – der Kulturfinanzierung: Die Kürzungen, die der Kultursektor immer mehr zu spüren bekommt, das vergleichsweise geringe Kulturengagement von Unternehmen in Österreich, die Rolle des Staates und alternative Finanzierungsformen … das waren nur ein paar der Stichworte, die diskutiert wurden.
Für alle, die nicht dabei sein konnten, aber auch wissen wollen, mit welchen Fragen und Tendenzen wir uns auseinander setzen müssen, können hier die Diskussion in voller Länge nachsehen.
Moderation: Karin Wolf, Institut für Kulturkonzepte
WIR LADEN SIE EIN ZUM NÄCHSTEN TALK AUS DER REIHE „KUNST UND WERT“
ANDREAS MAILATH-POKORNY IM GESPRÄCH
Mi, 16.3.2016, 19.00, Eintritt frei
Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny ist seit 15 Jahren im Amt – in der Politik eine halbe Ewigkeit. Und nicht nur das: Sein Ressort wird ständig größer, in Zuständigkeiten und Budget. Irgendetwas scheint der Mann richtig zu machen. Ist es seine gelernte Diplomatie? Sein vielzitierter Pragmatismus? Seine wienerische Lässigkeit? Seine Verankerung in den Parteikadern? Seine Harmoniesucht? Seine Professionalität oder doch bloß die Tatsache, dass der SPÖ einfach kein anderer mehr einfällt, der den Job machen könnte? Nun liegen vor ihm und uns fünf weitere Jahre Wiener Kulturpolitik. Da muss man auch ohne Arzt nach den Visionen fragen. Schreibt sich die unaufgeregte Politik der letzten Jahre fort? Startet Mailath-Pokorny nochmal mit Großprojekten durch? Oder führt er uns mit der ruhigen Hand der Erfahrung in die Austerität? Viele Fragen, die wir ihm gerne stellen werden. Herr Stadtrat, was ist Ihre Bilanz und wie halten Sie es eigentlich mit der Zukunft?
Am Podium Andreas Mailath-Pokorny Moderation Martin Wassermann
Die digitale Kommunikationstechnologie hat unser alltägliches Leben grundlegend verändert. Das Internet als reines Informationsmedium existiert nicht mehr. In den letzten Jahren hat es sich zu einem Kommunikationsmedium entwickelt, das enorme Chancen bietet Inhalte nicht nur zu kommunizieren, sondern auch zu diskutieren sowie potentielles Publikum zu erreichen.
Wir bieten mehrere Weiterbildungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Levels zu diesem Thema an (siehe weiter unten) und so setzen wir uns kontinuierlich mit diesen Entwicklung auseinander. Die folgenden Statistiken zeigen deutlich die enorme Tragweite und die Chance dieser Transformation.
Diese Statistik der deutschen Agentur „we are social“ zeigt die Nutzung von Online-Plattformen in Millionen. Demnach ist Facebook nach wie vor die meist genutzte Plattform.
In derselben Präsentation von November 2015 zeigt dieselbe Agentur auf, dass von 7,3 Mrd. Weltbevölkerung 3,2 Mrd. aktiv das Internet nutzen 2,3 Mrd. Social Media Tools verwenden und 2 Mrd. die Sozialen Medien v.a. auch auf ihren mobilen advices wie tablets oder smart phones benützen
WAS HEIßEN DIESE ZAHLEN FÜR UNS KULTURSCHAFFENDE?
PR im Social Web wird für Kulturbetriebe in Zukunft ein zentrales Entwicklungsfeld sein. Dabei geht es nicht nur darum, Menschen für die eigenen Veranstaltungen zu begeistern. Natürlich ist es toll, wenn Menschen unseren Veranstaltungs-Einladungen im Social Web folgen. Das große Potential steckt aber darin, dass wir Feedback einholen und uns im Dialog weiter entwickeln können, dass wir verstehen können was die Menschen bewegt, dass wir dies diskutieren können, in unseren Veranstaltungen (kritisch oder nicht) aufgreifen und dass wir mit Menschen sprechen können. Es liegt eine große Chance darin, die Menschen hinter dem Publikum zu sehen und uns ihnen zu zeigen.
Rainer Sturm / pixelio.de
AUSWIRKUNGEN
Die Auswirkungen umfassen alle Bereiche des Kulturmanagements, von der Strategieentwicklung über das Marketing bis hin zur internen Kommunikation. Dazu gibt es bereits jetzt eine unendlich scheinende Anzahl an Büchern. In unseren Weiterbildungen erarbeiten wir Ihre digitale Strategie anhand Ihrer Projekte. Hier die nächsten Termine:
Bei Fragen dazu rufen Sie uns einfach an (+43 1 585 39 99) oder schreiben Sie uns.
Rainer Sturm / pixelio.de
Kategorie: Kunstpraxis in der Migrationsgesellschaft
Kunstpraxis in der Migrationsgesellschaft
REZENSION ZUR NEUEN PUBLIKATION VON IVANA PILIĆ UND ANNE WIEDERHOLD
Der KunstSozialRaum „Brunnenpassage“ wurde 2007 in einer ehemaligen Markthalle des 16. Wiener Gemeindebezirks gegründet. Die Initiative versteht sich als offener Raum für transkulturelle und partizipative Kunst(-prozesse). Ziel der „Brunnenpassage“ ist es, breiten Teilen der Gesellschaft die Teilhabe an Kunst zu ermöglichen. Dabei stehen besonders Menschen mit Migrationshintergrund aus bildungsfernen und sozial schwachen Milieus im Mittelpunkt.
Die Autorinnen des Buches, Ivana Pilić und Anne Wiederhold, bilden die künstlerische Leitung der „Brunnenpassage“. Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen in der Erarbeitung und Anwendung von Partizipationskonzepten, Programmentwicklung und transkultureller Kunstpraxis.
Um das Menschenrecht auf kulturelle Bildung und Teilhabe zu realisieren, muss die Kulturpolitik einen Perspektivenwechsel vornehmen. Die Kopplung von sozialer Zugehörigkeit und künstlerischer Partizipation muss anerkannt werden – marginalisierte Gruppen können nur auf neuen Wegen erreicht werden. Das Buch versteht sich als richtungsweisende Expertise für alle, die entsprechende Kunstprojekte realisieren wollen.
THEORETISCHE GRUNDBEGRIFFE
Das Grundgerüst der praktischen Arbeit der „Brunnenpassage“ bilden theoretisch-konzeptionelle Überlegungen. Diese werden im Hauptteil klar und reflektiert erläutert.
Der erweiterte Kulturbegriff betont ebenbürtige Teilhabe, aktive Einbindung und thematische Öffnung in alle gesellschaftlichen Richtungen.
Kultur als Teil von Allgemeinbildung will klassische Repräsentationsformen von Kunst zugunsten einer demokratischen Form überwinden.
Die Unterrepräsentation von MigrantInnen im Kulturbereich beruht auf dem Bildungsniveau und weiteren migrationsspezifischen Gründen.
Der Begriff MigrantInnen selbst wird einer kritischen Reflexion unterzogen.
Eine Diskussion der aktuell vorherrschenden Diskurse der Kunstvermittlung und ihr Potenzial für einen partizipativen Vermittlungsansatz findet statt.
Kunst vor Ort strebt die Ausbreitung kultureller Angebote in die Stadtviertel an um die Lebensqualität zu verbessern und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
DAS KONZEPT DER BRUNNENPASSAGE – PRAKTISCHE EINBLICKE
Die soziale und kulturelle Vielfalt der Zielgruppe spiegelt sich in den Veranstaltungen der „Brunnenpassage“ wider. Das Programm umfasst Tanz, Musik und Gesang, Theater und Storytelling und setzt auf Formate, die das Publikum einbinden. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts sind neben der lokalen Vernetzung die Kooperation mit etablierten Kulturinstitutionen und die internationale Zusammenarbeit.
Im Praxisteil stellen die Autorinnen acht Projekte vor und geben konkrete Einblicke in die Arbeit der „Brunnenpassage“. Die Bandbreite reicht vom gemeinsamen Frühstück über eine DJane-Workshopreihe bis zur umfangreichen Theaterproduktion mit Uraufführung im Wiener Volkstheater. Perspektiven auf und Erfahrungen mit herausfordernden Situationen in der transkulturellen Kulturpraxis werden thematisiert, Projekte praxisnah dargestellt, Konzepte und Zielgruppenarbeit transparent gemacht. Bilder, Textauszüge und Stimmen zu den Projekten runden das Kapitel ab.
UNSERE EMPFEHLUNG
Das Buch verbindet theoretische Überlegungen zum Zusammenhang zwischen Migration und der Teilhabemöglichkeit an Kunst mit praktischen Ansätzen der Förderung künstlerischer Teilhabe. Damit bietet es einen wertvollen Ideenpool und Erfahrungsschatz für alle, die sich mit transkultureller und aufsuchender Bildungsarbeit im Bereich Kunst und Kultur auseinandersetzen wollen. Die theoretischen Vorüberlegungen und das darauf aufbauende methodische Konzept der „Brunnenpassage“ sind übersichtlich und sehr verständlich dargestellt. Die Praxisprojekte überzeugen sowohl inhaltlich als auch von der Art und Weise der Darstellung. Dem Anspruch der Niederschwelligkeit entsprechend, enthält das Buch sowohl eine deutsche als auch eine englische Version. Der Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis ist hervorragend gelungen.
Wir gratulieren den Autorinnen zu dieser beeindruckenden Publikation und legen Ihnen dieses Buch wärmstens ans Herz!
Ivana Pilić, Anne Wiederhold (2015): Kunstpraxis in der Migrationsgesellschaft. Transkulturelle Handlungsstrategien am Beispiel der Brunnenpassage Wien. Wien: transcript.
Kategorie: Förderung: FRECH – Frauen ergreifen Chancen
Förderung: FRECH – Frauen ergreifen Chancen
@Corinna Eigner
Die FRECH-Förderung des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungfond) richtet sich an Frauen, die sich beruflich weiterentwickeln möchten. Seit kurzem gibt es eine entscheidende Neuerung, die für viele von Ihnen interessant sein könnte.
Die Förderung richtet sich nun an alle Frauen (ohne Altersgrenze), die max. EUR 1.800 netto / Monat verdienen. Gefördert werden Weiterbildungen anerkannter Bildungsinstitutionen. Demnach werden die Kurse des Instituts für Kulturkonzepte gefördert, da wir mit dem ÖCert ausgezeichnet wurden.
ES WERDEN FRAUEN GEFÖRDERT, DIE…
1.800 netto/Monat verdienen
mit Hauptwohnsitz in Wien gemeldet sind
ein fixes Anstellungsverhältnis haben
sich beruflich verändern wollen oder
Führungs- und Managementfunktionen anstreben (auch innerhalb einer Organisation)
WIE HOCH IST DIE FÖRDERUNG? 90% der Kurskosten, max. Euro 3.700
WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE LEHRGÄNGE AM INSTITUT FÜR KULTURKONZEPTE?
Die Förderung ist an einen Beratungsprozess beim waff gekoppelt.
Phase 1: Klärung des Anliegens Melden Sie sich beim waff und vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch. In diesem Gespräch erörtern Sie mit Ihrer Beraterin/Ihrem Berater ihre beruflichen Ziele Tel: (01) 217 48-555
Phase 2: Beratung Mit Ihrer waff-Beraterin/Ihrem waff-Berater diskutieren Sie Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Stärken und Schwächen
Phase 3: Weiterbildung bei einem anerkannten Weiterbildungsanbieter nach einem erarbeiteten Weiterbildungsplan, z.B. dem Institut für Kulturkonzepte
Phase 4: Coaching Während Ihrer Weiterbildung am Institut für Kulturkonzepte erhalten Sie nicht nur von unserer Seite Coachings, sondern haben auch die Möglichkeit beim waff Coachings in Anspruch zu nehmen
WIR EMPFEHLEN IHNEN… sich bereits parallel zu Phase 1 des Beratungsprozesses bei waff zu unseren Weiterbildungen zu informieren:
Der Prozess dauert nämlich durchschnittlich 8 Wochen (4 Wochen Wartezeit auf den Termin, 4 Wochen Antragstellung). Die Förderung muss vor Kursstart genehmigt sein.
Rufen Sie uns daher einfach an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin: 01 585 39 99.
Bei diesem Termin loten wir gemeinsam aus, welches Angebot in Ihrer aktuellen beruflichen und privaten Situation passend ist und beraten Sie bei der Seminarauswahl und Schwerpunktsetzung.
Sie erhalten von uns daraufhin einen Kostenvoranschlag.
Bei einem Termin beim waff legen Sie Kostenvoranschlag und Meldebestätigung vor.
Wird der Kurs genehmigt müssen Sie die Kurskosten NICHT vorfinanzieren. Die Abrechnung erfolgt direkt über den waff.
Georg Steker ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Musiktheater Company progetto semiserio. Er hat zuvor das künstlerische Betriebsbüro des Wiener Schauspielhauses geleitet und war mehrere Jahre als Produktionsleiter tätig, unter anderem für Linz09-Kulturhauptstadt Europas und die Wiener Festwochen. 2005 schloss er am Institut für Kulturkonzepte den Lehrgang zu Kulturmanagement ab.
DU BIST GRÜNDER UND KÜNSTLERISCHER LEITER DER MUSIKTHEATERTAGE WIEN. DIE VERANSTALTUNG FAND ENDE AUGUST/ANFANG SEPTEMBER STATT. WARUM HABT IHR EUCH FÜR DIESEN TERMIN ENTSCHIEDEN?
Wir haben uns für eine Spielzeit Ende des Sommers entschieden und es bestätigt sich, dass das ein guter Termin für das Publikum ist. Alle sind wieder zurück in der Stadt und haben Lust auf Theater. Allerdings liegt davor das Sommerloch, was organisatorisch nicht immer einfach ist – aber ich konnte dadurch auch gar nicht so viel arbeiten, wie ich gewollt hätte. So gesehen hatte ich zu Festivalstart ausreichend Energie!
WIE SIEHT DEIN ARBEITSALLTAG AUS, WAS MACHST DU ALS KÜNSTLERISCHER LEITER? WO LIEGEN DIE HERAUSFORDERUNGEN UND WAS GEFÄLLT DIR BESONDERS AN DEINER ARBEIT?
Ich hab mich in den letzten 10 Jahren immer zwischen Selbständigkeit, also eigenen Produktionen, und der Mitarbeit in Institutionen bewegt. Mit den MUSIKTHEATERTAGEN WIEN, einem auf 4 Jahre konzipierten Projekt, bin ich jetzt im Moment ausschließlich selbständig, und das gefällt mir gut. Ich habe aber diese Selbständigkeit, die Eigenverantwortung in den letzten Jahren auch gut genug geübt, um mit dem Risiko, dass etwas schiefgehen kann, auch umgehen zu können.
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ZWISCHENFRAGE: WIE KANN MAN DENN DAS ÜBEN?
Die Tätigkeiten bei anderen Institutionen war für mich sehr wichtig, einerseits zur ökonomischen Sicherheit und andererseits konnte ich dort auch viel Erfahrung sammeln, z.B. durch meine Tätigkeit für die Kulturhauptstadt Linz oder bei den Wiener Festwochen. Dort kann man viel bewegen, wobei man nie die Letztverantwortung hat. Es gibt immer noch ein oder zwei Personen über einem, die etwas abfedern können. Es war eine Phase, in der ich sehr viel gelernt habe.
Wichtig war für meine professionelle Laufbahn auch die Umsetzung unterschiedlicher, kleinerer eigener Projekte. Es hat gut getan, in den letzten Jahren immer wieder eigene Projekte mit Letztverantwortung voranzutreiben, die immer zahlreicher und größer wurden. Es fühlt sich anders an, Entscheidungen zu treffen, wenn man diese letztendlich alleine veranworten muss.
Aber zurück zu meiner jetzigen Haupttätigkeit, ich bin künstlerischer Leiter, aber auch Geschäftsführer der MUSIKTHEATERTAGE WIEN, das heißt, ich bin gemeinsam mit Thomas Desi für die kaufmännische und künstlerische Seite des Festivals verantwortlich. Wir teilen die Arbeit nach Ressorts oder Bereichen, je nach Erfahrung. Es war eine gute Übung, zu sehen, wo die eigenen Grenzen sind, wo der Kollege besser oder schneller arbeitet und zu lernen, dass man Dinge abgeben muss.
Mein Alltag ist ein Bürojob. Ich hab leider nicht so viel Gelegenheit, bei Proben dabei zu sein, wie man sich das vorstellt, wenn man ein Festival für zeitgenössisches Musiktheater konzipiert.
In meiner Arbeit fließen unterschiedliche Kompetenzen zusammen. Ich hab ein gutes Gespür, Produktionen zu besetzen und zu erkennen, welche Themen sich für das Musiktheater eigenen. Ich bin nicht Komponist, Regisseur oder Autor. Ich gehe nicht in den Bereich des tatsächlich Kreativen. Meine Aufgabe ist es, das richtige Leading-Team zu finden, das ein Stück künstlerisch umsetzt – und dran zu bleiben, zu sehen, wo es hingeht und vielleicht manchmal lenkend einzugreifen. Das ist nicht immer einfach, weil Teams oft ihre eigenen Vorstellungen haben. Man könnte es als eine Art künstlerische Produzentenrolle bezeichnen.
Es geht um ein Ermöglichen und für mich nicht zwingender Weise um ein künstlerisches Selbermachen – obwohl es diese Kombination auch gibt. Ich sehe die Aufgabe einer künstlerischen Leitung darin, alle, die man braucht um ein Stück entstehen zu lassen, zu finden, darauf zu achten, dass das Team gut zusammenpasst, gut arbeitet und funktionieren kann.
Ich geh meistens mit einem Thema voran und suche ein Team, das meinen Vision teilt. Es war aber auch schon umgekehrt, dass jemand ein Thema an mich herangetragen hat und wir haben ein Stück draus gemacht.
In der Dimension der MUSIKTHEATERTAGE WIEN gibt es meist nicht das Budget für eine eigene künstlerische und kaufmännische Leitung. Ich bin stolz darauf, dass ich mir in den letzten Jahren – unter anderem durch die Weiterbildung am Institut für Kulturkonzepte – den kaufmännischen Bereich soweit erarbeitet habe, um einen guten Überblick zu behalten. Ich hab eine Einschätzung dazu, was Dinge kosten dürfen und ich kann budgetieren. Ich weiß aber auch, welche Bereiche ich auslagere, z.B. die Buchhaltung.
Wenn man vorhat, ein Festival in dieser Dimension zu organisieren, muss man auf jeden Fall eine Ahnung vom künstlerischen wie auch dem finanziellen/organisatorischen Bereich haben. Man hat ja letztlich auch die Verantwortung für alles.
WELCHEN STELLENWERT HAT WEITERBILDUNG FÜR DICH UND WAS HAT SICH FÜR DICH KONKRET DURCH DEN ABSCHLUSS DES LEHRGANGS ZUR KULTURMANAGEMENT GEÄNDERT?
Den Lehrgang hab ich vor genau 10 Jahren abgeschlossen. Ich wusste anfangs gar nicht so genau, was ich vom Lehrgang erwarten kann, aber ich hab relativ schnell erkannt, was er mir bringt. Es ist ein Paradigmenwechsel, anzuerkennen, dass die Arbeit im Kulturbereich, im Kulturmanagement, eine ernstzunehmende, professionelle und gut zu lernende Tätigkeit ist. Ich kam ja aus dem Eck, wo man als Künstler – in meinem Fall als Sänger – begonnen hat, etwas für sich selbst zu organisieren – Auftritte, Konzert mit Kollegen. Irgendjemand musste dann neben der Kunst eben auch noch die Organisation übernehmen.
Mit dem Lehrgang hab ich verstanden, dass das ein eigenes Berufsbild ist, das spezielle Kompetenzen erfordert. Meine Haltung hat sich verändert. Das hat zum einen natürlich mit den Impulsen, dem Inhalt zu tun, der einem vermittelt wird, zum anderen aber auch stark mit den Menschen, denen man in der Weiterbildung begegnet. Mit den DozentInnen, die ja unter anderem auch Beispiele möglicher Karrieren verkörpern, und mit den KollegInnen, durch die man unterschiedliche Zugänge und Projekte kennenlernt. Seither habe ich dieses Wissen im Job weiter entwickelt.
AUS DEINER ERFAHRUNG IM KULTURBEREICH, GIBT ES ETWAS, DAS DU BERUFSEINSTEIGER/INNEN MIT AUF DEN WEG GEBEN MÖCHTEST?
Ja, auf jeden Fall. Ich will allen sagen, dass alle nur mit Wasser kochen. Das ist eine beruhigende Erkenntnis und macht vieles leichter. Es fliegt niemandem einfach so zu.
Kategorie: STRUKTUREN – Fotoausstellung von Birgit C. Krammer
STRUKTUREN – Fotoausstellung von Birgit C. Krammer
IM INSTITUT FÜR KULTURKONZEPTE 13. November – 22. Dezember 2015
Wir freuen uns die Fotoarbeiten von Birgit C. Krammer in unseren Büroräumlichkeiten zu präsentieren. Von Mitte November bis Ende Dezember verbildlichen neun ausgewählte künstlerischen Arbeiten das Thema „Strukturen“.
STRUKTUREN Birgit C. Krammer
STRUKTUREN Birgit C. Krammer
STRUKTUREN Birgit C. Krammer
Birgit C. Krammer beschäftigt sich bereits seit ihrer Jugend mit Fotografie. Im Gymnasium eignete sie sich Techniken der analogen Fotografie an, u.a. der Fotoentwicklung. Während ihres Studiums der Architektur an der ETH Zürich entwickelte sie diese Fähigkeiten kontinuierlich weiter und ließ sie in ihr Diplomprojekt einfließen.
Als Schauspielerin setzt sie das Medium Fotografie in eigenen Theaterprojekten ein, z.B. als Bühnenbild („Lisas Liebe“ von Marlene Streeruwitz 2002 im Theater Drachengasse).
AUSSTELLUNGEN: PRÈS SI PRÈS als Projektion mit Livemusik bei Ateliers Internationales d’Arts Contemporaines „Ile Mouvante: Maison à vendre“ in Sant’ Antonino / Corsica 2008. Serie STRUKTUREN: Atelier Jessner Wien 2012 Serie WASSERSTADT: Wasserturm Wien 2014
Besichtigung nach Voranmeldung möglich und natürlich bei unseren Veranstaltungen.
STRUKTUREN Birgit C. Krammer
Kategorie: WORK-LIFE-BALANCE IM KULTURBEREICH
WORK-LIFE-BALANCE IM KULTURBEREICH
Ein Beitrag von Markus Lang
Work-Life-Balance ist in unserer von zunehmendem Stress geplagten Arbeitswelt zum Modewort avanciert. Work-Life-Balance steht für ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. Oftmals als in unseren modernen Zeiten unerreichbarer Mythos kritisiert, scheint sich der Begriff jedoch als „Sehnsuchtsziel“ in unserem Bewusstsein verankert zu haben. (mehr …)
Kategorie: WOZU KULTUR?
WOZU KULTUR?
EIN BLICK AUF DIE POTENTIALE KULTURELLER BILDUNG IM FREIZEITBEREICH
von Markus Bassenhorst
Menschen für Kunst und Kultur zu interessieren, sie zur Rezeption und zur künstlerisch-kreativen Auseinandersetzung mit sich sowie der Gesellschaft und zur kulturellen Teilhabe zu bewegen – das sind die Herausforderungen der Kunst- und Kulturinstitutionen, der kunst- und kulturpädagogischen Einrichtungen und auch der Volkshochschulen, aus deren Blickwinkel die folgenden Überlegungen formuliert wurden. (mehr …)
Kategorie: UNTERNEHMERISCHES HANDELN IM KULTURBEREICH
UNTERNEHMERISCHES HANDELN IM KULTURBEREICH
Ein Beitrag von Christian Henner-Fehr
Vor einigen Wochen warnte Gabriele Wittmann hier in diesem Blog vor der „Ökonomisierung der Kultur“. Kultur dürfe nicht „durchökonomisiert“ werden, weil die Kulturarbeit andere Abläufe, andere Werte und andere Kriterien als die betriebswirtschaftlich durchrationalisierte Warenwelt habe, schrieb sie.
Ich habe mit solchen Warnungen ein Problem, denn erstens sind es unsere Werte und nicht die einer kulturellen und einer Warenwelt. Wir wechseln unsere Werte nicht an jeder Türe, sondern eignen sie uns über meist recht lange Zeiträume an. Zweitens finde ich es gefährlich, ökonomische Aspekte außen vor zu lassen, wenn es um Kunst und Kultur geht. Schließlich leben all die Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, in einer durchwegs nach ökonomischen Kriterien ausgerichteten Welt und müssen wie alle anderen ihr tägliches Leben finanzieren. Dass die Beträge, die ihnen dafür zur Verfügung stehen, oft nicht ausreichen, wissen wir alle. (mehr …)
Christian Henner-Fehr
Kategorie: DIE ÖKONOMISIERUNG DER KULTUR
DIE ÖKONOMISIERUNG DER KULTUR
Ein Beitrag von Gabriele Wittmann
„Wie soll ich all die Stunden berechnen, in denen ich einem damals noch unbekannten Künstler Feedback gegeben habe – in nächtelangen, zusätzlichen Bühnenproben? “ fragte Elisabeth Schweeger. Die ehemalige Intendantin des Schauspiels Frankfurt traf damit den Kern der Debatte. Mit ihr auf dem Podium saßen damals Direktoren aus der Theater-, der Film- und der Museumsbranche, um auf Einladung des Tanzquartier Wien „die neue Effizienzkultur“ zu diskutieren. Und alle waren sich einig: Kultur darf nicht „durchökonomisiert“ werden, wie es zuletzt Beratungsfirmen in öffentlichen deutschen Kommunen getan hatten. Denn Kulturarbeit hat andere Abläufe, andere Werte, andere Kriterien als die betriebswirtschaftlich durchrationalisierte Warenwelt.