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Kategorie: „Mich fasziniert die japanische Teezeremonie.“ – Absolventin Patricia Kao

„Mich fasziniert die japanische Teezeremonie.“ – Absolventin Patricia Kao

Eigentlich bin ich schon immer eine Künstlerin gewesen…eigentlich. Aber vor allem auch eine brave Tochter, die die Sorgen und den Rat ihrer Eltern verstehen und befolgen wollte.

Also studierte ich als geborene Wienerin Internationale Betriebswirtschaft an der WU und trat sogleich im Anschluss meinen ersten Job bei einer Unternehmensberatung an. Auf der Suche nach einer kreativeren Tätigkeit landete ich schließlich im Projekt- und Produktmanagement.

Meine große Leidenschaft für Kunst und Kultur habe ich aber nie aufgegeben und so gut es ging „nebenbei“ weiterverfolgt. Ich absolvierte eine Gesangsausbildung, lernte ergänzend Klavierbegleitung, nahm Tanzunterricht in den verschiedensten Stilrichtungen und besuchte Musicalworkshops. Bis heute nehme ich regelmäßig Gesangs- und Tanzstunden und habe zuletzt, angeregt durch meine beiden Kinder, auch angefangen mich beim Aerial Silk in Akrobatik zu üben.

Außerdem hat mich meine Faszination für Japan stets begleitet. Schon während des Studiums fing ich an Japanisch zu lernen und verbrachte ein wunderbares Auslandssemester in Tokyo. 2011 trat ich der „Chado Urasenke Tankokai Austria Association“ bei – der österreichischen Vertretung der größten Teeschule Japans. Seit 2021 bin ich Vizepräsidentin derselben und übernehme verstärkt organisatorische Aufgaben. Die Kulturveranstaltung „Chado & Budo“ im Setagaya Park war dabei mein erstes Veranstaltungsprojekt im Kulturbereich.

Flyergestaltung: Gernot Polland (www.polland-grafik.at)

Um die Ziele unseres Vereins noch besser und intensiver vertreten und vorantreiben zu können, habe ich mich entschlossen den Lehrgang Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte zu absolvieren.

Bei den Seminaren konnte ich meine wirtschaftlichen Kompetenzen um wertvolles Branchenwissen und Know-How erweitern. Der intensive Austausch mit den Teilnehmer:innen und Vortragenden war dabei besonders wertvoll und hat viele neue Aspekte und Ideen geliefert. In meinem Abschlussprojekt „Momiji Matsuri“ beschäftigte ich mich dann mit der Planung und Durchführung eines Japanischen Herbstfestes.

Heute freue ich mich schon auf viele weitere Veranstaltungen und Begegnungen im Sinne eines unserer Hauptleitsätze auf dem japanischen Teeweg:

一期一会 „Ichi go, ichi e“/“Eine Zeit, ein Treffen“ – eine einmalige Gelegenheit im Leben.

Foto: (c) Andreas Ladik
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Kategorie: „Ich will die Menschen mit Geschichten berühren.“ – Absolventin Nicole Gerfertz-Schiefer

„Ich will die Menschen mit Geschichten berühren.“ – Absolventin Nicole Gerfertz-Schiefer

Geschichten faszinieren mich schon mein ganzes Leben lang. Bereits als Kind habe ich Bücher und Theateraufführungen geliebt. Es war somit naheliegend, Schreiben zu meinem Beruf zu machen. Daher habe ich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert (Abschluss 2001). Mein beruflicher Werdegang hat mich dann auf verschlungenen Pfaden weitergeführt. Ich habe in den Redaktionen von Printmedien, Radiosendern und Fernsehsendern gearbeitet, war als Assistentin der Geschäftsführung, Redakteurin, Projektleiterin und vieles mehr tätig, habe bei Theaterproduktionen in die Bereiche Dramaturgie und Regie hineingeschnuppert und auch erste eigene Bühnenerfahrungen als Darstellerin gesammelt – und fühlte mich im Herbst 2006 für meinen Schritt in die Selbstständigkeit bestens gerüstet.

Seither bin ich tätig als Journalistin (vor allem in den Bereichen Gesundheit, Medizin, Pharmawirtschaft, Marketing), als PR-Beraterin (u.a. Circus Pikard) sowie als Autorin, Dramaturgin und Performerin im Theaterbereich. Diese unterschiedlichen beruflichen Standbeine und diese Vielfalt an künstlerischen Tätigkeiten sind etwas, das mich ausmacht. Ich bewege mich gerne in unterschiedlichen Umfeldern, agiere mit verschiedenen Menschen, probiere mich in wechselnden Gebieten aus und widme mich mit Begeisterung immer wieder neuen Themen.

Über die Projekte mit den mir sehr verbundenen Theatergruppen (vor allem Kulturszene Kottingbrunn, SOG Theater, Nesterval) hinaus ist es mir ein großes Herzensanliegen, meine eigenen Geschichten bzw. meine eigene Sichtweise auf bestehende Geschichten auf die Bühne zu bringen. Daher habe ich 2022 gemeinsam mit meinem Mann Franz Schiefer eine eigene Theatergruppe gegründet und die ersten Projekte geplant. Als Vorbereitung für diesen wichtigen Schritt habe ich 2021 den Lehrgang für Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte absolviert. Dieser hat mir viele spannende Impulse hinsichtlich Positionierung, Logo-Entwicklung, Projektplanung etc. geliefert.

Und nun darf ich meine eigene Theatergruppe vorstellen: KONTER!

Logo und Icon KONTER_ Gestaltung Design Tiger Wien

KONTER setzt Theaterproduktionen in Niederösterreich um, zudem sind Gastspiele in Wien geplant. KONTER widmet sich dabei durchaus ernsten Themen, bricht diese jedoch mit Humor auf und lässt beim Publikum ein befreiendes Lächeln oder gar Lachen aufkommen. KONTER mischt dabei verschiedene Theaterformen: Durch die Kombination der klassischen Bühnensituation mit interaktiven, partizipativen Begegnungen zwischen Darsteller:innen und Zuschauer:innen werden die Geschichten noch erlebbarer, berührender und vielfältiger. Verschiedene, einander großteils fremde Menschen werden gleichzeitig erreicht, finden sich im gemeinsamen Erleben und in gemeinsamen Erlebnissen wieder und rücken dadurch näher zusammen.

Als erstes Projekt setzen wir im Okt./Nov. 2022 das Theater-Kabarett „Hurra, wir leben noch. Heitere Geschichten von Karl Valentin und Liesl Karlstadt“ um. In dieser ersten KONTER-Produktion werden nicht nur berühmte und weniger berühmte Szenen des Duos gezeigt, sondern auch Ausschnitte aus der Lebens- und Liebesgeschichte der beiden auf die Bühne gebracht. Und, ganz wichtig: Das Leben und die Geschichten von Karl Valentin und Liesl Karlstadt werden in Bezug zu unserem heutigen Leben gesetzt. Pandemie, Krieg, Beziehungsherausforderungen, digitale Revolution – all das und noch mehr wird mit viel Augenzwinkern thematisiert. So kann man über vieles, was uns in den Pandemie-Jahren genervt, belastet oder gereizt hat, endlich einmal herzlich lachen!

Foto: Flyer Hurra, wir leben noch! (c) Enisa Meindl)

Übrigens war für den Herbst 2022 eigentlich ein anderes Projekt als erste KONTER-Produktion geplant. Aber pandemiemäßig haben wir uns dann umentschieden. Aus mehreren Gründen, aber vor allem weil wir davon überzeugt sind, dass es Zeit wird, all das Schwere der letzten Jahre auf der Bühne anzusprechen und in Leichtigkeit zu verwandeln. Als Gesundheitsjournalistin und Theaterschaffende ist mir das aktuell ein großes Anliegen – und ich freue mich sehr, dieses nun in die Tat umsetzen zu können.

Ich bin davon überzeugt, dass es mehr denn je gefragt ist, sehr spontan auf sich verändernde Gegebenheiten zu reagieren – auch wenn man dafür ein Herzensprojekt verschieben muss. Wenn man ein wenig in sich geht, findet man ja vielleicht ein anderes Projekt, das einem ebenfalls am Herzen liegt und das aktuell besser passt. So ist es mir gegangen. Diesen Ansatz von Vielfalt, Spontanität und „über Ernste Themen lachen“ werde ich persönlich und künstlerisch weiterverfolgen. Ich bin gespannt, wo mich diese Reise noch hinführen wird.

Wer mich dabei ab und zu mal treffen will, kann sich auf www.gerfertz-schiefer.at sowie www.konter.at über aktuelle Projekte informieren.

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Foto: Nicole Gerfertz-Schiefer (C) Thomas Magyar Fotodesign
Kategorie: Musik und Theater haben mich als Person geformt – Absolvent Martin Gratzer

Musik und Theater haben mich als Person geformt – Absolvent Martin Gratzer

Martin Gratzer hat Ende 2021 den Lehrgang Kulturmanagement erfolgreich abgeschlossen und im Rahmen dessen das Projekt „Sounds great!“ Jugendliche und junge Erwachsene aus unserer Region/Stadt/Gemeinde im Rampenlicht ausgearbeitet.

Seit 1985 bin ich berufstätig. Ebenso lange beschäftige ich mich außerberuflich mit Musik und Theater. Das hat mich als Person geformt.
Mein Beruf hatte damit nichts zu tun. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in der Bankenbranche wechselte ich in die weite Welt der IT.
Außerberuflich hielt ich nach wie vor am Theater fest. In 15 Jahren im außerberuflichen Theater hatte ich viele Positionen inne.

Als politisch engagierter Mensch war ich im Ausschuss für Kultur ehrenamtlich für die Organisation von Veranstaltungen auf kommunaler Ebene zuständig. Mit der laienhaften Planung und Durchführung war ich aber nie so richtig zufrieden. Aktuell engagiere ich mich in einem kleinen Kulturverein, Konzerte, Kabarett, Kino.

Foto: Martin Gratzer © Adrian Biatel (adrianbiatel.com)

In der Pandemie merkte ich, wie sehr mir die Kultur fehlte. Ich nahm dies als Zeichen, tätig zu werden. Bei Online-Recherchen stieß ich dann auf das Institut für Kulturkonzepte. Dass alle Seminare notgedrungen online angeboten wurden, war für mich als Vorarlberger ein Segen. Ich nahm also teil.

Im Lehrgang konnte ich einerseits von den Experten*innen professionelle Kulturorganisation lernen und andererseits von den Erfahrungen der Kommilitonen*innen profitieren.

Meine Projektidee – eine professionelle Bühne zu schaffen für junge talentierte Musiker*innen aus der Region – habe ich im Lehrgang ausgearbeitet und fertig gestellt. Ein erster Termin zur Präsentation des Konzepts beim zuständigen Gremium steht an, Kontakte zu Fördergebern sind hergestellt.

Ich denke, man muss von seiner Idee überzeugt sein, Mut haben, Risken eingehen und: handeln.
Meine Zukunftsideen sind eine Freilichtbühne in einer Kiesgrube. Und ein Kabarettprogramm. Und es gibt einige Songs, die produziert werden wollen.

Das Coaching am Institut hat mir dabei geholfen, meinen Horizont zu erweitern. Die Möglichkeit, Kulturmanagement nebenberuflich auszuüben, nahm dabei Gestalt an. Und ich habe erfahren, dass auch in Kulturbetrieben kaufmännische Fähigkeiten gefragt sind. Ein Plus für mich.

Der Lehrgang war eine gute Entscheidung und hat mir wertvolle Kontakte beschert.

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Foto: Martin Gratzer © Birgit Kupsch (https://www.mein-herzblut.at/
Kategorie: Wenn Agilität auf Kulturmanagement in Krisenzeiten trifft – Absolventin Nadja Köffler

Wenn Agilität auf Kulturmanagement in Krisenzeiten trifft – Absolventin Nadja Köffler

Wenn Agilität auf Kulturmanagement in Krisenzeiten trifft – Absolventin Nadja Köffler

Ich bewege mich zwischen den Welten und sehe mich als jemand, der in diesem Zwischenraum zu vermitteln versucht, um Neues zu schaffen. Das mache ich, indem ich Grenzen aufspüre und sie beweglich mache. In meinen Projekten habe ich öfters unterschiedliche Bereiche und Personen zusammengeführt (z.B. wissenschaftliche und künstlerische Ansätze), sodass sich aus der Spannung der Unterschiedlichkeit, kreative Räume für Veränderung aufgetan haben. So habe ich z.B. in Zusammenarbeit mit dolomitenstadt.at und der Ostkreuzschule für Fotografie (OKS) in Berlin ein Artist-in-Residence-Programm konzipiert und inhaltlich geleitet, bei dem 7 Fotograf*innen mit Wohnsitz in Berlin nach Osttirol eingeladen wurden, um mit ihrem kosmopolitischen Hintergrund einen frischen Blick auf eine alpine Region zu werfen. Dabei sind sehr spannende Geschichten entstanden, die Facetten von Osttirol freilegen, die sonst eventuell ungesehen geblieben wären. Ein Buch zu diesem Projekt wird Anfang nächsten Jahres in der Reihe schneeblind (innsbruck university press) erscheinen.

Neben einer Hochschulbildung in Medienwissenschaft, Bildungs- und Kulturwissenschaft habe ich „Bildredaktion“ an der OKS in Berlin studiert oder „Arts and International Cooperation“ an der Zürcher Hochschule der Künste. Folglich bin ich die Transdisziplinarität in persona, was es nicht immer leicht macht, denn man fühlt sich nirgendwo recht zugehörig, sondern verweilt in einem sonderbaren Dazwischen.

In den letzten Jahren habe ich für unterschiedliche Kultureinrichtungen gearbeitet, wie unter anderem für den Deutschen Jugendfotopreis (DJF) oder den interkulturellen Verein ipsum. Diesjährig kuratierte ich für den DJF zusammen mit zwei geschätzten Kolleg*innen die Ausstellung „WE_Love- 60 Jahre Deutscher Jugendfotopreis“ – Das hieß 10.000 Bilder sichten, Highlights auswählen und in eine vernünftige Ordnung zum Thema „jugendliche Beziehungen und Liebe“ bringen. Die Fotografie und die Auseinandersetzung damit begeistert mich auf besondere Art und Weise, sodass ich dieses Jahr in die Jury des Deutschen Jugendfotopreises bestellt wurde und seit letztem Jahr berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie bin. Ich fotografiere auch leidenschaftlich selbst.

Foto: Nadja Köffler / Jordanien © privat

Mein beruflicher Werdegang ist genauso farbenfroh wie meine Persönlichkeit, man kann mich in keine Schublade stecken. Zurzeit arbeite ich hauptberuflich als Hochschulprofessorin für Kulturelle Bildung an der KPH Edith Stein und bilde angehende Lehrer*innen, Elementar- und Sozialpädagog*innen aus. Ich bin in meiner dozierenden Tätigkeit recht unkonventionell, so schule ich die Wahrnehmung meiner Studierenden beispielsweise im Rahmen von Beobachtungen des nächtlichen Sternenhimmels.

Meine Freund*innen vergleichen mich manchmal mit einem Chamäleon, weil ich mich rasch an neue Begebenheiten anpassen kann, agil und recht wandlungsfähig bin. Mein Projekt, das ich am Institut für Kulturkonzepte umgesetzt habe, greift diesen Aspekt auf. Zuerst wollte ich „spacegaze“ vorantreiben, einen virtuellen Begegnungsraum der über weltraumassoziierte Phänomene Perspektivenwechsel anregen soll. Eine Reise zu den unterschiedlichen Planetarien der Welt war geplant und ein Blog sollte dazu eingerichtet werden, um meine Erlebnisse zu teilen. Die weltweite Pandemie und der Ukrainekrieg haben mir dann aber einen Strich durch die Rechnung gemacht und mich ganz woanders hingeführt. Und zwar zu STAN – einer ukrainischen Kultureinrichtung, die ein Studienkollege von mir leitet. Mit Ausbruch des Angriffskriegs hat er um Unterstützung gebeten. So haben wir innerhalb von 7 Tagen die Online-Fundraising-Kampagne #warminghandsforukraineefugees auf die Beine gestellt, bei der wir in drei Tagen über 4.000 Euro sammeln konnten und mit einer ganzen Ladung Schlafsäcke, Thermoskannen, Heizstrahler, Stromgeneratoren und Thermopads an die ukrainisch-ungarische Grenze gefahren sind. STAN hat im Westen der Ukraine Schutzquartiere für Geflüchtete wie auch Künstler*innen eingerichtet, die von dort aus über die Zustände im Land berichten sollten.

Fotos Nadja Köffler Lónya (ukrainisch-ungarische Grenze) © privat

Das war aufregend in eine völlig neue Welt einzutauchen und dabei auch noch vielen Menschen helfen zu können. Es hat auch gezeigt, wie wichtig es für Kultureinrichtungen ist am Zahn der Zeit zu bleiben und bei großen Umbrüchen mit diesen Veränderungen zu gehen. STAN setzte sich als Kultureinrichtung kurzfristig für humanitäre Hilfe ein, die erst durch internationale Unterstützung vieler Partner*innen (aus Deutschland, der Schweiz, Schweden etc.) möglich war. Das hat auch gezeigt, wie sehr der Europagedanke in Krisenzeiten durchgreift. Teil davon sein zu dürfen und international zu kooperieren hat mich sehr bewegt und mir auch gezeigt, dass in dem Fundraising-Bereich ein verborgenes Talent von mir liegt.

Die Ausbildung in „Kulturmanagement“ am Institut für Kulturkonzepte hat mich auf diesem Weg begleitet und mir die dafür notwendigen Kenntnisse (z.B. in den Seminaren „Onlinemarketing“ oder „Betriebswirtschaft für Kulturbetriebe“) vermittelt, die ich gleich im Rahmen des Projekts praktisch umsetzen konnte.

Interviews:
https://culturenaturepress.blogspot.com/2021/05/interview-hs-prof-mag-dr-nadja-koffler.html
http://oks-lab.ostkreuzschule.de/?p=31282

Homepage:
https://www.nadja-k.com/

Partner*innen:
STAN: https://stan.org.ua/
Deutscher Jugendfotopreis: https://www.jugendfotopreis.de
Ipsum: https://ipsum.at/
KPH: https://www.kph-es.at/

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Foto: Nadja Köffler © Natalia Kepesz
Kategorie: 3 Mindsets, die das Netzwerken leicht machen!

3 Mindsets, die das Netzwerken leicht machen!

Ein Beitrag von Karin Wolf

Das Thema Netzwerken liegt mir seit fünfundzwanzig Jahren am Herzen und taucht in unterschiedlicher Form auch immer wieder in meinen Seminaren auf und ist Thema meines nächsten Seminars Netzwerken kompakt am 22. Juni. Sich mit anderen Menschen professionell zu vernetzen und strategische Partnerschaften einzugehen, ist eine ganz wesentliche Aufgabe für Kulturmanager:innen. Warum treffe ich so selten Menschen, die von sich selbst sagen, dass sie gerne und gut Netzwerken? Den meisten ist die Vorstellung bei einer Eröffnung „Small Talk“ zu führen und „Visitenkarten auszutauschen“ unangenehm. Ihnen erscheint Netzwerken als ein Talent, das nur einige Auserwählte besitzen. Das Gegenteil ist der Fall: jeder Mensch, der sich ausdrücken und mitteilen kann, kann sich auch mit anderen vernetzen. Holen Sie sich konkrete Tipps und gewinnen Sie Freude an dieser Art der Kommunikation.

Mindset 1: Ich bin an meinem Gegenüber interessiert.

Erfolgreiche Netzwerker:innen können gut und gerne zuhören. Wenn sie neue Menschen treffen, sind sie neugierig und offen für die Ideen und Projekte ihres Gegenübers. Beim ersten Kennenlernen geht es also nicht darum, sich und die eigenen Erfolge darzustellen. Fragen Sie nach und achten Sie darauf, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt. In einem guten Netzwerk sollten sich, wie in einem guten Team, verschiedene Charaktere und Kompetenzen finden.

Mindset 2: Ich bin authentisch.

Kommunikation funktioniert langfristig am besten und macht auch nur Freude, wenn ich mich nicht verstelle. Dabei gibt es einen feinen Unterscheid zwischen „privat“ und „persönlich“. Geben Sie bei Treffen im beruflichen Kontext auch etwas über Ihre Person preis: was treibt Sie an, was liegt Ihnen am Herzen, was beschäftigt Sie aktuell beruflich? Informationen und Fragen zum Privatleben sind hier nicht angebracht.

Mindset 3: Ich habe etwas zu erzählen.

Ich erlebe es sehr oft, dass (junge) Führungskräfte bei offiziellen Gelegenheiten zu bescheiden auftreten, weil sie befürchten als überheblich und arrogant zu erscheinen. Bereiten Sie sich auf eine Veranstaltung, bei der Sie berufliche Kontakte knüpfen möchten, gut vor: Über welches aktuelle oder geplante Projekt reden Sie gerne? Teilen Sie ihre Freude und Ihren Stolz über etwas, das Ihnen gelungen ist.

Im Kultursektor ist Netzwerken auf jeden Fall ein Erfolgsfaktor und es gäbe noch viel zu sagen über den Unterschied zwischen Ihrem persönlichen Netzwerk und institutionalisierten Branchen-Netzwerken. Ersteres bauen Sie sich über die Jahre hinweg auf und stehen vor der gar nicht so einfachen Aufgabe, es nachhaltig zu pflegen und zu festigen. Bei zweiterem müssen Sie sich entscheiden, welche Plattformen für Sie „funktionieren“. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie ihren persönlichen Stil finden und Freude daran haben, sich kontinuierlich mit neuen Menschen auseinander zu setzen.

Wenn Sie noch mehr über Netzwerken wissen möchten und konkrete Fragen dazu haben, dann nehmen Sie am Seminar Netzwerken kompakt am 22. Juni teil! Infos und Anmeldung HIER.

Foto: Allie | Unsplash
Foto: Allie | Unsplash
Kategorie: Analoges (Kunst)Handwerk mit digitalen Werkzeugen zu koppeln hat Potenzial – Absolventin Lisa Pock, co/rizom

Analoges (Kunst)Handwerk mit digitalen Werkzeugen zu koppeln hat Potenzial – Absolventin Lisa Pock, co/rizom

Mein Name ist Lisa Pock, von 2018 bis jetzt habe ich beim Projekt co/rizom als Programmassistentin gearbeitet. Die Organisation co/rizom verschreibt sich der langfristigen und nachhaltigen (Re-)Etablierung von traditionellem Handwerk auf
dem Weltmarkt.

Zu einer Zeit, in der das Interesse am Handgemachten stetig zunimmt, zugehörige Fertigkeiten gleichzeitig aber zu verschwinden drohen, unterstützt co/rizom weltweit kleine herstellende Manufakturen mit Skills und Strategien in den Bereichen Design, Produktentwicklung, Branding und Marketing und hilft Handwerksbetriebe nachhaltig in ein internationales Netzwerk einzubetten. co/rizom hat dazu eine digitale Plattform entwickelt, auf der die drei essentiellen Kompetenzen auf denen ein wirtschaftlich rentabler Kunsthandwerksbetrieb aufgebaut ist, zusammengeführt werden. Als Team durchlaufen je eine Kunsthandwerker:in, eine Kreative und eine Businessdeveloper:in einen strukturierten Prozess und erhalten finanzielle Unterstützung zur Realisation einer Kollektion.
Meine Aufgaben waren unter anderem auch die Bereiche Projektkoordination, Kommunikation und Social Media.
Basis meiner Abschlussarbeit war auch das Projekt co/rizom. Mein Fokus lag darauf, eine Bestandsanalyse zu machen und eine Kommunikations- und Social-Media-Strategie für die nächsten Schritte zu erarbeiten.

Foto: Mark Glassner

Mein beruflicher Hintergrund bewegt sich durchgehend im Bereich Kunst und Kultur. Erst habe ich das Kolleg für Fotografie an der Graphischen in Wien besucht, der Wunsch eigene Ideen in verschiedenen Techniken zu verwirklichen hat mich dann an die Akademie der bildenden Künste in Wien geführt, wo ich Malerei und Grafik in der Klasse für neue Medien bei Peter Kogler studiert habe. Durch das
Erasmusaustauschprogramm habe ich auch an der Slade School of Art in London studiert, das war Auslöser dafür, dass ich in der Stadt dann einige Jahre verbracht habe.
Den Wunsch mein Wissen und mein Netzwerk, begleitet durch eine strukturierte, praxisnahe Ausbildung zu vergrößern, hatte ich schon länger. Nach viel Zeit im Homeoffice wollte ich wieder eintauchen in mehr Realität und war offen für einen Austausch und frischen Input auf verschiedenen Ebenen.

Letzten Sommer habe ich im Zuge einer Weiterbildungskarenz mit dem Kulturmanagementlehrgang begonnen und jetzt im Februar abgeschlossen.
Die Teilnahme am Lehrgang ermöglichte mir unter anderem, eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema Social-Media und durch die begleitende Expertise die Chancen zu erkennen, die sich durch diese neuen Kanäle bieten – auch für Projekte oder Produkte, die im Analogen angesiedelt sind.
Besonders positiv fand ich die Möglichkeit einen Schritt zurück zu machen und in den diversen Seminaren Feedback von Personen außerhalb meines gewohnten Umfelds zu bekommen. Das hilft Zusammenhänge aus einer neuen Perspektive zu sehen.

Derzeit ist die Finanzierung des Projektes langfristig nicht gesichert und deswegen halte ich im Moment Ausschau nach neuen Wegen meine Fähigkeiten in spannende Projekte einzubringen. Unser Alltag wird immer mehr vom Digitalen bestimmt und es gilt mit Scharfblick herausfiltern zu können, wie unser kulturelles „analoges“ Erbe und die technisch, digitalen Innovationen optimal voneinander profitieren können. Dabei ist es meiner Meinung nach wesentlich, das Analoge mit dem Digitalen ausgewogen miteinander zu verweben.
www.corizom.org

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Foto: Lisa Pock © Mark Glassner
Kategorie: 3 Tipps für guten Kontakt bei Online-Präsentationen

3 Tipps für guten Kontakt bei Online-Präsentationen

Guter Kontakt bei Online-Präsentationen – 3 Tipps von Stella Damm

Ob Sie lieber im gleichen Raum präsentieren oder Online-Präsentationen zu schätzen gelernt haben: Wie produktiv diese beiden Settings für uns sind, wie gut das rüberkommt, was wir mitteilen möchten, das haben wir zu einem großen Teil selbst in der Hand.

Weil beim virtuellen Präsentieren die Gefahr viel größer ist, dass Sie die Stimmung im Publikum nicht mitbekommen oder sich überhaupt so fühlen, als würden Sie ins Leere sprechen, drehen sich die folgenden drei Tipps darum, wie Sie auch online möglichst gut „in Kontakt“ bleiben.

 

  1. Den Blickkontakt ersetzen

Online ist Blickkontakt leider eine Einbahnstraße. Schauen wir in die Gesichter, ist am Bildschirm unser Blick abgewendet. Schauen wir in Kamera, sehen wir unser Publikum nicht.  Da hilft nur, abwechselnd beides zu tun.

  • Finden Sie einen für Sie angenehmen Rhythmus, zwischen Ihrem Bildschirm (den Gesichtern) und der Kamera hin und her zu schauen. Der Schwerpunkt sollte auf der Kamera liegen: versuchen Sie, zumindest 60% der Zeit in die Kamera zu schauen.

 

  1. Nonverbales Feedback ersetzen

Vor allem wenn Sie richtig gut darin sind, einen Raum zu lesen und Stimmungsänderungen wahrzunehmen, wird Ihnen diese Art Feedback bei Online-Präsentationen abgehen.

  • Fragen Sie deshalb etwas mehr nach, als Sie es sonst tun würden: Ich gehe dazu gleich noch mehr ins Detail; vorher wüsste ich gerne, ob ich das bis hierhin für Sie nachvollziehbar skizziert habe? – bitte einfach Hand heben, wenn Sie eine Verständnisfrage haben.

 

  1. Folien zwischendurch abschalten

Ihre sichtbare Präsenz müssen Sie in Online-Präsentationen bewusst gestalten. Im gleichen Raum kann das Publikum nach Lust und Laune zwischen Ihnen und Ihren Folien hin und her schauen. Verschwinden Sie nicht für die Dauer einer ganzen Präsentation hinter Ihren Folien.

  • Schalten Sie zwischendurch den geteilten Bildschirm wieder aus, seien Sie für einzelne Sequenzen (wie illustrative Anekdoten/Beispiele oder Fragerunden) bildschirmfüllend sichtbar. Das verbessert den Kontakt, hilft Ihnen aber auch, die Präsentation zu strukturieren.

Mehr Tipps und vor allem die Gelegenheit, all das auszuprobieren und Feedback zu bekommen, gibt es im nächsten Seminar „Erfolgreich Präsentieren“ von 12. – 14. Mai 2022 mit Stella Damm.

Erfolgreich präsentieren Kulturkonzepte
Kunstforum Wien, Kuratorin Heike Eipeldauer, Pressekonferenz, Ausstellung Georgia O’Keeffe © Natalie Würnitzer
Kategorie: 3 Tipps von Karin Wolf für erfolgreiches Delegieren

3 Tipps von Karin Wolf für erfolgreiches Delegieren

3 Tipps von Karin Wolf für erfolgreiches Delegieren

„Bis ich die Aufgabe erklärt habe, habe ich sie schon dreimal selbst erledigt! Ich mache es lieber wieder selbst.“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Delegieren ist nicht einfach, aber gerade für Führungskräfte eine wesentliche Kompetenz, die es auf jeden Fall zu entwickeln gilt. Delegieren ermöglicht es Ihnen und Ihrem Team, effizienter und effektiver zu arbeiten. Wenn Sie Aufgaben abgeben, können Sie sich besser auf Ihre Kernaufgaben konzentrieren, Sie gewinnen Zeit für die strategische Planung oder um Kontakte zu pflegen. Das führt auch dazu, dass Sie Ihre Energie fokussieren und zufriedener beim Arbeiten sind. Außerdem trainieren Sie gezielt Ihre Sozial- und Führungskompetenzen.

Sie lernen sich selbst gut kennen und sehen, wo Sie noch Entwicklungspotentiale haben und wie es um Ihr eigenes Selbstbewusstsein, Mut und Vertrauen bestellt ist. Beim Delegieren können Sie und Ihre Mitarbeiter:innen auch viel über Selbstorganisation lernen. Vor allem, wenn Sie darauf achten, nicht nur anspruchslose Routineaufgaben weiterzugeben, zeigen Sie Ihrem Team Wertschätzung und Vertrauen. Das trägt längerfristig auch zur Mitarbeiter:innenbindung bei.

Sie können sofort beginnen, sich gut aufs Delegieren vorzubereiten. Beginnen Sie mit den W-Fragen: Was wollen Sie übertragen? Wieviel davon wollen Sie delegieren? Wer soll die Aufgabe übernehmen? Wie umfangreich muss diese Person eingearbeitet werden? Gehen Sie Schritt für Schritt vor und anerkennen Sie, dass sich einige Fragen erst im Prozess restlos klären lassen. Die folgenden drei Tipps sollen Ihnen helfen, einen guten Einstieg ins Thema zu finden.

1. Erkennen Sie Ihren persönlichen Glaubenssatz, der Sie hindert.

Bevor Sie beginnen, noch gezielter und bewusster zu delegieren, versuchen Sie herauszufinden, was genau Sie bisher daran gehindert hat. Erkennen Sie sich in den folgenden Sätzen wieder?  Ich kann es am besten. Ich möchte niemanden belasten. Ich zeige Schwäche, wenn ich Arbeiten abgebe. Ich muss die Kontrolle bis ins Detail behalten. Nur ich kann die Aufgabe richtig erledigen. Wenn ich es nicht selbst mache, werden Fehler passieren.

Nehmen Sie sich Zeit, beobachten Sie sich selbst im Arbeitsalltag und schreiben Sie sich die Sätze auf, die Sie erkennen. Es ist nicht einfach, sich von diesen Sätzen zu lösen – geben Sie sich selbst Zeit und sprechen Sie sich Mut zu. Vertrauen Sie darauf, dass besseres Delegieren Ihnen hilft eine bessere Führungskraft zu werden. Tauschen Sie sich mit anderen Führungskräften, Kolleg:innen, Freund:innen aus und unterstützen Sie sich gegenseitig.

2. Beschreiben Sie das Ergebnis des Auftrags, nicht den Weg dahin.

Unter Führungskräften ist das „My-Way-Syndrom“ weit verbreitet. Hier wird nicht nur die Aufgabe delegiert, sondern es wird erwartet, dass auch die Arbeitsmethode, die zum Ziel führt genau übernommen wird. In der Folge werden die Mitarbeiter:innen überkritisch bei der Umsetzung beobachtet, es wird laufend kommentiert und kritisiert. Das verunsichert die Mitarbeiter:innen, die nun ständig befürchten, etwas nicht richtig zu machen. Oft tritt dann das Phänomen des „Rückdelegierens“ ein. Die Mitarbeiter:in fragt dann immer wieder nach, sichert sich ab und die Führungskraft ist permanent in die Umsetzung eingebunden, hat also die Aufgabe immer noch auf der Agenda.

Um gut Delegieren zu können, ist es notwendig, anzuerkennen, dass es andere gute Wege als den eigenen gibt, um eine Aufgabe zu erledigen. Bemühen Sie sich, klar zu kommunizieren, was bis wann und von wem zu erledigen ist. Klären Sie die grundsätzlichen Rahmenbedingungen und sagen Sie ganz klar, was unbedingt beim Erledigen der Aufgabe berücksichtigt werden muss. Denken Sie daran, Ergebnisse zu beschreiben und nicht Methoden. Also nicht: „Ruf unbedingt am Donnerstag Vormittag in der Druckerei an und erinnere Herrn Maier, dass der Folder am Freitag geliefert wird. Ich schicke dann immer zur Sicherheit noch ein Email hinterher.“  Sondern: „Bitte vereinbare schriftlich mit der Druckerei, dass der Folder am Freitag geliefert wird.“  Missverständnisse beim Delegieren entstehen auch oft in der mündlichen Kommunikation. Wenn Sie die Aufgabe mit der Mitarbeiter:in besprochen haben, schicken Sie ihr eine kurze Gesprächsnotiz.

3. Signalisieren Sie zugleich Ihr Vertrauen und Ihre Bereitschaft zur Unterstützung.

Delegieren heißt auch, den Mitarbeiter:innen zu ermöglichen, Neues auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und natürlich auch Fehler zu machen.  Das ist auch eine gute Gelegenheit, die Fehlerkultur in der eigenen Organisation zu erkennen und vielleicht zu verbessern. Ein Mitarbeiter, der große Angst hat, Fehler zu machen, wird ungern Verantwortung übernehmen und dadurch bleibt die Arbeit bei der Führungskraft hängen. Sprechen Sie also im Delegationsgespräch ganz deutlich dem Mitarbeiter Ihr Vertrauen aus und machen Sie sich selbst bewusst, dass Sie gerade einen Lern- und Entwicklungsprozess in Gang setzen.  Der Mitarbeiter lernt, mit neuen Anforderungen umzugehen und Sie als Führungskraft lernen, klar zu kommunizieren und mit den Veränderungen gut umzugehen.

Sie stehen dabei vor der Herausforderung, Ihre Mitarbeiter:innen zur Selbstständigkeit zu ermutigen, Sie aus ihrer Komfortzone zu bringen und Sie gleichzeitig mit Ihrer neuen Aufgabe nicht gänzlich ins kalte Wasser zu stoßen. Dabei lernen Sie auch Ihre Mitarbeiter:innen neu kennen: die einen werden auf Anhieb gute Ergebnisse liefern, andere werden (zu oft) nachfragen und wieder andere delegieren Ihnen die Aufgabe im Handumdrehen zurück. Sie lernen als Führungskraft hier viel über Mitarbeiter:innenführung, weil Sie sehr individuell entscheiden müssen, wieviel Unterstützung in welcher Situation angemessen ist.

Möchten Sie mehr zu diesem Thema erfahren und praktische Tipps erhalten? Sichern Sie sich Ihren Platz im kompakten dreistündigen Online-Seminar am 27.4. Führen kompakt“ mit den Schwerpunkten: Rolle und Funktion einer Führungskraft,  Delegieren, Kritisieren und Motivieren, Tools für die Zeit- und Arbeitsplanung. Bringen Sie Ihre individuellen Fragen ins Seminar mit und holen Sie sich Motivation und Stärkung für Ihre Führungsaufgaben.

Infos und Anmeldung HIER

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Foto: Hello i m nik | Unsplash
Kategorie: Ich bin auf der Seite der Möglichmacher – Absolventin Anita Koukal, WerkSchau

Ich bin auf der Seite der Möglichmacher – Absolventin Anita Koukal, WerkSchau

Ich will möglich machen. – Absolventin Anita Koukal, WerkSchau

Ich habe 2020 den Lehrgang Kulturvermittlung begonnen, weil ich Kunst und Kinder zusammenbringen will. – Und das nicht nur in kleinen, der Vermittlung gegenüber sehr aufgeschlossenen Gruppen, wie ich es seit vielen Jahren selbst tue, sondern auf der Seite der Möglichmacher. Mein Ziel: Vielen, vor allem auch chancenbenachteiligten Kindern eine inspirierende Begegnung und praktische Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur zur ermöglichen.

Als Pädagogin, Kommunikationsberaterin und Obfrau des Vereins WerkSchau entwickle ich partizipative Vermittlungskonzepte für Kinder und Familien.

Im Rahmen des Lehrgangs habe ich das ABC Atelier, eine mehrtägige Workshopreihe für Kinder im Volksschulalter, konzipiert und erfolgreich umgesetzt.

ABC Atelier – buchstäblich erlesene Sprach-Bastel-Workshops zu ABC Büchern

Im ABC Atelier erleben Kinder anhand ausgewählter ABC Bücher herausragende Bild- und Textkunst sowie Freude am eigenen Sprach- und Gestaltungsgeschick. Die individuellen Buchstabengeschichten verbinden sich zu einem großen gemeinsamen Ganzen, einem Klassen-ABC Buch, das professionell gebunden und gedruckt werden kann.

Foto: werkschau.at

Wie laufen die Workshops ab und wie kann man sie buchen?

Ich komme direkt in den Kindergarten oder das Klassenzimmer und stelle beispielsweise das ABC Buch „Die Kürbiskatze kocht Kirschkompott“ des vielfach preisgekrönten österreichischen Künstlerduos Elisabeth Steinkellner und Michael Roher vor. Das Buch erzählt von teils fantastischen Tieren und ihren ebenso außergewöhnlichen Essgewohnheiten. Die einzelnen Buchstabengeschichten sind kurz und in Stabreimform geschrieben. Zum Buchstaben A steht etwa „Akrobatische Affen haben abends um acht Appetit auf Apfelmus mit Ananas.“ Weiter geht es dann mit „Bruder Brombärius“. Dieser bäckt Butterkekse, brät Bananen, braut Bier – und beichtet hinterher alles.

Foto: werkschau.at

Die Alliterationen sind oft witzig und regen an, über das Erzählte zu sprechen, eigene Mini-Geschichten zu erfinden. Im Workshop entwickeln die Kinder zu jeweils einem Buchstaben eigene Stabreime und Illustrationen. Diese Einzelarbeiten werden dann von mir gesammelt, am Computer bearbeitet und zu einem echten Buch gebunden.

Die Gestaltung eines Klassen-ABC Buchs ist etwas sehr Verbindendes und ein ganz besonderes Andenken an die Volksschulzeit.

Weitere Infos und Buchung: www.werkschau.at

Foto: werkschau.at
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Foto: Anita Koukal (privat)
Kategorie: Viele Wege führen ins Kino – Absolventin Christina Nitsch-Fitz

Viele Wege führen ins Kino – Absolventin Christina Nitsch-Fitz

Ich bin seit 2021, gemeinsam mit meinem Kollegen, Kinobetreiberin der Breitenseer Lichtspiele, dem mittlerweile ältesten Kino in Wien.

In den letzten Jahren habe ich mich für das kleine, charmante Kino engagiert, Filmreihen umgesetzt und begonnen es schrittweise zu renovieren.
Die Kinowelt war schon immer in der Familie präsent. Schon meine Großmutter leitete das Nussdorferkino im 19. Bezirk, später übernahm meine Tante die Breitenseer Lichtspiele und konnte diese bis heute mit viel persönlichem Einsatz erhalten. Es war lange Zeit unklar, was mit dem Kino in Zeiten des Streamings passieren sollte. Irgendwann stellte sich die Frage jedoch nicht mehr, schließlich ist mir der Ort ans Herz gewachsen und so habe ich beschlossen das Kino weiterzuführen mit dem Ziel es zu beleben.

Viele Wege führen ins Kino.

Durch meine Ausbildung in der berufsbildenden Höheren Lehranstalt für Tourismus sind mir Veranstaltungen und Marketing vertraut. Während einem zweijährigen Aufenthalt auf Sizilien konnte ich Einblicke in die Videoproduktion gewinnen.
Später war ich viele, viele Jahre als Kindergartenpädagogin tätig. Ein Berufsfeld, in dem enge Teamarbeit, Kreativität, Spontanität, Kommunikation, die ständige Reflexion und auch intuitives Handeln im Vordergrund stehen. Ich schätze die Erfahrungen aus dieser Zeit für die Arbeit im Kino ganz besonders.

Es hat mich immer wieder zum Kulturbereich hingezogen und dass ich die Möglichkeit bekommen habe, Ideen in einem Kino umzusetzen und einfach auszuprobieren, sehe ich als großes Geschenk. Die Kult Kino Reihe, das sind Filmabende mit Gästen aus Kunst und Kultur wie Hermes Phettberg, Voodoo Jürgens, Erni Mangold und Hubsi Kramar sowie kleinere Veranstaltungen wie etwa Lesungen oder Konzerte mit Film waren mein Beginn im Kinobereich aktiv zu sein.

Nach und nach mehr Aufgaben zu übernehmen bedeutet auch immer mehr Verantwortung. Um dafür gerüstet zu sein habe ich den Lehrgang für Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte besucht.

Besonders praxisnah zu lernen, statt sich in der Theorie zu verfangen und Einblicke in andere spannende Kulturprojekte zu bekommen, war für mich ganz besonders wertvoll. So bietet der Lehrgang auch eine wirklich gute Gelegenheit sich zu vernetzen. Von Fair Pay im Kulturbereich bis hin zu Projektmanagement, Pressearbeit und Sponsoring, jeder Inhalt war für mich relevant und sofort umsetzbar.

Mein Abschlussprojekt ist ein Kinoprojekt für ganz junge Kinder. Ein live vertontes, kurzweiliges Animationsfilmprogramm.

Als lebendiges Kinoerlebnis wird es seinen festen Platz im Programm des kommenden Jahres finden und hoffentlich viele junge Besucher für den Ort Kino begeistern. Entstandene Kooperationen mit Musikern und Puppenspieler:innen werden dieses Projekt bereichern.

Tatsächlich umfasst meine Arbeit alle Bereiche im Kino. Die gesamte Organisation, Zusammenarbeit mit Filmverleihen, Finanzierung von Projekten, Zusammenstellung des Filmprogramms, Social Media, Filmgespräche führen, auch mal Filmvorführen und einfach schauen, dass alles passt. Ganz wichtig ist dabei das kleine, feine Team, die gute Stimmung und die Freude an diesem Ort zu sein.

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Foto: Christina Nitsch-Fitz © Thomas Gobauer

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