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Kategorie: Es gibt mir so eine Energie mit Menschen zu arbeiten!

Es gibt mir so eine Energie mit Menschen zu arbeiten!

Suse Mayer, Designexpertin und kreative Strategin hat vor einigen Jahren ihre Kulturmanagement-Ausbildung bei uns gemacht. Am 29. Juli wird sie im Rahmen unseres Online-Info-Workshops „Es gibt viel zu tun!“ über ihre aktuellen Projekte, wie z.B.: dem tomorrow designfestival in Salzburg erzählen. Wir haben sie vorab interviewt.

Du hast an der TU in Wien Architektur studiert – wie bist du zu Kunst und Design gekommen?

Ursprünglich wollte ich Fotografin werden, aber das war meinen Eltern zu unsicher und so habe ich Architektur an der TU Wien studiert. Während des Studiums habe ich aber meine Liebe zur Kunst entdeckt. Ich konnte in die Richtung auch viel ausprobieren, z.B. mich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigen. Nach dem Studium führte mich ein Kulturmanagementstipendium ins MAK Center Los Angeles, einer Dependance des Museums für Angewandte Kunst nach Los Angeles. Dort habe ich interessante Menschen aus dem Kulturbereich kennen gelernt und gemerkt, dass ich beruflich im Kunst- und Kultursektor Fuß fassen möchte. Aus diesem Grund habe ich die Kulturmanagement Ausbildung am Institut für Kulturkonzepte gemacht.

In Wien habe ich dann meinen Platz an der Schnittstelle von Architektur und Kunst gefunden. Eine wichtige Station war meine Mitarbeit bei der artconsult Agentur section.a, wo ich Erfahrung mit dem Konzipieren und Organisieren von Kunstprojekten und Ausstellungen sammeln konnte wie z.b. The Essence – die Jahresausstellung der Angewandten oder 4/4 bei Wittmann – wo unterschiedliche Kunstinstallationen im Wittmann Schauraum präsentiert wurden. Gemeinsam mit Corina Binder habe ich dann das Studio bindermayer gegründet, formal ein technisches Büro für Innenarchitektur. Wir haben einige Jahre lang sehr kreative und vielfältige Projekte für ganz unterschiedliche AuftraggeberInnen entwickelt. Für die Vienna Design Week haben wir eine alte Kugelschreiberfabrik zu einem temporären Heurigen umgebaut und da war alles drin, was mir heute noch wichtig ist: Gestaltung, Kunst und Kommunikation. Zu der Zeit haben wir aber auch für die BUWOG (Bundeswohnbaugesellschaft) Messestände konzipiert und gebaut oder für die Planungswerkstatt der Stadt Wien die Ausstellung – in Zukunft Stadt – in Zukunft Wien konzipiert.

Ich habe immer viel mit Unternehmen zu tun gehabt und oft eine Schnittstellenfunktion eingenommen. Events zu planen und durchzuführen, Ausstellungen zu eröffnen und vor allem Menschen aus unterschiedlichen Branchen zusammen zu bringen, war immer ein wesentlicher Bestandteil meines Tuns. Es gibt mir so eine Energie mit Menschen zu arbeiten!

Warum Salzburg und welche Perspektiven siehst du in dieser Stadt?

2011 habe ich meine Tochter bekommen und bin mit ihr in meine Heimatstadt Salzburg gezogen. Begonnen habe ich dort mit einem Pop Up Store zu Interior Design und daraus hat sich dann die Werkschau entwickelt, ein Möbelgeschäft, das ich in der Gründungsphase mitgestaltet habe. 2014 habe ich das studiomayer gegründet, mit den Schwerpunkten Design, Konzeption und Consulting.

Die Idee zum tomorrow designfestival, das heuer zum 2. Mal stattgefunden hat, hat sich aus einem Projekt Eco Design Talk entwickelt, das ich gemeinsam mit Mag. Anne-Liese Premim Zuge des Kreativwirtschaftscoaching C hoch3 konzipiert habe. Das war eine Veranstaltung für Nachhaltigkeit und Innovation im Designbereich in Salzburg. So hat unsere Zusammenarbeit begonnen und wir haben dabei schnell erkannt, was für ein Potential an Kreativität und Innovation es hier gibt. Es gibt eine spannenden Szene und total spannende Menschen, die unterschiedliche und auch sehr internationale Perspektiven in die Stadt hineinbringen.

Innovation und Nachhaltigkeit im Designbereich ist uns ein großes Anliegen. Man muss sich jetzt über die Dinge Gedanken machen und Projekte und Produkte müssen nachhaltig und innovativ sein.

Trotz Corona haben wir heuer ein reales Festival gemacht, die Atmosphäre ist einfach eine andere, wenn man sich real trifft. Es war ein kleines feines Festival mit sehr gutem Feedback. Es kam sehr viel junges Publikum aus der Stadt Salzburg, aber auch aus dem Lungau, aus Oberösterreich und aus Bayern.

Und was hat das alles mit Kulturmanagement zu tun?

Viel! Der Designbereich ist ja auch ein Bereich der Kultur und des Handwerks. Um ein Festival zu organisieren, muss man die Kulturmanagement Basics beherrschen und da hat es mir schon geholfen, dass ich auf das Wissen aus dem Lehrgang zurückgreifen konnte. Festivalfinanzierung ist ein komplexes Thema, da konnte ich mir kollegiale Unterstützung aus dem Kulturkonzepte-Netzwerk holen. Georg Steker, der ja bei Euch auch unterrichtet, war in meinem Jahrgang und hat mich beraten.

Wir haben heuer beim tomorrow designfestival  stark auf Kommunikation durch Social Media gesetzt, weil wir vor allem ein junges Publikum erreichen wollten. Da konnte ich einiges an PR Wissen anwenden, das ich bei Euch gelernt habe und das hat sich gut mit Anne-Liese Prems Expertise ergänzt, die ja Kommunikationsexpertin mit ihrer Agentur www.tomorrowstories.at ist.

Überhaupt ist Kommunikation eines der zentralen Themen im praktischen Kulturmanagement: Wo wollen wir hin, was ist unsere Vision und wie vermitteln wir das der Kommunikationsagentur und den GrafikerInnen. Beim Briefing muss man direkt und verständlich sein und darf sich nicht beirren lassen, damit sich die Idee nicht verwässert. Je klarer man Dinge benennt, umso punktgenauer kommt man da hin, wo man sein will. Das ist mein größtes Learning aus der Festivalorganisation.

Was ändert sich durch Corona im Designsektor?

Ich erlebe das gerade als Zeit des totalen Umbruchs und denke, dass uns Corona noch länger begleiten wird. Diese Ausnahmesituation rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft und wir können jetzt Weichen für die Zukunft stellen. In den letzten Monaten war ich mit überraschend vielen Menschen im Kontakt und es hat sich für mich bestätigt, dass kreative Menschen gut mit solchen extremen Situationen umgehen können. Für Kreative und KünstlerInnen ist es das tägliche Brot, zu improvisieren, Perspektiven zu ändern und Neues auszuprobieren. Es gab da ein schönes Beispiel, wo DesignerInnen Atemventile mit dem 3D Printer gedruckt haben und die Dateien dafür online gestellt haben.

Mein Wunsch für die Zukunft: dass DesignerInnen und KünstlerInnen alteingefahrene Pfade verlassen und neue gesellschaftliche Szenarien entwerfen.

Am 29. Juli von 9.00-10.30 Uhr findet der Online-Infoworkshop „Es gibt viel zu tun!“ statt. Wir stellen den Lehrgang Kulturmanagement vor und führen mit Suse Mayer ein Gespräch über das vielfältige Berufsbild Kulturmanagement.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Suse Mayer | © Siegrid Cain
Foto: Suse Mayer | © Siegrid Cain
Kategorie: Kulturvermittlung – Vorwärts in die Vergangenheit?

Kulturvermittlung – Vorwärts in die Vergangenheit?

Ein Beitrag von Wencke Maderbacher

Nun können viele Kulturinstitutionen wieder aufsperren und langsam wieder zur ”Normalität” zurückkehren. Aber was bedeutet diese Normalität für die Kulturvermittlung?

Als die Kulturinstitutionen von einen Tag auf den anderen wegen der Covid 19 Pandemie schließen mussten, kam der Kulturvermittlung plötzlich viel Aufmerksamkeit zu. Denn sie besitzt nicht nur die Kompetenzen zu informieren, sondern die Inhalte auch zielgruppengerecht zu vermitteln – nun eben digital. Innerhalb weniger Tage wurde zahlreiche Programme online umgesetzt und mittels Hashtags verbreitet, z.B. #closedbutactive oder #museumandchill. Manche Programme wurden in altbekannten Formaten abgehalten, z.B. klassische Führungen durch Ausstellungen oder KuratorInnen-Gespräche; andere haben ihrem Publikum einen offenen Gestaltungsspielraum zur Verfügung gestellt. Eines der bekanntesten Beispiele wurde hier die niederländische Aktion #tussenkunstenquarantaine, bei der Menschen aus der ganzen Welt ihre Lieblingsbilder als Tableau-Vivant zuhause nachstellen.

Aber nicht nur die Kompetenz der Kulturvermittlung bekam Aufmerksamkeit, sondern auch die unsicheren Verträge in der Branche. Hingen doch viele VermittlerInnen zu Beginn der Schließungen komplett in der Luft. Viele KulturvermittlerInnen arbeiten immer noch mit Verträgen, bei denen die Bezahlung von jeder einzelnen Buchung abhängig ist. Als alle Führungen, Workshops und Programme storniert wurden, standen viele von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts. Und das gerade zu Saisonbeginn im Frühjahr, wenn es normalerweise erst richtig los geht mit Touristen und Buchungen. Es hat einige Wochen gedauert, bis eine Übergangslösung für KulturvermittlerInnen gefunden wurde und es zumindest kleine Abschlagszahlungen für die Branche gab.

Wollen wir wirklich zu dieser Normalität zurückkehren? Sollte man dieses notgedrungene Innehalten nicht eher dafür nützen, um umzudenken? Innerhalb der Kultureinrichtungen, indem man darüber nachdenkt, wie Verträge, Anstellungsverhältnisse und Organisation anders gedacht werden können und die gute Kollaboration zwischen den verschiedenen Funktionen innerhalb der Kultureinrichtungen auch nach der Öffnung weiter beibehalten werden kann.

Sowie extern mit unserem Publikum, dem viele Kulturinstitutionen ganz neue Möglichkeiten der Interaktion und Teilhabe öffneten. Ein Plus ist hier bestimmt die neue Reichweite – man kann den Programmen, Vorträgen und Führungen beiwohnen, ohne in der jeweiligen Stadt sein zu müssen. Hier entstanden in nur drei Monaten fantastische, kreative Ideen und Projekte. Es wäre spannend diesen Weg weiterzuverfolgen und zu sehen, was sich hier über einen längeren Zeitraum entwickeln kann, was bestehen bleibt und wieder verschwindet, nun da sich alle Türen wieder öffnen.

Wencke Maderbacher leitet die Abteilung Vermittlung im Moesgaard Museum, Højbjerg, Dänemark, außerdem ist sie ICOM CECA Europe Coordinator und Coordinator of CECA Special Interest Group for Professional Development of Museum Educators.

Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie das Seminar Kulturvermittlung-vor Ort und Online. Der nächste Termin dieses Seminars ist am 27.-28. Juni 2020 und findet online via zoom statt. Melden Sie sich an, es gibt noch wenige freie Plätze!

Foto: Wencke Maderbacher by Verena Wieser
Foto: Wencke Maderbacher by Verena Wieser
Kategorie: 3 hilfreiche Methoden für Online-Besprechungen

3 hilfreiche Methoden für Online-Besprechungen

Ein Beitrag von Karin Wolf

Durch den plötzlichen und verstärkten Einsatz von Online-Tools sind die Ansprüche an Kommunikation im Kulturmanagement weiter gestiegen. Das betrifft die gesprochene Sprache ebenso wie die geschriebene. In meinem Seminar „Sie geben den Ton an“ am 24. Juni 2020 gebe ich konkrete Tipps, wie Online-Teambesprechungen und Videokonferenzen in kleinen und großen Gruppen gelingen können und vor allem auch Ergebnisse liefern. Alles, was für analoge Gespräche gilt, muss online noch genauer berücksichtigt werden. Das beginnt bei der gründlichen Vorbereitung und der Frage, was will ich mit diesem Gespräch erreichen und in welcher Form kann ich die Sichtweisen meiner GesprächspartnerInnen berücksichtigen? Im Online-Gespräch muss ich mich besonders klar und präzise auszudrücken und darauf achten, dass meine Botschaften ankommen. Die Leitung einer Videokonferenz erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Moderation der einzelnen Wortmeldungen und bei der Ergebnissicherung. Mit den folgenden drei Tipps möchte ich Sie motivieren, diese neuen Herausforderungen anzunehmen.

Check-In und Check Out

Bei einer Teambesprechung im digitalen Raum sitze ich keiner Gruppe gegenüber, sondern lauter Einzelpersonen in ihren ganz unterschiedlichen Umgebungen. Es gibt kein gemeinsames Ankommen und es fehlt das individuelle Einstimmen in Form von kurzen Bemerkungen oder Gesprächen, während man sich z.B. einen Kaffee holt. Es ist hilfreich, hier ein neues Ritual einzuführen und den Beginn und das Ende der Besprechung zu „markieren“. Im Check-In sagt jedeR TeilnehmerIn kurz, wie sie gerade ankommt – wie geht es mir, wie ist meine Stimmung und wie war mein Tag bist jetzt. Dabei geht es nicht um einen Seelenstriptease, sondern darum, dass jedeR gleich einmal zu Wort kommt und Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie es der Gruppe insgesamt geht. Mit einer ähnlichen Runde beenden Sie dann jede Besprechung, z.B. mit der Frage: „Wie geht’s Euch jetzt, was nehmt ihr aus der Besprechung mit – einen Arbeitsauftrag, eine Idee, eine Frage?“

Zu Feedback einladen

Online-Besprechungen und Videokonferenzen sind wesentlich frontaler als analoge Treffen, wo es für alle Beteiligten leichter ist, sich einzubringen. Die Person, die gerade ihren Bildschirm teilt, ist vor allem „auf Sendung“ und bekommt nur Feedback aus der Gruppe, wenn sich jemand selbstständig einschaltet. Tendenziell bringen sich die ZuhörerInnen aber online viel seltener ein, denn die Hürde ist größer als im realen Raum, wo ich mich mit Augenkontakt oder Handzeichen vorher ankündigen kann. Teilen Sie daher Ihren Vortrag in kleinere Häppchen und planen Sie Ihre Fragen an die Gruppe im Vorhinein. Die Frage: „Gibt es Fragen?“ provoziert analog und digital kaum Reaktionen. Zielführender ist es, einzelne Personen direkt anzusprechen oder Fragen zu stellen, die man nicht mit Ja oder Nein beantworten kann.

Klare Regeln vereinbaren

Die Gespräche im digitalen Raum verlaufen meist weniger interaktiv und Diskussion haben eine langsamere und verhaltenere  Dynamik. Als TeilnehmerIn fällt es mir schwerer, jemanden zu unterbrechen. Das wirkt durch die Distanz schroffer, als wenn ich mit der Person am selben Tisch sitze. Zugleich herrscht Unsicherheit, wer jetzt das Wort ergreifen kann. Es hilft, gleich zu Beginn sehr klare Regeln zu vereinbaren, z.B. Redebeiträge immer alphabetisch reihum, die Moderation ruft auf. Oder sie einigen sich auf bestimmte Handzeichen oder Gesten, wenn jemand etwas ergänzen oder fragen möchte. Auch der Umgang mit der Chatfunktion soll vorab geklärt sein. Damit ich hier als Moderation nicht überfordert bin, kann ich ein Teammitglied bitten, den Chat im Auge zu behalten.

Finden Sie diese Tipps hilfreich und möchten noch tiefer ins Thema eintauchen? Sichern Sie sich Ihren Platz im eintägigen Online-Seminar „Sie geben den Ton an.“ am 24. Juni 2020.

Foto: Adam Solomon | Unsplash
Foto: Adam Solomon | Unsplash
Kategorie: Die Arbeit macht mir eine Riesenfreude!

Die Arbeit macht mir eine Riesenfreude!

Judith Steiner, eine unserer AbsolventInnen, ist schon als Studentin mit dem Kulturmanagement in Berührung gekommen und dabeigeblieben. Am 9. Juni ist sie gemeinsam mit Alexander Moore / MusicConsulting zu Gast in unserem Info-Workshop und gibt Einblick in ihre Tätigkeit als Produktionsleiterin beim Festival Wellenklaenge und warum sie lieber im Kultursektor als in der Wirtschaft arbeitet. Wir haben sie vorab interviewt.

Wie hast du dich entschieden im Kulturbereich zu arbeiten?

Ich würde sagen, ich bin da „hineingeschlittert“. Nach dem Musikgymnasium habe ich Architektur und Industrial Design studiert und mein erster Kulturjob war bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.  Eigentlich wollte ich als Fahrerin für die KünstlerInnen arbeiten, weil ich damals gern Auto gefahren bin, aber ich wurde gefragt, ob ich im KBB (künstlerischen Betriebsbüro) mitarbeiten möchte. Da hab ich gleich ja gesagt und bin ins kalte Wasser gesprungen, so habe ich es dann im Laufe meiner Karriere übrigens immer wieder gemacht. Ich war einige Jahre immer wieder dort und konnte den Betrieb gut kennenlernen, weil ich immer in einer anderen Abteilung mitarbeiten konnte. So hab ich viele Erfahrungen gemacht und mir eigene Werkzeuge zulegen können und meinen eigenen Arbeitsstil finden können.

Was waren wichtige Stationen deiner Karriere?

Bei den Salzburger Festspielen (Anm. Lukas Crepaz, der Geschäftsführer ist Kulturkonzepte-Absolvent)  habe ich mich initiativ beworben und konnte trotz meines jungen Alters in der Produktion mitarbeiten. Mein Studium war durchaus von Vorteil, denn dadurch hat man mir zB zugetraut, Bühnenpläne zu lesen und mir einen gewissen Sinn für Ästhetik zugetraut.

Als Tourmanagerin bei der Lucerne Festival Academy zu arbeiten, gehört auf jeden Fall zu den prägenden Erfahrungen. Wenn man mit 150 MusikerInnen in Hamburg und Köln tourt und für das Orchestermanagement zuständig ist, da lernt man schon einiges. Dazwischen habe ich auch mal in einer Kommunikationsagentur gearbeitet, und danach war mir klar, dass ich in der Kultur zuhause bin, das könnte man als einen Wendepunkt bezeichnen, zumindest als eine sehr wichtige Erkenntnis.

Was hat dir unser Lehrgang gebracht?

Vor dem Lehrgang bedeutete Kulturmanagement für mich, Konzerte organisieren und ich habe hier erst die ganze Bandbreite kennen gelernt. Mein Lehrgangsprojekt war ein Marketingkonzept für ein Vokalensemble und das konnte ich Schritt für Schritt in den einzelnen Seminaren bearbeiten. Ich habe mich mit Themen wie Finanzierung und Förderungen angefreundet, vor denen hatte ich vorher einen ziemlichen Respekt. Durch die anderen TeilnehmerInnen habe ich Praxis-Einblicke in ganz verschiedene Sparten erhalten.

Und was machst du jetzt?

Seit 2018 bin ich Produktionsleiterin und Assistentin beim Festival wellenklaenge in Lunz am See (Anm. die Gründerin Suzie Heger ist auch Absolventin des Instituts für Kulturkonzepte). Das ist meine erste Führungsposition und damit in gewisser Weise auch ein Wendepunkt, denn nun stehe ich als Teamleiterin meinen MitarbeiterInnen gegenüber. Weil ich noch genau weiß, was damals als Assistentin gut für mich war, bemühe ich mich das in der neuen Position auch zu berücksichtigen: vor allem versuche ich den AssistentInnen, wo es möglich ist, die Freiheit zu geben, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Die Arbeit macht mir eine Riesenfreude. Wir sind ein kleines und junges Team, d.h. ich kann auch mein Wissen zu Marketing und Programmierung einbringen. Lunz liegt ein bisschen am Ende der Welt, aber genau das macht ja auch seinen Charme aus und wir haben die Möglichkeit, die regionale Bevölkerung in die Gestaltung „ihres“ Festivals einzubinden.

Heuer wird es vom 17. Juli bis zum 1. August ein abgespecktes Programm vor allem mit österreichischen KünstlerInnen geben. Wir werden die Seebühne und den Lunzer Saal bespielen, mit begrenzter Besucherkapazität. Besonders freue ich mich auf die Strottern & Blech und auf das Abschlusskonzert mit Manu Delago.

Hast du eine Idee, wie es weitergeht?

Wo ich am Ende ankommen möchte, dass weiß ich aber noch gar nicht. Vielleicht zieht es mich auch noch einmal ins Ausland. Im Kulturmanagement hat man ja alle Möglichkeiten. Es muss auch gar nicht der eine 40 Stunden Job sein, wenn man es gut koordiniert, kann man auch bei drei aufeinanderfolgenden Festivals arbeiten. Als Kulturmanagerin hat man keinen klassischen 9-to-5-Job. Ich arbeite auch oft am Abend und am Wochenende und bin eigentlich auch jederzeit erreichbar. Das muss einem bewusst sein und man muss auch für sich persönlich einen Weg/eine Technik finden, damit umzugehen. Es gibt natürlich Zeiten, wo mehr zu tun ist (zB.: vor der Programmveröffentlichung, vor der Produktion von Drucksorten oder vor allem direkt vor Konzerten oder einem ganzen Festival). Das heißt auch, dass es Zeiten im Jahr gibt, an denen weniger Arbeit ist. Da kann man dann ja auch ein wenig entspannen. Da muss man halt auch einen Partner haben, der das mitträgt. Mein Freund ist Tonmeister und dem geht es so wie mir.

Am 9. Juni findet die kostenlose Online-Infoveranstaltung „Einfach machen!“ Meine Karriere im Kulturbereich statt.
Von 16.00-17.30 Uhr stellen wir die Lehrgänge Kulturmanagement und Kulturvermittlung vor und werden mit Judith Steiner und Alexander Moore Gespräche führen.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Judith Steiner by Theresa Pewal
Foto: Judith Steiner by Theresa Pewal
Kategorie: Erfolgreich Präsentieren – 3 überzeugende Tipps von Stella Damm

Erfolgreich Präsentieren – 3 überzeugende Tipps von Stella Damm

Stella Damm ist ausgebildete Trainerin für Social Skills und unterrichtet verschiedene Seminare zu diesem Thema am Institut für Kulturkonzepte. Von 4.-6. Juni findet ihr Seminar Erfolgreich Präsentieren  (online via zoom) statt. Hier lernen Sie, wie Sie frei und selbstsicher vor Publikum sprechen können. Vorab gibt Ihnen Stella Damm hilfreiche Anregungen für Ihre zukünftigen Präsentationen:

Die Weichen für eine erfolgreiche Präsentation stellen Sie meist schon lange, bevor Sie zu sprechen beginnen. Indem Sie das, was Sie sagen wollen, gut durchdenken und auswählen, zum Beispiel. Oder indem Sie Ihre Präsentation ein paar Mal üben – dann wissen Sie, ob Sie mit der Zeit auskommen, ob die Technik mitspielt, und an welchen Stellen Sie ins Schleudern kommen könnten. Was Sie aber in all der Zeit DAVOR nicht haben, ist das Publikum. Hier drei Tipps aus der Sicht von denen, die Ihnen zuhören werden.

In Kontakt bleiben

Aufs Einfachste heruntergebrochen ist eine Präsentation nichts weiter als eine Situation, in der Sie anderen Menschen etwas erzählen. Sie erzählen, wir hören zu. Damit wir das gerne tun, müssen wir Ihre Präsenz spüren können. Und Kontakt zu Ihnen haben. Halten Sie Blickkontakt. Sprechen Sie zu uns, und nicht zu Ihren Notizen, und schon gar nicht zur Wand hinter Ihnen, egal wie wichtig die Folie ist, die da gerade hinprojiziert wird.

Keine Angst vor der Leere –

–  weder auf den Präsentationsfolien (die wirken umso effektiver, je weniger Text draufsteht), noch in Ihrem Redefluss.

Wir im Publikum brauchen immer wieder kleine Pausen, brauchen Chancen, das bisher Gesagte zu verdauen und einzuordnen, bevor der nächste Schwall an Informationen kommt. Sonst merken wir uns nichts, kommen nicht mit und verpassen womöglich das Spannendste.

Vor allem wenn Sie dazu neigen, sehr schnell zu sprechen, wenn Sie nervös sind: Bitte üben Sie es regelrecht, zwischen den einzelnen wichtigen Punkten ein bis zwei Sekunden still zu sein. Diese sind eine gute Gelegenheit, uns anzulächeln, Blickkontakt zu halten und nicht zuletzt: sich wieder zu sammeln.

Zeigen Sie Ihre Begeisterung!

Wenn wir nervös sind, dann wollen wir besonders souverän wirken, nicht wahr? Die Vorstellung, dass andere unsere Aufregung mitbekommen, macht uns gleich noch nervöser. Deshalb ist die Versuchung groß, gleich überhaupt gar keine Emotionen zu zeigen. Und das wäre wirklich schade – denn es sind Ihre Begeisterung, Ihre Leidenschaft fürs Thema, Ihr eigenes Interesse daran, die uns im Publikum anstecken und mitreißen, die uns spüren lassen, dass da was dran ist an dem Projekt, der Idee, das uns selbst auch begeistern könnte. Also bitte nicht verstecken. Im Gegenteil: Erzählen Sie uns ruhig ausdrücklich, was genau Sie begeistert an Ihrem Thema und warum. Dann strahlen Sie ganz von alleine, und Ihre Präsentation strahlt mit.

Für den Termin vom 4.-6. Juni 2020 gibt es nur noch wenige freie Plätze. Sie haben die Gelegenheit das Seminar Erfolgreich Präsentieren online via zoom-link zu besuchen, melden Sie sich gleich dafür an!

Stella Damm
Foto: Jutta Fischel

Stella Damm kommt ursprünglich aus dem Journalismus und war zwanzig Jahre lang bei Ö1 tätig, unter anderem als Moderatorin und Producerin der Sendereihe „Von Tag zu Tag“. Seit 2013 beschäftigt sie sich hauptberuflich mit dem Thema Selbstbehauptung und hat dazu das Trainingsprogramm „Awake the Tiger Within“ mitentwickelt, das sie als ausgebildete Trainerin für Social Skills begleitet. Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie seit 2005.

Foto: Unsplash
Foto: Unsplash
Kategorie: Produktiv im Homeoffice?

Produktiv im Homeoffice?

3 Empfehlungen von Stella Damm

Viele Menschen stehen jetzt vor der Herausforderung, ihre Arbeit und sich selbst im Homeoffice neu zu organisieren. Dabei muss jeder und jede einen Weg finden, die individuell ganz unterschiedlichen Hürden zu überwinden. Den einen fehlt der direkte und persönliche Austausch mit KollegInnen, die anderen teilen sich den Küchentisch mit Partner und schulpflichtigen Kindern und die dritten fragen sich, wie sie abgesagte Projekte und Aufträge ersetzen können.

Wir haben mit Stella Damm gesprochen und sie um ihre Empfehlungen gebeten. Wer praktische und konkrete Impulse für die eigene Situation erhalten möchte, dem sei das Online-Seminar To-Do-List Makeover – Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung am 13. und 14. Mai ans Herz gelegt.

Warum fällt die Selbstorganisation gerade jetzt vielen so schwer?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich gerade niemand in einem ressourcenreichen Zustand. Das Leben mit der Pandemie legt über alle die gleichen Stressoren, unabhängig von der persönlichen Situation. Wir alle müssen die ganze Zeit viel adaptive Energie aufwenden, d.h. wir müssen uns ständig neu ausrichten und neue Informationen verarbeiten. Wir treffen täglich neue Entscheidungen, von denen wir aber gar nicht wissen, wie lange sie gültig sein können. Um es salopp zu sagen: Wir sind alle etwas durch den Wind. Das führt auch zu einem intensiven Lernprozess, denn wir müssen uns gerade daran gewöhnen, im Rahmen dieser Unsicherheiten zu navigieren. Das bedeutet eine automatische Kompetenzerweiterung im Alltag und auch im Arbeitsleben.

Die neue Arbeitssituation mit Kurzarbeit und Homeoffice erfordert neue Kompetenzen im Bereich der Online-Zusammenarbeit. Dabei spielt es eine große Rolle, wie die Situation zu Hause ist und auch welche Art von Konzentration und Kommunikationsfluss die aktuelle Aufgabe und der gesamte Job brauchen. Um ein ganz konkretes Beispiel zu geben: die Mitarbeiterin in der Marketing-Abteilung eines Theaters ist es gewöhnt, mit mehreren Menschen in einem Büro zu sitzen und im Team zu arbeiten. Im Homeoffice ist sie alleine und es geht ihr vor allem der informelle Informationsfluss ab – die Bemerkung nebenbei, das Reagieren auf ein Telefonat der Kollegin, das Gespräch in der Küche. Vielleicht empfindet sie es dafür als positiv, dass sie bei ihren Kernaufgaben produktiver ist, weil sie in ihrem Denkfluss und ihrer Kreativität weniger unterbrochen wird. Tendenziell geht es aber insgesamt in Richtung Vereinsamung, weil einfach das ganz normale Fließen der Kommunikation fehlt.

Was sollte man bei der Teamarbeit jetzt vor allem beachten?

Wenn alle im Homeoffice sitzen, ist es umso wichtiger, sich über ganz banale Dinge abzusprechen: Wer ist wann erreichbar, wieviel Präsenz wird erwartet. Wenn mein Chef zeitig in der Früh aktiv ist, bevor die Kinderbetreuung beginnt, muss ich dann auch erreichbar sein? Bevor da unausgesprochen etwas mitschwingt, drüber reden!
Müssen alle im Team kontinuierlich ansprechbar und präsent sein, oder arbeitet jedeR selbstständig auf ein Ergebnis hin?
Es sollte allen bewusst sein, dass Abläufe und Vorgehensweisen, die sich jetzt entwickeln, experimentellen Charakter haben. Das heißt auch, dass jedeR rechtzeitig Rückmeldung gibt, wenn etwas für sie oder ihn so nicht klappt.

Und wie bleiben jene Menschen produktiv, die selbstständig und ohne fixes Team arbeiten?

Selbstständige berichten oft von der ständigen Gefahr des Verzettelns. Menschen neigen generell dazu, zu überschätzen, was in einen Tag hineingeht. Es bleibt also zwangsläufig immer Arbeit liegen und damit erzeugt man sich selbst Unzufriedenheit. Es ist erwiesen, dass ich mehr weiterbringe, wenn ich am Vortag mit meinen Leistungen zufrieden war!
Dazu gibt es bereits einen Blogbeitrag zum „Fortschritts-Prinzip“.
Also muss ich mir gute Rahmenbedingungen schaffen, indem ich den Arbeitstag damit beginne mir zu überlegen, was heute die wichtigsten drei Dinge sind, die ich weiterbringen, fertigstellen oder einfach mal andenken muss. Dazu gehört auch, dass ich lerne einzuschätzen, was ist realistisch?

Kannst du uns 3 Empfehlungen geben?

1. Reduziere den selbstgemachten Druck und erwarte von vorneherein nicht zu viel. Nicht von deiner Familie, nicht von deiner Organisation und auch nicht von dir selbst.

2. Tausche dich mit den KollegInnen und Vorgesetzten immer wieder darüber aus, ob die Kommunikations- und Arbeitsabläufe für alle funktionieren.

3. Übernimm die Verantwortung für deine eigene Motivation. Experimentiere mit der Gestaltung deiner Rahmenbedingungen, sei es der Arbeitsplatz oder die Arbeitszeiten und die Pausengestaltung. Hilfreich sind Stabilität und neue Rituale.

Wie wirst du in deinem Seminar „To-Do-List Makeover“ auf die besonderen Herausforderungen durch Corona eingehen?

Die Grundideen, die ich diesem Seminar normalerweise vermittle, sind auch jetzt zum großen Teil gültig und anwendbar – wir werden dann gemeinsam oder auch in Kleingruppen drüber nachdenken, wie sie sich konkret umsetzen lassen für die unterschiedlichen Homeoffice Situationen.
Und es werden ein paar einfache und wirksame Techniken zur Stressverringerung vorkommen, denn dem Stress entkommt derzeit niemand und genau der hemmt unsere Produktivität und unsere Zufriedenheit.

Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet Stella Damm unter anderem das Seminar To-do-List Makeover -Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung.  Der nächste Termin dieses Seminars ist am 13. und 14. Mai 2020 und findet online statt. Melden Sie sich an, es gibt nur mehr wenige freie Plätze!

Foto: Duncan Kyhl | Unsplash
Foto: Duncan Kyhl | Unsplash
Kategorie: Schnell und kreativ – erfolgreiche Reaktionen auf den Shutdown

Schnell und kreativ – erfolgreiche Reaktionen auf den Shutdown

Der Kulturbereich ist von der Corona-Krise auf eine sehr ambivalente Weise getroffen. Einerseits herrscht Stillstand, denn die Kulturveranstaltungen sind bis zum Sommer abgesagt. Andererseits ist ein breites Kulturangebot in den sozialen Medien entstanden. Dazu haben wir zwei Kulturschaffende interviewt, die am 22. April zu Gast bei unserem Online-Workshop „Dein Weg zum Kulturjob“ sein werden.

Unsere Absolventin Lisa Reimitz-Wachberger von der Agentur Raumpioniere ist Urbanistin und Kulturmanagerin und hat innerhalb kürzester Zeit das Homestage Festival ins Leben gerufen, mit Konzerten, Kabaretts und mehr per Livestream.  Der Kunstvermittler Markus Hübl führt täglich virtuell durch das Belvedere, Wien und hat damit bereits mehr als 100.000 Menschen erreicht. Wir haben sie gefragt, wie sie ihre außergewöhnlich erfolgreichen Projekte entwickelt haben und welche Erkenntnisse sie daraus für ihre Arbeit nach Corona ziehen können.

Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf

Lisa entschied sich gemeinsam mit ihrem Partner sofort, die Event-Agentur ins Homeoffice zu verlegen und stellte sich am ersten Tag die Frage: „Was kann ich tun, um mir, der Agentur und anderen zu helfen?“  Schon am ersten Tag wird die Idee des Homestage-Festivals geboren. Nach einem kurzen Gegencheck mit den potentiellen PartnerInnen, begann sie sofort mit der Umsetzung. „Die ersten beiden Wochen des Lockdown waren superproduktiv, von Stillstand oder Grübeln war keine Rede“, sagt Lisa.  Markus erlebte den Corona-Ausbruch auf der Rückreise von Italienaufenthalts im Zug Richtung Mailand und kam mit „dystopischen Eindrücken“ nach Wien zurück und dort ging es dann Schlag auf Schlag. Sein Arbeitsplatz, das Belvedere in Wien wurde geschlossen und in der ersten Krisensitzung fragten sich die AbteilungsleiterInnen: Wie gehen wir damit um, dass die Besucherinnen nicht zu uns ins Haus kommen können? Markus sagte sofort zu, das Belvedere in Form von Online-Führungen zu den BesucherInnen zu bringen und meint rückblickend: „Das war für mich als Kunstvermittler eine einzigartige Chance. Ich bin immer dafür, ins kalte Wasser zu springen. Man geht im Normalfall nicht unter! Wir haben ja alle schwimmen gelernt.“

„Was hat sich in der Organisation verändert?“

Lisa: „Wir sind in der Agentur zu zweit und arbeiten prinzipiell eng zusammen. Seit dem Lockdown teilen wir uns die Projekte aber auf und wenden unsere unterschiedliche Herangehensweisen an. Daraus ergibt sich neben der Arbeitsteilung auch ein Möglichkeitsraum, in dem wir individuell Neues ausprobieren können. Die räumliche Trennung bewirkt neue Arbeitsstrukturen. Mein Tagesablauf ist jetzt regelmäßiger, ich stehe früher auf und ich koche täglich zu Mittag. Man könnte sagen, nicht mehr der Arbeitsrhythmus mit Termindruck und Anforderungen von außen kontrolliert den Tag, sondern der Tagesrhythmus kontrolliert den Arbeitsablauf.“

Markus: „Für eine große und bedeutende Bundeseinrichtung ist das prozesshafte Arbeiten neu. Vor Corona hätten wir nicht innerhalb eines Tages den Beschluss für Live-Führungen gefasst. Da hätte es Konzepte, Besprechungen und Zeitpläne gegeben. Derzeit lernen wir im Tun und wir werden mit jeder Live-Führung souveräner. Ich persönlich durfte Verantwortung und Entscheidungen übernehmen, wie zum Beispiel, welche Kunstwerke wir zeigen. MitarbeiterInnen aus allen Abteilungen geben uns positive Feedback auf die Führungen und fühlen sich ebenso wie die BesucherInnen durch dieses Angebot noch mehr dem Haus verbunden.“

„Was wird vom Projekt nach Corona bestehen bleiben?“

Markus: „Es bestätigt sich die hohe Relevanz unserer Social Media Aktivitäten im Hinblick auf das Vermitteln und Verstärken positiver Emotionen und qualitätvoller Kommunikation. Ich kann mir vorstellen, dass das Bewusstsein dafür ab jetzt in allen Abteilungen noch stärker vorhanden sein wird. Und ich wünsche mir, dass wir den Mut des Ausprobierens und die Schnelligkeit der Umsetzung beibehalten werden.“

Lisa: „Vielleicht wird das Homestage-Festival in Zukunft ein Festival im realen Raum! Ich würde gerne die Erfahrung in der Organisation und Konzeption weiter nutzen und das Crowdfunding noch stärker im Kulturbereich verankern. Ich glaube, dass die Verbindung zwischen der digitalen und der analogen Welt dann in Form von Streaming selbstverständlich zu einen Festival gehören wird .“

Am 22. April findet der Online-Infoabend „Dein Weg zum Kulturjob: das Basiszertifikat Kulturmanagement“ statt.
Von 16.00-17.30 Uhr stellen wir das Basiszertifikat Kulturmanagement vor und werden mit Lisa Reimitz-Wachberger und Markus Hübl Gespräche führen.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann nächste Woche zugeschickt.

Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Kategorie: COVID-19: Wie geht es im Institut für Kulturkonzepte weiter?

COVID-19: Wie geht es im Institut für Kulturkonzepte weiter?

COVID-19: Wie geht es im Institut für Kulturkonzepte weiter?

Wir hoffen, es geht Ihnen allen gut und Sie haben sich mit der Heimquarantäne angefreundet!

Das Institut für Kulturkonzepte hat aufgrund COVID-19 von 11. März bis einstweilen 13. April 2020 den Seminarbetrieb eingestellt.

Es geht aber weiter!
Seit 16. März ist unser Team im Homeoffice und bemüht sich, für alle ausgefallenen Seminare schnellstmöglich neue Termine zu finden und den Lehrgangsbetrieb am Laufen zu halten.

Erste Ersatztermine wurden bereits gefunden, weitere folgen in den kommenden Wochen!

Was ist neu?
Letzte Woche haben die Abschlusspräsentationen erstmals nicht vor Ort, sondern per Skype und Telefon stattgefunden! Das bedeutet, zukünftige Präsentationstermine werden zum geplanten Zeitpunkt stattfinden können.

Auch kommende Coachingtermine müssen nicht abgesagt werden. Dank Skype und dem Telefon, werden auch diese wie geplant abgehalten.

Bleibt auf dem Laufenden
Alle aktuellen Seminartermine finden Sie auf unserer Website.

Folgen Sie uns auf Facebook! Dort finden Sie regelmäßig Informationen zum Institut sowie spannende Tipps rund um den Kulturbetrieb. Sollten Sie unsere Seite noch nicht geliked haben, wäre es jetzt eine gute Gelegenheit, um informiert zu bleiben!

Wir wünschen Ihnen viel Kraft in dieser Zeit und stehen Ihnen bei Fragen jederzeit per Mail (office@kulturkonzepte.at) zur Verfügung!

Foto: Unsplash
Foto: Unsplash
Kategorie: Diskurse leiten, führen & moderieren – Kulturvermittlung aktuell

Diskurse leiten, führen & moderieren – Kulturvermittlung aktuell

Ein Beitrag von Martina Brunner in Kooperation mit Kulturmanagement Network

 

Wie gestaltet sich das Berufsbild KulturvermittlerIn und welche Karrieremöglichkeiten ergeben sich in diesem Bereich? Zwei Frauen, die seit vielen Jahren in diesem Feld arbeiten, geben uns Auskunft darüber. Andrea Zsutty ist Leiterin der Abteilung für Kunstvermittlung im Bank Austria Kunstforum und Leiterin des Lehrgangs Kulturvermittlung am Institut für Kulturkonzepte. Wencke Maderbacher war 15 Jahre im Technischen Museum Wien in der Kulturvermittlung tätig und ist seit 2015 National Correspondent für ICOM CECA, dem Kulturvermittlungskomitee von ICOM – International Council of Museums.

 

Wie gestaltet sich das Berufsbild von KulturvermittlerInnen?

Wencke Maderbacher: Das Berufsbild kommt beim Selbstverständnis der KulturvermittlerInnen und der Abteilung zu Tragen. KulturvermittlerInnen gestalten eigenständig das Programm zu den aktuellen Themen und Inhalten des Hauses. Dazu gehören etwa Ausstellungen, Publikationen oder Veranstaltungsreihen. So ist die Kulturvermittlung eine tragende Säule dabei, sich aktiv in die Programmgestaltung einzubringen und eigene Formate und Projekte umzusetzen. Wichtig dabei ist, die Inhalte einer Institution zu „übersetzen“ und in einen aktuellen gesellschaftlichen Dialog transferieren zu können. Im Mittelpunkt des Berufsbildes steht daher immer die Frage: Was haben die Inhalte und Themen der Kulturinstitution mit dem hier und jetzt zu tun?

 

Foto: Registrarinnen, Ausstellung Liebe in Zeiten der Revolution © Natalie Würnitzer

Was lernen angehende KulturvermittlerInnen in ihrer Ausbildung? 

Andrea Zsutty: Grundvoraussetzung ist, dass KulturvermittlerInnen ein eigenständiges Interesse an der Auseinandersetzung mit Menschen zu Themen der Kulturproduktion mitbringen. Im Lehrgang Kulturvermittlung am Institut für Kulturkonzepte wird beispielsweise versucht, sich gemeinsam der Frage nach dem „Wie?“ anzunähern. Diese Frage ist jedoch nicht eindeutig zu beantworten, da jede/r selbst zu einer individuellen Haltung der Vermittlung finden muss. Dieser Prozess wird in den Seminaren des Lehrgangs angeleitet. Unterstützt durch die praktische Anwendung von Vermittlungstätigkeiten und einer theoretischen Auseinandersetzung mit Diskursen und Themen des Berufsfeldes. Das Aus- und Weiterbildungsangebot kann hierbei unterstützend, vernetzend und Horizont erweiternd wirken. So werden Kompetenzen erworben, um Bedürfnisse, Interessen und Erwartungen des Publikums zu orten und Inhalte dementsprechend zu generieren, darzustellen und gemeinsam zu verhandeln. KulturvermittlerInnen sollten nach Absolvierung des Lehrgangs in der Lage sein, aus einem multiperspektivischen Ansatz heraus Diskurse anzuleiten, zu führen und zu moderieren. Das Ergebnis ist ein selbstgewähltes Vermittlungsprojekt, das soweit konzipiert, durchdacht und geplant wurde, um es im nächsten Schritt zur Durchführung zu bringen.

 

Welche Kriterien müssen KulturvermittlerInnen nach ihrer Ausbildung erfüllen, um im Berufsfeld Fuß zu fassen?

Wencke Maderbacher: Fuß fassen in der Kulturvermittlung hängt sicher von der angestrebten Institution ab – die eigenen Kompetenzen sollten immer mit dem Vermittlungsangebot der Institution und deren Zielgruppe abgeglichen werden. Im besten Fall bringt man diesbezüglich Vorerfahrung mit. Für eine Kulturinstitution mit hohem Tourismusanteil werden beispielsweise KulturvermittlerInnen mit einem sehr guten Fremdsprachenrepertoire benötigt. Bei einer Kultureinrichtung, die eng mit Schulen, Kindergärten und Jugendvereinen zusammenarbeitet, muss ich tendenziell andere Kriterien vorweisen – wie etwa eine pädagogische Ausbildung und Erfahrung mit Kindergruppen.

 

Aus Selbstschutz empfehle ich, vor allem bei den Verträgen genau hinzuschauen. Bei vielen freien Dienstverträgen/Werkverträgen/geringfügigen Anstellungen verstecken sich unzählige unbezahlte Vor- & Nachbereitungsstunden in der Freizeit. Kulturinstitutionen, die Vermittlungsabteilung und die VermittlerInnen selbst profitieren von einem stabilen Setting, planbaren Ressourcen und MitarbeiterInnen-Entwicklung. Diese Qualität nimmt das Publikum der Vermittlungsprogramme wahr.

Kulturvermittlung aktuell
Foto: Tirpitz Museum | © Mike Bink

Wie gestaltet sich dein Arbeitsalltag? 

Andrea Zsutty: Als Leiterin der Abteilung für Kunstvermittlung im Bank Austria Kunstforum Wien habe ich die Aufgabe, alle Vermittlungsprogramme und Aktivitäten zur Kommunikation mit dem Publikum zu den jeweiligen Ausstellungsthemen zu konzipieren. Ich tue das als Selbständige gemeinsam mit einem Team von KunstvermittlerInnen. Entsprechend ihrer Expertisen und Interessen können sich die KunstvermittlerInnen dabei nach eigenem Ermessen einbringen: Sei es in der Konzeption von Schulprogrammen oder Outreach-Programmen, als AutorInnen für den Multimediaguide oder in der Ausarbeitung von Spezialthemen. Diese intensiven Konzept- bzw. Textarbeiten erfolgen in der Regel zwei bis drei Monate vor Eröffnung einer neuen Ausstellung. Im laufenden Betrieb gibt es regelmäßige Treffen, wo die Konzepte nachbearbeitet oder verändert werden und die Termine für die gebuchten Vermittlungsprogramme vergeben werden. Einen Großteil meiner Arbeitszeit nimmt die Kommunikation mit dem Vermittlungsteam, den unterschiedlichen internen PartnerInnen (Office, Event, Social Media, BesucherInnenmanagement, KuratorInnen, Direktion, Buchhaltung) der Institution und externen PartnerInnen (KooperationspartnerInnen, MultiplikatorInnen, Presse) ein. Kurz gesagt besteht mein Arbeitsalltag mehrheitlich aus Organisation, Leadership und Kommunikation. Der kreative Teil, die Ideenfindung und die Konzeption von Vermittlungsprogrammen, ist jedoch das Herzstück und der Motor meiner Tätigkeit. Durch meine Lehrtätigkeit bin ich außerdem gefordert, stets am aktuellen Stand theoretischer Diskurse zu sein und zu wissen, welche praxisrelevanten Fragen in der KollegInnenschaft verhandelt werden.

 

Wencke Maderbacher: Ich arbeite an der dänischen Westküste im Tirpitz Museum, das Teil der Vardemuseen ist. Wir haben hier einen sehr modernen Arbeitsstil und jede/r MitarbeiterIn bringt sich mit ihren/seinen Kompetenzen dort ein, wo sie/er gerade gebraucht wird. Ich verbringe meinen Tag mit vielen Führungen auf dänisch, englisch und deutsch und erledige die Übersetzungsarbeit für die gesamten Vardemuseen, sowie die BesucherInnenbetreuung und Organisation diverser Veranstaltungen. Ehrenamtlich bin ich ICOM CECA Austria National Correspondent und setze mich hier vor allem für ordentliche Rahmenbedingungen der KulturvermittlerInnen ein. Deshalb war auch die Eingrenzung des Berufsbildes für die Kulturvermittlung ein wichtiger Meilenstein, um eine Basis für ein aktuelles Selbstbild und eine Verhandlungsbasis für KulturvermittlerInnen aufzustellen. Die österreichischen Entwicklungen tausche ich regelmäßig über das internationale ICOM Netzwerk aus. Hier können wir wirklich stolz auf uns sein – ICOM CECA Austria ist eine der aktivsten CECA Gruppen, wenn es um die Unterstützung der Interessen von KulturvermittlerInnen geht. Weil mir Arbeitsverhältnisse – vor allem die Förderung von KulturvermittlerInnen in den unterschiedlichen Institutionen – ein besonderes Anliegen sind, studiere ich an der Donau Universität Krems Personalmanagement. Dort ist mein Ziel, noch bessere Rahmenbedingungen, Kompetenzentwicklungsmöglichkeiten und Strukturen für MitarbeiterInnen in der Kultur entwickeln zu können.

Kulturvermittlung aktuell
Foto: Tirpitz Museum | © Mike Bink

Welchen Unterschied erkennst du in Bezug auf die Kulturvermittlung zwischen Österreich und Dänemark

Wencke Maderbacher: Viele dänische Museen und Kultureinrichtungen sind in ihrer Ausrichtung nah an den Interessen des Publikums – ganz unter dem Motto: „BesucherInnen im Zentrum“. Das sagen natürlich auch viele österreichische Institutionen von sich. Doch in Dänemark sind beispielsweise Spaß und Neugierde genauso wichtige Elemente, wie Information. Mit diesem Effekt erreichen sie tatsächlich die Bevölkerung und decken viele verschiedene Interessen ab. In Dänemark gehen die Menschen vielmehr zum Zeitvertreib und zur Unterhaltung ins Museum um nicht nur vordergründig etwas zu lernen. Denn dort kann man beeindruckende digitale Vermittlungsideen erleben – beispielsweise interaktive Videos der KuratorInnen, die mit den ausgestellten Objekten interagieren. Ich persönlich kann auf jeden Fall eine Inspirationsreise in die dänischen Museen empfehlen. Von diesem lockereren, humoristischen Umgang mit dem Publikum habe ich viel dazugelernt und ich genieße die angenehme Atmosphäre der Wissensvermittlung. Eine Gemeinsamkeit zwischen Österreich und Dänemark lässt sich jedenfalls bei der Umsetzung feststellen, da wirklich immer aus der BesucherInnen-Sicht gedacht wird.

 

Wieso wird der Beruf wichtiger und welche Trends ergeben sich mit Blick in die Zukunft? 

Andrea Zsutty: Die Kulturvermittlung ist heute beinahe in allen Kulturinstitutionen ein wichtiger Bestandteil der Publikums- und Kommunikationsarbeit. KulturvermittlerInnen kennen die Bedürfnisse, Interessen und Erwartungen des Publikums und verfügen daher über das Wissen und die Befähigung, Kommunikationsangebote zu planen und durchzuführen. Kulturangebote brauchen professionelle Vermittlungsarbeit, um mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Je nach Ausrichtung der Institution und dem Handlungsspielraum der Vermittlung kann durch Kulturvermittlungsangebote eine breite Öffentlichkeit erreicht werden. Eine wesentliche Aufgabe dabei ist es, Kulturinstitutionen als sozialen Ort nutzbar und erfahrbar zu machen. Wie in so vielen Bereichen sind auch in der Kulturvermittlung vielfältige Expertisen gefragt, die in Kulturbetrieben zur Umsetzung gelangen können: Kompetenzen in Bezug auf Sprachsensibilität, kulturelle Diversität, Gender, Inklusionsfragen und künstlerische Strategien. Themen, die uns aktuell und auch zukünftig beschäftigen, sind die Migrationsgesellschaft, neue soziale Kontexte und Kulturvermittlung im digitalen Zeitalter. Je spezifischer die Qualifikation ist, die InteressentInnen am Berufsfeld Kulturvermittlung mitbringen, desto höher ist die Chance, eine Nische zu besetzen und sich als ExpertIn in ein Projekt bzw. in eine Institution einbringen zu können.

 

 

Sie interessieren sich für eine Aus- oder Weiterbildung zu Kulturvermittlung? Am Institut für Kulturkonzepte können Sie sich jederzeit für den Lehrgang Kulturvermittlung bewerben. Unsere zweitägigen Seminare zu Kulturvermittlung können Sie auch einzeln besuchen. Das sind die nächsten Termine:

Melden Sie sich bei Interesse rasch an – die Seminarplätze sind begrenzt!

 

Wencke Maderbacher
Foto: Verena Wieser

Wencke Maderbacher

ist Kulturmanagerin aus Wien und seit 2017 in Tirpitz an der dänischen Westküste aktiv. 15 Jahre lang war sie im Technischen Museum Wien in der Kulturvermittlung tätig, seit 2015 ist sie National Correspondent für ICOM CECA, dem Kulturvermittlungskomitee von ICOM. Ihr Arbeitsschwerpunkt in der Kulturvermittlung und Museumsberatung kreist um Organisation und Umsetzung. Ziel ist dabei, die besten Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Interessen von Publikum, Team und Institution perfekt miteinander zu verbinden und kreatives Schaffen zu gewährleisten. Der Blick über den Tellerrand, regional, national und international ist für sie dabei ein inspirierender Funke für neue Konzepte und Ideen.

Andrea Zsutty Kulturkonzepte
Foto: Archiv

Andrea Zsutty

ist Kunsthistorikerin und widmet sich seit 1996 der Kunstvermittlung. Im Bank Austria Kunstforum leitet sie die Abteilung für Kunstvermittlung, im Institut für Kulturkonzepte ist sie Lehrgangsleiterin für Kulturvermittlung, wo sie auch seit vielen Jahren unterrichtet. Als selbständige Kunst- und Kulturvermittlerin war sie in verschiedenen Ausstellungshäusern und Museen tätig, wie dem Palais Harrach, der Generali Foundation, dem Kunsthaus Köflach sowie dem KUNSTHAUSSUDHAUS Villach. Außerdem ist sie Redakteurin für diverse ORF TV-Formate.

Kulturvermittlung aktuell
Foto: Tirpitz Museum | © Mike Bink
Kategorie: „Überzeugen statt Informieren“ – 3 Wording-Tipps von Karin Wolf

„Überzeugen statt Informieren“ – 3 Wording-Tipps von Karin Wolf

Ein Beitrag von Karin Wolf

 

Einer meiner Lieblingssprüche, den ich in allen meinen Seminaren irgendwann sage: „Im Kulturmanagement müssen wir nicht nur sehr gut kommunizieren können, wir müssen auf allen Ebenen überzeugen können!“

Ich sehe, dass die Ansprüche an Führungskräfte in Kulturorganisationen sich mündlich und schriftlich gut auszudrücken, ständig steigen. Vor allem das Texten wird immer schwieriger, denn wir müssen zugleich auf den unterschiedlichsten Kanälen Informationen verbreiten. Neben den Inhalten soll dabei auch das Image der Organisation nachhaltig beim Publikum verankert werden.

Vor einiger Zeit bin ich auf ein Buch gestoßen, das ich allen KulturmanagerInnen, die beruflich Texte verfassen, ans Herz lege: Martin Dunkl zeigt in seinem Buch „Corporate Code“, wie Organisationen ihre DialogpartnerInnen erreichen können und dabei ein sympathisches und überzeugendes Gesamtbild abgeben. Eine unternehmenstypische Sprache ist das Ergebnis eines inhaltlich anspruchsvollen Prozesses, in dem Psychologie, Linguistik und Markenführung zum Tragen kommen. Ein positiver „Nebeneffekt“ ist dabei die intensive Auseinandersetzung mit der Identität und den Wirkungszielen der eigenen Organisation im Team.

Aus Martin Dunkls Buch leite ich mir 3 praktische Tipps für meinen Arbeitsalltag ab:

  • Verben statt Hauptwörter

Nicht: „Die Eröffnung der Ausstellung findet am Montag statt.“
Sondern: „Wir eröffnen die Ausstellung am Montag.“

  • Empfängerperspektive

Erwartet sich die Person, der ich ein persönliches Email schreibe, von mir eine Antwort auf eine Frage? Wiederholen Sie am Beginn Ihrer Nachricht das Anliegen des Gegenübers. „Sie möchten wissen, ob…“. Eine empfängerorientierte Nachricht beginnt nicht mit „ich“ sondern mit „Sie“.

  • Positiv formulieren

Nicht: „Bei unseren Aufführungen ist ein Übersetzen in eine andere Sprache nicht möglich.“
Sondern: „Für den Besuch unserer Aufführungen empfehlen wir Ihnen Grundkenntnisse der Deutschen Sprache.“

Eine Ausdrucksweise zu finden, die der eigenen Organisation entspricht, empfinde ich als eine anspruchsvolle Aufgabe, für die man Zeit reservieren muss. Sie macht aber auch Spaß – vor allem, wenn man im Team daran arbeitet!

 

Karin Wolf
Foto: Marko Mestrovic

Karin Wolf ist Gründerin und Direktorin des Instituts für Kulturkonzepte. In ihrer Blogreihe verrät sie uns praktische Tipps rund um den Arbeitsalltag von KulturmanagerInnen. Melden Sie sich für den Kulturkonzepte-Newsletter an. Darin teilt Karin Wolf 4x im Jahr ihre Gedanken zum aktuellen Diskurs und zum Thema „Kulturmanagement mit Haltung“. Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung. 

Wording-Tipps von Karin Wolf
Foto; rawpixel @ unsplash

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