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Kategorie: 5. Juni: Kulturkonzepte Update: Das sollten Sie über Controlling wissen

5. Juni: Kulturkonzepte Update: Das sollten Sie über Controlling wissen

Das sollten Sie über Controlling wissen!

Controlling ist nicht gleich Kontrolle, sondern umfasst vielmehr die Planung und Steuerung einer Kulturorganisation. Markus Enzinger gibt Ihnen einen Überblick über die vielfältigen Aufgabengebiete des Controllings in einer Kulturorganisation – von der Zielfindung über die Planungsrechnung bis zur Ermittlung von Kennzahlen.

Kulturkonzepte-Update ist eine Online-Veranstaltung via Zoom. Die Teilnahme am 5. Juni ist kostenlos, bitte registrieren Sie sich HIER dafür! Der Teilnahmelink wird Ihnen kurz vor der Veranstaltung zugeschickt. (Bitte überprüfen Sie auch Ihren Spam/Junk-Ordner!)

Möchten Sie Ihre strategische Planung und Ihr Reporting auf sichere Beine stellen? Besuchen Sie das eintägige Online-Seminar am 26. 6. „Controlling in Kulturorganisationen“. Lernen Sie die Aufgaben und Instrumente des Controllings anhand von Praxisbeispielen aus dem Kulturbereich kennen und tauschen Sie sich mit Kolleg:innen aus. Weitere Seminare finden Sie im Programm Kulturmanagement pro+ für Menschen mit Führungsaufgaben in Kulturbetrieben aller Sparten und Größen.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Kulturkonzepte-Team

Foto: absolutvision| Unsplash

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Foto: absolutvision | Unsplash
Kategorie: So wird Ihre Eröffnungsrede ein Erfolg!

So wird Ihre Eröffnungsrede ein Erfolg!

3 Tipps von Karin Wolf

Jetzt, wo das Kulturleben wieder in Präsenz stattfindet, wird es auch wieder mehr Eröffnungsreden geben. Karin Wolf hält am 22.2. das Seminar „Kurzweilige und informative Ansprachen halten“. Hier können Sie schon einmal ins Thema hineinschnuppern.

Ist Ihnen das auch schon passiert: Sie besuchen eine Eröffnung und hoffen, dass die Ansprachen nicht allzu lange dauern? Und dann fühlen Sie sich die nächsten 50 Minuten als wären Sie in Geiselhaft, weil es unhöflich wäre, raus zu gehen. Oder Sie halten selbst eine Ansprache und merken nach kurzer Zeit, dass es unruhig wird im Publikum. Sie werden nervös, sprechen schneller und sind selbst erleichtert, als Sie die Schlussworte sprechen und das Buffet eröffnen dürfen. Hier sind drei praktische Tipps, die Sie beachten können, wenn Sie in Zukunft Ihr Publikum und sich selbst unterhalten möchten.

1. Stark beginnen

Zum Thema „Stark beginnen“ lässt sich viel sagen, denn der Anfang ist ein ganz essentieller Moment Ihrer Ansprache. Die Menschen sind interessiert und neugierig auf das was kommt und alle Aufmerksamkeit ist auf Sie gerichtet. Verspielen Sie diesen Moment nicht! Die Worte, die Sie jetzt sprechen, bleiben in Erinnerung. Welche Botschaft, welche Information möchten Sie weitergeben? Stellen Sie sich mit Ihrem Namen und Ihrer Position vor und vielleicht auch mit einer kurzen Vorschau, worüber Sie sprechen werden. Ein starker Beginn muss aber kein rhetorischer Paukenschlag sein. Stellen Sie sich vor das Publikum, schauen Sie entspannt in die Runde und beginnen Sie erst zu sprechen, wenn die Gespräche im Hintergrund stoppen und alle Augen auf Sie gerichtet sind. Das ist auch ein starker Beginn.

2. Frei sprechen

Eine Ansprache ist keine Lesung, sondern eine wunderbare Möglichkeit, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen. Wer einen Text vorliest, hat den Blick die meiste Zeit aufs Manuskript gerichtet und entfernt sich immer mehr von den Zuhörer:innen. Einen geschriebenen Text auswendig zu lernen, ist übrigens auch keine gute Lösung. Schreiben Sie den Text einmal auf und lesen Sie ihn immer wieder durch.  Verinnerlichen Sie die Hauptaussagen und kürzen Sie das Geschriebene in mehreren Etappen. Am Ende haben Sie ein paar Kärtchen mit Stichworten, die Ihnen die Sicherheit geben, nichts zu vergessen und Namen und Daten korrekt zu nennen.

3. Vorbereiten und üben

Gute Redner:innen sind keine Ausnahmetalente, sondern sie bereiten sich gut auf Ihre Auftritte vor. Je mehr Erfahrung man hat, umso kürzer wird die Vorbereitungszeit und irgendwann fällt es einem dann auch leicht, spontan etwas zu sagen. Der Weg dahin führt über eine gute Vorbereitung, für die Sie sich auch ausreichend Zeit nehmen sollten. Schreiben Sie Ihre Kärtchen nicht ein paar Stunden vor der Ansprache, sondern eine Woche vorher. Sprechen Sie Ihren Text (frei!) mehrmals laut vor dem Spiegel oder vor Kolleg:innen oder Freund:innen, damit Sie auch ein Gefühl für die Länge Ihres Redebeitrags bekommen. Je besser vorbereitet, desto weniger Lampenfieber und das tut einer Rede auch gut.

Möchten Sie sich noch mehr Tipps bekommen, z.B. wie Sie gut mit der Zeit umgehen, wie Sie ihr Publikum direkt ansprechen und wie Sie mit der eigenen Nervosität umgehen? Besuchen Sie mein Online Seminar am 22.2. um 15:00 -18:00 Uhr: “Kurzweilige und informative Ansprachen halten“. Holen Sie sich Impulse zum Thema und tauschen Sie Erfahrungen mit KollegInnen aus allen Sparten aus.

Infos und Anmeldung HIER.

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Foto: Tonik | Unsplash
Kategorie: So pflegen und vergrößern Sie Ihr Netzwerk

So pflegen und vergrößern Sie Ihr Netzwerk

3 Tipps von Karin Wolf

Wo würden Sie auf einer Skala von 1-10 Ihre Networking-Skills einordnen? Halten Sie sich für eine 1 die dem Ganzen eher skeptisch gegenüber steht und zugleich denkt, es wäre aber schon notwendig? Oder sind sie eine 10 und schaffen es sogar in der Pandemie neue Kontakte zu knüpfen und Ihre bestehenden zu pflegen? Fest steht, im Kultursektor ist Netzwerken ein Erfolgsfaktor. Die gute Nachricht: Netzwerken ist kein Ausnahme-Talent, das nur einige Auserwählte besitzen. Wenn Sie grundsätzlich an Menschen interessiert sind und Freude am Austausch mit anderen haben, dann können Sie auch netzwerken.

Tipp 1: Gehen Sie mit einer positiven Einstellung ans Netzwerken heran

Was hält Menschen davon ab, proaktiv Kontakt mit anderen aufzunehmen? Folgende Erklärungen höre ich immer wieder und ich biete dann umgehend eine Umformulierung an. Ein Erfolgsfaktor fürs Netzwerken ist eine realistische und positive Einstellung sich selbst gegenüber. Wenn Sie also Ihre Haltung kritisch überprüfen und bereit sind, sie zu verändern, können Sie im nächsten Schritt konkrete Techniken und Methoden erlernen.

Statt: „Ich weiß nicht, wie ich ein Gespräch beginnen/beenden kann.“
Besser: „Ich interessiere mich dafür, was andere Menschen erleben/wissen.“

Statt: „Ich möchte nicht aufdringlich/lästig/langweilig sein.“
Besser: Ich bin ein höflicher, freundlicher Mensch.“

Statt: Ich kenne keine wichtigen/prominenten/einflussreichen Menschen.“
Besser: „Ich kenne Menschen, deren Meinung/Arbeitsweise/Kompetenz ich schätze.“

Tipp 2: Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihres bestehenden Netzwerkes

Es geht im ersten Schritt gar nicht darum, Zugang zu einem bestehenden Netzwerk zu finden. Beginnen Sie mit dem Netzwerk, das Sie schon haben. Das sind jene Menschen, mit denen Sie im Laufe Ihres Berufslebens oder sogar schon im Studium gut und gerne zusammen gearbeitet haben. Das können einmalige Begegnungen sein oder mehrjährige berufliche Kooperationen.  Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie eine Liste von diesen Menschen, meist tauchen dann aus der Erinnerung Namen und Gesichter auf, an die Sie gerne zurückdenken. Wie sind Sie mit Ihrem Netzwerk in den letzten Jahren umgegangen? Mit wem haben Sie Kontakt gehalten, wen haben Sie aus den Augen verloren, mit wem würden Sie sich gerne wieder austauschen? Das schöne am Netzwerken ist, dass die Zeit, die zwischen zwei Begegnungen liegt, nicht relevant ist. Sei brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Sie sich nach Jahren wieder bei jemanden melden. Gehen Sie von sich selbst aus: wahrscheinlich freuen Sie sich und sind neugierig, wenn Sie nach langer Zeit von jemandem hören, mit dem Sie gerne zusammen gearbeitet haben.

Tipp 3: Schaffen Sie Gelegenheiten

Diese Liste an Kontakten können Sie dann gleich zum aktiven Netzwerken nutzen: Verabreden Sie sich mit Menschen auf einen Zoom-Kaffee oder gehen Sie spazieren. Mit welcher Begründung? Sich gegenseitig auf dem Laufenden halten und Strategien im Umgang mit den Herausforderungen der Pandemie austauschen. 30 Minuten reichen dafür und sind auch eine willkommen Abwechslung. Oder bringen Sie  Menschen aus Ihrem Netzwerk, die einander noch nicht kennen, zusammen. Organisieren Sie ein Online-Treffen und laden Sie dazu zwei oder drei Menschen ein, je nachdem, wie sicher Sie im Moderieren sind. Motto für die Einladung: Ihr solltet Euch kennenlernen!

Möchten Sie mehr praktische Methoden zum Thema Netzwerken bekommen? Besuchen Sie mein Online Seminar am 26. Jänner von 15:00 -18:00 Uhr Berufliche Kontakte knüpfen und pflegen“. Holen Sie sich Impulse, die Ihnen das Netzwerken erleichtern und tauschen Sie Erfahrungen mit KollegInnen aus allen Sparten aus. Infos und Anmeldung HIER.

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Foto: Federica Campanaro | Unsplash
Kategorie: Eigeninitiative & Ziele sind die beste Motivation

Eigeninitiative & Ziele sind die beste Motivation

Ein Beitrag von Dr. Leo Hemetsberger

Motivation. Wenn man das Wort schon hört. Man denkt an die Metapher des Esels, der jener Karotte nachläuft, die vor ihm in der Luft baumelt. Oder hört man gar das Knallen einer Peitsche? Nein, es ist nur das Knacken der Stechuhr, die die Zeit, in der man die übervollen Leistungen zu erbringen hat, genauestens misst. Manche denken beim Thema Motivation auch an die Verlockungen von Prämien, die denjenigen winken, die ihre Anstrengungen nochmals verstärken, um vielleicht nur den Profit von jemandem anderen zu vergrößern?

Aber gilt es das überhaupt für uns im Kulturbereich? Hier sind doch alle engagiert, oder?

Dazu stellt sich auch die Frage, welche Motive uns überhaupt in diesen Teil der Arbeitswelt geführt haben. Sind es geheime Sehnsüchte, selbst einmal auf der Bühne zu stehen, die sich als Job rund um die Bühnen manifestierten? Denken wir kurz daran, mit welcher Begeisterung wir anfangs in dieses offene Feld hineingesprungen sind. Wir wurden ein Teil von etwas, dass Schönes schaffte und/oder am aktuellen Diskurs zu Zeitfragen teilnahm. Einige von uns sind auch aus anderen Bereichen, in denen sie zu wenig Sinnvolles gespürt haben, mit der Hoffnung auf Erfüllung dieses Bedürfnisses in den Kulturbereich gewechselt, weil es hier bunter, freier, spontaner und wechselvoller zugeht.

Ist es dann überhaupt möglich, zum Thema Motivation etwas zu sagen, was alle betrifft? Und ist Motivation, die von außen kommt, nicht immer auch eine Form von Manipulation? Was heißt es für mich als Führungskraft, wenn das Thema Motivation auf meinem Tisch aufschlägt? Sind Begriffe wie Burnout oder Boreout in meinem Kulturbereich relevant? Wie gehe ich das an? Welche der vielen Theorien, Methoden und Weisheiten, die mir Motivationstrainerinnen verkaufen wollen, funktionieren überhaupt in unserem Berufsfeld? Was sind die Unterschiede von intrinischer und extrinischer Motivation? Welche Handlungsfelder lassen sich unterscheiden, wenn man davon ausgeht, dass man andere gar nicht motivieren kann? Wie lassen sich Autonomie, das Streben nach persönlicher Verbesserung und ein sich Erfreuen an sinnhafter Tätigkeit im Betriebs- oder Projektalltag verbinden? Also was tun, wenn es an mir als Leitungsperson liegt, hier Initiativen zu ergreifen. Was passt zu mir und zu uns? Spielt Authentizität auch eine Rolle? Was tun, wenn noch dazu die Lage im gesamten Berufsfeld prekär ist und immer schwierig wird? Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen am Rande oder sind schon in der Falle der angewandten Selbstausbeutung gefangen. Und dann komme ich ihnen mit dem Thema Motivation.

Wie geht man achtsam und wertschätzend an die Lösungen von Aufgaben heran, bei denen Motivation eine wesentliche Rolle spielt? Wie kann man sinnvolle Strategien aus anderen Wirtschaftsbereichen integrieren? Wie sind Eigeninitiativen zu fördern und klare kurzfristige erfolgssichere Ziele zu kommunizieren. Hilft Evaluierung bei Motivationsfragen und wie geht das möglichst einfach und unkompliziert?

Wer sich schon präventiv Gedanken zum Thema Motivation macht, wenn es aktuell oder erst eines Tages soweit ist, wird es verstehen die entsprechenden Strategien und Maßnahmen so in den Alltagsbetrieb einfließen zu lassen, dass alle Beteiligten weiter gerne und gut zusammenarbeiten.

Wer mehr zu diesem wichtigen Thema erfahren möchte, besucht am besten am 19. Jänner das Online-Seminar „Eigeninitiative und Ziele sind die beste Motivation“!
Infos und Anmeldung hier.

Foto: Katya Austin | Unsplash
Foto: Katya Austin | Unsplash
Kategorie: Bitte kommen wir zum Punkt!

Bitte kommen wir zum Punkt!

3 Beispiele für klare Kommunikation von Karin Wolf

Karin Wolf hält am 10.12. das Seminar „Klare Kommunikation auf allen Kanälen“. Hier können Sie schon einmal ins Thema hineinschnuppern.

Kennen Sie das auch: Sie sitzen im wöchentlichen Jour Fixe und alles wird wieder einmal wild durcheinander besprochen? Sie beobachten sich selbst dabei, wie Sie um den heißen Brei herum reden, anstatt ihren KollegInnen ein kritisches Feedback zu geben?  Eine Projektpartnerin hat Ihnen ein umfangreiches Email geschrieben mit langen Schachtelsätzen und Sie haben schon gar keine Lust mehr, herauszufinden, was jetzt genau von Ihnen erwartet wird. In allen drei Fällen sind Sie mit dem Ergebnis unzufrieden, weil Sie sich mehr Klarheit und konkrete Ergebnisse gewünscht hätten.  Und Sie haben das Gefühl, Zeit und Energie zu verschwenden.

Im Kulturbereich wird viel und gern kommuniziert, aber es könnte oft klarer und konstruktiver sein. Was hält uns eigentlich zurück, klar zu sagen, worum es geht und was wir wollen?
Holen Sie sich Anregungen bei den folgenden drei Beispielen.

Der ergebnisorientierte Jour Fixe

Je besser die Vorbereitung und die Struktur, umso besser die Ergebnisse. Soll präsentiert, diskutiert oder entschieden werden? Geht es um Meinungsbildung oder Brainstorming? Das macht die Moderation zu Beginn jedes Tagesordnungspunktes deutlich und sagt dazu, auf welches Ergebnis hingearbeitet wird.

Das konstruktive Feedback

Teilen Sie in der Ich-Form  mit, welche Konsequenzen das Verhalten eines Kollegen auf Sie selbst hat. Nicht: „Du kommst immer zu spät.“ Sondern: „Bei den letzten beiden Führungen haben mir Infos gefehlt. Ich wollte das bevor wir beginnen, bei dir nachfragen, aber wir hatten dazu keine Zeit mehr.“ Wenn Sie ehrlich von sich sprechen und das Wort „immer“ vermeiden, kann ihr Gegenüber nicht „nein, so ist das gar nicht sagen“.

Das verständliche Email

Bevor Sie zu schreiben beginnen, fragen Sie sich, zu welcher Aktion das Email die Empfängerin bewegen soll. Welche Informationen oder Anleitungen braucht die Person dazu?
Wenn es um einen Arbeitsauftrag geht, schreiben Sie den gleich in die Betreffzeile: bitte bis Montag Rückmeldung geben. Schreiben Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Mein persönlicher Tipp: lassen Sie sarkastische Bemerkungen – was im persönlichen Gespräch erheiternd sein kann, wird im Schriftverkehr schnell falsch verstanden.

Haben Sie Lust bekommen, in Zukunft Ihre Zeit und Energie zu sparen und ergebnisorientierter zu kommunizieren? Besuchen Sie am 10.12. mein Seminar „Klare Kommunikation auf allen Kanälen “.
Infos und Anmeldung hier.

Foto: Chuttersnap | Unsplash
Foto: Chuttersnap | Unsplash
Kategorie: Marketing: Kundenbeziehungen stärken statt Neukundenakquise

Marketing: Kundenbeziehungen stärken statt Neukundenakquise

Ein Beitrag von Christian Henner-Fehr

Ich schreibe diesen Beitrag, während zum zweiten Mal in diesem Jahr die Kultureinrichtungen geschlossen sind. Im Unterschied zum Frühjahr, als alle in eine Art Schockstarre verfallen sind und dann reflexartig die Onlinekanäle gesucht und bespielt haben, machen sich jetzt viele Gedanken darüber, wie Kultureinrichtungen überleben können.

Genau darum geht es auch in diesem Video:

Zwei Aspekte spielen dabei in meinen Augen eine wichtige Rolle. Einerseits müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich digitale Kulturangebote monetarisieren lassen und andererseits sollten wir uns Gedanken über das Marketing in Coronazeiten machen.

In dem verlinkten Video erzählt Katrin Rönicke, wie sie mit Hilfe der Crowdfundingplattformen Patreon und Steady ihren Podcast „Wochendämmerung“ finanziert. Die beiden Plattformen unterscheiden sich von den klassischen Crowdfundingplattformen dadurch, dass hier keine Projekte finanziert werden, sondern man seine Fans um monatliche Unterstützung bittet.

Rönicke hat es im Laufe der Jahre geschafft, Menschen um sich zu scharen, die ihre Arbeit schätzen und auch bereit sind, dafür zu zahlen. Aktuell unterstützen sie 789 Menschen monatlich mit einem Gesamtbetrag von fast 4.500 Euro, kann man auf Steady nachlesen. Amanda Palmer ist ein anderes Beispiel, wie sich solche Plattformen nutzen lassen. Auf Patreon hat sie derzeit 14.345 Unterstützer*innen. Leider sieht man den Betrag nicht, der sich daraus ergibt, aber selbst, wenn jeder nur einen USD zahlen würde, wären das knapp 15.000 USD monatlich.

Was muss man tun, um eine ständig wachsende Zahl an Menschen dazu zu bringen, jemandem monatlich einen fixen Betrag zu überweisen? Da geht es im Fall von Künstler*innen nicht nur um die Qualität der Arbeit, sondern auch um Reputation und die Fähigkeit, sich in Netzwerken zu bewegen. Reputation verstehe ich in diesem Zusammenhang als eine Art soziales Kapital. Je mehr man davon hat, desto leichter ist es, andere Menschen davon zu überzeugen, das zu tun, was sie tun sollen. Also zum Beispiel eine Platte zu kaufen oder eine Theateraufführung zu besuchen. Die Künstler*innen sind in eine Art Vorleistung gegangen, sie haben „gute Arbeit“ geleistet und so das Vertrauen derer gewonnen, die sich für Musik beziehungsweise Theater interessieren.

Vertrauen ist, so denke ich, ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, jemanden als Besucher*in oder Kund*in nicht zu verlieren. Vertrauen ist ein ganz wichtiger Faktor in der Customer Journey, genauer gesagt in der Retention-Phase. Das ist die Phase nach dem Kaufabschluss, in der es darum geht, die Kund*in nicht zu verlieren.

Nicht nur Kultureinrichtungen vernachlässigen meiner Ansicht nach diese Phase in der Customer Journey. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sehr ich mich als Abonnent einer Tageszeitung darüber geärgert habe, dass Neukunden mit Rabatten oder attraktiven Geschenken angelockt wurden. Ich aber war schon seit Jahren zahlender Kunde und das Einzige, was ich bekam, war die Rechnung.

Ich bringe dieses Beispiel, weil die Tageszeitungen schon seit ewigen Zeiten auf das Abo-Modell setzen. Also genau das Modell, das gerade an Attraktivität zu gewinnen scheint. Denn nicht nur Plattformen wie Patreon oder Steady setzen darauf, auch Facebook bietet mittlerweile Seitenbetreibern ein ähnliches Modell an. „Fan Subscription“ wird leider in Österreich noch nicht angeboten, aber Nicola Kiermeier erklärt das Modell in ihrem Blogbeitrag am Beispiel des Fussballklubs FC Barcelona. Interessant ist, dass die zahlenden Fans automatisch für eine spezielle Gruppe freigeschaltet werden. Denn dort funktioniert die Kommunikation mit den Fans viel leichter als auf der Seite selbst.

Aber die Tageszeitungen sind auch Beispiel dafür, dass mit diesem Modell der Erfolg nicht garantiert ist. Wenn sich die Gewohnheiten der Kund*innen verändern oder die Inhalte nicht mehr passen, kann so ein Abonnement ganz schnell gekündigt werden. Aber die Nähe zu den Fans bei diesem Modell bietet ja auch die Möglichkeit, direkt mit den Fans zu kommunizieren und so herauszufinden, was gut ankommt und was weniger gut ankommt.

Aber dafür muss man Zeit aufwenden und sich auf diese Form der Kommunikation auch einlassen können beziehungsweise wollen. Und man muss die passenden Angebote entwickeln. Ob Kultureinrichtungen dies schaffen, wage ich zu bezweifeln. Mir ist in diesem Zusammenhang ein leider schon zehn Jahre alter Beitrag des amerikanischen Beratungsunternehmen TRG Arts eingefallen. Leider ist der Beitrag nicht mehr online, aber dank Diigo steht er mir noch zur Verfügung.

Darin wird festgehalten, dass Kultureinrichtungen nicht so sehr ein Problem mit neuen Besucher*innen haben, sondern nicht in der Lage sind, diese dazu zu bringen, ein zweites Mal zu kommen:

„The bottom line is this. In a data set of 5.3 million total households, 3.8 million stopped buying tickets during the five years we examined. They stopped donating. They don’t subscribe. They simply stopped. How can any industry survive when spending so much money recruiting new customers only to see them walk away in such huge number so quickly?“

Das bedeutet: Von vier Ticketkäufer*innen kommen fast drei nie wieder zurück. Ob bei uns die Zahlen im Jahr 2020 ähnlich ausschauen, weiß ich natürlich nicht. Nachdem bei uns Kultureinrichtungen aber ihre Marketingaktivitäten auch eher in Richtung neues Publikum ausrichten, vermute ich, dass bei uns die Lage nicht sehr viel anders ist.

Insofern ist die Idee, Menschen dazu zu bringen, Künstler*innen mit einem monatlichen Beitrag zu unterstützen, ein Schritt in die richtige Richtung. Ich muss mich als Künstler jeden Tag darum kümmern, dass ich keine Abonnent*innen verliere, was die Marketingaktivitäten automatisch in Richtung Retention-Phase lenkt.

Hinzu kommt: In der jetzigen Phase macht es keinen Sinn, neues Publikum zu werben, denn die Türen sind überall geschlossen. Aber es macht sehr wohl Sinn, sich um die zu kümmern, die schon einmal da waren. Nur so kann ich verhindern, dass sie mir nicht ganz verloren gehen. Das heißt, Kultureinrichtungen können die Zeit jetzt nutzen, um ihr Publikum, die Käufer*innen zu halten.

Sollte die Coronazeit irgendwann hoffentlich zu Ende gehen, ist es aber wichtig, dass das Augenmerk weiter darauf gelegt wird, Besucher*innen zu halten. Denn es gibt noch einen weiteren Grund, sich mehr um bestehendes Publikum oder um Kund*innen zu kümmern: Es kostet weniger Geld, Kund*innen zu halten als sie zu gewinnen.

 

Christian Henner-Fehr lebt und arbeitet als Kulturberater in Wien. Er betreibt das Kulturmanagement Blog und beschäftigt sich aktuell mit den Themen Content Marketing, Social Media und der digitalen Transformation von Organisationen in den Bereichen Kultur und Tourismus. Außerdem entwickelt er Digitalisierungskonzepte für Städte und Regionen.

Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet er unter anderem das Seminar Online-Marketing im Kulturbereich. Der nächste Termin dieses Seminars ist von 11.-13. Februar 2021 und findet online statt. Hier können Sie sich dafür anmelden!

Foto: Ehimetalor Akhere | Unsplash
Foto: Ehimetalor Akhere | Unsplash
Kategorie: Strukturen des Kulturbetriebs – 3 vielversprechende Tipps von Susanne Kappeler-Niederwieser

Strukturen des Kulturbetriebs – 3 vielversprechende Tipps von Susanne Kappeler-Niederwieser

Susanne Kappeler-Niederwieser hat viele Jahre Erfahrung als psychologische Beraterin und Unternehmensberaterin und als Coach im Kulturbereich. Am Institut für Kulturkonzepte für ist sie außerdem Vortragende und Leiterin des Lehrgangs für Kulturmanagement. Von 8.-10. Oktober hält sie das Seminar Strukturen des Kulturbetriebs, in dem die TeilnehmerInnen und Teilnehmer einen detaillierten Überblick über die Arbeit im Kultursektor bekommen  – und so ihre eigene Karriereplanung voranbringen können.

Diese 3 Tipps von Susanne Kappeler-Niederwieser dürfen Sie schon jetzt erfahren!

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit

Denken Sie öfters darüber nach, was alles nicht gut gelaufen ist? Geben Sie Acht, das bindet Ihre Energien!

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, was in der Vergangenheit gut geklappt hat und was Sie erreichen wollen, damit bündeln Sie Ihre Energie.

Lesen Sie zielgerichtet Job-Ausschreibungen

Sie suchen einen Job im Kulturbetrieb, aber schon für Praktikumsstellen werden so hohe Anforderungen gestellt, dass Sie ihr Mut verlässt? Lesen Sie keine Praktikumsausschreibungen, vor allem dann, wenn Sie kein Praktikum benötigen, sondern einen Job suchen. Das verändert Ihre persönliche Wahrnehmung des Arbeitsmarktes im Kultursektor.

Erkundigen Sie sich über Verdienstmöglichkeiten im Kulturbetrieb

Sie sind unsicher, welches Gehalt oder Honorar üblich ist? Zahlreiche Interessensvertretungen haben Empfehlungen für Gehälter und Honorare erarbeitet, diese helfen Ihnen bei der Orientierung für bevorstehende Gehalts- und Honorarverhandlungen.

Für mehr Informationen und Tipps zum Thema Strukturen des Kulturbetriebs melden Sie sich für unser Seminar hier an – die Platzanzahl ist begrenzt!

Kappeler-Niederwieser Susanne
Foto: Archiv

Susanne Kappeler-Niederwieser ist Coach und Unternehmensberaterin für Menschen und Projekte im Kunst- und Kulturbetrieb. Ihre Erfahrung im Kunst- und Kulturmanagement basiert unter anderem auf der langjährigen Mitarbeit als Gründungsmitglied von St. Balbach Art Produktion – bekannt als DIE Pioniere für Open Air Kino in Wien – sowie als Produktionsleiterin von Kunstprojekten und von Projekten „Kunst im öffentlichen Raum“. 2011 gründete sie ihre Firma k+ kultursupport.

Sie arbeitete in der Wiener Stadterneuerung, bei der IG Kultur Österreich, in der Kunsthalle Wien, beim Diagonale Filmfestival und leitete das Projekt „BIG Art“ – Kunst am Bau bei der Bundesimmobiliengesellschaft. Seit 2003 ist sie selbständige Vortragende, Coach und Beraterin am Institut für Kulturkonzepte, seit 2016 Leiterin des Lehrgangs Kulturmanagement.

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Foto: Ian Schneider | Unsplash
Kategorie: Schnell und kreativ – erfolgreiche Reaktionen auf den Shutdown

Schnell und kreativ – erfolgreiche Reaktionen auf den Shutdown

Der Kulturbereich ist von der Corona-Krise auf eine sehr ambivalente Weise getroffen. Einerseits herrscht Stillstand, denn die Kulturveranstaltungen sind bis zum Sommer abgesagt. Andererseits ist ein breites Kulturangebot in den sozialen Medien entstanden. Dazu haben wir zwei Kulturschaffende interviewt, die am 22. April zu Gast bei unserem Online-Workshop „Dein Weg zum Kulturjob“ sein werden.

Unsere Absolventin Lisa Reimitz-Wachberger von der Agentur Raumpioniere ist Urbanistin und Kulturmanagerin und hat innerhalb kürzester Zeit das Homestage Festival ins Leben gerufen, mit Konzerten, Kabaretts und mehr per Livestream.  Der Kunstvermittler Markus Hübl führt täglich virtuell durch das Belvedere, Wien und hat damit bereits mehr als 100.000 Menschen erreicht. Wir haben sie gefragt, wie sie ihre außergewöhnlich erfolgreichen Projekte entwickelt haben und welche Erkenntnisse sie daraus für ihre Arbeit nach Corona ziehen können.

Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf

Lisa entschied sich gemeinsam mit ihrem Partner sofort, die Event-Agentur ins Homeoffice zu verlegen und stellte sich am ersten Tag die Frage: „Was kann ich tun, um mir, der Agentur und anderen zu helfen?“  Schon am ersten Tag wird die Idee des Homestage-Festivals geboren. Nach einem kurzen Gegencheck mit den potentiellen PartnerInnen, begann sie sofort mit der Umsetzung. „Die ersten beiden Wochen des Lockdown waren superproduktiv, von Stillstand oder Grübeln war keine Rede“, sagt Lisa.  Markus erlebte den Corona-Ausbruch auf der Rückreise von Italienaufenthalts im Zug Richtung Mailand und kam mit „dystopischen Eindrücken“ nach Wien zurück und dort ging es dann Schlag auf Schlag. Sein Arbeitsplatz, das Belvedere in Wien wurde geschlossen und in der ersten Krisensitzung fragten sich die AbteilungsleiterInnen: Wie gehen wir damit um, dass die Besucherinnen nicht zu uns ins Haus kommen können? Markus sagte sofort zu, das Belvedere in Form von Online-Führungen zu den BesucherInnen zu bringen und meint rückblickend: „Das war für mich als Kunstvermittler eine einzigartige Chance. Ich bin immer dafür, ins kalte Wasser zu springen. Man geht im Normalfall nicht unter! Wir haben ja alle schwimmen gelernt.“

„Was hat sich in der Organisation verändert?“

Lisa: „Wir sind in der Agentur zu zweit und arbeiten prinzipiell eng zusammen. Seit dem Lockdown teilen wir uns die Projekte aber auf und wenden unsere unterschiedliche Herangehensweisen an. Daraus ergibt sich neben der Arbeitsteilung auch ein Möglichkeitsraum, in dem wir individuell Neues ausprobieren können. Die räumliche Trennung bewirkt neue Arbeitsstrukturen. Mein Tagesablauf ist jetzt regelmäßiger, ich stehe früher auf und ich koche täglich zu Mittag. Man könnte sagen, nicht mehr der Arbeitsrhythmus mit Termindruck und Anforderungen von außen kontrolliert den Tag, sondern der Tagesrhythmus kontrolliert den Arbeitsablauf.“

Markus: „Für eine große und bedeutende Bundeseinrichtung ist das prozesshafte Arbeiten neu. Vor Corona hätten wir nicht innerhalb eines Tages den Beschluss für Live-Führungen gefasst. Da hätte es Konzepte, Besprechungen und Zeitpläne gegeben. Derzeit lernen wir im Tun und wir werden mit jeder Live-Führung souveräner. Ich persönlich durfte Verantwortung und Entscheidungen übernehmen, wie zum Beispiel, welche Kunstwerke wir zeigen. MitarbeiterInnen aus allen Abteilungen geben uns positive Feedback auf die Führungen und fühlen sich ebenso wie die BesucherInnen durch dieses Angebot noch mehr dem Haus verbunden.“

„Was wird vom Projekt nach Corona bestehen bleiben?“

Markus: „Es bestätigt sich die hohe Relevanz unserer Social Media Aktivitäten im Hinblick auf das Vermitteln und Verstärken positiver Emotionen und qualitätvoller Kommunikation. Ich kann mir vorstellen, dass das Bewusstsein dafür ab jetzt in allen Abteilungen noch stärker vorhanden sein wird. Und ich wünsche mir, dass wir den Mut des Ausprobierens und die Schnelligkeit der Umsetzung beibehalten werden.“

Lisa: „Vielleicht wird das Homestage-Festival in Zukunft ein Festival im realen Raum! Ich würde gerne die Erfahrung in der Organisation und Konzeption weiter nutzen und das Crowdfunding noch stärker im Kulturbereich verankern. Ich glaube, dass die Verbindung zwischen der digitalen und der analogen Welt dann in Form von Streaming selbstverständlich zu einen Festival gehören wird .“

Am 22. April findet der Online-Infoabend „Dein Weg zum Kulturjob: das Basiszertifikat Kulturmanagement“ statt.
Von 16.00-17.30 Uhr stellen wir das Basiszertifikat Kulturmanagement vor und werden mit Lisa Reimitz-Wachberger und Markus Hübl Gespräche führen.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann nächste Woche zugeschickt.

Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Kategorie: 12. Juni 2019 – Kulturkonzepte @ House of Jobs

12. Juni 2019 – Kulturkonzepte @ House of Jobs

Am 12. Juni 2019 werden wir wieder am Netzwerkevent House of Jobs (ehemals „unisuccess“) in Kooperation mit Uniport – dem Karriereservice der Universität Wien teilnehmen. Beim Kulturkonzepte-Stand dreht sich alles ums Netzwerken mit MitarbeiterInnen aus Kunst- und Kulturhäusern, wie etwa der Albertina, dem Schauspielhaus Wien und vielen mehr!

Dazu haben wir fünf KulturmanagerInnen zur „Kultur-Sprechstunde“ eingeladen. Dort verraten sie den Studierenden und BerufseinsteigerInnen spannende Details über ihren persönlichen Karriereweg und Berufsalltag, sowie Einstiegschancen in den Kulturbereich. Selbstverständlich bleibt auch ausreichend Zeit für eure eigenen Fragen an unsere ExpertInnen.

Dieses Programm erwartet euch am 12. Juni am Kulturkonzepte-Stand von 13-18 Uhr:

13.00 Uhr
Schauspielhaus Wien  Matthias Riesenhuber, kaufmännischer Leiter & Geschäftsführer

14.00 Uhr
Literaturhaus Wien  Robert Huez, Geschäftsführer

15.00 Uhr
Schloss Schönbrunn – Johann Kleemaier, Leitung Personal

16.00 Uhr
this human world – Michael Schmied, Festivalleitung

17.00 Uhr
Albertina  Laura Horvath, Recruiting & Personalentwicklung

13.00-18.00 Uhr (durchgängig):

Lerne das Kulturkonzepte-Team kennen und stell uns deine Fragen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel zur Sommerakademie für Kulturmanagement im Juli 2019!

Unseren Standort „Geistes- & Sozialwissenschaften“ findest du am Unicampus Hof 2, Spitalgasse 2, 1090 Wien. Die Teilnahme am Event ist kostenlos. Bitte melde dich unter diesem Link für den Kulturkonzepte-Standort an:

Jetzt zu House of Jobs 2019 anmelden!

In unserer Sommerakademie für Kulturmanagement, die auch dieses Jahr wieder im Juli stattfindet, hast du die Möglichkeit weitere ExpertInnen aus ganz unterschiedlichen Kulturhäusern kennenzulernen. Schau dir gleich an, wo unsere Exkursionen in den einzelnen Modulen diesen Sommer hingehen und sichere dir deinen Platz in der Sommerakademie!

Das  Kulturkonzepte-Team freut sich über deinen Besuch bei House of Jobs 2019 und gibt dir gerne Auskunft zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Kulturbereich – komm also vorbei!

Kulturkonzepte @ House of Jobs 2019 auf Facebook

Der Kulturkonzepte-Stand auf dem Messeevent 2018, Foto: Sandra Rindler
Der Kulturkonzepte-Stand auf dem Messeevent 2018, Foto: Sandra Rindler
Kulturkonzepte @ House of Jobs
Foto: Uniport
Kategorie: Kulturfairmitteln – Round Table Personalentwicklung #4 2018

Kulturfairmitteln – Round Table Personalentwicklung #4 2018

Ein Beitrag von Ulli Koch

KulturvermittlerInnen sind eine tragende Säule für Kulturbetriebe. Doch ihr Standing innerhalb eines Hauses ist nicht immer gesichert. Zu oft werden sie nicht oder nicht ausreichend von den jeweiligen Institutionen angestellt. Zu oft können sie nicht oder nur schwer eine Lebensplanung vornehmen, die über ein Kalenderjahr hinausgeht. Zu oft leben sie in prekären Verhältnissen, dessen finanzielle Unsicherheit sich auch auf die Gesundheit niederschlägt. Doch es geht auch anders, gesicherte Anstellungen sind möglich und tragen zudem zur Qualitätssteigerung in den Kulturbetrieben bei. Warum das so ist und welche Benefits der Kulturbetrieb von Anstellungen hat, legt Wencke Maderbacher im November beim Round Table Personalentwicklung des Instituts für Kulturkonzepte dar. Dieses Mal fand der Round Table unter der netten Gastfreundschaft von KulturKontakt Austria in dessen Räumlichkeiten in der Universitätsstraße statt und erfreute sich über 20 TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichsten Kulturorganisationen, die angeregt über das Thema diskutierten.

Der Grundstein für Wencke Maderbachers Engagement für die Anstellung von KulturvermittlerInnen hat der Lehrgang Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte gelegt. Damals noch im Technischen Museum Wien in der Kulturvermittlung tätig, hat sie sich dafür eingesetzt, dass die KulturvermittlerInnen angestellt werden, und hat somit einen Change-Prozess in Gang gesetzt. Niedergeschrieben findet sich dieser in ihrem Praxishandbuch „Kulturfairmitteln – Praxishandbuch Anstellung eines Kulturvermittlungs-Teams“, das 2015 vom Technischen Museum Wien publiziert wurde.

Round Table Personalentwicklung Kulturfairmitteln
Foto: Itta Francesca

Ausgangslage und falsche Annahmen

Um sich empirisch an das Thema Anstellung für KulturvermittlerInnen auseinanderzusetzen, hat Wencke Maderbacher, inzwischen auch bei ICOM CECA tätig, einem internationalen Netzwerk für Kulturvermittlung, eine österreichweite Umfrage unter Museen durchgeführt. Während in den Museen an sich 83 % aller MitarbeiterInnen eine feste Anstellung haben, sind es in den Kulturvermittlungs-Teams nur mehr 50 %. Argumentiert wird dies mit der schwankenden Buchungslage, die ein Planen unmöglich machen würde, schließlich bieten viele Museen als Serviceangebot, dass gebuchte Termine noch am selben Tag storniert oder überhaupt erst am Tag selbst gebucht werden können.

Ein weiterer Grund dafür ist die Annahme, dass Kulturvermittlung überwiegend von Studierenden und KünstlerInnen durchgeführt werden würde, die sich nicht fest an ein Haus binden möchten und gerade die freie Zeiteinteilung so schätzen würden. Fakt jedoch ist, dass 85 % aller KulturvermittlerInnen, die in den befragten Häusern tätig sind, Frauen mit einem akademischen Hochschulabschluss sind.

Sowohl für die Kulturbetriebe, als auch für die KulturvermittlerInnen hat diese Ausgangslage negative Konsequenzen: Fakt ist, dass instabile Arbeitsbedingungen zu Stress führen und die psychische wie physische Gesundheit verschlechtern. Getoppt wird dies durch eine immense Verschlechterung der Sozialversicherungslage, inklusive Einbußen bei der späteren Pension. Fakt ist zudem, dass Kulturbetriebe mit einer größeren Fluktuation rechnen müssen, wodurch wertvolles Wissen verloren geht und langfristige Planungen verhindert.

Round Table Personalentwicklung Kulturfairmitteln
Foto: Itta Francesca

Es geht auch anders

Wie Wencke Maderbacher eindrücklich nahelegt, sorgt eine fixe Anstellung des Kulturvermittlungs-Teams auf beiden Seiten zu einer Win-Win-Situation. Betrachten wir zunächst den Kulturbetrieb, so zeigt sich eine deutliche Erhöhung des Qualitätsstandards. MitarbeiterInnen, die eine fixe Anstellung haben, bringen ihr Wissen, ihre Kompetenzen und Ressourcen in den Kulturbetrieb ein. Noch mehr als zuvor werden sie zu einem Aushängeschild des Kulturbetriebs, die im direkten Publikumskontakt die Ansprüche und Haltungen des Museums nach außen tragen. Dazu trägt auch so etwas Simples wie eine personalisierte Mailadresse bei, die auch nach außen zeigt, dass es sich um ein Team handelt, das gemeinsam und möglichst gleichwertig für die Geschicke des Hauses verantwortlich ist.

Diese Vorteile wirken direkt auf die KulturvermittlerInnen ein, deren fester Arbeitsplatz ihnen ermöglicht, Vor- und Nachbereitungszeit im Haus selbst durchzuführen. Für Projekte, die im Haus umgesetzt werden, können fixe Teams zusammengestellt werden, die mit ihrem ExpertInnenwissen, das sie sich während der Projektvorlaufzeit erarbeiten, wesentlich zur Qualitätssicherung beitragen.

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Foto: Itta Francesca

Planung als wichtigster Schritt

Der für beide Seiten wohl größte Benefit ist die Planungssicherheit – auf individueller Ebene der KulturvermittlerInnen und auf Seiten des Kulturbetriebes. Dieser kann die bestehenden Angebote einer Evaluierung unterziehen und gemeinsam im Team neue oder adaptierte Angebote erschaffen. Er kann sich auch von bestehenden Angeboten trennen, wenn die Evaluierung im Team eine schlechte Buchungslage oder eine notwendige inhaltliche Veränderung ergibt.

Geplant werden muss zudem die Weiterentwicklung des Teams. Das bedeutet zum einen Teambuildingmaßnahmen durchzuführen, auch um gemeinsame Qualitätsstandards zu definieren, die vom Team getragen werden. Zum anderen muss der Kulturbetrieb definieren, welche Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten den einzelnen KulturvermittlerInnen angeboten werden kann, um sich beispielsweise in ein Themenspektrum zu vertiefen oder auch bei der kuratorischen Entwicklung eines Projekts beteiligt zu sein.

Was bei der Planung nicht vergessen werden darf, sind die notwendigen physischen Arbeitsplätze und notwendige Infrastruktur für die Teams. Wie, so eine Frage, die in der Diskussion gestellt wurde, kann ich Platz für MitarbeiterInnen schaffen, wenn ich nur ein begrenztes Raumkontingent zur Verfügung habe? Eine Möglichkeit dafür ist Desk-Sharing, bei der beispielweise zwei Teilzeitkräfte sich einen Schreibtisch teilen. Auch Home-Office Angebote, flexible Lösungen mit Laptops und kreative Nachdenkprozesse im Team können Antworten auf diese Frage sein.

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Anstellung ohne Budget?

Ein weiteres Argument, warum Kulturvermittlungs-Teams selten anstellt werden, begründet sich auf der finanziellen Lage von Kulturbetrieben, die schon länger und weiterhin zunehmend einer budgetären Not entgegenblicken. Daher ist es wichtig, dass das Projekt „Anstellung“ von der Geschäftsleitung aktiv mitgetragen wird. Zunächst kann dieses Projekt rein rechnerisch ein Minusgeschäft bedeuten, das auch gegenüber der Kulturpolitik und Öffentlichkeit argumentiert werden muss. Mit den Jahren – grob geschätzt innerhalb von fünf Jahren, wie das Beispiel Technisches Museum zeigt – rentiert sich dieses Projekt und der Verlust wandelt sich zu einem Gewinn.

An diese Budgetfrage anknüpfend, wird von den anwesenden DiskutantInnen des Round Tables eingeworfen, dass dies nur große Kulturbetriebe leisten können, während kleinere Vereine und Initiativen aufgrund ihrer noch prekäreren Lage eine Anstellung nicht einfach so vornehmen können. Dass es aber auch hier anders gehen kann, zeigt das in der Runde vorgestellte Beispiel von Theater Sommer Klagenfurt. Hier werden von Seiten der Geschäftsführung Sponsoringverträge mit Firmen abgeschlossen, die alleinig zur Deckung der Personalnebenkosten genutzt werden.

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Anstellung als Haltung

„Ein Unternehmen macht ein Statement, wenn es Anstellungen als wichtig erachtet“, wird von einer Person in die Diskussion eingeworfen und thematisiert damit, dass es sich beim Thema Anstellung auch um eine Haltungsfrage handelt. Anstellung bedeutet den MitarbeiterInnen eine größere Wertschätzung entgehen zu bringen, ihnen Verantwortungen zu erteilen und Arbeit fair zu honorieren. Es ist ein Change-Prozess innerhalb des Kulturbetriebes, der nur gelingen kann, wenn er gemeinsam von allen Beteiligten getragen wird.

 

Hier erfahren Sie, was das Institut für Kulturkonzepte noch zu Personalentwicklung anbietet – im Programm Der neue Kulturbetrieb.

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