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Kategorie: Eigeninitiative & Ziele sind die beste Motivation

Eigeninitiative & Ziele sind die beste Motivation

Ein Beitrag von Dr. Leo Hemetsberger

Motivation. Wenn man das Wort schon hört. Man denkt an die Metapher des Esels, der jener Karotte nachläuft, die vor ihm in der Luft baumelt. Oder hört man gar das Knallen einer Peitsche? Nein, es ist nur das Knacken der Stechuhr, die die Zeit, in der man die übervollen Leistungen zu erbringen hat, genauestens misst. Manche denken beim Thema Motivation auch an die Verlockungen von Prämien, die denjenigen winken, die ihre Anstrengungen nochmals verstärken, um vielleicht nur den Profit von jemandem anderen zu vergrößern?

Aber gilt es das überhaupt für uns im Kulturbereich? Hier sind doch alle engagiert, oder?

Dazu stellt sich auch die Frage, welche Motive uns überhaupt in diesen Teil der Arbeitswelt geführt haben. Sind es geheime Sehnsüchte, selbst einmal auf der Bühne zu stehen, die sich als Job rund um die Bühnen manifestierten? Denken wir kurz daran, mit welcher Begeisterung wir anfangs in dieses offene Feld hineingesprungen sind. Wir wurden ein Teil von etwas, dass Schönes schaffte und/oder am aktuellen Diskurs zu Zeitfragen teilnahm. Einige von uns sind auch aus anderen Bereichen, in denen sie zu wenig Sinnvolles gespürt haben, mit der Hoffnung auf Erfüllung dieses Bedürfnisses in den Kulturbereich gewechselt, weil es hier bunter, freier, spontaner und wechselvoller zugeht.

Ist es dann überhaupt möglich, zum Thema Motivation etwas zu sagen, was alle betrifft? Und ist Motivation, die von außen kommt, nicht immer auch eine Form von Manipulation? Was heißt es für mich als Führungskraft, wenn das Thema Motivation auf meinem Tisch aufschlägt? Sind Begriffe wie Burnout oder Boreout in meinem Kulturbereich relevant? Wie gehe ich das an? Welche der vielen Theorien, Methoden und Weisheiten, die mir Motivationstrainerinnen verkaufen wollen, funktionieren überhaupt in unserem Berufsfeld? Was sind die Unterschiede von intrinischer und extrinischer Motivation? Welche Handlungsfelder lassen sich unterscheiden, wenn man davon ausgeht, dass man andere gar nicht motivieren kann? Wie lassen sich Autonomie, das Streben nach persönlicher Verbesserung und ein sich Erfreuen an sinnhafter Tätigkeit im Betriebs- oder Projektalltag verbinden? Also was tun, wenn es an mir als Leitungsperson liegt, hier Initiativen zu ergreifen. Was passt zu mir und zu uns? Spielt Authentizität auch eine Rolle? Was tun, wenn noch dazu die Lage im gesamten Berufsfeld prekär ist und immer schwierig wird? Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen am Rande oder sind schon in der Falle der angewandten Selbstausbeutung gefangen. Und dann komme ich ihnen mit dem Thema Motivation.

Wie geht man achtsam und wertschätzend an die Lösungen von Aufgaben heran, bei denen Motivation eine wesentliche Rolle spielt? Wie kann man sinnvolle Strategien aus anderen Wirtschaftsbereichen integrieren? Wie sind Eigeninitiativen zu fördern und klare kurzfristige erfolgssichere Ziele zu kommunizieren. Hilft Evaluierung bei Motivationsfragen und wie geht das möglichst einfach und unkompliziert?

Wer sich schon präventiv Gedanken zum Thema Motivation macht, wenn es aktuell oder erst eines Tages soweit ist, wird es verstehen die entsprechenden Strategien und Maßnahmen so in den Alltagsbetrieb einfließen zu lassen, dass alle Beteiligten weiter gerne und gut zusammenarbeiten.

Wer mehr zu diesem wichtigen Thema erfahren möchte, besucht am besten am 19. Jänner das Online-Seminar „Eigeninitiative und Ziele sind die beste Motivation“!
Infos und Anmeldung hier.

Foto: Katya Austin | Unsplash
Foto: Katya Austin | Unsplash
Kategorie: Bitte kommen wir zum Punkt!

Bitte kommen wir zum Punkt!

3 Beispiele für klare Kommunikation von Karin Wolf

Karin Wolf hält am 10.12. das Seminar „Klare Kommunikation auf allen Kanälen“. Hier können Sie schon einmal ins Thema hineinschnuppern.

Kennen Sie das auch: Sie sitzen im wöchentlichen Jour Fixe und alles wird wieder einmal wild durcheinander besprochen? Sie beobachten sich selbst dabei, wie Sie um den heißen Brei herum reden, anstatt ihren KollegInnen ein kritisches Feedback zu geben?  Eine Projektpartnerin hat Ihnen ein umfangreiches Email geschrieben mit langen Schachtelsätzen und Sie haben schon gar keine Lust mehr, herauszufinden, was jetzt genau von Ihnen erwartet wird. In allen drei Fällen sind Sie mit dem Ergebnis unzufrieden, weil Sie sich mehr Klarheit und konkrete Ergebnisse gewünscht hätten.  Und Sie haben das Gefühl, Zeit und Energie zu verschwenden.

Im Kulturbereich wird viel und gern kommuniziert, aber es könnte oft klarer und konstruktiver sein. Was hält uns eigentlich zurück, klar zu sagen, worum es geht und was wir wollen?
Holen Sie sich Anregungen bei den folgenden drei Beispielen.

Der ergebnisorientierte Jour Fixe

Je besser die Vorbereitung und die Struktur, umso besser die Ergebnisse. Soll präsentiert, diskutiert oder entschieden werden? Geht es um Meinungsbildung oder Brainstorming? Das macht die Moderation zu Beginn jedes Tagesordnungspunktes deutlich und sagt dazu, auf welches Ergebnis hingearbeitet wird.

Das konstruktive Feedback

Teilen Sie in der Ich-Form  mit, welche Konsequenzen das Verhalten eines Kollegen auf Sie selbst hat. Nicht: „Du kommst immer zu spät.“ Sondern: „Bei den letzten beiden Führungen haben mir Infos gefehlt. Ich wollte das bevor wir beginnen, bei dir nachfragen, aber wir hatten dazu keine Zeit mehr.“ Wenn Sie ehrlich von sich sprechen und das Wort „immer“ vermeiden, kann ihr Gegenüber nicht „nein, so ist das gar nicht sagen“.

Das verständliche Email

Bevor Sie zu schreiben beginnen, fragen Sie sich, zu welcher Aktion das Email die Empfängerin bewegen soll. Welche Informationen oder Anleitungen braucht die Person dazu?
Wenn es um einen Arbeitsauftrag geht, schreiben Sie den gleich in die Betreffzeile: bitte bis Montag Rückmeldung geben. Schreiben Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Mein persönlicher Tipp: lassen Sie sarkastische Bemerkungen – was im persönlichen Gespräch erheiternd sein kann, wird im Schriftverkehr schnell falsch verstanden.

Haben Sie Lust bekommen, in Zukunft Ihre Zeit und Energie zu sparen und ergebnisorientierter zu kommunizieren? Besuchen Sie am 10.12. mein Seminar „Klare Kommunikation auf allen Kanälen “.
Infos und Anmeldung hier.

Foto: Chuttersnap | Unsplash
Foto: Chuttersnap | Unsplash
Kategorie: Projektfinanzierung – 3 lukrative Tipps von Georg Steker

Projektfinanzierung – 3 lukrative Tipps von Georg Steker

Georg Steker unterrichtet von 6. – 8. Mai 2021 das Seminar Projektfinanzierung und Förderungen, in dem die TeilnehmerInnen wichtige Einblicke in die Welt der Finanzen im Kulturbereich bekommen. Was muss man bei der Projektkalkulation beachten? Wie stelle ich Förderanträge? Diese und mehr Fragen beantwortet unser Dozent Georg Steker im Seminar!

Hier präsentiert er Ihnen 3 Tipps schon im Voraus:

Ein Kulturprojekt zu finanzieren ist nicht bloß administrative Notwendigkeit, sondern ein kreativer Akt. Es braucht neben Wissen um Finanzierungsmöglichkeiten (Finanzierungsquellen und deren spezifischen Spielregeln) vor allem Wissen um sich selbst (Risikoverhalten, Kommunikationstyp, eigene Stärken/Schwächen in Einzelbereichen), um mit dem richtigen Finanzierungsmix Erfolg zu haben.

TIPP 1

Bewertung der eigenen Arbeit: Beantworten Sie zuerst die Frage, wie Ihre eigene Arbeit zu honorieren ist, und orientieren Sie sich daran, wenn es um die Bewertung der Arbeit von MitarbeiterInnen, KünstlerInnen und anderen im Projekt zu berücksichtigenden Personen geht.

TIPP 2

Von den Anderen lernen. Nutzen Sie die Erfahrungen vergleichbarer Projekte. Wer hat diese Projekte unterstützt (Logos auf Drucksorten, Websites, Danksagungen, u.a.)?  Auch Förderberichte öffentlicher Förderstellen sind eine aufschlussreiche Lektüre.

TIPP 3

Es gibt fast immer mehr als eine Möglichkeit. Das gilt für Finanzierungsquellen ebenso, wie für Projekt-Dimensionen. Wer das schon in der Kalkulation eines Projekts berücksichtigt (z.B. Errechnung einer Minimalvariante des Projekts) kann sich besser auf veränderte Bedingungen reagieren.

Steker Georg
Foto: Marko Lipus

Georg Steker ist seit 2014 Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des internationalen Festivals MUSIKTHEATERTAGE WIEN. Seine künstlerische Produktivität findet sich in der Konzeption und der Dramaturgie von Musiktheater-Projekten wieder.

In seiner Karrierelaufbahn gründete und leitete er die Company progetto semiserio, sowie das künstlerische Betriebsbüro im Schauspielhaus Wien. Außerdem war er mehrere Jahre als Produktionsleiter zum Beispiel für Linz09-Kulturhauptstadt Europas und die Wiener Festwochen tätig.

Rechner
Foto: rawpixel | unsplash
Kategorie: Jetzt ist die Stunde der Kulturvermittlung!

Jetzt ist die Stunde der Kulturvermittlung!

Andrea Zsutty, Leiterin des Lehrgangs Kulturvermittlung und Direktorin des ZOOM Kindermuseums in Wien, ist am 11. November zu Gast in unserem Online-Info-Workshop „Jobperspektive Kulturvermittlung – alles anders durch Corona?“ 
Karin Wolf hat schon vorab ein Interview mit ihr geführt.

Die Kulturvermittlung ist von den Einschränkungen durch Corona besonders betroffen. Was sind deine Gedanken zur aktuellen Lage und zur nahen Zukunft?

Die Lage der KulturvermittlerInnen ist derzeit sehr unterschiedlich, je nachdem ob ich einen sicheren Arbeitsplatz in einer Institution habe, die Gestaltungswillen zeigt oder ob ich freischaffend bin und meine Existenz durch den Wegfall der Aufträge bedroht ist.

Was jetzt in den einzelnen Häusern, egal welcher Sparte, möglich ist, hängt sehr stark davon ab, wie flexibel  und dialogisch grundsätzlich mit dem Publikum kommuniziert wird und wurde. Durch die Pandemie wird der ganze Sektor und der Stellenwert der Vermittlung in den verschiedenen Organisationen sichtbar. Wenn die leitenden Verantwortlichen der Vermittlungsarbeit in Kurzarbeit geschickt werden, halte ich das für eine kurzsichtige Reaktion, denn da wird Potential verschenkt. Ein Nebeneffekt der Kurzarbeit ist, dass Menschen über Monate hinweg sehr spürbare Einkommenseinbußen haben. So positiv die Kurzarbeit für die Organisationen ist, es ist ein Nettoverlust für die Einzelpersonen.

Es zeigt sich jetzt sehr deutlich, wer guten Kontakt zu seinem Publikum hat. Wer bisher nur eine Einwegkommunikation gepflegt hat, steht sprichwörtlich in einer Sackgasse. Wo verschiedene Kommunikationswege etabliert und gepflegt wurden, ist es natürlich leichter. Bei den KulturvermittlerInnen liegt das Potential einer Institution, kreative Lösungen zu entwickeln, wie man unter erschwerten Bedingungen trotzdem in Kontakt mit dem Publikum kommt. Wir benötigen genau jetzt dieses Know how: wie treten wir in Kommunikation mit unserem Publikum, wie bleiben wir in Kontakt mit ihm?

Wir im ZOOM Kindermuseum tun uns sicher leichter als andere. Ich kann meine Ausstellungen zusammen packen und in die Schulen bringen. Das  ist natürlich mit anderen Exponaten, wie einem Warhol oder einem Rembrandt anders – obwohl das Rijksmuseum in Amsterdam bringt hochwertige Rembrandt Reproduktionen auch in Altersheime!

Gibt es Lerneffekte durch Corona für den Normalbetrieb, der sich irgendwann in der Zukunft ja wieder einstellen wird? Was wird von der Krise übrigbleiben?

Die Krise erzeugt einen Turbo-Lerneffekt im digitalen Bereich. Im ersten Lockdown haben wir auch erfahren, welche Vermittlungsformate nicht funktionieren – da sind die Kulturinstitutionen sehr schnell mit allem Möglichen hinausgegangen und haben fast wahllos vieles online gestellt.  Jetzt im zweiten Lockdown kann man schon differenzierter vorgehen und sich genauer überlegen, welche Maßnahme man für welche Zielgruppe einsetzen möchte.

Corona hat auch dazu geführt, mehr über den Tellerrand zu schauen. Das Digitale ist für mich eine große Bereicherung. Videokonferenzen und Webinare mit KollegInnen aus dem In- und Ausland gehören inzwischen zum Arbeitsalltag – das wird  sicher über Corona hinaus bleiben und wir erweitern dadurch auch unseren Wirkungsgrad als Museum.

Wir haben auch gelernt, wie digitale und analoge Angebote einander ergänzen können. Auch wenn es in Zukunft verstärkt digitale Angebote geben wird, sind mir die Vorzüge vom analogen Kunsterlebnis doch deutlich vor Augen geführt worden.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass wir unseren Methodikfächer erweitert haben. Wir haben erlebt welche neuen Formate funktionieren und welche nicht. Im ersten Lockdown haben wir „ZOOM Selbermachen“ entwickelt. Wir wiederholen es aber nicht, sondern richten jetzt mit unserem Lieferservice den Fokus auf die Schulen. Als der zweite Lockdown verkündet wurde, war klar:  wir kommen nicht in die Schulen hinein, die SchülerInnen kommen nicht aus der Schule hinaus – also bringen wir das ZOOM in die Schulen. Ich habe mir gedacht, wenn ein Restaurant Essen liefern darf, dann darf ein Museum auch Kunst liefern.

Das Zoom Team  hat sofort unglaublich flexibel reagiert: Am Samstag wurde verkündet, dass die Museen schließen müssen, übers Wochenende habe ich die Idee des Lieferservice entwickelt und am Montag meinem Team vorgestellt. Dann haben wir ausgewählte Hands-On Stationen restauriert, Kisten für den Transport gebaut und kurze Erklärungsvideos für die Schulen produziert, wie sie die Exponate benutzen können. Eine Woche nach der Schließung wird nun die erste Schule beliefert!

Mit unseren neuen mobilen Angeboten erreichen wir sogar Schulen, die uns vorher noch nicht besucht haben.  Wir nutzen die Situation jetzt auch, um mittels Fragebögen bei den mobilen Angeboten, herauszufinden, warum das so ist und wie wir unsere Angebote in Zukunft adaptieren können.  Ich halte dieses Thema für so zukunftsweisend, dass ich dazu eine wissenschaftliche Begleitforschung zum dezentralen Arbeiten beauftragen möchte: Was sind Erfolgsfaktoren dezentraler und mobiler Angebote von Kulturorganisationen?

Am 11. November von 13.00-14.30 Uhr findet der Online-Info-Workshop „Jobperspektive Kulturvermittlung – alles anders durch Corona?“statt. Von Karin Wolf erfahren Sie, wie Sie sich für neue Herausforderungen fit machen können. Gemeinsam mit Andrea Zsutty wird Karin Wolf einen Blick in die nahe Zukunft der Kulturvermittlung machen.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: © zoomKindermuseum
Foto: © zoomKindermuseum
Kategorie: „Nur net hudln!“ – 3 strategische PR-Tipps von Christine Steindorfer

„Nur net hudln!“ – 3 strategische PR-Tipps von Christine Steindorfer

Von 19.-21. November 2020 leitet Christine Steindorfer das Seminar Public Relations für Kulturbetriebe & -projekte am Institut für Kulturkonzepte. In diesem Seminar lernen Sie, wie Sie Öffentlichkeitsarbeit in Ihre Projekte miteinplanen und nutzen können. Außerdem erfahren Sie wichtige Instrumente der PR und wie Sie am besten mit JournalistInnen umgehen.

Hier sind 3 Tipps im Voraus von unserer Dozentin Christine Steindorfer:

Public Relations (auch PR oder Öffentlichkeitsarbeit) wird gerne auf Pressearbeit reduziert. Dabei ist ihr Aufgabengebiet breiter gefächert. PR-Maßnahmen gestalten die Kommunikation mit vielen Dialoggruppen und langfristig das Image einer Institution. „Die Menschen da draußen“ erhalten ein Bild davon, wofür eine Institution steht. Daher sollten am Anfang jeder PR-Bemühungen folgende Fragen stehen:

1: Wer bin ich?

Welche Werte bestimmen Ihr künstlerisches / berufliches Handeln? Welche Ziele verfolgen Sie? Versuchen Sie diese Fragen ad hoc in drei bis fünf Sätzen zu beantworten. Gar nicht so leicht. Denn diese „Selbstfindung“ ist ein Prozess. Dessen Ergebnis sollten Sie auf jeden Fall schriftlich festhalten.

2: Nicht was soll ich tun, sondern für wen?

Was muss ich tun, damit wir bekannter werden, mehr BesucherInnen kommen…? Das kommt ganz darauf an, wen Sie erreichen wollen. Ihre Dialoggruppen geben Ihnen den Hinweis darauf, auf welchem Weg (Strategie) Sie Ihr Ziel erreichen können und was (Maßnahmen) Sie dafür tun müssen.

3: Nur net hudln! 

Eine PR-Maßnahme alleine wirkt kein Wunder. Sie brauchen mehrere, über einen längeren Zeitraum, aufeinander abgestimmt. Kurz, Sie brauchen ein Konzept und zwar eine gute Weile bevor die sichtbare PR-Arbeit beginnt. Das spart am Ende Zeit und Geld, und es schont Ihre Nerven.

Mehr zum Seminar vom 19.-21.11.2020

Christine Steindorfer
Foto: Robert Saringer

Christine Steindorfer

Als PR- und Kommunikationsberaterin bei wortart ist ihr das Zusammenspiel von Image und Identität ein besonderes Anliegen. Sie ist außerdem Schreibtrainerin und bespielt seit einigen Jahren mit dem Verein space and place den öffentlichen Raum. In zwei Sachbüchern hat die Autorin das Thema des beruflichen Scheiterns vor den Vorhang geholt.

Neben dem Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie auch an der Publizistik zu „Strategien der PR im Kulturbereich“.

Telefonhörer
Foto: Quino Al | unsplash
Kategorie: Online-Besprechungen können Freude machen!

Online-Besprechungen können Freude machen!

Unsere Direktorin Karin Wolf sieht viele Vorteile in der Online-Zusammenarbeit. Am 20.10. verrät sie mehr dazu im Seminar „Ergebnisorientiert online moderieren.“ Wir haben ihr vorab ein paar Fragen gestellt.

Viele Menschen beschweren sich über die anstrengenden Online-Meetings in den letzten Monaten. Du nicht, warum?

Die Klage, dass man nur analog produktiv arbeiten oder vortragen kann, weil online der persönliche Kontakt und die Aufmerksamkeit verloren geht, ist mir zu sehr Schwarz-Weiß-Malerei. Es ist ja nicht so, dass alle Meetings, für die man sich in einem realen Raum trifft, immer so konstruktiv und spannend ablaufen! Ich bin vor allem froh, dass es uns die Technik ermöglicht, jetzt miteinander in Kontakt zu kommen und miteinander arbeiten zu können. Das ist in erster Linie natürlich eine Notlösung, aber mit einigen guten Effekten und Erkenntnissen, die wir nach Corona weiter beibehalten sollten. Online-Besprechungen erfordern eine sehr gute Vorbereitung der Inhalte und auch des Ablaufs. Ich muss mir vorher genau überlegen, wie ich die einzelnen TeilnehmerInnen persönlich aktiviere und wie ich eine gute Arbeitsatmosphäre schaffe. Diese umsichtige Vorgehensweise würde auch so manche analoge Besprechung produktiver und angenehmer machen!

Wie wichtig ist die Beherrschung der Technik?

Mit der Technik sollte man sich vorher vertraut machen und auch verschiedene Programme ausprobieren, um das zu finden, das einem liegt. Wichtig ist es hier wieder, sich gegenseitig zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass alle Teammitglieder gut damit zurechtkommen. Die Zeit und Energie, die man hier in eine gute Vorbereitung investiert, kommt einem dann in der Besprechung selbst wieder zugute. Manchmal ist eine kurze Einschulung von einem Profi auch sinnvoll, die zu einem Gefühl der Sicherheit und der Entspannung beiträgt. Da wir ja alle gemeinsam ins kalte Wasser springen mussten und die wenigsten versiert sind, muss nicht immer alles perfekt sein. Bei meiner ersten Online-Vorlesung an der Uni habe ich aus Versehen alle Studierenden aus dem Zoom-Raum geworfen und saß auf einmal erschrocken alleine vorm Bildschirm. Wenige Minuten später haben sich alle wieder selbstständig eingewählt und das war gar keine große Sache.

Was ist für dich ein klassisches No-Go bei Online-Besprechungen?

Mich irritiert es sehr, wenn TeilnehmerInnen sich so gar keine Gedanken machen, welche Erscheinung sie am Bildschirm abgeben. Wenn ich im Dämmerlicht sitze, den Blick nach unten oder zur Seite gerichtet und hinter mir steht der Wäscheständer im Wohnzimmer, dann erzeugt das bei den anderen auch keine konstruktive Arbeitsstimmung.

Besuchen Sie das Seminar am 20.10. „Ergebnisorientiert online moderieren.“ und erfahren Sie, wie Sie Ihre Teambesprechungen und Videokonferenzen gut vorbereiten und durchführen. Anmeldung HIER.

Foto: Chris Montgomery | Unsplash
Foto: Chris Montgomery | Unsplash
Kategorie: Strukturen des Kulturbetriebs – 3 vielversprechende Tipps von Susanne Kappeler-Niederwieser

Strukturen des Kulturbetriebs – 3 vielversprechende Tipps von Susanne Kappeler-Niederwieser

Susanne Kappeler-Niederwieser hat viele Jahre Erfahrung als psychologische Beraterin und Unternehmensberaterin und als Coach im Kulturbereich. Am Institut für Kulturkonzepte für ist sie außerdem Vortragende und Leiterin des Lehrgangs für Kulturmanagement. Von 8.-10. Oktober hält sie das Seminar Strukturen des Kulturbetriebs, in dem die TeilnehmerInnen und Teilnehmer einen detaillierten Überblick über die Arbeit im Kultursektor bekommen  – und so ihre eigene Karriereplanung voranbringen können.

Diese 3 Tipps von Susanne Kappeler-Niederwieser dürfen Sie schon jetzt erfahren!

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit

Denken Sie öfters darüber nach, was alles nicht gut gelaufen ist? Geben Sie Acht, das bindet Ihre Energien!

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, was in der Vergangenheit gut geklappt hat und was Sie erreichen wollen, damit bündeln Sie Ihre Energie.

Lesen Sie zielgerichtet Job-Ausschreibungen

Sie suchen einen Job im Kulturbetrieb, aber schon für Praktikumsstellen werden so hohe Anforderungen gestellt, dass Sie ihr Mut verlässt? Lesen Sie keine Praktikumsausschreibungen, vor allem dann, wenn Sie kein Praktikum benötigen, sondern einen Job suchen. Das verändert Ihre persönliche Wahrnehmung des Arbeitsmarktes im Kultursektor.

Erkundigen Sie sich über Verdienstmöglichkeiten im Kulturbetrieb

Sie sind unsicher, welches Gehalt oder Honorar üblich ist? Zahlreiche Interessensvertretungen haben Empfehlungen für Gehälter und Honorare erarbeitet, diese helfen Ihnen bei der Orientierung für bevorstehende Gehalts- und Honorarverhandlungen.

Für mehr Informationen und Tipps zum Thema Strukturen des Kulturbetriebs melden Sie sich für unser Seminar hier an – die Platzanzahl ist begrenzt!

Kappeler-Niederwieser Susanne
Foto: Archiv

Susanne Kappeler-Niederwieser ist Coach und Unternehmensberaterin für Menschen und Projekte im Kunst- und Kulturbetrieb. Ihre Erfahrung im Kunst- und Kulturmanagement basiert unter anderem auf der langjährigen Mitarbeit als Gründungsmitglied von St. Balbach Art Produktion – bekannt als DIE Pioniere für Open Air Kino in Wien – sowie als Produktionsleiterin von Kunstprojekten und von Projekten „Kunst im öffentlichen Raum“. 2011 gründete sie ihre Firma k+ kultursupport.

Sie arbeitete in der Wiener Stadterneuerung, bei der IG Kultur Österreich, in der Kunsthalle Wien, beim Diagonale Filmfestival und leitete das Projekt „BIG Art“ – Kunst am Bau bei der Bundesimmobiliengesellschaft. Seit 2003 ist sie selbständige Vortragende, Coach und Beraterin am Institut für Kulturkonzepte, seit 2016 Leiterin des Lehrgangs Kulturmanagement.

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Foto: Ian Schneider | Unsplash
Kategorie: Man arbeitet mit den schönsten Inhalten!

Man arbeitet mit den schönsten Inhalten!

Maria Reiner hat 2008 den Lehrgang Kulturmanagement besucht und sich seither in Graz ein überaus vielfältiges Arbeitsfeld erschlossen.
Am 9. September ist sie zu Gast in unserem Online-Info-Workshop „Bauen Sie sich Ihre eigene Karriereleiter.“

Womit bist du derzeit beschäftigt?

Als ich den Lehrgang begann, hatte ich schon einige Jahre Berufserfahrung beim Theaterfestival La Strada. Ich war dort die einzig ganzjährig Angestellte und habe umfangreiches Praxiswissen erworben. Mit dem Lehrgang konnte ich mir meine Praxis theoretisch absichern, und habe dazu noch viele tolle Kontakte geknüpft, zu TeilnehmerInnen wie auch zu Vortragenden. Ich habe erkannt, wo ich meine Prioritäten setzen möchte und Mechanismen und Tools kennen gelernt, die immer noch sehr wichtig sind für meine selbstständige Arbeit.

Aktuell sind meine Homebase zwei Organisationen: der Verein Stadtteilprojekt Annenviertel, bei dem ich Gründungs- und Vorstandsmitglied, aber auch Geschäftsführerin bin und die MANAGERIE, eine Unternehmensberatung für den Kulturbereich, die ich 2010 gegründet habe.

Im Annenviertel konzipiere ich gemeinsam mit den BewohnerInnen verschiedene soziokulturelle und nachbarschaftsfördernde Projekte zur Verbesserung der Kommunikation zwischen den Menschen. Dabei stehen die Partizipation und Vernetzung im Vordergrund. Und wir bemühen uns dadurch das urbane Zusammenleben in Vielfalt und die Nachbarschaft verbessern.

Mit der MANAGERIE biete ich viele unterschiedliche Dienstleistung an, die alle zum Ziel haben, KünstlerInnen und Kulturschaffende bei der Produktion, der Vermarktung und der Kommunikation zu unterstützen. Ich organisiere oft Projekte von anderen, berate und unterstütze sie. Ich sehe mich als Social Entrepreneur im Kulturbereich. Mein Angebot soll den KundInnen sofort was bringen und leistbar sein, deshalb habe ich auch gestaffelte Preise. Kann sein, dass andere mehr Geld verdienen, aber wer hat so schöne Projekte wie ich?

Was ist dir bei deiner Arbeit wichtig?

Es geht nichts ohne mein Netzwerk! Ich hatte da von Beginn an ein Händchen dafür und bin in Graz sehr gut verankert. Da kann ich wirklich aus dem Vollen schöpfen und habe wertvolle Kontakte von der WebdesignerIn bis zur KünstlerIn. Es fällt mir leicht, mit Menschen in Kontakt zu treten und Mundpropaganda spielt im Kulturmanagement immer eine große Rolle. Durch meine Arbeit habe ich auch verstärkt Kontakte ins Ausland, speziell in England und in Israel. Überhaupt ist es wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen und Ressourcen zu teilen, deshalb ich habe auch 2011 den ersten Co-Working Space in Graz gegründet und später auch eine Plattform zur Sichtbarmachung aller Co-Working-Spaces im Raum Graz.

Mit allem, was ich mache, möchte ich dazu beitragen, dass Kultur sichtbar wird und dass Menschen sie nicht nur passiv konsumieren, sondern auch partizipieren können.

Was braucht man, um so wie du als Social Entrepreneurin im Kulturbereich erfolgreich zu sein?

Man braucht Ausdauer und Mut! Und man muss sich wirklich selbst anbieten und den Menschen erzählen, was man für sie tun kann. Viele konnten sich lange nicht vorstellen, was die MANAGERIE genau macht. Man braucht also eine gute Beschreibung für sein Angebot, damit die potentiellen KundInnen verstehen, was es ihnen bringen kann. Man muss immer neue Ideen entwickeln, wie man seine eigenen Dienstleistungen verkaufen kann. Dieses Know-how setze ich dann auch für die KundInnen ein, deren Projekte und Produkte, ja auch unter die Leute kommen sollen. Für den Verkauf bzw. die Kommunikation fehlt den KünstlerInnen und Kulturschaffenden oft Zeit, Energie und Ressourcen.

Es ist aber auch leichter, als man glaubt, Kultur zu managen. Das hat viel mit Haltung zu tun, das habe ich schon bei La Strada gelernt: man muss die Dinge in Angriff nehmen und einfach tun! Natürlich ist Kulturmanagement ein hartes Pflaster, es gibt nicht viele gesicherte Anstellungen. Ein paar wenige KulturmanagerInnen der Hochkultur verdienen sehr gut, aber die Mehrheit arbeitet daran, sich halbwegs die Existenz zu sichern. Ich bin mit meinen Dienstleistungen mehrfach aufgestellt und gehe nicht unter, wenn ein Projekt mal ausfällt. Ich würde sagen: ich bin nicht reich, aber reich an Inhalten!

Maria Reiner, ist Kultur- und Projektmanagerin, Gründerin der MANAGERIE e.U. und Geschäftsführerin & Vorstandsmitglied beim Verein Stadtteilprojekt ANNENViERTEL.
Unsere Absolventin arbeitet an vielfältigen Projekten, von Emotional Design über Urban Interventions, bis hin zu Community Building und Social Innovation Projekten.

Am 9. September von 17.00-18.30 Uhr findet der Online-Infoworkshop „Bauen Sie sich Ihre eigene Karriereleiter.“ statt. Wir stellen unser Basiszertifikat Kulturmanagement vor und führen mit Maria Reiner ein Gespräch über das vielfältige Berufsbild Kulturmanagement.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Maria Reiner | © David Wiestner
Foto: Maria Reiner | © David Wiestner
Kategorie: Von der Vision zur Umsetzung – 3 Tipps für erfolgreiches Kulturmarketing von Karin Wöhrer

Von der Vision zur Umsetzung – 3 Tipps für erfolgreiches Kulturmarketing von Karin Wöhrer

Karin Wöhrer ist Kommunikationsberaterin und Marketing-Profi. Sie hat ihre Berufung zum Beruf gemacht und verbindet wirksame Kommunikation mit erfolgreichem Marketing. Als Kulturmarketing-Dozentin gibt sie Ihnen in diesem Beitrag drei grundlegende Tipps für Ihre Marketing-Aktivitäten.

Erfolg hat 3 Buchstaben: TUN!

Hier finden Sie die drei Erfolgsfaktoren, die sich in der Praxis bewährt haben:

Tipp 1 – Konkret sein

Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es klare Ziele. Definieren Sie konkret, was Sie in einem Jahr erreichen möchten – finanziell, strukturell, persönlich, quantitativ (BesucherInnenzahlen, Medienpräsenz, Team, …). Überprüfen Sie Ihre Ziele regelmäßig. Nur so können Sie messen, ob Sie „auf Kurs“ sind.

Tipp 2 – Klar sein

Die wichtigste Aufgabe im Kulturmarketing ist die Produktdefinition. Was ist Ihr „Produkt“? Die Kulturstätte der/die KünstlerIn, die Kunstwerke, die Performance, die Ausstellungen, …? Ziehen Sie die gewählte Produktpositionierung konsequent durch – in der Kommunikation, in der Bewerbung, in der Präsentation. So gelingt eine Markenbildung.

Tipp 3 – Konsequent sein

Die Umsetzung der Ziele in die Praxis ist die größte Herausforderung im Alltag. Weniger ist mehr! Legen Sie fünf Maßnahmen fest, die Sie umsetzen möchten. Konzentrieren Sie sich auf drei, maximal fünf Medien, in denen Sie konsequent Ihre Botschaften kommunizieren. Blocken Sie pro Woche ein fixes Zeitfenster für Marketing.

Von 11.-12. September 2020 unterrichtet Karin Wöhrer das Seminar Kulturmarketing am Institut für Kulturkonzepte. Die TeilnehmerInnen lernen dort relevante Grundlagen zum Thema Marketing im Kulturbereich kennen. Sie gehen die einzelnen Schritte auf dem Weg zum Marketingkonzept durch und bekommen Input und Feedback zu ihren eigenen Projekten. Sie wollen beim Seminar dabei sein? Sichern Sie sich gleich Ihren Seminarplatz!

Karin Wöhrer
Foto: Lukas Dostal

Karin Wöhrer

ist diplomierte Kommunikationsberaterin, CMC Certified Management Consultant und seit 2014 Dozentin für Kulturmarketing. Über 30 Jahre ist sie im Bereich Marketing & Werbung tätig und seit 2005 Inhaberin einer eigenen Werbeagentur (Agentur Wöhrer). Unter dem Motto „Erfolg ist leistbar!“ berät und begleitet sie österreichische KMU und Menschen im Kreativ- und Kulturbereich bei der erfolgreichen Positionierung am Markt, wie zum Beispiel das MAMUZ in Niederösterreich.

Kulturmarketing Tipps
Foto: Etienne Boulanger | unsplash
Kategorie: Das Digitale ist mein Vehikel für die Museumsrevolution!

Das Digitale ist mein Vehikel für die Museumsrevolution!

Unsere Absolventin Christiane Lindner erzählt über die neuen gesellschaftlichen Aufgaben von Museen und die Notwendigkeit, digitale Techniken auf vielen Ebenen einzusetzen.

Typisch für das Berufsfeld Kulturmanagement ist die Vielzahl an Tätigkeitsfeldern und Berufsbezeichnungen. Du bist „Digital Catalyst“ im Projekt „Creative Collections“ am Badischen Landesmuseum Karlsruhe – was sind deine Aufgaben?

Meine Berufsbezeichnung ist Digital Catalyst und bewusst nicht digitale „Kuratorin“, weil es darum geht das Digitale im Museum zu verbreiten, zu katalysieren also, und zu verdeutlichen, dass es eine Querschnittsaufgabe ist, die nicht nur eine Person oder Abteilung betrifft. Ab September werde ich das Projekt Creative Collections leiten. Meine zentrale Aufgabe ist es, neue digitale Formate in partizipativen Prozessen gemeinsam mit den BürgerInnen zu entwickeln und umzusetzen. Durch den Einsatz von digitalen Tools ermöglichen wir es den NutzerInnen eigenständig und individuell mit unseren Sammlungen zu interagieren – sie werden quasi selbst zu KuratorInnen und VermittlerInnen.

Das ist eine sehr abwechslungsreiche Position – mein Kollege Johannes Bernhardt und ich sind ProjektleiterInnen, VermittlerInnen und KuratorInnen in Personalunion. Wir sind als Stabsstelle direkt bei der Direktion angesiedelt und können so Veränderungen gut anstoßen und begleiten.

Ursprünglich hast du Altphilologie studiert – welche Stationen haben dich zu deiner aktuellen Position geführt?

Neben meinem geisteswissenschaftlichen Studium habe ich in der IT Logistik gearbeitet. Dort hatte ich dann sogar eine Leitungsposition in der Personalabteilung und habe zB Führungstheorien oder Persönlichkeitsanalyse-Tools kennengelernt, die dann Jahre später auch im Kulturmanagement von Nutzen waren. Am Ende des Studiums habe ich dann am Institut für Kulturkonzepte alle Module der Sommer- und Winterakademie (Anm. entspricht dem heutigen Basiszertifikat für Studierende) besucht, um mich auf den Berufseinstieg in die Kultur vorzubereiten. Danach habe ich u.a. beim queeren Filmfestival identities mitgearbeitet, ein Praktikum im London Transport Museum gemacht und im Technischen Museum Wien gearbeitet. An der Reinwardt Academie in Amsterdam  habe ich dann noch das Masterstudium Museology absolviert und da konnte ich wirklich den Museumsbetrieb als Ganzes erfassen und mich damit beschäftigen, welche soziale Rolle Museen in der Gesellschaft des 21. Jhd spielen sollen und wie sie die Welt ein Stück besser machen können. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Partizipation, Diversität und Nachhaltigkeit hat mich nachhaltig geprägt. Die Mitarbeit im Jüdischen Museum in Berlin hat dann meinen Ansatz weiter gefestigt, dass Museen ihre BesucherInnen auf vielen Ebenen einbeziehen müssen. Digitale Angebote sind ja per se partizipativ – deshalb ist das Digitale mein Vehikel für die Museumsrevolution. Darunter verstehe ich, die Rolle von Museen in der Gesellschaft grundsätzlich neu zu denken und die Häuser zu öffnen! Die Stelle des Digital Catalyst im Badischen Landesmuseum Karlsruhe ist mir also wirklich auf den Leib geschneidert – das dachte ich mir schon beim Lesen der Stellenausschreibung und es hat sich bewahrheitet.

Du hast einige Seminare bei uns besucht, um dich zu orientieren und einen guten Einstieg in den Kultursektor zu finden. Welche konkreten Impulse hast du damals bekommen?

Da gab es einige prägende Momente! Besonders hilfreich war es die Strukturen des Kulturbetriebs kennen zu lernen. Es hat mich überrascht, zu erfahren, dass man nicht jeden Job (aus Angst nichts anderes zu kriegen) annehmen soll. Ich habe erkannt, was für mich einen guten Job ausmacht, wonach ich also Ausschau halten soll. Besonders ein Tipp hat mir wirklich die Augen geöffnet: Man soll sich nicht fragen, ob man alle Anforderungen, die im Jobprofil stehen, schon hundertprozentig kann, sondern man soll sich da bewerben, wo man sich die Tätigkeiten zutraut. Also Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben und sich nicht bescheiden unter dem Wert verkaufen. Ich habe einen guten Überblick über den Kulturbetrieb gewonnen und die Schwellenangst verloren, mich drauf einzulassen.

Welche Digitalen Angebote gibt es bei Euch?

Es war schon vor Corona ein Anliegen des Museums, partizipative Angebote gemeinsam mit den KarlsruherInnen zu entwickeln. Dazu gab es 2018 auf Anregung des Museums die Gründung eines BürgerInnen-Beirats und ein zweitägiges Museumscamp, das wie ein Barcamp aufgebaut war. Wir wollten von den BürgerInnen wissen, was ihnen ein Museum in der Zukunft bieten soll. Dabei ist vor allem heraus gekommen, dass sich die Menschen mehr individualisierte Angebote wünschen und gerne hinter die Kulissen schauen und Einblicke in die Museumsarbeit bekommen wollen. Wir haben da sehr kreative Ideen entwickelt, die teilweise auch in Richtung Gaming gegangen sind, wie etwa Escape Rooms oder Schatzsuchen.

Das Badische Landesmuseum arbeitet schon seit einigen Jahren an einem zukunftsorientierten Museumskonzepts, mit dem zentralen Anliegen BesucherInnen zu NutzerInnen zu machen, und zwar  vor allem mit digitalen Mitteln. Gestartet haben wir in der Abteilung „Archäologie in Baden“, wo wir erste Ideen prototypisch umgesetzt haben. Da gibt es jetzt Virtual Reality Stationen und Augmented Reality in der Schausammlung. Die NutzerInnen können in der Expothek mit 3D Scannern arbeiten und werden ermuntert, individuelle und aktive Zugänge zu den Objekten zu finden. Es gibt wie in Bibliotheken einen Nutzerausweis, mit dem man Objekte bestellen und sich vorlegen lassen kann. So können die BesucherInnen wirklich mit unseren Sammlungen arbeiten und Objekte auch mal selbst in die Hand nehmen.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen starteten wir das Projekt Creative Collection mit dem Ziel, neue und vielfältige digitale Wege ins Museum zu erschließen. In diesem Projekt ist auch meine Stelle angesiedelt.

Ein ganz wesentliches Element in diesem Prozess der Digitalisierung ist das museum x. Das ist ein realer Raum, eine Freifläche in Stadtnähe, die als Open Space fungiert und von Einzelpersonen und Gruppen genutzt werden kann.  Im museum x stellen wir in partizipativen Veranstaltungen und Workshops Fragen zur Zukunft des Museums. Hier können wir als Museum auch eine Vorreiterrolle einnehmen, indem wir uns zB mit dem Thema Künstliche Intelligenz und Citizen Science beschäftigen.

In Kürze startet die 2. Staffel unseres Museumspodcast „Kaffee mit KollegInnen“.
Den hat unsere Praktikantin Leilah Jätzold entwickelt, die in der Coronazeit eingestiegen ist und ein Medium gesucht hat, um das Haus kennen zu lernen. Unter dem Titel „Kaffee mit KollegInnen“  haben MitarbeiterInnen aus verschiedenen Abteilungen erzählt, was Corona für ihre Arbeit bedeutet. Nun startet schon die zweite Staffel, die in 10 Folgen wieder quer durchs Haus führt – die übrigens damit beginnt, wie es den Aufsichten geht, jetzt wo das Museum wieder geöffnet ist. Und dann erzählen zum Beispiel auch die Reinigungskräfte und der technische Dienst, wie sie mit der neuen Situation umgehen. Ich finde den Podcast sehr spannend, weil es ein interessantes Zeitzeugnis ist für den Einfluss von Corona auf die Museumsarbeit und gleichzeitig einen Bedarf der BürgerInnen abdeckt, nämlich mehr über die Arbeit hinter den Kulissen des Museums zu erfahren.

Womit beschäftigst du dich gerade? Wie wird das neue Museum ausschauen?

Künstliche Intelligenz ist gerade ein Trendthema, das wir aufgegriffen haben und zu dem wir weitere Vortragsreihen und Diskussion machen werden. Normalerweise sind ja Museen nicht stark an den aktuellen gesellschaftliche Diskursen beteiligt, in diesem Fall können wir Vorreiter sein und vor allem die ethischen und gesellschaftspolitischen Komponenten viel besser thematisieren als kommerzielle Organisationen wie Google etc.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass Museen ihre vermeintliche Neutralität ablegen und sich stärker als Orte des gesellschaftlichen Diskurses verstehen. Die neue Museologie sagt, ein Museum hat eine soziale Rolle und soll sich mehr mit der Gegenwart auseinandersetzen und Stellung beziehen.
Museen werden ebenso wie Bibliotheken immer mehr auch die Aufgabe haben, ein „Hang Out“ Ort zu sein, ein offener Raum, an dem sich Menschen selbstbestimmt und interaktiv aufhalten können.
Für mich soll ein Museum ein kritischer Ort sein, der sich an den NutzerInnen orientiert und die Welt ein Stück besser macht.

Am 19. August von 9.00-10.30 Uhr findet der Online-Infoworkshop „Bringen Sie Ihre Karriere in Schwung“ statt. Wir stellen unsere Seminare und den Lehrgang Kulturmanagement vor und führen mit Christiane Lindner ein Gespräch über das vielfältige Berufsbild Kulturmanagement.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Christiane Lindner | © Johannes Bernhardt
Foto: Christiane Lindner | © Johannes Bernhardt

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