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Kategorie: Von der Vision zur Umsetzung – 3 Tipps für erfolgreiches Kulturmarketing von Karin Wöhrer

Von der Vision zur Umsetzung – 3 Tipps für erfolgreiches Kulturmarketing von Karin Wöhrer

Karin Wöhrer ist Kommunikationsberaterin und Marketing-Profi. Sie hat ihre Berufung zum Beruf gemacht und verbindet wirksame Kommunikation mit erfolgreichem Marketing. Als Kulturmarketing-Dozentin gibt sie Ihnen in diesem Beitrag drei grundlegende Tipps für Ihre Marketing-Aktivitäten.

Erfolg hat 3 Buchstaben: TUN!

Hier finden Sie die drei Erfolgsfaktoren, die sich in der Praxis bewährt haben:

Tipp 1 – Konkret sein

Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es klare Ziele. Definieren Sie konkret, was Sie in einem Jahr erreichen möchten – finanziell, strukturell, persönlich, quantitativ (BesucherInnenzahlen, Medienpräsenz, Team, …). Überprüfen Sie Ihre Ziele regelmäßig. Nur so können Sie messen, ob Sie „auf Kurs“ sind.

Tipp 2 – Klar sein

Die wichtigste Aufgabe im Kulturmarketing ist die Produktdefinition. Was ist Ihr „Produkt“? Die Kulturstätte der/die KünstlerIn, die Kunstwerke, die Performance, die Ausstellungen, …? Ziehen Sie die gewählte Produktpositionierung konsequent durch – in der Kommunikation, in der Bewerbung, in der Präsentation. So gelingt eine Markenbildung.

Tipp 3 – Konsequent sein

Die Umsetzung der Ziele in die Praxis ist die größte Herausforderung im Alltag. Weniger ist mehr! Legen Sie fünf Maßnahmen fest, die Sie umsetzen möchten. Konzentrieren Sie sich auf drei, maximal fünf Medien, in denen Sie konsequent Ihre Botschaften kommunizieren. Blocken Sie pro Woche ein fixes Zeitfenster für Marketing.

Von 11.-12. September 2020 unterrichtet Karin Wöhrer das Seminar Kulturmarketing am Institut für Kulturkonzepte. Die TeilnehmerInnen lernen dort relevante Grundlagen zum Thema Marketing im Kulturbereich kennen. Sie gehen die einzelnen Schritte auf dem Weg zum Marketingkonzept durch und bekommen Input und Feedback zu ihren eigenen Projekten. Sie wollen beim Seminar dabei sein? Sichern Sie sich gleich Ihren Seminarplatz!

Karin Wöhrer
Foto: Lukas Dostal

Karin Wöhrer

ist diplomierte Kommunikationsberaterin, CMC Certified Management Consultant und seit 2014 Dozentin für Kulturmarketing. Über 30 Jahre ist sie im Bereich Marketing & Werbung tätig und seit 2005 Inhaberin einer eigenen Werbeagentur (Agentur Wöhrer). Unter dem Motto „Erfolg ist leistbar!“ berät und begleitet sie österreichische KMU und Menschen im Kreativ- und Kulturbereich bei der erfolgreichen Positionierung am Markt, wie zum Beispiel das MAMUZ in Niederösterreich.

Kulturmarketing Tipps
Foto: Etienne Boulanger | unsplash
Kategorie: Das Digitale ist mein Vehikel für die Museumsrevolution!

Das Digitale ist mein Vehikel für die Museumsrevolution!

Unsere Absolventin Christiane Lindner erzählt über die neuen gesellschaftlichen Aufgaben von Museen und die Notwendigkeit, digitale Techniken auf vielen Ebenen einzusetzen.

Typisch für das Berufsfeld Kulturmanagement ist die Vielzahl an Tätigkeitsfeldern und Berufsbezeichnungen. Du bist „Digital Catalyst“ im Projekt „Creative Collections“ am Badischen Landesmuseum Karlsruhe – was sind deine Aufgaben?

Meine Berufsbezeichnung ist Digital Catalyst und bewusst nicht digitale „Kuratorin“, weil es darum geht das Digitale im Museum zu verbreiten, zu katalysieren also, und zu verdeutlichen, dass es eine Querschnittsaufgabe ist, die nicht nur eine Person oder Abteilung betrifft. Ab September werde ich das Projekt Creative Collections leiten. Meine zentrale Aufgabe ist es, neue digitale Formate in partizipativen Prozessen gemeinsam mit den BürgerInnen zu entwickeln und umzusetzen. Durch den Einsatz von digitalen Tools ermöglichen wir es den NutzerInnen eigenständig und individuell mit unseren Sammlungen zu interagieren – sie werden quasi selbst zu KuratorInnen und VermittlerInnen.

Das ist eine sehr abwechslungsreiche Position – mein Kollege Johannes Bernhardt und ich sind ProjektleiterInnen, VermittlerInnen und KuratorInnen in Personalunion. Wir sind als Stabsstelle direkt bei der Direktion angesiedelt und können so Veränderungen gut anstoßen und begleiten.

Ursprünglich hast du Altphilologie studiert – welche Stationen haben dich zu deiner aktuellen Position geführt?

Neben meinem geisteswissenschaftlichen Studium habe ich in der IT Logistik gearbeitet. Dort hatte ich dann sogar eine Leitungsposition in der Personalabteilung und habe zB Führungstheorien oder Persönlichkeitsanalyse-Tools kennengelernt, die dann Jahre später auch im Kulturmanagement von Nutzen waren. Am Ende des Studiums habe ich dann am Institut für Kulturkonzepte alle Module der Sommer- und Winterakademie (Anm. entspricht dem heutigen Basiszertifikat für Studierende) besucht, um mich auf den Berufseinstieg in die Kultur vorzubereiten. Danach habe ich u.a. beim queeren Filmfestival identities mitgearbeitet, ein Praktikum im London Transport Museum gemacht und im Technischen Museum Wien gearbeitet. An der Reinwardt Academie in Amsterdam  habe ich dann noch das Masterstudium Museology absolviert und da konnte ich wirklich den Museumsbetrieb als Ganzes erfassen und mich damit beschäftigen, welche soziale Rolle Museen in der Gesellschaft des 21. Jhd spielen sollen und wie sie die Welt ein Stück besser machen können. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Partizipation, Diversität und Nachhaltigkeit hat mich nachhaltig geprägt. Die Mitarbeit im Jüdischen Museum in Berlin hat dann meinen Ansatz weiter gefestigt, dass Museen ihre BesucherInnen auf vielen Ebenen einbeziehen müssen. Digitale Angebote sind ja per se partizipativ – deshalb ist das Digitale mein Vehikel für die Museumsrevolution. Darunter verstehe ich, die Rolle von Museen in der Gesellschaft grundsätzlich neu zu denken und die Häuser zu öffnen! Die Stelle des Digital Catalyst im Badischen Landesmuseum Karlsruhe ist mir also wirklich auf den Leib geschneidert – das dachte ich mir schon beim Lesen der Stellenausschreibung und es hat sich bewahrheitet.

Du hast einige Seminare bei uns besucht, um dich zu orientieren und einen guten Einstieg in den Kultursektor zu finden. Welche konkreten Impulse hast du damals bekommen?

Da gab es einige prägende Momente! Besonders hilfreich war es die Strukturen des Kulturbetriebs kennen zu lernen. Es hat mich überrascht, zu erfahren, dass man nicht jeden Job (aus Angst nichts anderes zu kriegen) annehmen soll. Ich habe erkannt, was für mich einen guten Job ausmacht, wonach ich also Ausschau halten soll. Besonders ein Tipp hat mir wirklich die Augen geöffnet: Man soll sich nicht fragen, ob man alle Anforderungen, die im Jobprofil stehen, schon hundertprozentig kann, sondern man soll sich da bewerben, wo man sich die Tätigkeiten zutraut. Also Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben und sich nicht bescheiden unter dem Wert verkaufen. Ich habe einen guten Überblick über den Kulturbetrieb gewonnen und die Schwellenangst verloren, mich drauf einzulassen.

Welche Digitalen Angebote gibt es bei Euch?

Es war schon vor Corona ein Anliegen des Museums, partizipative Angebote gemeinsam mit den KarlsruherInnen zu entwickeln. Dazu gab es 2018 auf Anregung des Museums die Gründung eines BürgerInnen-Beirats und ein zweitägiges Museumscamp, das wie ein Barcamp aufgebaut war. Wir wollten von den BürgerInnen wissen, was ihnen ein Museum in der Zukunft bieten soll. Dabei ist vor allem heraus gekommen, dass sich die Menschen mehr individualisierte Angebote wünschen und gerne hinter die Kulissen schauen und Einblicke in die Museumsarbeit bekommen wollen. Wir haben da sehr kreative Ideen entwickelt, die teilweise auch in Richtung Gaming gegangen sind, wie etwa Escape Rooms oder Schatzsuchen.

Das Badische Landesmuseum arbeitet schon seit einigen Jahren an einem zukunftsorientierten Museumskonzepts, mit dem zentralen Anliegen BesucherInnen zu NutzerInnen zu machen, und zwar  vor allem mit digitalen Mitteln. Gestartet haben wir in der Abteilung „Archäologie in Baden“, wo wir erste Ideen prototypisch umgesetzt haben. Da gibt es jetzt Virtual Reality Stationen und Augmented Reality in der Schausammlung. Die NutzerInnen können in der Expothek mit 3D Scannern arbeiten und werden ermuntert, individuelle und aktive Zugänge zu den Objekten zu finden. Es gibt wie in Bibliotheken einen Nutzerausweis, mit dem man Objekte bestellen und sich vorlegen lassen kann. So können die BesucherInnen wirklich mit unseren Sammlungen arbeiten und Objekte auch mal selbst in die Hand nehmen.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen starteten wir das Projekt Creative Collection mit dem Ziel, neue und vielfältige digitale Wege ins Museum zu erschließen. In diesem Projekt ist auch meine Stelle angesiedelt.

Ein ganz wesentliches Element in diesem Prozess der Digitalisierung ist das museum x. Das ist ein realer Raum, eine Freifläche in Stadtnähe, die als Open Space fungiert und von Einzelpersonen und Gruppen genutzt werden kann.  Im museum x stellen wir in partizipativen Veranstaltungen und Workshops Fragen zur Zukunft des Museums. Hier können wir als Museum auch eine Vorreiterrolle einnehmen, indem wir uns zB mit dem Thema Künstliche Intelligenz und Citizen Science beschäftigen.

In Kürze startet die 2. Staffel unseres Museumspodcast „Kaffee mit KollegInnen“.
Den hat unsere Praktikantin Leilah Jätzold entwickelt, die in der Coronazeit eingestiegen ist und ein Medium gesucht hat, um das Haus kennen zu lernen. Unter dem Titel „Kaffee mit KollegInnen“  haben MitarbeiterInnen aus verschiedenen Abteilungen erzählt, was Corona für ihre Arbeit bedeutet. Nun startet schon die zweite Staffel, die in 10 Folgen wieder quer durchs Haus führt – die übrigens damit beginnt, wie es den Aufsichten geht, jetzt wo das Museum wieder geöffnet ist. Und dann erzählen zum Beispiel auch die Reinigungskräfte und der technische Dienst, wie sie mit der neuen Situation umgehen. Ich finde den Podcast sehr spannend, weil es ein interessantes Zeitzeugnis ist für den Einfluss von Corona auf die Museumsarbeit und gleichzeitig einen Bedarf der BürgerInnen abdeckt, nämlich mehr über die Arbeit hinter den Kulissen des Museums zu erfahren.

Womit beschäftigst du dich gerade? Wie wird das neue Museum ausschauen?

Künstliche Intelligenz ist gerade ein Trendthema, das wir aufgegriffen haben und zu dem wir weitere Vortragsreihen und Diskussion machen werden. Normalerweise sind ja Museen nicht stark an den aktuellen gesellschaftliche Diskursen beteiligt, in diesem Fall können wir Vorreiter sein und vor allem die ethischen und gesellschaftspolitischen Komponenten viel besser thematisieren als kommerzielle Organisationen wie Google etc.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass Museen ihre vermeintliche Neutralität ablegen und sich stärker als Orte des gesellschaftlichen Diskurses verstehen. Die neue Museologie sagt, ein Museum hat eine soziale Rolle und soll sich mehr mit der Gegenwart auseinandersetzen und Stellung beziehen.
Museen werden ebenso wie Bibliotheken immer mehr auch die Aufgabe haben, ein „Hang Out“ Ort zu sein, ein offener Raum, an dem sich Menschen selbstbestimmt und interaktiv aufhalten können.
Für mich soll ein Museum ein kritischer Ort sein, der sich an den NutzerInnen orientiert und die Welt ein Stück besser macht.

Am 19. August von 9.00-10.30 Uhr findet der Online-Infoworkshop „Bringen Sie Ihre Karriere in Schwung“ statt. Wir stellen unsere Seminare und den Lehrgang Kulturmanagement vor und führen mit Christiane Lindner ein Gespräch über das vielfältige Berufsbild Kulturmanagement.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Christiane Lindner | © Johannes Bernhardt
Foto: Christiane Lindner | © Johannes Bernhardt
Kategorie: Es gibt mir so eine Energie mit Menschen zu arbeiten!

Es gibt mir so eine Energie mit Menschen zu arbeiten!

Suse Mayer, Designexpertin und kreative Strategin hat vor einigen Jahren ihre Kulturmanagement-Ausbildung bei uns gemacht. Am 29. Juli wird sie im Rahmen unseres Online-Info-Workshops „Es gibt viel zu tun!“ über ihre aktuellen Projekte, wie z.B.: dem tomorrow designfestival in Salzburg erzählen. Wir haben sie vorab interviewt.

Du hast an der TU in Wien Architektur studiert – wie bist du zu Kunst und Design gekommen?

Ursprünglich wollte ich Fotografin werden, aber das war meinen Eltern zu unsicher und so habe ich Architektur an der TU Wien studiert. Während des Studiums habe ich aber meine Liebe zur Kunst entdeckt. Ich konnte in die Richtung auch viel ausprobieren, z.B. mich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigen. Nach dem Studium führte mich ein Kulturmanagementstipendium ins MAK Center Los Angeles, einer Dependance des Museums für Angewandte Kunst nach Los Angeles. Dort habe ich interessante Menschen aus dem Kulturbereich kennen gelernt und gemerkt, dass ich beruflich im Kunst- und Kultursektor Fuß fassen möchte. Aus diesem Grund habe ich die Kulturmanagement Ausbildung am Institut für Kulturkonzepte gemacht.

In Wien habe ich dann meinen Platz an der Schnittstelle von Architektur und Kunst gefunden. Eine wichtige Station war meine Mitarbeit bei der artconsult Agentur section.a, wo ich Erfahrung mit dem Konzipieren und Organisieren von Kunstprojekten und Ausstellungen sammeln konnte wie z.b. The Essence – die Jahresausstellung der Angewandten oder 4/4 bei Wittmann – wo unterschiedliche Kunstinstallationen im Wittmann Schauraum präsentiert wurden. Gemeinsam mit Corina Binder habe ich dann das Studio bindermayer gegründet, formal ein technisches Büro für Innenarchitektur. Wir haben einige Jahre lang sehr kreative und vielfältige Projekte für ganz unterschiedliche AuftraggeberInnen entwickelt. Für die Vienna Design Week haben wir eine alte Kugelschreiberfabrik zu einem temporären Heurigen umgebaut und da war alles drin, was mir heute noch wichtig ist: Gestaltung, Kunst und Kommunikation. Zu der Zeit haben wir aber auch für die BUWOG (Bundeswohnbaugesellschaft) Messestände konzipiert und gebaut oder für die Planungswerkstatt der Stadt Wien die Ausstellung – in Zukunft Stadt – in Zukunft Wien konzipiert.

Ich habe immer viel mit Unternehmen zu tun gehabt und oft eine Schnittstellenfunktion eingenommen. Events zu planen und durchzuführen, Ausstellungen zu eröffnen und vor allem Menschen aus unterschiedlichen Branchen zusammen zu bringen, war immer ein wesentlicher Bestandteil meines Tuns. Es gibt mir so eine Energie mit Menschen zu arbeiten!

Warum Salzburg und welche Perspektiven siehst du in dieser Stadt?

2011 habe ich meine Tochter bekommen und bin mit ihr in meine Heimatstadt Salzburg gezogen. Begonnen habe ich dort mit einem Pop Up Store zu Interior Design und daraus hat sich dann die Werkschau entwickelt, ein Möbelgeschäft, das ich in der Gründungsphase mitgestaltet habe. 2014 habe ich das studiomayer gegründet, mit den Schwerpunkten Design, Konzeption und Consulting.

Die Idee zum tomorrow designfestival, das heuer zum 2. Mal stattgefunden hat, hat sich aus einem Projekt Eco Design Talk entwickelt, das ich gemeinsam mit Mag. Anne-Liese Premim Zuge des Kreativwirtschaftscoaching C hoch3 konzipiert habe. Das war eine Veranstaltung für Nachhaltigkeit und Innovation im Designbereich in Salzburg. So hat unsere Zusammenarbeit begonnen und wir haben dabei schnell erkannt, was für ein Potential an Kreativität und Innovation es hier gibt. Es gibt eine spannenden Szene und total spannende Menschen, die unterschiedliche und auch sehr internationale Perspektiven in die Stadt hineinbringen.

Innovation und Nachhaltigkeit im Designbereich ist uns ein großes Anliegen. Man muss sich jetzt über die Dinge Gedanken machen und Projekte und Produkte müssen nachhaltig und innovativ sein.

Trotz Corona haben wir heuer ein reales Festival gemacht, die Atmosphäre ist einfach eine andere, wenn man sich real trifft. Es war ein kleines feines Festival mit sehr gutem Feedback. Es kam sehr viel junges Publikum aus der Stadt Salzburg, aber auch aus dem Lungau, aus Oberösterreich und aus Bayern.

Und was hat das alles mit Kulturmanagement zu tun?

Viel! Der Designbereich ist ja auch ein Bereich der Kultur und des Handwerks. Um ein Festival zu organisieren, muss man die Kulturmanagement Basics beherrschen und da hat es mir schon geholfen, dass ich auf das Wissen aus dem Lehrgang zurückgreifen konnte. Festivalfinanzierung ist ein komplexes Thema, da konnte ich mir kollegiale Unterstützung aus dem Kulturkonzepte-Netzwerk holen. Georg Steker, der ja bei Euch auch unterrichtet, war in meinem Jahrgang und hat mich beraten.

Wir haben heuer beim tomorrow designfestival  stark auf Kommunikation durch Social Media gesetzt, weil wir vor allem ein junges Publikum erreichen wollten. Da konnte ich einiges an PR Wissen anwenden, das ich bei Euch gelernt habe und das hat sich gut mit Anne-Liese Prems Expertise ergänzt, die ja Kommunikationsexpertin mit ihrer Agentur www.tomorrowstories.at ist.

Überhaupt ist Kommunikation eines der zentralen Themen im praktischen Kulturmanagement: Wo wollen wir hin, was ist unsere Vision und wie vermitteln wir das der Kommunikationsagentur und den GrafikerInnen. Beim Briefing muss man direkt und verständlich sein und darf sich nicht beirren lassen, damit sich die Idee nicht verwässert. Je klarer man Dinge benennt, umso punktgenauer kommt man da hin, wo man sein will. Das ist mein größtes Learning aus der Festivalorganisation.

Was ändert sich durch Corona im Designsektor?

Ich erlebe das gerade als Zeit des totalen Umbruchs und denke, dass uns Corona noch länger begleiten wird. Diese Ausnahmesituation rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft und wir können jetzt Weichen für die Zukunft stellen. In den letzten Monaten war ich mit überraschend vielen Menschen im Kontakt und es hat sich für mich bestätigt, dass kreative Menschen gut mit solchen extremen Situationen umgehen können. Für Kreative und KünstlerInnen ist es das tägliche Brot, zu improvisieren, Perspektiven zu ändern und Neues auszuprobieren. Es gab da ein schönes Beispiel, wo DesignerInnen Atemventile mit dem 3D Printer gedruckt haben und die Dateien dafür online gestellt haben.

Mein Wunsch für die Zukunft: dass DesignerInnen und KünstlerInnen alteingefahrene Pfade verlassen und neue gesellschaftliche Szenarien entwerfen.

Am 29. Juli von 9.00-10.30 Uhr findet der Online-Infoworkshop „Es gibt viel zu tun!“ statt. Wir stellen den Lehrgang Kulturmanagement vor und führen mit Suse Mayer ein Gespräch über das vielfältige Berufsbild Kulturmanagement.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Suse Mayer | © Siegrid Cain
Foto: Suse Mayer | © Siegrid Cain
Kategorie: Kulturvermittlung – Vorwärts in die Vergangenheit?

Kulturvermittlung – Vorwärts in die Vergangenheit?

Ein Beitrag von Wencke Maderbacher

Nun können viele Kulturinstitutionen wieder aufsperren und langsam wieder zur ”Normalität” zurückkehren. Aber was bedeutet diese Normalität für die Kulturvermittlung?

Als die Kulturinstitutionen von einen Tag auf den anderen wegen der Covid 19 Pandemie schließen mussten, kam der Kulturvermittlung plötzlich viel Aufmerksamkeit zu. Denn sie besitzt nicht nur die Kompetenzen zu informieren, sondern die Inhalte auch zielgruppengerecht zu vermitteln – nun eben digital. Innerhalb weniger Tage wurde zahlreiche Programme online umgesetzt und mittels Hashtags verbreitet, z.B. #closedbutactive oder #museumandchill. Manche Programme wurden in altbekannten Formaten abgehalten, z.B. klassische Führungen durch Ausstellungen oder KuratorInnen-Gespräche; andere haben ihrem Publikum einen offenen Gestaltungsspielraum zur Verfügung gestellt. Eines der bekanntesten Beispiele wurde hier die niederländische Aktion #tussenkunstenquarantaine, bei der Menschen aus der ganzen Welt ihre Lieblingsbilder als Tableau-Vivant zuhause nachstellen.

Aber nicht nur die Kompetenz der Kulturvermittlung bekam Aufmerksamkeit, sondern auch die unsicheren Verträge in der Branche. Hingen doch viele VermittlerInnen zu Beginn der Schließungen komplett in der Luft. Viele KulturvermittlerInnen arbeiten immer noch mit Verträgen, bei denen die Bezahlung von jeder einzelnen Buchung abhängig ist. Als alle Führungen, Workshops und Programme storniert wurden, standen viele von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts. Und das gerade zu Saisonbeginn im Frühjahr, wenn es normalerweise erst richtig los geht mit Touristen und Buchungen. Es hat einige Wochen gedauert, bis eine Übergangslösung für KulturvermittlerInnen gefunden wurde und es zumindest kleine Abschlagszahlungen für die Branche gab.

Wollen wir wirklich zu dieser Normalität zurückkehren? Sollte man dieses notgedrungene Innehalten nicht eher dafür nützen, um umzudenken? Innerhalb der Kultureinrichtungen, indem man darüber nachdenkt, wie Verträge, Anstellungsverhältnisse und Organisation anders gedacht werden können und die gute Kollaboration zwischen den verschiedenen Funktionen innerhalb der Kultureinrichtungen auch nach der Öffnung weiter beibehalten werden kann.

Sowie extern mit unserem Publikum, dem viele Kulturinstitutionen ganz neue Möglichkeiten der Interaktion und Teilhabe öffneten. Ein Plus ist hier bestimmt die neue Reichweite – man kann den Programmen, Vorträgen und Führungen beiwohnen, ohne in der jeweiligen Stadt sein zu müssen. Hier entstanden in nur drei Monaten fantastische, kreative Ideen und Projekte. Es wäre spannend diesen Weg weiterzuverfolgen und zu sehen, was sich hier über einen längeren Zeitraum entwickeln kann, was bestehen bleibt und wieder verschwindet, nun da sich alle Türen wieder öffnen.

Wencke Maderbacher leitet die Abteilung Vermittlung im Moesgaard Museum, Højbjerg, Dänemark, außerdem ist sie ICOM CECA Europe Coordinator und Coordinator of CECA Special Interest Group for Professional Development of Museum Educators.

Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie das Seminar Kulturvermittlung-vor Ort und Online. Der nächste Termin dieses Seminars ist am 27.-28. Juni 2020 und findet online via zoom statt. Melden Sie sich an, es gibt noch wenige freie Plätze!

Foto: Wencke Maderbacher by Verena Wieser
Foto: Wencke Maderbacher by Verena Wieser
Kategorie: 3 hilfreiche Methoden für Online-Besprechungen

3 hilfreiche Methoden für Online-Besprechungen

Ein Beitrag von Karin Wolf

Durch den plötzlichen und verstärkten Einsatz von Online-Tools sind die Ansprüche an Kommunikation im Kulturmanagement weiter gestiegen. Das betrifft die gesprochene Sprache ebenso wie die geschriebene. In meinem Seminar „Sie geben den Ton an“ am 24. Juni 2020 gebe ich konkrete Tipps, wie Online-Teambesprechungen und Videokonferenzen in kleinen und großen Gruppen gelingen können und vor allem auch Ergebnisse liefern. Alles, was für analoge Gespräche gilt, muss online noch genauer berücksichtigt werden. Das beginnt bei der gründlichen Vorbereitung und der Frage, was will ich mit diesem Gespräch erreichen und in welcher Form kann ich die Sichtweisen meiner GesprächspartnerInnen berücksichtigen? Im Online-Gespräch muss ich mich besonders klar und präzise auszudrücken und darauf achten, dass meine Botschaften ankommen. Die Leitung einer Videokonferenz erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Moderation der einzelnen Wortmeldungen und bei der Ergebnissicherung. Mit den folgenden drei Tipps möchte ich Sie motivieren, diese neuen Herausforderungen anzunehmen.

Check-In und Check Out

Bei einer Teambesprechung im digitalen Raum sitze ich keiner Gruppe gegenüber, sondern lauter Einzelpersonen in ihren ganz unterschiedlichen Umgebungen. Es gibt kein gemeinsames Ankommen und es fehlt das individuelle Einstimmen in Form von kurzen Bemerkungen oder Gesprächen, während man sich z.B. einen Kaffee holt. Es ist hilfreich, hier ein neues Ritual einzuführen und den Beginn und das Ende der Besprechung zu „markieren“. Im Check-In sagt jedeR TeilnehmerIn kurz, wie sie gerade ankommt – wie geht es mir, wie ist meine Stimmung und wie war mein Tag bist jetzt. Dabei geht es nicht um einen Seelenstriptease, sondern darum, dass jedeR gleich einmal zu Wort kommt und Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie es der Gruppe insgesamt geht. Mit einer ähnlichen Runde beenden Sie dann jede Besprechung, z.B. mit der Frage: „Wie geht’s Euch jetzt, was nehmt ihr aus der Besprechung mit – einen Arbeitsauftrag, eine Idee, eine Frage?“

Zu Feedback einladen

Online-Besprechungen und Videokonferenzen sind wesentlich frontaler als analoge Treffen, wo es für alle Beteiligten leichter ist, sich einzubringen. Die Person, die gerade ihren Bildschirm teilt, ist vor allem „auf Sendung“ und bekommt nur Feedback aus der Gruppe, wenn sich jemand selbstständig einschaltet. Tendenziell bringen sich die ZuhörerInnen aber online viel seltener ein, denn die Hürde ist größer als im realen Raum, wo ich mich mit Augenkontakt oder Handzeichen vorher ankündigen kann. Teilen Sie daher Ihren Vortrag in kleinere Häppchen und planen Sie Ihre Fragen an die Gruppe im Vorhinein. Die Frage: „Gibt es Fragen?“ provoziert analog und digital kaum Reaktionen. Zielführender ist es, einzelne Personen direkt anzusprechen oder Fragen zu stellen, die man nicht mit Ja oder Nein beantworten kann.

Klare Regeln vereinbaren

Die Gespräche im digitalen Raum verlaufen meist weniger interaktiv und Diskussion haben eine langsamere und verhaltenere  Dynamik. Als TeilnehmerIn fällt es mir schwerer, jemanden zu unterbrechen. Das wirkt durch die Distanz schroffer, als wenn ich mit der Person am selben Tisch sitze. Zugleich herrscht Unsicherheit, wer jetzt das Wort ergreifen kann. Es hilft, gleich zu Beginn sehr klare Regeln zu vereinbaren, z.B. Redebeiträge immer alphabetisch reihum, die Moderation ruft auf. Oder sie einigen sich auf bestimmte Handzeichen oder Gesten, wenn jemand etwas ergänzen oder fragen möchte. Auch der Umgang mit der Chatfunktion soll vorab geklärt sein. Damit ich hier als Moderation nicht überfordert bin, kann ich ein Teammitglied bitten, den Chat im Auge zu behalten.

Finden Sie diese Tipps hilfreich und möchten noch tiefer ins Thema eintauchen? Sichern Sie sich Ihren Platz im eintägigen Online-Seminar „Sie geben den Ton an.“ am 24. Juni 2020.

Foto: Adam Solomon | Unsplash
Foto: Adam Solomon | Unsplash
Kategorie: Die Arbeit macht mir eine Riesenfreude!

Die Arbeit macht mir eine Riesenfreude!

Judith Steiner, eine unserer AbsolventInnen, ist schon als Studentin mit dem Kulturmanagement in Berührung gekommen und dabeigeblieben. Am 9. Juni ist sie gemeinsam mit Alexander Moore / MusicConsulting zu Gast in unserem Info-Workshop und gibt Einblick in ihre Tätigkeit als Produktionsleiterin beim Festival Wellenklaenge und warum sie lieber im Kultursektor als in der Wirtschaft arbeitet. Wir haben sie vorab interviewt.

Wie hast du dich entschieden im Kulturbereich zu arbeiten?

Ich würde sagen, ich bin da „hineingeschlittert“. Nach dem Musikgymnasium habe ich Architektur und Industrial Design studiert und mein erster Kulturjob war bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.  Eigentlich wollte ich als Fahrerin für die KünstlerInnen arbeiten, weil ich damals gern Auto gefahren bin, aber ich wurde gefragt, ob ich im KBB (künstlerischen Betriebsbüro) mitarbeiten möchte. Da hab ich gleich ja gesagt und bin ins kalte Wasser gesprungen, so habe ich es dann im Laufe meiner Karriere übrigens immer wieder gemacht. Ich war einige Jahre immer wieder dort und konnte den Betrieb gut kennenlernen, weil ich immer in einer anderen Abteilung mitarbeiten konnte. So hab ich viele Erfahrungen gemacht und mir eigene Werkzeuge zulegen können und meinen eigenen Arbeitsstil finden können.

Was waren wichtige Stationen deiner Karriere?

Bei den Salzburger Festspielen (Anm. Lukas Crepaz, der Geschäftsführer ist Kulturkonzepte-Absolvent)  habe ich mich initiativ beworben und konnte trotz meines jungen Alters in der Produktion mitarbeiten. Mein Studium war durchaus von Vorteil, denn dadurch hat man mir zB zugetraut, Bühnenpläne zu lesen und mir einen gewissen Sinn für Ästhetik zugetraut.

Als Tourmanagerin bei der Lucerne Festival Academy zu arbeiten, gehört auf jeden Fall zu den prägenden Erfahrungen. Wenn man mit 150 MusikerInnen in Hamburg und Köln tourt und für das Orchestermanagement zuständig ist, da lernt man schon einiges. Dazwischen habe ich auch mal in einer Kommunikationsagentur gearbeitet, und danach war mir klar, dass ich in der Kultur zuhause bin, das könnte man als einen Wendepunkt bezeichnen, zumindest als eine sehr wichtige Erkenntnis.

Was hat dir unser Lehrgang gebracht?

Vor dem Lehrgang bedeutete Kulturmanagement für mich, Konzerte organisieren und ich habe hier erst die ganze Bandbreite kennen gelernt. Mein Lehrgangsprojekt war ein Marketingkonzept für ein Vokalensemble und das konnte ich Schritt für Schritt in den einzelnen Seminaren bearbeiten. Ich habe mich mit Themen wie Finanzierung und Förderungen angefreundet, vor denen hatte ich vorher einen ziemlichen Respekt. Durch die anderen TeilnehmerInnen habe ich Praxis-Einblicke in ganz verschiedene Sparten erhalten.

Und was machst du jetzt?

Seit 2018 bin ich Produktionsleiterin und Assistentin beim Festival wellenklaenge in Lunz am See (Anm. die Gründerin Suzie Heger ist auch Absolventin des Instituts für Kulturkonzepte). Das ist meine erste Führungsposition und damit in gewisser Weise auch ein Wendepunkt, denn nun stehe ich als Teamleiterin meinen MitarbeiterInnen gegenüber. Weil ich noch genau weiß, was damals als Assistentin gut für mich war, bemühe ich mich das in der neuen Position auch zu berücksichtigen: vor allem versuche ich den AssistentInnen, wo es möglich ist, die Freiheit zu geben, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Die Arbeit macht mir eine Riesenfreude. Wir sind ein kleines und junges Team, d.h. ich kann auch mein Wissen zu Marketing und Programmierung einbringen. Lunz liegt ein bisschen am Ende der Welt, aber genau das macht ja auch seinen Charme aus und wir haben die Möglichkeit, die regionale Bevölkerung in die Gestaltung „ihres“ Festivals einzubinden.

Heuer wird es vom 17. Juli bis zum 1. August ein abgespecktes Programm vor allem mit österreichischen KünstlerInnen geben. Wir werden die Seebühne und den Lunzer Saal bespielen, mit begrenzter Besucherkapazität. Besonders freue ich mich auf die Strottern & Blech und auf das Abschlusskonzert mit Manu Delago.

Hast du eine Idee, wie es weitergeht?

Wo ich am Ende ankommen möchte, dass weiß ich aber noch gar nicht. Vielleicht zieht es mich auch noch einmal ins Ausland. Im Kulturmanagement hat man ja alle Möglichkeiten. Es muss auch gar nicht der eine 40 Stunden Job sein, wenn man es gut koordiniert, kann man auch bei drei aufeinanderfolgenden Festivals arbeiten. Als Kulturmanagerin hat man keinen klassischen 9-to-5-Job. Ich arbeite auch oft am Abend und am Wochenende und bin eigentlich auch jederzeit erreichbar. Das muss einem bewusst sein und man muss auch für sich persönlich einen Weg/eine Technik finden, damit umzugehen. Es gibt natürlich Zeiten, wo mehr zu tun ist (zB.: vor der Programmveröffentlichung, vor der Produktion von Drucksorten oder vor allem direkt vor Konzerten oder einem ganzen Festival). Das heißt auch, dass es Zeiten im Jahr gibt, an denen weniger Arbeit ist. Da kann man dann ja auch ein wenig entspannen. Da muss man halt auch einen Partner haben, der das mitträgt. Mein Freund ist Tonmeister und dem geht es so wie mir.

Am 9. Juni findet die kostenlose Online-Infoveranstaltung „Einfach machen!“ Meine Karriere im Kulturbereich statt.
Von 16.00-17.30 Uhr stellen wir die Lehrgänge Kulturmanagement und Kulturvermittlung vor und werden mit Judith Steiner und Alexander Moore Gespräche führen.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann zugeschickt.

Foto: Judith Steiner by Theresa Pewal
Foto: Judith Steiner by Theresa Pewal
Kategorie: Erfolgreich Präsentieren – 3 überzeugende Tipps von Stella Damm

Erfolgreich Präsentieren – 3 überzeugende Tipps von Stella Damm

Stella Damm ist ausgebildete Trainerin für Social Skills und unterrichtet verschiedene Seminare zu diesem Thema am Institut für Kulturkonzepte. Von 4.-6. Juni findet ihr Seminar Erfolgreich Präsentieren  (online via zoom) statt. Hier lernen Sie, wie Sie frei und selbstsicher vor Publikum sprechen können. Vorab gibt Ihnen Stella Damm hilfreiche Anregungen für Ihre zukünftigen Präsentationen:

Die Weichen für eine erfolgreiche Präsentation stellen Sie meist schon lange, bevor Sie zu sprechen beginnen. Indem Sie das, was Sie sagen wollen, gut durchdenken und auswählen, zum Beispiel. Oder indem Sie Ihre Präsentation ein paar Mal üben – dann wissen Sie, ob Sie mit der Zeit auskommen, ob die Technik mitspielt, und an welchen Stellen Sie ins Schleudern kommen könnten. Was Sie aber in all der Zeit DAVOR nicht haben, ist das Publikum. Hier drei Tipps aus der Sicht von denen, die Ihnen zuhören werden.

In Kontakt bleiben

Aufs Einfachste heruntergebrochen ist eine Präsentation nichts weiter als eine Situation, in der Sie anderen Menschen etwas erzählen. Sie erzählen, wir hören zu. Damit wir das gerne tun, müssen wir Ihre Präsenz spüren können. Und Kontakt zu Ihnen haben. Halten Sie Blickkontakt. Sprechen Sie zu uns, und nicht zu Ihren Notizen, und schon gar nicht zur Wand hinter Ihnen, egal wie wichtig die Folie ist, die da gerade hinprojiziert wird.

Keine Angst vor der Leere –

–  weder auf den Präsentationsfolien (die wirken umso effektiver, je weniger Text draufsteht), noch in Ihrem Redefluss.

Wir im Publikum brauchen immer wieder kleine Pausen, brauchen Chancen, das bisher Gesagte zu verdauen und einzuordnen, bevor der nächste Schwall an Informationen kommt. Sonst merken wir uns nichts, kommen nicht mit und verpassen womöglich das Spannendste.

Vor allem wenn Sie dazu neigen, sehr schnell zu sprechen, wenn Sie nervös sind: Bitte üben Sie es regelrecht, zwischen den einzelnen wichtigen Punkten ein bis zwei Sekunden still zu sein. Diese sind eine gute Gelegenheit, uns anzulächeln, Blickkontakt zu halten und nicht zuletzt: sich wieder zu sammeln.

Zeigen Sie Ihre Begeisterung!

Wenn wir nervös sind, dann wollen wir besonders souverän wirken, nicht wahr? Die Vorstellung, dass andere unsere Aufregung mitbekommen, macht uns gleich noch nervöser. Deshalb ist die Versuchung groß, gleich überhaupt gar keine Emotionen zu zeigen. Und das wäre wirklich schade – denn es sind Ihre Begeisterung, Ihre Leidenschaft fürs Thema, Ihr eigenes Interesse daran, die uns im Publikum anstecken und mitreißen, die uns spüren lassen, dass da was dran ist an dem Projekt, der Idee, das uns selbst auch begeistern könnte. Also bitte nicht verstecken. Im Gegenteil: Erzählen Sie uns ruhig ausdrücklich, was genau Sie begeistert an Ihrem Thema und warum. Dann strahlen Sie ganz von alleine, und Ihre Präsentation strahlt mit.

Für den Termin vom 4.-6. Juni 2020 gibt es nur noch wenige freie Plätze. Sie haben die Gelegenheit das Seminar Erfolgreich Präsentieren online via zoom-link zu besuchen, melden Sie sich gleich dafür an!

Stella Damm
Foto: Jutta Fischel

Stella Damm kommt ursprünglich aus dem Journalismus und war zwanzig Jahre lang bei Ö1 tätig, unter anderem als Moderatorin und Producerin der Sendereihe „Von Tag zu Tag“. Seit 2013 beschäftigt sie sich hauptberuflich mit dem Thema Selbstbehauptung und hat dazu das Trainingsprogramm „Awake the Tiger Within“ mitentwickelt, das sie als ausgebildete Trainerin für Social Skills begleitet. Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet sie seit 2005.

Foto: Unsplash
Foto: Unsplash
Kategorie: Produktiv im Homeoffice?

Produktiv im Homeoffice?

3 Empfehlungen von Stella Damm

Viele Menschen stehen jetzt vor der Herausforderung, ihre Arbeit und sich selbst im Homeoffice neu zu organisieren. Dabei muss jeder und jede einen Weg finden, die individuell ganz unterschiedlichen Hürden zu überwinden. Den einen fehlt der direkte und persönliche Austausch mit KollegInnen, die anderen teilen sich den Küchentisch mit Partner und schulpflichtigen Kindern und die dritten fragen sich, wie sie abgesagte Projekte und Aufträge ersetzen können.

Wir haben mit Stella Damm gesprochen und sie um ihre Empfehlungen gebeten. Wer praktische und konkrete Impulse für die eigene Situation erhalten möchte, dem sei das Online-Seminar To-Do-List Makeover – Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung am 13. und 14. Mai ans Herz gelegt.

Warum fällt die Selbstorganisation gerade jetzt vielen so schwer?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich gerade niemand in einem ressourcenreichen Zustand. Das Leben mit der Pandemie legt über alle die gleichen Stressoren, unabhängig von der persönlichen Situation. Wir alle müssen die ganze Zeit viel adaptive Energie aufwenden, d.h. wir müssen uns ständig neu ausrichten und neue Informationen verarbeiten. Wir treffen täglich neue Entscheidungen, von denen wir aber gar nicht wissen, wie lange sie gültig sein können. Um es salopp zu sagen: Wir sind alle etwas durch den Wind. Das führt auch zu einem intensiven Lernprozess, denn wir müssen uns gerade daran gewöhnen, im Rahmen dieser Unsicherheiten zu navigieren. Das bedeutet eine automatische Kompetenzerweiterung im Alltag und auch im Arbeitsleben.

Die neue Arbeitssituation mit Kurzarbeit und Homeoffice erfordert neue Kompetenzen im Bereich der Online-Zusammenarbeit. Dabei spielt es eine große Rolle, wie die Situation zu Hause ist und auch welche Art von Konzentration und Kommunikationsfluss die aktuelle Aufgabe und der gesamte Job brauchen. Um ein ganz konkretes Beispiel zu geben: die Mitarbeiterin in der Marketing-Abteilung eines Theaters ist es gewöhnt, mit mehreren Menschen in einem Büro zu sitzen und im Team zu arbeiten. Im Homeoffice ist sie alleine und es geht ihr vor allem der informelle Informationsfluss ab – die Bemerkung nebenbei, das Reagieren auf ein Telefonat der Kollegin, das Gespräch in der Küche. Vielleicht empfindet sie es dafür als positiv, dass sie bei ihren Kernaufgaben produktiver ist, weil sie in ihrem Denkfluss und ihrer Kreativität weniger unterbrochen wird. Tendenziell geht es aber insgesamt in Richtung Vereinsamung, weil einfach das ganz normale Fließen der Kommunikation fehlt.

Was sollte man bei der Teamarbeit jetzt vor allem beachten?

Wenn alle im Homeoffice sitzen, ist es umso wichtiger, sich über ganz banale Dinge abzusprechen: Wer ist wann erreichbar, wieviel Präsenz wird erwartet. Wenn mein Chef zeitig in der Früh aktiv ist, bevor die Kinderbetreuung beginnt, muss ich dann auch erreichbar sein? Bevor da unausgesprochen etwas mitschwingt, drüber reden!
Müssen alle im Team kontinuierlich ansprechbar und präsent sein, oder arbeitet jedeR selbstständig auf ein Ergebnis hin?
Es sollte allen bewusst sein, dass Abläufe und Vorgehensweisen, die sich jetzt entwickeln, experimentellen Charakter haben. Das heißt auch, dass jedeR rechtzeitig Rückmeldung gibt, wenn etwas für sie oder ihn so nicht klappt.

Und wie bleiben jene Menschen produktiv, die selbstständig und ohne fixes Team arbeiten?

Selbstständige berichten oft von der ständigen Gefahr des Verzettelns. Menschen neigen generell dazu, zu überschätzen, was in einen Tag hineingeht. Es bleibt also zwangsläufig immer Arbeit liegen und damit erzeugt man sich selbst Unzufriedenheit. Es ist erwiesen, dass ich mehr weiterbringe, wenn ich am Vortag mit meinen Leistungen zufrieden war!
Dazu gibt es bereits einen Blogbeitrag zum „Fortschritts-Prinzip“.
Also muss ich mir gute Rahmenbedingungen schaffen, indem ich den Arbeitstag damit beginne mir zu überlegen, was heute die wichtigsten drei Dinge sind, die ich weiterbringen, fertigstellen oder einfach mal andenken muss. Dazu gehört auch, dass ich lerne einzuschätzen, was ist realistisch?

Kannst du uns 3 Empfehlungen geben?

1. Reduziere den selbstgemachten Druck und erwarte von vorneherein nicht zu viel. Nicht von deiner Familie, nicht von deiner Organisation und auch nicht von dir selbst.

2. Tausche dich mit den KollegInnen und Vorgesetzten immer wieder darüber aus, ob die Kommunikations- und Arbeitsabläufe für alle funktionieren.

3. Übernimm die Verantwortung für deine eigene Motivation. Experimentiere mit der Gestaltung deiner Rahmenbedingungen, sei es der Arbeitsplatz oder die Arbeitszeiten und die Pausengestaltung. Hilfreich sind Stabilität und neue Rituale.

Wie wirst du in deinem Seminar „To-Do-List Makeover“ auf die besonderen Herausforderungen durch Corona eingehen?

Die Grundideen, die ich diesem Seminar normalerweise vermittle, sind auch jetzt zum großen Teil gültig und anwendbar – wir werden dann gemeinsam oder auch in Kleingruppen drüber nachdenken, wie sie sich konkret umsetzen lassen für die unterschiedlichen Homeoffice Situationen.
Und es werden ein paar einfache und wirksame Techniken zur Stressverringerung vorkommen, denn dem Stress entkommt derzeit niemand und genau der hemmt unsere Produktivität und unsere Zufriedenheit.

Am Institut für Kulturkonzepte unterrichtet Stella Damm unter anderem das Seminar To-do-List Makeover -Produktiver arbeiten durch gekonnte Planung.  Der nächste Termin dieses Seminars ist am 13. und 14. Mai 2020 und findet online statt. Melden Sie sich an, es gibt nur mehr wenige freie Plätze!

Foto: Duncan Kyhl | Unsplash
Foto: Duncan Kyhl | Unsplash
Kategorie: Schnell und kreativ – erfolgreiche Reaktionen auf den Shutdown

Schnell und kreativ – erfolgreiche Reaktionen auf den Shutdown

Der Kulturbereich ist von der Corona-Krise auf eine sehr ambivalente Weise getroffen. Einerseits herrscht Stillstand, denn die Kulturveranstaltungen sind bis zum Sommer abgesagt. Andererseits ist ein breites Kulturangebot in den sozialen Medien entstanden. Dazu haben wir zwei Kulturschaffende interviewt, die am 22. April zu Gast bei unserem Online-Workshop „Dein Weg zum Kulturjob“ sein werden.

Unsere Absolventin Lisa Reimitz-Wachberger von der Agentur Raumpioniere ist Urbanistin und Kulturmanagerin und hat innerhalb kürzester Zeit das Homestage Festival ins Leben gerufen, mit Konzerten, Kabaretts und mehr per Livestream.  Der Kunstvermittler Markus Hübl führt täglich virtuell durch das Belvedere, Wien und hat damit bereits mehr als 100.000 Menschen erreicht. Wir haben sie gefragt, wie sie ihre außergewöhnlich erfolgreichen Projekte entwickelt haben und welche Erkenntnisse sie daraus für ihre Arbeit nach Corona ziehen können.

Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf

Lisa entschied sich gemeinsam mit ihrem Partner sofort, die Event-Agentur ins Homeoffice zu verlegen und stellte sich am ersten Tag die Frage: „Was kann ich tun, um mir, der Agentur und anderen zu helfen?“  Schon am ersten Tag wird die Idee des Homestage-Festivals geboren. Nach einem kurzen Gegencheck mit den potentiellen PartnerInnen, begann sie sofort mit der Umsetzung. „Die ersten beiden Wochen des Lockdown waren superproduktiv, von Stillstand oder Grübeln war keine Rede“, sagt Lisa.  Markus erlebte den Corona-Ausbruch auf der Rückreise von Italienaufenthalts im Zug Richtung Mailand und kam mit „dystopischen Eindrücken“ nach Wien zurück und dort ging es dann Schlag auf Schlag. Sein Arbeitsplatz, das Belvedere in Wien wurde geschlossen und in der ersten Krisensitzung fragten sich die AbteilungsleiterInnen: Wie gehen wir damit um, dass die Besucherinnen nicht zu uns ins Haus kommen können? Markus sagte sofort zu, das Belvedere in Form von Online-Führungen zu den BesucherInnen zu bringen und meint rückblickend: „Das war für mich als Kunstvermittler eine einzigartige Chance. Ich bin immer dafür, ins kalte Wasser zu springen. Man geht im Normalfall nicht unter! Wir haben ja alle schwimmen gelernt.“

„Was hat sich in der Organisation verändert?“

Lisa: „Wir sind in der Agentur zu zweit und arbeiten prinzipiell eng zusammen. Seit dem Lockdown teilen wir uns die Projekte aber auf und wenden unsere unterschiedliche Herangehensweisen an. Daraus ergibt sich neben der Arbeitsteilung auch ein Möglichkeitsraum, in dem wir individuell Neues ausprobieren können. Die räumliche Trennung bewirkt neue Arbeitsstrukturen. Mein Tagesablauf ist jetzt regelmäßiger, ich stehe früher auf und ich koche täglich zu Mittag. Man könnte sagen, nicht mehr der Arbeitsrhythmus mit Termindruck und Anforderungen von außen kontrolliert den Tag, sondern der Tagesrhythmus kontrolliert den Arbeitsablauf.“

Markus: „Für eine große und bedeutende Bundeseinrichtung ist das prozesshafte Arbeiten neu. Vor Corona hätten wir nicht innerhalb eines Tages den Beschluss für Live-Führungen gefasst. Da hätte es Konzepte, Besprechungen und Zeitpläne gegeben. Derzeit lernen wir im Tun und wir werden mit jeder Live-Führung souveräner. Ich persönlich durfte Verantwortung und Entscheidungen übernehmen, wie zum Beispiel, welche Kunstwerke wir zeigen. MitarbeiterInnen aus allen Abteilungen geben uns positive Feedback auf die Führungen und fühlen sich ebenso wie die BesucherInnen durch dieses Angebot noch mehr dem Haus verbunden.“

„Was wird vom Projekt nach Corona bestehen bleiben?“

Markus: „Es bestätigt sich die hohe Relevanz unserer Social Media Aktivitäten im Hinblick auf das Vermitteln und Verstärken positiver Emotionen und qualitätvoller Kommunikation. Ich kann mir vorstellen, dass das Bewusstsein dafür ab jetzt in allen Abteilungen noch stärker vorhanden sein wird. Und ich wünsche mir, dass wir den Mut des Ausprobierens und die Schnelligkeit der Umsetzung beibehalten werden.“

Lisa: „Vielleicht wird das Homestage-Festival in Zukunft ein Festival im realen Raum! Ich würde gerne die Erfahrung in der Organisation und Konzeption weiter nutzen und das Crowdfunding noch stärker im Kulturbereich verankern. Ich glaube, dass die Verbindung zwischen der digitalen und der analogen Welt dann in Form von Streaming selbstverständlich zu einen Festival gehören wird .“

Am 22. April findet der Online-Infoabend „Dein Weg zum Kulturjob: das Basiszertifikat Kulturmanagement“ statt.
Von 16.00-17.30 Uhr stellen wir das Basiszertifikat Kulturmanagement vor und werden mit Lisa Reimitz-Wachberger und Markus Hübl Gespräche führen.

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte melden Sie sich hier an, der Link zur Online-Veranstaltung wird Ihnen dann nächste Woche zugeschickt.

Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Fotos: links privat, rechts (c) Thomas Topf
Kategorie: COVID-19: Wie geht es im Institut für Kulturkonzepte weiter?

COVID-19: Wie geht es im Institut für Kulturkonzepte weiter?

COVID-19: Wie geht es im Institut für Kulturkonzepte weiter?

Wir hoffen, es geht Ihnen allen gut und Sie haben sich mit der Heimquarantäne angefreundet!

Das Institut für Kulturkonzepte hat aufgrund COVID-19 von 11. März bis einstweilen 13. April 2020 den Seminarbetrieb eingestellt.

Es geht aber weiter!
Seit 16. März ist unser Team im Homeoffice und bemüht sich, für alle ausgefallenen Seminare schnellstmöglich neue Termine zu finden und den Lehrgangsbetrieb am Laufen zu halten.

Erste Ersatztermine wurden bereits gefunden, weitere folgen in den kommenden Wochen!

Was ist neu?
Letzte Woche haben die Abschlusspräsentationen erstmals nicht vor Ort, sondern per Skype und Telefon stattgefunden! Das bedeutet, zukünftige Präsentationstermine werden zum geplanten Zeitpunkt stattfinden können.

Auch kommende Coachingtermine müssen nicht abgesagt werden. Dank Skype und dem Telefon, werden auch diese wie geplant abgehalten.

Bleibt auf dem Laufenden
Alle aktuellen Seminartermine finden Sie auf unserer Website.

Folgen Sie uns auf Facebook! Dort finden Sie regelmäßig Informationen zum Institut sowie spannende Tipps rund um den Kulturbetrieb. Sollten Sie unsere Seite noch nicht geliked haben, wäre es jetzt eine gute Gelegenheit, um informiert zu bleiben!

Wir wünschen Ihnen viel Kraft in dieser Zeit und stehen Ihnen bei Fragen jederzeit per Mail (office@kulturkonzepte.at) zur Verfügung!

Foto: Unsplash
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